05.07.2004
BL: Nein zu Go Kart und Motocross
Keine zusätzliche Belastung

„Bedenken gegen das geplante Fahrsicherheitszentrum in Pfatten und ein striktes Nein zu einer Go Kart- und Motocross-Piste“: So lautet die einhellige Meinung der Unterlandler SVP-Bezirksleitung und der Ortsobleute, die über die Entwicklung im Süden Südtirols diskutierten. „Das Gebiet südlich von Bozen beschäftigt weitaus wichtigere Probleme, die vorrangig gelöst werden müssen. Dazu zählen die zunehmende Verkehrsbelastung, Garantien für die Untertunnelung der neuen Brennerbahn, fehlende Lärmschutzwände, Umfahrungsstraßen von Branzoll, Leifers und Auer und eine Schnellbahn-Verbindung nach Bozen. Auch auf kulturellem Gebiet, etwa im Sprachunterricht zur Festigung der Muttersprache und in der Theaterförderung müssen verstärkt Mittel eingesetzt werden“, so Bezirksobmann Senator Oskar Peterlini. Das Fahrsicherheitszentrum in Pfatten werde als zusätzliche Belastung empfunden. Die Ursachen für die Unfälle liegen vor allem in der hohen Geschwindigkeit, in der mangelnden Fahrdisziplin, im Alkoholmissbrauch und in der Angeberei, die Sicherheit im Verkehr solle deshalb verstärkt in den Schulen und in der außerschulischen Bildung gefördert werden. In der ersten Sitzung nach der Sommerpause, am 20. September werden alle diese Themen dem Landesrat für Verkehr, Thomas Widmann, vorgelegt, der bereits seine Teilnahme an der Unterlandler Bezirksausschusssitzung der SVP zugesagt hat.
Die Bezirksleitung, die Ortsobleute und die anwesenden Vertreter der SVP-Ortsgruppen Leifers, St. Jakob und Pfatten verlangen von der Landesregierung ein erneutes Prüfen des Projektes: „In erster Linie soll die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit dem Fahrsicherheitszentrum in Nordtirol geprüft werden. Nicht zuletzt, um – wie es bereits im Gesundheitsbereich der Fall ist -, mit Tirol enger zusammenzuarbeiten und die besten Dienste zu gewährleisten."
Einstimmig sprach sich die Bezirksleitung gegen die Errichtung einer Go Kart- und Motocross-Piste aus: „Die Bevölkerung im Unterland, sowie die vom Fahrsicherheitszentrum betroffenen Gemeinden Pfatten und Leifers sind bereits durch den steigenden Verkehr auf der Autobahn und der Staatsstraße, sowie durch die Eisenbahn und den Flugverkehr stark belastet. Der Bau einer Go Kart- und Motocross-Piste entspricht einer zusätzlichen Lärm- und Abgasbelastung, die vor allem am Abend und an den Wochenenden entstehen würde“, so die Unterlandler Bezirksleitung. Nicht zu vergessen sei in dieser Hinsicht die Mülldeponie Frizzi Au, die sich bereits jetzt über ein Gebiet von sechs Hektar erstreckt. Das Gebiet sei ursprünglich als Auffangbecken für die Etsch vorgesehen gewesen, um das Unterland und das Gebiet um Leifers und Pfatten vor Überschwemmungen zu schützen, und nun werde es kontinuierlich verbaut, heißt es abschließend in der Mitteilung der Bezirksleitung Unterland. Das Unterland dürfe nicht weiter zur Abfallkippe von Bozen werden; das Areal in Pfatten würde sich außerordentlich für ein Erholungsgebiet, für Sport und Spiel - ohne unnützen Motorlärm - eventuell auch für einen Reitplatz anbieten, sagt Bezirksobmann Peterlini.
