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Pustertal
PRESSEMITTEILUNGEN
09.04.2008
„Tibet braucht auch unsere Hilfe“
Die Südtiroler Volkspartei verurteilt die groben Menschenrechtsverletzungen gegenüber dem tibetischen Volk durch die Volksrepublik China und fordert ein Ende der Gewalt. Ein konkretes Zeichen setzt die SVP jetzt mit einer Protest-Aktion. „Tibet braucht auch unsere Hilfe“, erklärte SVP-Obmann Elmar Pichler Rolle bei der Vorstellung der Initiative am Mittwoch. Pichler Rolle appellierte gemeinsam mit SVP-Kammerabgeordneten Siegfried Brugger, Senator Oskar Peterlini und Parlamentskandidatin Magdalena Amhof an alle Südtirolerinnen und Südtiroler, eine eigens gestaltete Protestkarte an die chinesische Botschaft in Rom zu senden.
Die SVP bringt über ihre Bezirkskanzleien, über Gaststätten und Geschäftslokale die Postkarten in Umlauf, die in deutscher Sprache eine Aufforderung zum Frieden enthalten und an die chinesische Botschaft in Rom adressiert sind. „In Rom wird man sich vielleicht etwas wundern, aber wir machen damit deutlich, dass in diesem Staat eine kleine deutsche und ladinische Volksgruppe existiert, die selbstbewusst und frei ihre eigenen Sprachen verwendet“, erklärt der SVP-Obmann. Die Postkarte, die in einer Auflage von 6.000 Stück gedruckt wurde, zeigt auf der Vorderseite die für Tibet typischen Gebetsfahnen am heiligen See der Tibeter, dem auf über 6.000 Metern Höhe gelegenen Manasarovar-See. Die Protestkarte kann auch von der SVP-Homepage (www. svpartei.org) zum Versand heruntergeladen werden.



Choesang Tenzin, ein Exiltibeter und Mitarbeiter der Freien Universität Bozen, berichtete auf der Pressekonferenz über die dramatische Situation Tibets. Tenzin ist einer von 15 in Südtirol lebenden Tibetern, die die Not ihres Volkes von außen mitverfolgen müssen. „Der Völkermord muss ein Ende finden“, fordert Tenzin. „Nach offiziellen Angaben beläuft sich die Zahl der Toten auf 140 allein im vergangenen Monat, doch es könnten unzählige mehr sein. Und was geschieht mit den Tausenden Tibetern, die inhaftiert wurden? Die Welt trägt eine moralische Verantwortung “, sagt Tenzin, der im Namen seines Volkes der SVP für die Initiative dankte. Die in Südtirol lebenden Tibeter werden bis zu den Olympischen Spielen im August jeden Samstag in Bozen eine Mahnwache halten und hoffen auf die Unterstützung der Südtiroler Bevölkerung.



Der SVP-Abgeordnete Siegfried Brugger und Magdalena Amhof gingen auf die Geschichte Tibets ein. Heute würden 120.000 Tibeter im indischen Exil leben, unter ihnen auch ihr geistliches Oberhaupt, der Dalai Lama. Dieser strebe eine Autonomie für Tibet nach Südtiroler Vorbild an. China aber betrachte den Friedensnobelpreisträger von 1989 trotzdem als Separatisten. Ein Friedensplan, in dem der Dalai Lama die Umwandlung von ganz Tibet in eine Zone der Gewaltlosigkeit und die Achtung der Menschenrechte und demokratischen Freiheiten des tibetischen Volkes sowie die Wiederherstellung und den Schutz der Umwelt vorschlägt, werde von China abgelehnt. Die Parallelen zu Südtirol vor 60 Jahren seien unübersehbar, so Brugger und Amhof.



Bereits am 18. März dieses Jahres hat SVP-Senator Oskar Peterlini eine parlamentarische Anfrage an den italienischen Außenminister gerichtet, in der er u.a. Informationen über den Zustand der inhaftierten Tibeter und eine unverzügliche Intervention bei den Vereinten Nationen fordert. „Stellen wir uns vor, Südtirol wäre in einer solchen Lage“, sagt Peterlini, „dann wären auch wir darauf angewiesen, dass uns die Welt hilft.“ 

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