23.10.2004
Neue Brennereisenbahn nur im Berg und gleichzeitig mit BBT
Die SVP-Bezirksleitung und die Ortsobleute des Unterlandes haben auf einer Dringlichkeitssitzung erneut den Standpunkt bekräftigt, dass die Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel im Unterland gleichzeitig mit dem Gesamtprojekt verwirklicht werden und im Berg verlaufen muss. Das im Autonomierecht verankerte Einvernehmen seitens des Landes für den Bau von Verkehrslinien biete eine Garantie. Allerdings sei weiterhin höchste Aufmerksamkeit geboten, betonte Bezirksobmann Oskar Peterlini. Am elften November wird Peterlini mit den Spitzen des Verkehrsministeriums in Rom, dem Berater des Ministers für Internationale Planungen, Emilio Maraini, und dem Chef des Generalsekretariates, Giovanni Paolo Gasparri, zusammentreffen. Ein Treffen mit dem Verkehrsminister Pietro Lunardi, dem Landeshauptmann Luis Durnwalder und Senator Peterlini ist ebenfalls geplant.

Mit einem ausführlichen Dossier belegte Bezirksobmann Oskar Peterlini den schwierigen und mit Beständigkeit verfolgten Weg, den die SVP Unterland seit den frühen Neunziger Jahren gegangen ist. Zuerst stieß sie mit ihren Forderungen auf wenig Gehör. Erst im Jahre 2003 gab es die entscheidende Wende. Die Bahntechniker zeichnen erstmals eine mögliche Lösung im Berg auf. Entscheidend sei aber, so Peterlini, die Beschlussfassung der Landesregierung. Sei es bei der Genehmigung des Vorprojektes (am 20. Oktober 2003), als auch bei der Eintragung in die Bauleitpläne (am 22. Dezember 2003) hat das Land eine unterirdische Trassenführung und die gemeinsame Vorlage des Vorprojektes für das Unterland mit der Umfahrung Bozen zur Bedingung gemacht. Wörtlich heißt es im Beschluss der Landesregierung zur Zulaufstrecke im Unterland: „Das Vorprojekt und die Umweltverträglichkeitsstudie hierfür müssen aber gemeinsam mit dem Einreichprojekt der Umfahrung Bozen vorgelegt werden und eine unterirdische Trassenführung vorsehen“. Die Auflagen des UVP-Gutachtens werden ausdrücklich als weitere Bedingung verankert. Peterlini erinnert daran, dass die Durchführungsbestimmungen zum Autonomiestatut (D.P.R. 381/1974) vorsehen, dass der Staat für Eisenbahnlinien das Einvernehmen mit dem Land erzielen muss. „Auch aufgrund der diesbezüglichen Bestätigungen des Landeshauptmannes Durnwalder gibt es keinen Grund zur Panik“, betont der SVP-Bezirksobmann. Es sei aber weiterhin höchste Wachsamkeit geboten. Zur Wachsamkeit und Zusammenarbeit, statt gegenseitiger Angriffe, seien auch alle Verbände und politischen Gruppierungen im Unterland aufgerufen.
Peterlini, die Bezirkleitung und die Obleute dankten bei dieser Gelegenheit auch der Unterlandler Landtagsabgeordneten Rosa Thaler, die sich im Landtag und mit Aussprachen mit den Eisenbahnvertretern unentwegt für den Unterlandler Standpunkt eingesetzt hat. Besondere Anerkennung zollte das Unterland auch Landeshauptmann Durnwalder und richtete an ihn den Appell, auch für die Finanzierung der südlichen Zulaufstrecke die notwendigen Finanzmittel zu fordern, sowie die Querfinanzierung der Autobahn auch dafür einzusetzen. Es sei dringend notwendig, das Vorprojekt für die Strecke im Unterland und die geologischen Studien zu starten, um dann die Eintragung in die Bauleitpläne vorzunehmen und die Trasse entsprechend abzusichern.
Das von Peterlini bereitgestellte Dossier zeigt die gesetzliche Grundlage für das Einvernehmen, die vielen Dokumente und Forderungen des Unterlandes, die Vorsprachen und Beschlüsse auf und zitiert wörtlich die Beschlüsse und entscheidenden Bedingungen, die die Südtiroler Landesregierung bei der Genehmigung des Vorprojektes und der Bauleitpläne gestellt hat. Diese Unterlage soll allen Interessierten weitergeleitet werden, um maximale Transparenz und emotionsfreie Diskussion zu gewährleisten. Das Unterland werde es auf jeden Fall nie zulassen, dass die Hochgeschwindigkeitszüge auf offener Strecke durch das bereits schwerbelastete Gebiet donnern. Die Bezirksleitung und die Ortsobleute bekräftigten auch ihre Forderung, dass nach der Verwirklichung der neuen Brennerbahn der Schwerverkehr auch durch eindeutige Verbote auf der Autobahn auf die Schiene verlegt werden muss.
