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ORGANISATIONEN & BERATENDE ORGANE
Schule - Kultur - Sport
PRESSEMITTEILUNGEN
11.03.2004
Schule und Sprache im Mittelpunkt
Mit der Moratti-Schulreform, deren Auswirkung auf die Südtiroler Schule sowie mit der Ausbildung der Lehrpersonen beschäftigte sich kürzlich der SVP-Ausschuss für Schule, Kultur und Sport. Die Vorsitzende Anna Jud Zanon regte die Gründung von Arbeitsgruppen zum Sprachenunterricht und zur Kulturförderung an.
Der Beginn der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport war der Erinnerung an die kürzlich verstorbene Frau Hofrat Viktoria Stadlmayer gewidmet: Die Vorsitzende Anna Jud-Zanon würdigte die ehemalige Leiterin des Südtirolreferates in Tirol als das „historische Gewissen“ in der Südtirolfrage, für das es keinen Ersatz gebe. In einer Schweigeminute gedachten die versammelten Mitglieder der verdienten Politikerin.

Schulreform und Lehrerausbildung

Über die Moratti-Reform und die Lehrerausbildung berichtete der neue Landesrat für Schule, Otto Saurer. Er sprach sich für die schrittweise Umsetzung der Reform bis zum Jahre 2006/7 aus. Änderungen in den Sprachfächern, insbesondere eine weitere Vorverlegung des Englischunterrichts, müssten noch ausdiskutiert werden, sicher sei die Abschaffung der Prüfungen nach der fünften Klasse Grundschule im Schuljahr 2004/5, so der Schullandesrat. Zu entscheiden sei auch, ob und wie die neuen Begriffe „scuola d’infanzia“ und „scuola primaria“ bzw. „secondaria“ ins Deutsche übertragen werden sollen, so Saurer: „Es bleibt daher die Frage, ob die Begriffe ‚Kindergarten’, ‚Grundschule’ und ‚Mittelschule’ ausgedient haben.“

Landesrat Otto Saurer versicherte, dass der Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer sowie der Erzieherinnen und Erzieher im Bereich der Sprachwissenschaft eine wichtige Rolle zukomme. Da sich die Voraussetzungen für die Zulassung zum Lehrberuf für die Mittel- und Oberschullehrer geändert haben, seien auch mit Österreich, bzw. mit der Universität Innsbruck Verhandlungen im Gange, die dortige Lehramtsausbildung – unter bestimmten Voraussetzungen, wie etwa eines Praktikums an unseren Schulen – auch für Südtirol bzw. Italien anzuerkennen. In einer angeregten Diskussion ging der Landesrat auf die aufgeworfenen Fragen ein.

Arbeitsgruppen zum Sprachunterricht und Kulturförderung

Behandelt wurde auch die Thematik „Zweitsprache“, insbesondere der Italienischunterricht in der ersten Klasse Grundschule, die Zweisprachigkeitsprüfung und die Effizienz des Italienischunterrichts. Die Vorsitzende Anna Jud Zanon plädierte dafür, den Art. 19 des Autonomiestatutes nicht zu ändern und schlug vor, in einer Arbeitsgruppe „Schule – Sprache“ die offenen Probleme zu vertiefen sowie weitere Vorschläge in Bezug auf das Grundsatzprogramm auszuarbeiten, welches für die Koalitionsverhandlungen erstellt wurde. In einer weiteren Arbeitsgruppe „Förderungskriterien“ sollen Vorschläge im Rahmen des Kultur-Grundsatzprogramms entwickelt werden.
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