Ausländische Pflegerinnen brauchen wir, aber wie gehen wir mit ihnen um?

Dass wir aufgrund der demographischen Entwicklung immer mehr Pflegefälle zu verzeichnen haben und wir die ausländischen PflegerInnen brauchen, ist eine Tatsache. Aber wie sollen und müssen wir mit Ihnen umgehen? Gesundheitslandesrat Richard Theiner klärte bei der heutigen Sitzung des Seniorenbeirates diesbezüglich auf und stand den Anwesenden Rede und Antwort.
Die Daten des Gesundheitslandesamtes sprechen eine klare Sprache: Ende des Jahres 2006 zählten die Sozialeinrichtungen 6.417 MitarbeiterInnen, davon waren 656 Personen ausländischer Nationalität. Vor allem in den Alten- und Pflegeheimen spielt das ausländische Personal eine tragende Rolle, in den Altenheimen sind es 10,3% und in den Pflegeheimen 32,3%. Das heißt, ohne ausländische MitarbeiterInnen könnte der Dienst im Pflegebereich nicht mehr so gut wie bisher gewährleistet werden.
Weit prekärer sei die Situation der privaten Pflege durch die so genannten „badanti“. Altenpflege und Pflege werde dort zunehmend ein „Marktartikel“ und die Qualität bleibe oft auf der Strecke, denn das Motto lautet: wer bietet weniger? Weniger kosten angeblich die „badanti“, die ausländischen PflegerInnen und dies sei der wunde Punkt. Vielen davon gehe es nicht darum einen Betroffenen gut zu betreuen, sondern allein darum, durch diese Arbeit eine Aufenthaltsgenehmigung in unserem Land zu erlangen, um dann eine attraktivere Beschäftigung zu finden. Hinzu kämen die mangelnde Qualität der Pflege, sprachlichen Schwierigkeiten, das Verständnis für unsere Kultur usw.
„Es gibt natürlich auch solche PflegerInnen, die in ihrem Land eine gute Ausbildung genossen haben und ihre Arbeit bei uns gewissenhaft und qualitativ gut verrichten. Deshalb dürfen nicht alle ausländischen PflegerInnen in einen Topf werfen. Ein Schritt in die richtige Richtung ist sicherlich der, alle Antragsteller mit einem regulären Arbeitsvertrag einzustellen, ihnen die Möglichkeit der Qualifikation und der Erlernung unserer Sprache zu bieten, unsere globalisierende Welt verlangt danach.“ – so Gesundheitslandesrat Richard Theiner.
Resümierend brachte es der Vorsitzende, Otto von Dellemann auf den Punkt: „Besonders ältere Menschen haben ein Recht darauf von Personen gepflegt zu werden, die sie sprachlich und kulturell gut verstehen. Wir müssen alles daran setzen, Personen aller Altersklassen für diesen Beruf zu gewinnen. Wir brauchen dazu spezielle Ausbildungsmöglichkeiten, sprich für junge Leute, Wiedereinsteiger in das Berufsleben und die Generation der 50plus“.