04.07.2008
24.327 Euro für die Krebsforschung
Die Primelaktion der SVP-Frauenbewegung unterstützt die Mikrobiologin Petra Obexer am Tiroler Krebsforschungsinstitut

Bereits zum achten Mal in Folge haben die SVP-Frauen heuer landesweit Primeln zugunsten der Krebsforschung verkauft. 66 Verkaufsstellen gab es rund um den Tag der Frau am 8. März, ca. 14.000 Primeln wurden verkauft.
Landesfrauenreferentin Martha Stocker freut sich: „Die Mitarbeit von sieben neuen Frauengruppen und das starke Engagement bewährter Frauen haben zu einem stolzen Erlös geführt: 24.327,28 Euro!“
Der Erlös wurde am heutigen 4. Juli der Präsidentin der Südtiroler Krebshilfe Vereinigung, Renate Daporta Jöchler, überreicht, welche ihn wiederum der Südtiroler Mikrobiologin Petra Obexer am Tiroler Krebsforschungsinstitut zur Verfügung gestellt hat. Überschattet wurde die Geldübergabe durch den Tod der vormaligen Präsidentin der Südtiroler Krebshilfe Vereinigung, Christine Tembl Mayr, die am 19. Mai 2008 gestorben ist. Dieses führte auch dazu, dass die Geldübergabe heuer später stattfinden musste, da die Frauen bis zuletzt auf eine Teilnahme von Christine Tembl Mayr hofften.
Die SVP-Frauenbewegung unterstützt die Forschungsarbeit der Südtiroler Wissenschaftlerin seit nunmehr 8 Jahren: insgesamt haben die SVP-Frauen ganze 136.394,98 Euro an Spendengeldern zugunsten der Projekte der jungen Forscherin gesammelt.
Zur wissenschaftlichen Arbeit:
Das Team von Petra Obexer beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit der Erforschung eines kindlichen Tumors, des Neuroblastoms. Das Neuroblastom ist ein Tumor des Nervensystems und mit 7-10 % die zweithäufigste bösartige Erkrankung bei Kindern. Das mittlere Alter der betroffenen Kinder liegt zum Zeitpunkt der Diagnose bei 2 Jahren. Bei aggressiven Tumorstadien (Stadium 3 und 4) überleben trotz Chemotherapie und Radiotherapie nur etwa 50% der Kinder. Die derzeit angewandte Chemotherapie zur Bekämpfung des aggressiven Neuroblastoms hat den großen Nachteil, dass sie zu schweren Schädigungen der Erbsubstanz führt, sodass die kindlichen Patienten zwar vom primären Tumor geheilt werden, jedoch später häufig an sekundären Tumoren erkranken und versterben.
Frau Petra Obexer hat sich zum Ziel gesetzt, neue therapeutische Strategien gegen diese kindliche Krebserkrankung (sowie gegen chronische Leukämie, Brust- und Prostatakarzinom) zu entwickeln, die unabhängig von Schädigungen der Erbsubstanz das Selbstmordprogramm in diesen Tumorzellen aktivieren. Zu diesem Zweck werden gereinigte Wirkstoffe aus heimischen und asiatischen Heilpflanzen, bei denen Hinweise auf krebstherapeutische Wirkung vorliegen, in der Zellkultur an menschlichen Neuroblastomtumorzellen auf ihre Anti-Tumor-Wirkung getestet. Die Arbeitsgruppe konnte bereits erfolgreich zeigen, dass die Substanz Sanguinarin aus dem heimischen Schöllkraut äußerst effizient bösartige Neuroblastomzellen durch programmierten Zelltod abtötet. Die molekulare Wirkweise dieser Substanz wird zurzeit in der Arbeitsgruppe aufgeklärt.
In einem weiteren Projekt wird die Funktion des Eiweißstoffes FKHRL1 in Neuroblastomzellen untersucht. Dieser Eiweißstoff wird während der Krebsentstehung in Tumorzellen abgeschaltet. Dank der Unterstützung durch die SVP-Primelaktion und die Spenden der Südtiroler Bevölkerung konnte das Team von Obexer zeigen, dass mit Anschalten dieses Eiweißstoffes aggressive Neuroblastomzellen durch programmierten Zelltod „Selbstmord" begehen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen wurden 2007 in der sehr renommierten internationalen Zeitschrift „Cell Death and Differentiation" veröffentlicht. Für diese Publikation hat Frau Obexer 2008 den Preis des Fürstentums Liechtenstein der Medizinischen Universität Innsbruck erhalten. Es wird nun an Möglichkeiten gearbeitet, dieses Todesgen spezifisch in Tumorzellen zu aktivieren und damit innovative Möglichkeiten zur Tumortherapie zu schaffen. Neuere Ergebnisse zeigen auch, dass dieses Todesgen die Empfindlichkeit von Neuroblastomzellen für bestimmte Chemotherapeutika enorm steigert, wodurch Therapieansätze mit sehr schonender Chemotherapie ermöglicht werden könnten.
Landesweit großes Engagement:
Die SVP-Frauen haben sich in allen Bezirken an der Primelaktion beteiligt:
Bozen Stadt und Land (14 Verkaufsstellen): Euro 6.317,45.-
Brixen ( 7 Verkaufsstellen): Euro 1.631,50.-
Burggrafenamt (8 Verkaufsstellen): Euro 2.575,00.-
Pustertal (9 Verkaufsstellen): Euro 3.786,19.-
Unterland (9 Verkaufsstellen): Euro 3.674,74.-
Vinschgau (16 Verkaufsstellen): Euro 5.617,20.-
Wipptal (3 Verkaufsstellen): Euro 725,20.-
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TOTALE Euro 24.327,28.-
