Der Lärmschutz für die Bevölkerung entlang der Brenner-Eisenbahnlinie hat höchste Priorität. Dabei müssen alle möglichen Maßnahmen zur Lärmsanierung ergriffen werden: Sanierung des bestehenden Schienennetzes, Fahrzeugumrüstung, Rollmaterial- und Infrastruktursanierung. Dies fordert der Landesumweltausschuss (Lua) in der Südtiroler Volkspartei (SVP), der sich auf seiner letzten Sitzung mit diesem Thema auseinandergesetzt hat. „Wir sollten uns die Schweiz zum Vorbild nehmen und mit ihr enger zusammenarbeiten; außerdem müssen wir in Rom und in Brüssel vermehrt aktiv werden, denn das Ganze hat eine europäische Dimension“, fordert der Vorsitzende des Landesumweltausschusses Dr. Gerhard Gruber. Ziel müsse es sein, auch in Südtirol einen möglichst wirkungsvollen Lärmschutz vor allem entlang der stark belasteten Streckenabschnitte der Brennerbahnlinie zu erreichen.
Was in der Schweiz bereits zum Alltag zählt, sollte auch für Südtirol bald Wirklichkeit werden: Sanierung des bestehenden Schienennetzes, Fahrzeugumrüstung, Rollmaterial- sowie Infrastruktursanierung, die Entwicklung eines lärmarmen Güterwagen-Drehgestells und - als „ultimo ratio“ – der Einbau von Schallschutzfenstern. Mit diesen Maßnahmen wurde mit Erfolg eine spürbare Lärmreduktion für einen Grossteil der Anwohner erreicht.
In der Schweiz herrschen ähnliche Gegebenheiten wie in Südtirol vor: Verkehrs- und Siedlungsdichte, topografische Gegebenheiten, Anforderungen des Landschaftsschutzes usw.. Deshalb sollten wir uns in Südtirol ein Beispiel nehmen, fordert der Vorsitzende der Landesumweltausschusses Dr. Gerhard Gruber. Südtirol müsse diesbezüglich alle Hebel in Bewegung setzen, sowohl im Rahmen der Verhandlungen mit der Eisenbahnverwaltung als auch mit der neuen, zukünftigen Regierung in Rom.
Anzugehen sei, so Gruber, auch der grenzüberschreitende Eisenbahngüterverkehr, der übrigens auch in der Schweiz Probleme schaffe, da die EU-Länder aus Kostengründen nicht auf leiseres Rollmaterial umrüsten. In Europa verkehren rund 600.000 Güterwagen, die eine Lärmsanierung dringend nötig hätten. Der schweizerische Nationalrat hat deshalb den Bundesrat bereits beauftragt, bei den zuständigen Organen der EU die nötigen Schritte zu unternehmen, damit das Rollmaterial - insbesondere die Güterwagen aus EU-Ländern, welche die Nachbarländer durchqueren - einer Lärmsanierung unterzogen wird. Um ein gemeinsames Vorgehen abzustimmen, plant der Landesumweltausschuss demnächst eine gemeinsame Sitzung mit dem Europaparlamentarier Dr. Michl Ebner. „Man muss etwas tun, denn wegen dieser unkontrollierten Durchfahrt solcher Güterwagen müssen viele Bürger/-innen unseres Landes unter den schädlichen Auswirkungen leiden“, so Gruber.