Auf Einladung der Bezirksobfrau Helga Thaler Ausserhofer und Kulturstadträtin von Bruneck Brigitte Pezzei Valentin präsentierte Pater Dr. Bruno Klammer am vergangenen Freitag, dem 27. Juli, das Projekt EHB (Erfassung historischer Bibliotheken) in der SVP Bezirkskanzlei von Bruneck. Im Mittelpunkt stand dabei die Projektarbeit im Pustertal.
Schätze der Landesgeschichte
Vor 10 Jahren wurde das Projekt EHB von der Stiftung Südtiroler Sparkasse ins Leben gerufen und steht seither unter der fachkundigen Leitung von Pater Dr. Bruno Klammer. Bezirksobfrau und Senatorin Helga Thaler Ausserhofer hob in diesem Zusammenhang den ehemaligen Leiter der Stiftung Hans Rubner hervor, der mit sehr viel Weitblick dieses Projekt von Anfang an unterstütz hat.
Ziel des Projektes ist es die zahlreichen Bibliotheken in Klöstern, Pfarreien, Burgen und Ansitzen des Landes zu erfassen und für weitere Forschungszwecke zu öffnen. Neben der Erfassung und Ordnung der vielen Bestände steht auch die Säuberung und Lagerung im Zentrum der Projektarbeiten. Zum Vorschein treten dabei zahlreiche Schätze der Kulturgeschichte Südtirols: „Die Buch- und Bibliothekbestände sind die eigentlichen Quellen, wenn es darum geht, die Mentalitätsgeschichte des Landes zu erfassen.“, so Klammer.
Über 370.000 Exemplare bereits erfasst Seit dem Beginn der Arbeiten sind nun schon etwa 370.000 Exemplarsätze in zahlreichen Bibliotheken katalogisiert worden, darunter u.a. die Bibliothek der Benediktinerabtei Muri-Gries, des Franziskanerklosters Bozen, der Augustiner Chorherren Neustift, der Kapuziner Brixen und des Stadtmuseums Meran, um nur einige zu nennen. Über den Bibliothekskatalog OPAC der Freien Universität Bozen und die Internetseite des EHB (http://www.ehb.it/) sind die erfassten Daten von überall abrufbar. Zusätzlich dazu werden im „Handbuch der historischen Buchbestände in Südtirol“ die inhaltlichen Schwerpunkte und Kostbarkeiten der einzelnen Bibliotheken in Fachartikeln beschrieben.
Pustertal im Zentrum zukünftiger Arbeiten
Obwohl das Projekt seinen Anfang im Pustertal hatte ist dieses leider noch ziemlich unerforscht, was Dr. Klammer nun ändern möchte. Es liegen im Pustertal eine Reihe von Kloster-, Pfarr- aber auch Privatbibliotheken noch im Verborgenen. Besonders hervorgehoben wurden dabei die noch in Brixen befindlichen Bestände der Kapuzinerbibliothek. Diese allein umfasse geschätzte 1.000 Laufmeter an Büchern, Dokumenten und Urkunden, so Pater Adalbert Stampfl. Von außerordentlichem Wert sind zweifelsohne auch die Siftsbibliothek Innichen, die älteste des Landes, und die Frauenbibliothek des Ursulinenklosters in Bruneck.
Bezirksobfrau Helga Thaler Ausserhofer zeigte sich von der kulturellen und historischen Bedeutung des Projektes fest überzeugt. Es sei sehr wichtig diese äußerst bedeutenden Quellen der Landesgeschichte zu erhalten und für weitere Forschungszwecke zu öffnen. Es gehe nun darum den Projektarbeiten und den folgenden Forschungsaktivitäten einen geeigneten Standort sowie im Pustertal zur Verfügung zustellen und ein Konzept zu erarbeiten, so Thaler Ausserhofer. In welcher Form dies geschehen müsse kann aber erst nach einer Bestimmung des Umfangs der relevanten Bestände entschieden werden. Gemeinsam mit Bürgermeister Christian Tschurtschenthaler, dem Präsidenten der Bezirksgemeinschaft Manfred Schmid und Alfred Guariello von der Stiftung Südtiroler Sparkasse war man sich darüber einig diesen bedeutenden Beitrag zur Landesgeschichte fördern zu wollen.