26.09.2006
Große Besorgnis im Unterland
Die Bezirksleitung der SVP-Unterland beschäftigte sich bei ihrer gestrigen Sitzung intensiv mit dem geplanten Ausbau des Bozner Flughafens. Dabei kam die große Besorgnis der Bevölkerung zum Ausdruck. „Die Ängste und Befürchtungen der Leute müssen ernst genommen werden. Genaue Information und Transparenz sind notwendig, das Für und Wider müssen genau abgewogen werden bevor endgültig entschieden wird“, so Bezirks- obmann Oskar Peterlini. Das Unterland könne weitere Belastungen kaum noch verkraften. Ein seriöser Plan müsse auch Alternativen ausleuchten, so beispielsweise Schnellverbindungen zu Innsbruck und Verona.

Bei der gestrigen Sitzung der Bezirksleitung der SVP-Unterland stand das Thema Flughafen-Ausbau im Mittelpunkt. Nach einer Präsentation der Ausbaupläne durch die Vizepräsidentin des Landtages Rosa Thaler, drückten die anwesenden Ortsobleute die große Besorgnis der Bevölkerung im Unterland aus. Die Vor- und Nachteile eines Ausbaus des Flughafens wurden intensiv diskutiert. Die Ortsobleute stellten auch die wirtschaftliche Rentabilität in Frage und befürchteten, dass die Allgemeinheit eine Struktur bezahlen müsse, die auch wirtschaftlich keinen großen Aufschwung verspreche. Jedes Unternehmen müsse bei Investitionsplänen verschiedene alternative Projekte vorlegen, vergleichen und auf ihre Auswirkungen ausleuchten. Das sei auch für den Ausbau des Flughafens notwendig. Die Flughäfen Innsbruck und Verona sind von Südtirol aus nicht schwerer zu erreichen als der Münchner Flughafen von der Metropole. Durch widersprüchliche Aussagen vor allem bezogen auf die ursprünglichen Versprechungen riskiere die SVP an Glaubwürdigkeit zu verlieren.
„Die Menschen fühlen sich zu wenig informiert und übergangen. Die bruchstückhafte Information sorgt für Unmut und Spekulationen. Dazu kommt, dass die Summe der Belastungen im Unterland zum Problem wird, neben der Autobahn und der Eisenbahn wird das Fahrsicherheitszentrum gebaut. Der Flughafenausbau wird die Belastung weiter erhöhen. Besonders befürchtet wird auch der Brennerbasistunnel. Das Unterland erwartet sich konkrete Garantien, dass die Zulaufstrecke unterirdisch durch das Unterland verlaufen wird. Ansonsten wird das für die Leute einfach zuviel“, erläutert Peterlini, und weiter: „Bevor eine endgültige Entscheidung zum Flughafen fällt, muss die betroffene Bevölkerung ausführlich informiert und angehört werden. Erst nach einer genauen Bewertung des Für und Wider soll entschieden werden.“
Den Bedenken gegen den Flughafenausbau teilte auch, der bei der Sitzung anwesende Obmann des Koordinierungsausschusses Kaltern Raimund Fill, ebenso bekundete der Obmann des Koordinierungsausschusses Eppan, Manfred Pliger seine Solidarität mit der Bezirksleitung des Unterlandes.
