




Der SVP-Ortsobmann von Welschellen, Heinrich Huber, erklärte im einleitenden Referat, dass die Landwirtschaft für den Lebensraum in Welschellen und für die Lebensqualität der Bevölkerung von entscheidender Bedeutung sei. Die Landwirt- schaft erfülle eine Reihe von Funktionen: Produktion von hochwertigen Lebens- mitteln, Erhaltung der charakteristischen Kulturlandschaft, von Wohn- und Arbeits- platz, sie sei Wiege und Garant für Tradition und Kultur und vieles mehr. Trotz der nicht einfachen Lage werde Welschellen heute flächendeckend bewirtschaftet. Die Gründe dafür seien vielschichtig: die Verbundenheit der bäuerlichen Bevölkerung zur heimatlichen Scholle, eine vorausschauende Landwirtschafts- und Förderungs- politik des Landes, eine starke politische Vertretung des Bauernstandes auf Ge- meinde- und Landesebene.
Gedankt wurde auch dem früheren SVP- Ortsobmann, Pfarrgemeinderatspräsident und Bürgermeister Isidor Castlunger, der viele Jahre erfolgreich für die Dorfge- meinschaft gearbeitet hat. „Isidor, danke für deinen Einsatz, danke für dein Enga- gement, danke für die geleistete Arbeit“, betonte Huber.
Hans Berger als Landesrat für Landwirtschaft referierte über die ländliche Entwick- lung, über Neuerungen in der Landesraumordnung und im staatlichen Finanzge- setz 2007. „Nur in der Landwirtschaft gibt eine so enge Verbindung mit dem Leben der Menschen, über die Umwelt, die Kulturlandschaft, die Landwirtschaft als Erho- lungsraum und insbesondere über die Versorgung mit gesunden Nahrungsmitteln. Aus diesem Grund wollen wir aktiv dazu beitragen, die Zukunft der Landwirtschaft und damit die Zukunft des ländlichen Raumes zu sichern“, so Berger.
Die Südtiroler Landwirtschaft befinde sich in einer Umbruchzeit. Die Globalisierung der Märkte, die EU-Osterweiterung, die neuen Bestimmungen der Europäischen Gemeinschaft usw. schaffen ganz neue Rahmenbedingungen, denen sich die Bau- ern und Bäuerinnen, aber auch die Politik stellen müssten. Es gelte heute mehr denn je, Synergien zu nutzen und neue Perspektiven zu schaffen.
Vor allem wurde mit dem Ländlichen Entwicklungsplan ein Dokument erarbeitet, über welches heute alle EU-Förderungen in der Landwirtschaft fließen, über das die erschwerten Bedingungen im Berggebiet ausgeglichen und nachhaltiges Wirt- schaften gefördert werde, so Berger: "Mit diesen Geldern kommen wir etwa für den Ausgleich erschwerter Arbeitsbedingungen auf, für die Verbesserung der Ver- marktung, für die Förderung der Forstwirtschaft, sowie für die Prämien für eine umweltfreundliche Bewirtschaftung."
Schließlich bedürfe gerade die Berglandwirtschaft größter politischer Aufmerk- samkeit, auch weil die Bewirtschaftung der Berggebiete in den ladinischen Tälern unabdingbare Voraussetzung für ein Funktionieren des Fremdenverkehrs dar- stelle. In diesem Bereich würden wohl auch die größten Herausforderungen für die Zukunft liegen, da die Reform der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik neue Rahmenbedingungen vorgibt. Es geht aber auch darum, dass Bauern auch in Zukunft ihre angestammte Rolle als Unternehmer und Produzenten hochwertiger Lebensmittel einnehmen.
Den landwirtschaftlichen Familienbetrieben müsse ein klares, langfristiges Konzept und eine Perspektive gegeben werden, so Berger. Die Zukunft der Landwirtschaft müsse immer auch die Zukunft der kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Be- triebe sein.
Die Teilnehmer zeigten sich besonders interessiert an den vielen Beispielen aus der Praxis und brachten sich mit ihren Fragen nach dem Vortrag aktiv ein.