08.04.2008
Gegen Liberalisierungsbestrebungen im Apothekenbereich
Martha Stocker, Helga Thaler Ausserhofer, Magdalena Amhof treffen Apothekerin Dorothea Haidacher, um über ihre Anliegen im Apothekensektor zu sprechen.

Vor einigen Wochen hat sich Landesfrauenreferentin Martha Stocker mit Apothekerinnen getroffen, um mit diesen direkt über ihre Anliegen sprechen zu können. Am 1. April hat sich nun Apothekerin Dorothea Haidacher bereit erklärt, die wichtigsten Punkte Helga Thaler Ausserhofer und Magdalena Amhof mitzuteilen, damit sich die beiden in Rom hierfür stark machen können.
Einig sind sich die Frauen, dass die Regelung, rezeptpflichtige Medikamente nicht außerhalb von Apotheken verkaufen zu dürfen, beibehalten werden soll. Auch wenn rezeptpflichtige Arzneimittel in Supermärkten nur von einer/einem Apotheker/in verkauft werden könnten, hätte dieses Nachteile. Im Vordergrund würde das Konsumambiente stehen; der Medikamentenerwerb würde als Kauf eines „normalen Produktes“ nicht aber als das, was er eigentlich sei, angesehen werden. „Problematisch ist diese psychologische Komponente, die nicht unterschätzt werden darf“ betont Haidacher. Zu befürchten sei, dass dadurch zu leichtsinnig mit dem Erwerb von bestimmten Präparaten umgegangen werden könnte.
Zu beachten sei auch die wirtschaftliche Komponente: Das heutige System gewährt – auch infolge des Apothekenverteilungsplans – dass in vielen (auch kleinen) Gemeinden Apotheken sind. Liberalisierungsmaßnahmen könnten dazu führen, dass am Land weniger, in den Zentren mehr Apotheken entstünden, „was nicht im Interesse der Südtiroler und Südtirolerinnen sein kann“, so Amhof.
Stocker, Thaler Ausserhofer und Amhof betonen, dass sie ein Mehr an (Markt)Freiheit in diesem sensiblen Sektor nicht befürworten und den Medikamentenverkauf nicht dem normalen Wettbewerb unterstellen wollen, zumal die derzeitige Situation in Südtirol eine gute sei, die aufrechterhalten werden soll.
