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Pflegenotstand und Pflegeberuf brauchen gemeinsamen Nenner

Dass wir aufgrund der demographischen Entwicklung immer mehr Pflegefälle zu verzeichnen haben und wir neben unseren Pflegerinnen auch ausländische Pflegerinnen brauchen, ist eine Tatsache. Aber wie sollen und müssen wir mit den Ausländerinnen umgehen? Wohin können wir uns im Bedarfsfall einer Pflege wenden? Für einige Fragen gibt es eine Antwort, für andere hingegen müssen noch Lösungen ausgearbeitet werden....

Bei der jüngsten Sitzung des Landesseniorenaus- schusses wurde die Thematik ausgiebig diskutiert und festgestellt, dass Altenpflege zunehmend ein „Marktartikel“ werde bei mangelhafter Qualität, denn das Motto lautet oft: wer bietet weniger? We- niger kosten angeblich die so genannten „badanti“, die ausländischen Pflegerinnen und Pfleger und dies sei der wunde Punkt. Oft stel- le sich ein Bedarfsfall unvorbereitet ein und die Ange- hörigen seien total überfor- dert und sie wüssten nicht, wohin und an wen sie sich wenden könnten.

Dazu der Amtsdirektor des Amtes für Senioren und Sozialsprengel, Paul Zingerle: „In Bozen gibt es einige Anlaufstellen: im Frühjahr wurde die Genossenschaft „Agape“ gegründet, Mitglieder sind die ausländischen Pflegerinnen und die Ange- hörigen der zu Pflegenden. Weiters gibt es die Vereinigung „Donne Nissà“, die die Eingliederung der aus- und inländischen Frauen zum Hauptziel seiner Tätigkeit gemacht hat. Außerdem können sich Angehörige im Bedarfsfall an das Arbeitsamt der Provinz Bozen werden“.

Der Pflegeberuf müsse unbedingt attraktiver gestaltet werden und der Eintritt in diesen Beruf müsse einheimischen Anwärtern leichter gemacht werden. Auch dazu kann Zingerle von einem Angebot berichten: „Die Arche im KVW bietet in ganz Südtirol Kurse für die Generation der 50+ an, bei denen praktische Tipps und theoretisches Wissen vermittelt werden“.

Für den Vorsitzenden der SVP-Seniorenbewegung, Otto von Dellemann, sind vor allem die Eingliederung und die Betreuung der ausländischen Pflegerinnen durch die öffentliche Verwaltung sehr wichtig, denn „diese Anlaufstellen bringen die Ausländerinnen von der Illegalität in die Legalität, die Folge davon ist eine bessere Pflege“.

Eine Alternative zu obiger Problematik sei die Kurzzeitpflege, die schon heute einige Altersheime anbieten, als auch die Betreuung der zu Pflegenden in den Tagespflegeheimen. Es fehlten aber mancherorts die nötigen Geldmittel für den zusätzlichen Ausbau, Neubau oder Zusammenlegung von Altenheimen und auch das dazu nötige Personal. Da fragt sich von Dellemann: „haben sich das unsere Eltern verdient, die in ihren jungen Jahren unser Land aufgebaut haben?“

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