



Die Feier war eine gute Möglichkeit für politische Gespräche und einen Gedankenaustausch mit den Vertretern auf europäischer Ebene, denn in allen Mitgliedsstaaten sollen die Senioren als Stütze in einer sich wandelnden Welt fungieren und gemeinsam mit der jüngeren Generation dafür kämpfen, dass Europa so erhalten bleibt, wie es aufgebaut wurde, in dem friedfertig alle Völker Europas miteinander leben können - so Otto von Dellemann.
Das dritte Jahrtausend ist durch vielfältige rasante sich vollziehende Entwicklungen gekennzeichnet. Weltweite Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft, in Wissenschaft und Forschung, im Gesundheitswesen, in Kultur und Bildung, im Zusammenleben der großen Religionsgemeinschaften sind große Aufgaben, die wir bewältigen müssen. Wir sollen verantwortungsvoll die Gebote annehmen, die zu einem konfliktfreien Zusammenleben der Völker führen und wir müssen die Toleranz im Nebeneinander und die Solidarität zwischen den Generationen und mit den Schwächeren fördern. Unsere kulturellen Werte müssen wir wahren und fördern. Die Geschichte der Völker und Kulturen lehrt, dass nur dort eine Überlebenschance gegeben ist, wo sich jugendlicher Veränderungsdrang mit den Erfahrungswerten der Älteren paart. Dies bedeutet für uns: nur gemeinsam, Jung und Alt zusammen, müssen Argumente abwägen, gemeinsame Ziele und Wege diskutieren, entscheiden und schließlich handeln.
Eine große Herausforderung für die Gesellschaft und so auch für die Politik ist der demografische Wandel, denn immer mehr Ältere stehen immer weniger Jüngeren gegenüber. Dies führt – zusammen mit wirtschaftlichen Entwicklungen – zu einer Belastung unseres sozialen Sicherungssystems: verspäteter Berufsanfang, verfrühtes Ende der Berufstätigkeit tragen zu den Defiziten in den Renten- und Krankenkassen bei.
Wir leben in einer Zeit des rapiden technischen und sozialen Wandels, in der morgen schon veraltet ist, was heute als Neuigkeit angepriesen wird. Ein lebenslanges Lernen ist deswegen heutzutage zur Existenznotwendigkeit geworden. Entweder die Senioren stellen sich den neuen Anforderungen einer Informationsgesellschaft, lernen den Umgang mit dem Computer und Internet, oder sie verlieren den Anschluss, und zwar für immer.
Trotz des vergleichsweise hohen sozialen Engagements älterer Menschen – man denke dabei an die Ehrenamtlichkeit, die ohne das selbstlose Zutun der Senioren nicht aufrecht erhalten werden könne - ist deren politische Repräsentation eher gering. Sie werden unter anderem durch Altersgrenzen von politischen Mandaten ausgeschlossen. Partizipation ist aber weit mehr als lediglich eine Stimmabgabe bei den Wahlen. Entgegen wirken können wir durch Bildung von geeigneten formellen Strukturen wie Beratungsorgane, Mitspracheverfahren usw.
Resümierend stellt Otto von Dellemann fest, dass die Seniorenbewegung in der Südtiroler Volkspartei sich mit ihren politischen Aktivitäten gut mit jenen der anderen Seniorenorganisationen in Europa messen kann. „Den Weg den wir eingeschlagen haben, ist der richtige und wir werden uns weiterhin für gleiche Chancen und Mitwirkungsrechte für Jung und Alt, für Frauen und Männer, in Familie, Beruf, Gesellschaft und Politik, ohne jede Diskriminierung und ohne jede starre Altersgrenze einsetzen“ so von Dellemann.