21.12.2007
E.Ekat, München
@Anton, St.Jakob, Voraussetzung einer Scheidung ist freilich, daß man das Begehren der Scheidung auch offiziell vorträgt. Nach wie vor langt es für die Scheidung nicht aus, daß eine der Vermählten einen unglücklichen Gesichtsausdruck zu machen scheint. Da hat es auch das Christkind dann schwer, das man ohnehin nicht in Scheidungsfragen bemühen sollte. Dennoch mögen alle Eure Wünsche in Erfüllung gehen, in diesem Sinne auch von mir ein fröhliches Weihnachtsfest..
20.12.2007
Anton, St. Jakob

Ich habe heute gelesen, die Regierung in Rom will jetzt alle Scheidungen leichter machen, falls das Ehepaar keine Kinder hat und beide Partner mit der Scheidung einverstanden sind. Die Autonome Provinz Bozen, also die "entführte und mit Italien seinerzeit widerwillen verheiratete Braut" könnte daher vieleicht endlich Rom um die Scheidung mit Aussicht auf Erfolg bitten. Sechs Monate Zeit sollten ausreichen laut diesem bereits von der Justizkommission des Senats verabschiedeten Gesetzesentwurf und müssten genügen, um sich einvernehmlich trennen zu können. So ähnlich lautet auch der Selbstbestimmung-Gesetzesentwurf für das Land Süd-Tirol von Senator und Altpräsident Francesco Cossiga von Mai und Juni 2006. Gekaufte und verschacherte Bräute, Zwangsehen mit allen bekannten Folgen wie Gewalt in der Familie usw. gibt es angeblich bei uns in Europa nicht mehr, daher will wohl der Wunsch nach der Verwirklichung des Rechtes auf Selbstbestimmung für Süd-Tirol weiterhin ein frommer Wunsch an das Christkind bleiben. In diesem Sinne kann uns allen nur ein Weihnachtswunder helfen, man sollte aber "die Hilfe von oben nicht unterschätzen". Frohe Weihnachten!

10.12.2007
bürger, österreich
Es heißt immer, die Grenzen verschwinden dank der EU. Politiker fordern, die Grenzen in den Köpfen müssen auch überwunden werden. Ich möchte noch viel von Europa sehen. Es stimmt, die Südtiroler sind nie gefragt worden was wollt Ihr aus eurem Land machen, lebt Ihr lieber in Italien oder in Österreich. Ich finde es aber nicht sinnvoll, wenn jedes Bundesland ein eigener Staat werden möchte.
10.12.2007
Anton, St. Jakob

Heute ist der 10. Dezember, der internationale Tag der Menschenrechte. Diese Rechte sind seinerzeit in der UNO-Grund- und Menschenrechtscharta formuliert worden und sie werden auch laufend weiterentwickelt und ergänzt, z.B. durch die Schlussakte der Konferenz über die Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa in Helsinki von 1975. Als erstes und wichtigstes Menschenrecht wird auf dieser Liste das Recht auf die eigene Selbstbestimmung als Individuum und der eigenen Ethnie erwähnt. Die Autonome Provinz Bozen Südtirol ist vor diesem UNO-Völkerrecht ein Subjekt und darf auch bei Bedarf auch ohne Italien für sich sprechen, bzw. zusammen mit der internatioal anerkannten Schutzmacht der eigenen Interessen vor den internationalen Gremien auftreten, nämlich mit dem Vaterland Östereich an der Seite Süd-Tirols als Staat der EU und Mitglied der UNO. Wenn Süd-Tirol eine Schutzmacht seiner Interessen gegenüber Italien permanent braucht und diese auch im Pariser Vertrag von 1946 international in einem Akt des Völkerrechts bekommen hat, dann muss es bis heute dafür bekannte und gültige Gründe geben. Die 75% der Bevölkerung in Süd-Tirol sind bis heute deutschsprachig geblieben und die meisten Menschen hier sehen ihre Heimat zuerst in Tirol und damit ihr Vaterland in Österreich und ganz bestimmt nicht in Italien. Wer das Gegenteil behauptet, der lebt entweder nicht unter den Menschen süd-Tiroler Herkunft und hat keine Ahnung darüber, wie man darüber in Süd-Tirol denkt, oder man behauptet vieleicht etwas, um die Menschen nur zu verwirren. Die SVP als die legitime Repräsentantin und Sprecherin der Süd-Tiroler mit dem Landeshauptmann bekennt sich nach eigenen Aussagen uneingeschränkt, wie ich das immer wieder gelesen, gehört und verstanden habe, zu dieser von mir oben genannten Definition der Süd-Tiroler als die Süd-Tiroler und damit die Österreichische Minderheit in Italien. Alles andere an Behauptungen ist eine Potemkische Konstruktion. Ich weiss es nicht , wie es um die Identität der italienischen Minderheit in Istrien und Dalmatien bestellt ist, und ob diese italienische Sprachgruppe ihre Zukunft und Vaterland in Sarajevo, Monaco oder Tirana sehen würde, aber als nicht Italiener würde ich mir persönlich kein Urteil zu dieser Frage zutrauen. Ich nehme aber stark an, dass für diese italienische Minderheit die Heimat dort ist, wo diese ethnische Volksgruppe lebt, und das Vaterland auch dort, wo sie die nur dieser Minderheit eigenen sprachlichen und kulturellen Wurzeln und Verbindungen pflegt. Nicht anders ist es auch im Falle der Süd-Tiroler . Das Land Nord und Ost-Tirol liegt bekanntlich in Österreich und zu diesem Vaterland gehört auch die Heimat der Tiroler seit 650 Jahren. Der südliche Teil Tirols wurde von Tirol 1918 abgetrennt, was bis heute von den meisten Tirolern zwischen Salurn und Kufstein als die grösste Katastrophe in der ganzen Geschichte der eigenen näheren Heimat angesehen wird. Die Europäische Einigung hat diese Teilung in Tirol nur gelindert aber bis heute ganz sicher noch nicht zur Gänze abgebaut. Solange die Frage der Selbstbestimmung gerade in Süd-Tirol noch nicht geklärt ist, solange ist auch die Frage der Tiroler Einheit in Europa und in der Welt offen und aktuell. Die Süd-Tiroler haben sich diese heutige Staatszugehörigkeit ganz sicher nicht ausgesucht, sondern sie wurden den Menschen seinerzeit mit Brachialgewalt einer fremden Staatsmacht aufgezwungen und als Süd-Tiroler Sprachgruppe konnte man zu keinem Zeitpunkt der Geschichte in irgendeiner Form frei über diese Frage entscheiden. Mit dem gleichen Herrschaftsanspruch argumentierten und argumentieren all die Staaten der gescheiterten und gerade scheiternden Fernbestimmungen der letzten 20 Jahre in Mittel- und Osteuropa bis heute. Diese im Mittelalter begründete und ununterbrochene Zugehörigkeit des Landes Tirol zu Österreichs müsste auch der noch so eigenartigen italienischen Interpretation der Tiroler Herkunft der Süd-Tiroler genügen, da diese Zeit lang genug war, um eine identitätsstiftende Basis in der Bevölkerung aufzubauen. Ich würde persönlich auch nicht der Insel Sizilien die italienische Herkunft absprechen wollen, oder den Kosovo-Albanern ihre albanische Herkunft. Wenn ich mir diesbezügliche Aussagen zum Beispiel des heutigen Landespauptmanns von Süd-Tirol zu Vaterland und zu gemeinsamen Tiroler Identität zu interprätieren erlauben würde, dann hat er sinngemäß immer wieder bei passenden Gelegenheit gemeint; die Südtiroler sind Tiroler und damit die österreichische Minderheit in Italien und weiter, würde man der SVP, der Landespolitik in Bozen ein halbes Jahr Zeit für die Vorbereitung eines Referendums wie bei Cossiga-Vorschlag geben, so wäre er sich ganz sicher, dass die Bevölkerung in einer freien und gleichen Abstimmung sich geschlossen für die Rückkehr des Landes zu Österreich entscheiden würde, entweder als ein wiedervereintes Land Tirol oder als ein neues Bundesland Südtirol. Darüber hinaus sei die Selbstbestimmungfrage der AP Bozen Südtirol in diesem Sinne noch offen, da es in der EU und Europa, in der Weltgeschichte weitere neue politische Entwicklungen geben kann und die man heute nicht kennt, die weder Italien noch das Land Südtirol selbst direkt beeinflussen könnte, daher seien neue Entwicklungen in der Frage der Selbstbestimmungen durchaus möglich und die Selbstbestimmung bleibe auch ohne Zeitlimit als politisches Ziel der Zukunft realisierbar. In einem Satz zusammengefasst, würde das heissen; in der Zukunft ist politisch nichts unmöglich, auch nicht die Selbstbestimmung. Gerade durch die aktuelle politische Entwicklung dieser Wochen und Monate erlebt am Balkan die allgemeine völkerrechtliche Interpretation der Selbstbestimmung einen zusätzlichen Impuls und Impetus und zwar durch die bekannten Ereignisse um die Unabhängigkeitsbestrebungen des Landes Kosovo gegen den erklärten Willen der bisherigen serbischen Staatsmacht, anders als bei Unabhängigkeitsreferendum von Montenegro von Serbien aus dem Jahre 2006, wo die alte Staatsmacht noch hoffen konnte, dass die Montenegriner womöglich bei status quo verbleiben würden. Im Falle von Kosovo ist diese Mühe vergebens, dass die Kosovo-Albaner jemals für die Fortschreibung der heutigen Situation und der Fremdbestimmunfg in einer Wahl abstimmen würden. Über diese Frage der Unabhängigkeit kann letztenendes nur die UNO entscheiden, aber auch mit einer bedingten Unabhängigkeit wird sich in Zukunft in Kosovo bequem an der Seite der EU leben können. Für mich persönlich stellt sich aber doch die Frage, gerade in diesem Falle. Mit was spekulieren die Politiker der Fernbestimmung in Belgrad, vieleicht damit, dass die Kosovaren über die Nacht nach einem Zauberspruch ihre Einstellung ändern werden? Der Zauberspruch war damals die UNO-Militärintervention und der Rückzug der serbischen Streitkräfte aus diesem kleinen Land. Das, was die Kosovaren an Unterdrückung und Verweigerung des Selkbstbestimmungsrechtes, sogar des Rrechtes auf Ausübung der Autonomie mit Brachialgewalt der alten Staatsmacht in ihrer eigenen Geschichte erlebten, das muss vielen Menschen gerade in der besten Autonomien der Welt südlich des Brenners aus eigener Erfahrung sehr bekannt vorkommen. Auch hier hat es in den 60er Jahren eine ähnliche Patsituation mit Einbindung der UNO zu Konfliktregelung gegeben, nur war damals die politische Lage nicht reif genug für die Selbstbestimmung und ein "Los von Rom" schien damals politisch als unmöglich, im Gegensatz wenigstens zu "Los von Trient". Heute leben wir in einer neuen Zeit, wo die Staatsgrenzen innerhalb der EU ihren trennenden Charakter immer mehr verlieren. Der politische Wille zu Selbstbestimmung ist meiner Meinung nach auch auf der Ebene der Landespolitik in Bozen klar vorhanden, Der richtige Zeitpunkt dafür ist aber noch nicht ganz gekommen. Diesen Umstand gerade so zu sehen, dazu muss man kein Prophet sein, aber man verkennt total die herrschende politische Wirklichkeit, vor allem aber den politischen Willen der Parteien der süd-tiroler Mehrheit in der AP Bozen, wenn man den Süd-Tirolern ihren Wunsch nach Landeseinheit mit Nord- und Ost-Tirol und nach gemeinsamer Zukunft ohne die Trennung in verschiedene Länder absprechen würde, wie auch immer diese aussehen würde, bzw. könnte, als Region in Europa, als Tiroler Einheit oder als ein eigenes Bundesland Südtirol. Europa und die Welt werden nur dann diese Selbstbestimmung der Süd-Tiroler ernstnehmen, darüber nachdenken, verhandeln und entscheiden, wenn man zum gegebenen Zeitpunkt dieses Thema zuerst auf der Ebene der Landespolitik offen als politisches Ziel anspricht und mit der gesamten Bevölkerung mit der heutigen Staatsmacht und mit dem Vaterland gemeinsam diskutiert. Diesen Umstand möchte ich aber zuerst einmal erleben, dass gerade Italien mit sich über die Selbstbestimmung der Süd-Tiroler ohne Scheuklappen und 10 Tausend Vorbehalte diskutiren lässt, aber nicht anders war es bei all den anderen geglückten Selbstbestimmung in Europa der letzten Jahre und Jahrzente. Der Schiedsrichter in dieser Frage wird aber ganz sicher nicht Italien sein, auch wenn es sich dabei um eine bis dato italienische Provinz handelt, sondern einzig und allein die europäischen Institutionen, eventuell auch die UNO. Die weitere Zukunft der Autonomie in Südtirol gehört langsam aber sicher nicht nur Italien allein und der Schutzmacht Österreich, sondern dem Land selbst und das Land wird wahrscheinlich in absehbarer Zeit in eine Lage kommen, wo man frei und unbehindert über diese eigene Selbstbestimmemung im Sinne der Menschenrechte entscheiden wird können, vieleicht bald und zum ersten mal seit dem Beginn der italienischen Herrschaft in Tirol südlich des Brenners.

08.12.2007
E.Ekat, München

Cornelia, Sulden. Neue Visionen. Freiheit der Gedanken. Mit zur Durchsetzung von Demokratie. In der Gegenwart leben. Seitdem ich mich hier zun Wort melde, versuche ich die Vorteile einer Unabhängigkeit Südtirols herauszuarbeiten, weil ich der Überzeugung bin, daß eine Volks-Abstimmung im Rahmen des Selbstbestimmungsrechtes nur dann für alle Südtiroler segensreich sein kann, wenn dabei nicht wieder neue Minderheitsprobleme entstehen. Denn es ist keine Frage, die italienischen Südtiroler müssen an solch einer Abstimmung teilnehmen, und die wollen wahrscheinlich keine Österreicher werden wollen. Wie einige deutschstämmige ebenfalls ihre Südtiroler Identität in den Vordergrund stellen würde. Damit droht eine mögliche Abstimmung mit einem Patt zweier fast gleichstarker Gruppen zu enden. Eine ungute, womöglich sogar eine schlechtere Situation als die derzeitige. Daher versuche ich hier die Vorzüge der Schaffung einer gemeinsamen Südtiroler Identität zu thematisieren, etwas, was über den jetzigen Status hinausgeht. Dazu gehört aus meiner Sicht die Eigenstaatlichkeit Südtirols, eingebettet in einen Rahmen, in den sehr gut Ihre Visionen hineinpassen würden. Südtirol hat nicht nur eine reichhaltige Geschichte, sondern inzwischen auch noch eine eigenständige Kultur entwickelt. Es ist nicht Österreich, und es ist nicht Italien: Man merkt dies bereits, wenn man über den Brenner, bzw. über den Reschenpaß hinaus ist. Südtirol hat durch Lage und Zweisprachigkeit eine ganz außerordentlich vorteilhafte Scharnierfunktion zwischen zwei großen Kulturräumen, welche die Südtiroler in herausragender Weise wirtschaftlich zu nutzen verstehen. Um dies sollte man eine gemeinsame Identität aufbauen, vertiefen, ins Bewußtsein heben, stärker noch als dies bisher der Fall ist. Durch das Herausarbeiten und anschließend der Öffentlichkeit zugänglich gemachten Südtiroler Identitätsfelder. Da gehören dann Ihre Vorstellungen, Visionen hinzu.
Man müßte überlegen, ob sich eine Anknüpfung zur Formen der direkten Demokratie nach Schweizer Vorbild herleiten ließe. Das hielte ich für ein diskussionswürdiges Instrument, um besonders der Bevölkerung eines kleinen Landes die Chancen einzuräumen, in der neuen europäischen Ordnung und seiner Bürokratie bestehen zu können. Dies würde dem Freiheits-Wert das notwendige, innere Gewicht verleihen. Es ist einfacher, und auch befriedigender, sich dem Ergebnis einer gemeinsamen Abstimmung zu unterwerfen, als fernen Vorgaben zu folgen. Das wissen die Südtiroler aber ohnehin. Ich halte solch einen Ansatz für das, was Sie den Mut des eigenen Vorwätrtsgehen nennen. Selbstverständlich, ohne dies hier jetzt ausdiskutieren zu können. So etwas sollte man aus der Bevölkerung heraus entstehen lassen, vielleicht dazu eine Gruppe geeigneter Persönlichkeiten benennen, es muß dann auch irgendwann politisch gewollt sein, gemeinsame und tragfähige Inhalte zusammenzutragen, die man als Fundament einer Südtiroler Identität verstehen kann.

07.12.2007
Anton, St. Jakob

Eine Meldung von Donnerstag aus einer Tageszeitung in Bozen: Aufregung um einen angeblichen Abhörversuch im Büro von Landeshauptmann. Wäre das LH-Büro nicht wie in einem Bunker mit Überwachungskameras, Bewegungsmeldern, einbruchsicheren Alarmsystemen und anderen elektronischen Kontrollen so gut abgesichert, wäre es vermutlich angeblich von den italienischen Sicherheitsdiensten anlässlich eines Umbaus im Jahre 2001 verwanzt worden, mutmasste diese Zeitung aus Süd-Tirol. Die italienischen Carabinieri haben unverzüglich einen Ortsaugenschein und die Suche nach den Spuren der Täter im Büro des Landeshauptmanns vorgenommen und haben sich in diesem "Bunker" nach eigenen Angaben unwohl gefühlt. Originalton der Carabinieri: Sicherlich passieren solche Lokalaugenscheine nicht auf Carabinieri- Initiative. Abhörungen sind richterliche Anordnungen, aber wenn wir jemand abhören wollen, dann tun wir es. irgendwie geht es immer, da brauchen wir vorher nicht schauen, ob es funktioniert. (????) Ende des Zitats. Der Landeshauptmann meinte dazu, er hoffe, das Ganze sei ein übler Scherz, ansonsten wäre es eine bodenlose Frechheit. Solche Methoden passten in eine Diktatur aber nicht in einen Rechtsstaat. Wenn es eine richterliche Erhebung gebe, die ungesetzliche Massnahmen aufdecken solle, so könne auch zu diesem Mittel gegriffen werden. Ansonsten aber empfindet man es als eine bodenlose Frechheit, Leute einfach zu beschatten. Jeder habe das Recht auf Privacy und Unbescholtenheit, so Luis Durnwalder der Landeshauptman der noch so von Italien Autonomen Provinz Bozen Südtirol laut dem Zeitungsartikel. Dieses auch noch so "böse" Rom hat natürlich damit überhaupt nichts zu tun, und Cornelia aus Sulden darf wieder ihre autistischen bunten Träume von der Vision der Freiheit der Gedanken und der Demokratie weiter träumen. Böse böse Angstmärchen vom bösen Rom, die darf man natürlich nicht glauben. Die gescheiterten Abhörer wollten wohl die neuesten Kochrezepte auspionieren und den neuesten Klatsch erfahren, daher schämt euch! Als Strafe wird es kein Tiramisu als Nachspeise eine Woche lang geben! Denen kann man es nur so zeigen, dass Mut zur Durchsetzung der Demokratie sich lohnt, um sich aus der "anscheinenden" Sicherheitspolitik des landes Südtirol herauszubewegen, was auch immer dieses Wort aus dem Corlnelias Wortschatz bedeuten mag. Irgenwie geht es immer, da brauchen die Carabinieri vorher nicht zu schauen, ob es funktioniert und wenn sie jemand abhören wollen, dann tun sie es, aber natürlich als Scherz. Wie auch immer, in Italien muss man sehr viel Sinn für Humor haben und auch ein Gefühl für die Verdrängung der Realität entwicken, nur so lässt es sich da überleben, ohnen einen Sprung in der Schüssel zu bekommen. Wie gut, dass so viele Spitzenpolitiker in Süd-Tirol eben so viel Humor haben und über diese blöde aber ganz sicher gut gemeinte Abhörgeschichte der grossen unbekannten Fantome auch lachen können.

06.12.2007

Was einige Bürger der Gemeinde SAN PIETRO DI CADORE aus Belluno sich wünschen, wäre in einem so genannten Europa der Regionen sicher kein Problem. Nur so eine Region Zentralalpenraum „Bergbauern-Almwirtschafts-Gegend“ wie sie vor der EU-Volksabstimmung den Westösterreichern vorgegaukelt wurde, das war eine Schimäre und daher wird es so was nie geben. San Pietro ist identisch mit zahlreichen Dörfern im Gebiet Salzburg Innergebirg (St. Veit im Pongau oder Rauris, Embach, Goldegg z.Bsp.) und Ost-, Süd, und Nordtirol (Reit bei Seefeld, Rinn usw., Kals, Arntal ), aber auch Vorarlberg, hat also genau die selben Strukturen und Probleme. Der Ort liegt schön auf einer Anhöhe in den Bergen – die Sextener Dolomiten unmittelbar gegenüber zum Greifen nahe - in unmittelbarer Nähe von Sexten und den Drei Zinnen. Die Menschen wollen ihre Landwirtschaft betreiben und nebenbei mit Fremdenverkehr und Gewerbe und vielleicht ein bisschen Industrie wie im Inntal ein Zubrot verdienen. Sie würden also zu der - bereits vor der Ausdehnung des römischen Reiches in unsere Gegend - ehemals als Rätien bezeichneten Region, passen. Weil sie nämlich bei den übrigen Bewohnern dieses Gebietes trotz Sprachunterschiede Verständnis finden würden, weil man die selben Probleme hat und daher jeder weiß wo der Schuh drückt. Da es aber so ein Europa der Regionen nicht geben wird (höchstens ganz Österreich bis zur Grenze der Schweiz in einer Region Osteuropa) wird alles was jetzt Österreich ist, Österreich bleiben und alles was jetzt Italien ist, wird Italien bleiben. Aber träumen dürfen sie schon ab und zu, von einer Region wo jeder unausgesprochen sofort erkennt was zu machen wäre um dem anderen zu helfen. Eher werden die Großstädter in diesem Gebiet möglichst viele Bären und Wölfe ansiedeln. Es gibt genug Gebiete in Tschechien und Slowenien wo früher ähnliche bäuerliche Strukturen und Dörfer waren, wie bei uns und wo nach Einführung der von den Städten aus betriebenen Kolchosenwirtschaft jetzt Bären hausen und Wölfe heulen. Die wollen die Bären und Wölfe wieder loswerden, weil sie jetzt wieder ähnliche Strukturen wie bei uns schaffen wollen, daher verschicken sie überflüssige Bären und Wölfe in die Pyrenäen und zu uns natürlich auch, wenn wir sie ließen.
Kurzum die Leute von San Pietro haben die selben Probleme ,aber mit Sicherheit - so weit ich das nach meinen beiden Kurzbesuchen in diesem Ort vor ein paar Jahren beurteilen kann - offensichtlich um Hausecken weniger Unterstützung von Seiten der Provinzpolitik (Landesregierungen) wie wir sie im übrigen Zentralalpenraum gewohnt sind und haben.

05.12.2007
Nun,a haben wir uns wohl a bissl falsch verstanden...Mit Neuen Visionen meinte ich sicherlich nicht die Rückkehr Südtirols nach Österreich und nicht einmal die vollkommenen Unabhängigkeit Sütirols.(Obwohl letzteres so übel nicht wäre:-)
Mit Mut zu neuen Visionen meinte ich eher die Freiheit der Gedanken,den Mut zum eigenen Vorwärtsgehen,Mut zur Durchsetztung von Demokratie und en Willen in der Gegenwart leben zu wollen,welche man sich hier und jetzt neu gestaltet.
Auch den Mut zu haben,den Angstmärchen vom bösen Rom nicht zu glauben und Mut zu haben sich aus der "anscheinenden " Sicherheitspolitik des Landes Südtirol herauszubewegen.
04.12.2007
Anton, St. Jakob

Auch viele Italiener rufen jetz laut: LOS VON ROM ! Ein Bürgermeister einer italienischen Gemeinde, Montegrotto Terme, in der Nähe der Stadt Padua im Veneto, Herr Luca Claudio hat gerade mit einer provokativen Aktion für ein Eklat in Italien gesorgt. Der Gürgermeister lässt nämlich seit einigen Tagen auf einigen elekronischen Info-Tafeln der Gemeide einer mittleren Grösse, folgende Worte erscheinen: In Übersetzung: Bürger von Montegrotto, wandern Sie aus! Sie werden als Immigranten in einem anderen Land besser leben als Bürger in Ihrer italienischen Heimat. Aktionen dieser Art gibt es auch in anderern Gemeinden in Oberitalien und ihre Zahl wächst ständig. Die Bürgermeister der Lega Nord haben unlängst unter ähnlichen Parolen in der oberitalienischen Stadt Citadella bei Padua gegen die zentralistische Politik Roms demonstriert. In einem aktuellen Interview sagte der Bürgermeister von Montegrotto Terme, Luca Claudio, bei uns in Italien haben illegal im Land lebenden Ausländer mehr Rechte als die Italiener selbst. "Wie haben gefesselte Hände. Entweder die Regierung gibt uns die Mittel, um die Sicherheit der Bürger zu garantieren, oder wir verzichten auf unser Amt", so der Bürgermeister dieser Gemeinde aus Veneto. Für mich persönlich ist eines ziemlich klar, auch die meisten Bürger in Italien haben schon von der in diesem Staat herrschenden politischen Realität und von der abgehobenen Politikerschicht die Nase voll. Man kann tagtäglich zusehen, wie es mit diesem Land Italien bergab geht und eine Besserung ist weit und breit nicht in Sicht. Heute zerfleichen sich die Parteien, im linken genauso wie auch im rechten Spektrum. Die jetzige Regierung in Rom ist angeblich am Ende, obwohl sie einen exzellenten Politiker als Ministerpräsident gerade noch hat. Was soll´s, ich glaube Italien hat Romano Prodi ganz einfach nicht verdient, wenn man sich nicht einmal die Mühe machen will, ihm zuzuhören und seiner Politik zu folgen. Man muss heute in Italien ein Heiliger, ein Massochist oder ein unverbesserlicher Optimist sein, wenn man dieses Amt an der Regierungspitze noch als Idealist überhaupt haben will. Die Alternative dazu sind machthungrige Parteichefs, die mehr an ihr eigenes Wohlergehen denken als an das Land, dem sie eigentlich dienen sollten. Nach Prodi kommt wohl wieder der italienische Putin, der Medienzar Berlusco wieder und nach ihm die Sinnflut? Wenn dieser Staat sich womöglich irgendwann selbt entmachtet, dann spätestens in diesem Augenblick der Geschichte wird der Weg für die Selbstbestimmung in Süd-Tirol frei sein. Die Lega Nord würde nach eigenen Bekundungen Die AP Bozen Südtirol dabei auch unterstützen. Nur weiter so Italien und die Selbstbestimmung kommt von alleine nach Tirol südlich des Brenners. Eine Volksabstimmung zu dieser Vrage würde vieleicht zum ersten mal in der ganzenn Geschichte des Landes zeigen, was die Menschen, also alle wahlberechtigten Bürger in der AP Bozen von der Selbstbestimmung Süd-Tirols gerade in diesen Monaten und Jahren halten.

04.12.2007
E.Ekat, München
Ist alles nicht vergleichbar mit Süd-Tirol. Diese genannten Gegenden streben entweder eine größere Autonomie an - die Südtirol bereits genießt. Oder aber sie streben eine staatliche Unabhängigkeit an - die Südtirol aber offenbar nicht anstrebt. Deswegen führen die ganzen Vergleiche mit Kosovo, Belgien, Schottland, Katalanien auch in die Irre. Selbst die Abstimmung zur Selbstbestimmung würde den Südtirolern nicht verwehrt, denn das beinhaltete ja das Angebot von Cossiga. Das Problem muß demnach woanders liegen.
02.12.2007
Anton, St. Jakob

SELBSTBESTIMMUNG IN KATALANIEN: An diesem Wochenende haben nach Angaben der Veranstalter 700.000, nach Angaben der spanischen Polizei 200.000 Katalanen bei einer noch nie in diesem Land dagewesenen Grosskundgebung in Barcelona für die Selbstbestimmung des Landes und für mehr Eigenständigkeit von Spanien der eigenen Autonomen Region Katalanien demonstriert. Ein grosser Teil der Teilnemer und Redner bei dieser Demonstration trat gar dafür ein, dass sich die Autonome Region Katalanien von Spanien ganz trennen und einen unabhängigen Staat Katalanien ausrufen sollte. Der Anlass für diese Massenkundgebung der Katalanen, zu der mehr als 200 katalanische Organisationen in der Region aufgerufen haben, war und ist das permanent herrschende und von den Katalanen auch so empfundene und anhaltende Chaos, in wirtschaftlicher aber auch in politischer Hinsicht in dieser von Spanien verwalteten Region. Die Kundgebung stand unter dem Slogan wortwörtlich: Wir Katalanen sind ein Volk und eine Nation und sagen: Es reicht! Wir haben das Recht , selbst über unsere Anliegen zu entscheiden. Die Katalanen werfen der spanischen Staatsmacht vor, ihre Region beim Ausbau der Infrastruktur systematisch und jahrelang vernachlässigt zu haben, obwohl Katalanien zu den reichsten Regionen in Spanien gehört und etliche grosse Summen an Steuern nach Madrid abführen muss. Die Ähnlichkeiten zu anderen Bestrebungen nach Selbstbestimmung von vielen anderern Völkern in den Autonomen Provinzen und Regionen in der EU, wie Schottland, Wales, Baskenland, Flandern, Süd-Tirol sind klar vorhanden. Nach den vielen gelungenen Selbstbestimmungen in Ost-Europa zwischen 1989 - 2007, ist jetzt die Zeit dafür auch im Westen unseren Kontinents und in der EU gekommen dem Anschein nach endlich als reif genug zu bezeichnen, wenn die obersten offiziellen Amtsträger dieser Regionen klar, laut und deutlich für alle im eigenen Land und in der Welt die Frage nach der Selbstbestimmung der eigenen Autonomen Provinz oder Region der bisherigen Staatsmacht ohne grösseren Gegenwind und politischen Widerstand aus der jeweiligen Hauptstadt stellen dürfen. Die Idee der Selbstbestimmung eines ferbestimmten Volkes war also in ganz Europa noch nie so lebendig wie gerade jetzt in diesen Jahrzehnten, Jahren und Monaten. Die Selbstbestimmung ist also gerade in Europa freier und gleichberechtigter Völker möglich, überall und für jedes Volk, das danach strebt. Die Zeit dafür auch in Süd-Tirol ist daher sehr günstig, wenn man diese einmalige Chance für die weitere Zukunft der AP Bozen vor allem auf der Ebene der Landespolitik erkennen will.

27.11.2007
Anton, St. Jakob

Die Gemeinde SAN PIETRO DI CADORE aus Belluno will nicht mehr zu Italien gehören und strebt eine Volksabstimmung über die Staatszugegörigkeit zu Österreich an. In dieser Gemeinde wird gerade ein Komitee gegründet, mit der Aufgabe Unterschriften von Bürgern zu sammeln, um auf einem rechtlich möglichen Weg die Abspaltung von Italien und die Angliederung zu Österreich zu ermöglichen. Das berichtete den Medien der Bürgermeister dieser an das Bundesland Tirol grenzenden Gemeinde, Silvano Pontil Scala. "Die Leute haben es satt, wir wollen nicht nur vom Veneto, sondern von ganz Italien weg. (...) Natürlich kann ich als Bürgermeister nicht persönlich die Initiative ergreifen, ich bin aber bereit die Forderung der Bürger einer Gemeinde zu unterstützen, die von allen, vor allem von der Regierung in Rom, vergessen worden ist. Die Leute haben mehr Interesse, sich Österreich anzuschliessen, als unter der Verwaltun des Veneto zu bleiben", so der Bürgermeister der Gemeinde San Pietro di Cadore. Vor einigen Wochen haben mehrere nicht nur ladinische Gemeinden in der Bergprovinz Belluno, die nich direkt an der Grenze zu Österreich liegen, einen Antrag für ein Referendum eingereicht und diese Volksentscheide mit über 2/3 Mehrheit gewonnen, um sich der Autonomen Provinz Bozen anschließen zu können. Das Mitglied des Regionalrats der Region Veneto, zu der die Gemeinde S. Pietro d.C. gehört, Gianpaolo Bottacin von der Lega Nord, erklärte sich im Geschpräch mit der Österreichischen Presseagentur APA bereit, diese Initiative zu unterstüzen; Zitat: "In Veneto können die Bürger mit öffentlichen Geldern im Wert von 2.200 Euro pro Bürger rechnen, in Südtirol sind es 9000 pro Kopf. Die Unternehmen werden in Österreich, sowie in Südtirol stark unterstützt, während im Veneto der Steuerdruck enorm ist. (...) Seit der Einführung des Euro können unsere Unternehmen nicht mehr mit der Währungsentwertung rechnen, um auf den Auslandsmärkten konkurrenzfähiger zu sein, wie es zur Zeit der Lira noch der Fall war. (...) Die Region Veneto hat keine Unterstützung wie die Regionen Süditaliens. Immer mehr Firmen gehen Pleite, die Leute verlieren ihre Arbeitsplätze", so Gianpaolo Bottacin. Ich hoffe persönlich, dass diese Initiative nur aus Sorge um die Zukunft der eigenen Gemeinde entstanden ist und nicht, um später eine" Lex San Pietro di Cadore" zu schaffen, um in der AP Bozen eventuellen kommenden Selbstbestimmungsambitionen und politischen Bestrebungen im Sinne "Los von Rom" Südtirols in Italien "vorzubeugen". Selbstbestimmungrecht ist ein Menschenrecht und dieses Recht ist unteilbar und verjährt auch nicht. Dieses Menschenrecht ist ein Teil des Völkerrechtes und dieses ist auch unbestechlich, auch dann wenn es bis heute keine internationale Institution gibt, die eine lückenlose Überwachung und Verfolgung bei Nichteinhaltung garantieren würde. Die UNO, die Nato und die Institutionen der EU können das nur bedingt tun, wie z.B. damals in den 60er Jahren als die bekannten Ereignisse in Süd-Tirol zur Anklage Italiens vor der UNO durch die Schutzmacht und Vaterland der Süd-Tiroler, die Republik Österreich geführt haben. Auch bei diesem Beispiel sieht man, es hat sich mehr als gelohnt und das Land Süd-Tirol ist wirklich eine Autonome Region geworden. In diesen Tagen beraten in der Stadt Baden bei Wien die Kosovaren mit der serbischen Staatsspitze unter der Aufsicht der Kosovo-Kontaktgruppe der UNO und der EU die weitere eigene Selbstbestimmung und und politische Ausrichtung "Los von Serbien". Die Gegner dieser Selbstbestimmung wollten den Kosovaren das Beispiel der Südtiroler Autonomie gerade schmackaft machen, aber die kosovarischen Politiker meinten, diese Suppe ist uns zu dünn. Wir sind im eigenen Land eine über 3/4 starke Bevölkerungsmehrheit und wollen daher nie mehr eine Fremdherrschaft über uns ergehen lassen. Die serbische Armee ist nicht mehr in unserem Land und wir möchten unsere Zukunft so gestalten, wie wir es für nötig und richtig halten. Im Falle von Kosovo argumentieren die Serben jetzt mit historischen Überlegungen, im Falle von Süd-Tirol argumentierte Italien damals 1918 und später mit der Wasserscheide am Brenner. Nach so vielen Jahren hat sich aber das Potemkische Konstrukt der Italianitá des Alto Adige schon langsam überlebt und man beginnt auch nach neuen Lösungen für das Land zu suchen. Für mich persönlich wäre das eine Selbstbestimmung, die am besten auf dem Wege einer Volksabstimmung über die endgültige staatliche Zugehörigkeit Süd-Tirols entscheiden könnte und zwar mit einem ja oder nein zu Italien als Staatsmacht in Süd-Triol und in weiterer Folge über die Frage, wollen wir die Einheit in einem Bundesland Tirol, oder unter Umständen werden wir Kraft eines Volksentscheides ein eigenes Bundesland, vieleicht zusammen mit Ost-Tirol. Der Landeshauptmann von Südtirol Luis Durnwalder hat sinngemäß vor einem halben Jahr in einem Interview gemeint, man müsste uns nur ein halbes Jahr Zeit für die Vorbereitung eines Referendums geben und ich bin sicher, dass die Menschen in Südtirol sich klar für die Zugehörigkeit zu unserem Vaterland Österreich entscheiden würden. Ihr Wort Herr Landeshauptmann in Gottesohr, möge das auch einmal so geschehen. Auf solche klärenden Worte haben wir schon so lange gewartet und wir werden sie nicht vergessen, vor allem vor der nächsten Landtagswahl, aber da hat die SVP diesbezüglich noch manchen Klärungsbedard, was die weitere Zukunft der Selbstbestimmung des Landes Süd-Tirol betrifft. Die Gegenwart des Landes ist in den besten Händen, ich würde mir das auch bei der Selbstbestimmung der Zukunft in Süd-Tirol auch so wünschen.

27.11.2007
E.Ekat, München

Cornelia, es ist machbar, aber man muß viel genauer hinschauen, was tatsächlich Vision ist, und verwirklicht werden kann, und was davon Illusion ist, an dem jede Verwirklichung scheitern muß. Dann wird vielleicht auch klarer, wie viel bereits verwirklicht ist. Südtirol ist heute bereits weder Italien. Noch ist es Österreich. Ich habe den Eindruck, die größte Schnittmenge der Südtiroler darin liegt, nicht Angehöriger von Italien sein zu wollen. Wäre dies erst einmal gelöst, so wäre man einen sehr großen Schritt weitergekommen. Ich halte es dagegen für eine Illusion, für einen Anschluß an Österreich die italienischen Südtiroler begeistern zu können. Das eine kann man - glaube ich - mit einem Teil von denen erreichen. Das andere nicht. Denn ein Italiener wird genauso ungerne Österreicher werden wollen, wie ein Südtiroler sich offenbar ungerne als Italiner sieht. Dazwischen liegt die gemeinsame Lösung. Ich glaube übrigens nicht, daß Österreich den Südtirolern bei dieser Lösung die Sympathie entziehen würde. Ich glaube auch, daß Italien eine Provinz lieber in die Unabhängigkeit entläßt, als diese abzutreten. Man sollte auf jene Italiener zugehen, die sich nicht von Emotionen tragen lassen.

24.11.2007
@ E. Ekat
Stimmt schon,neue Visionen dürfen nicht nur auf Papier stehen und dadurch nie zur Umsetztung zu kommen.
Da schauts in Südtirol wirklich a bissl dürftig aus,doch irgendwann...da bin ich sicher...haben wir den Mut dazu.
22.11.2007
Anton, St. Jakob

Um Italien ist heute als Wirtschaftsstandort wirklich sehr sehr schlecht bestellt. Das permanente Politchaos schafft auch permanent auch Unordnung in der Wirtschaft. Die Machteliten in Rom glauben, es wird doch noch irgendwie so weitergegen und das Volk wird alles schlucken müssen, was man ihm an Entbehrungen für die Sünden der Politik aufbürdet. Italien befindet sich bekanntlich schon am Rande eine Staatsbankrotts, man kann nur auf eine sanfte Bruchlandung hoffen, wie bei Alitalia-Fluggesellschaft. Die Staaten werden aber nicht und von niemanden in die Insolvenz geschickt. Solche Situation erleben manche Staaten mit unfähigen Politikern aber doch immer wieder, wie z.B seinerzeit in den 80er Jahren das bankrotte Sowjetreich oder Ost-Deutschland. In Westeuropa befand sich einmal sogar Schweden anfangs der 90er Jahren am Rande eines Staatsbankrott aber Dank der EU-Mitgliedschaft ist das bereits Geschichte. Das Sowjetreich mit allen seinen untergeworfenen Satellitenstaaten konnte sich sehr lange Zeit mit der klaren Aussagekraft und Gewaltdrohung der nach innen und nach aussen gerichteten Waffen retten, Schweden hingegen hat eine über Jahrzehnte sehr kostspielige Sozial- und Einwanderungspolitik betrieben, die diesen Staat beinahe zum Kippen bebracht hat und nicht einmal die freie Marktwirtschaft konnte dann zum Schluss alle Lasten der sozaldemokratischen Utopien aus den 70er und 80er Jahren tragen. Die Folge war ein Absturz der Landeswährung ins bodenlose, Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit und Armut. Die neue konservative Regierung retette dann doch nachhaltig das Land vor einem wirtschaftlichen Kollaps und zwar mit einer einfachen Methode, der Sozialstaat und Masseneinwanderung aus der Dritten Welt in Schweden wurden radikal zurückgefahren. Nach dem Krieg war Schweden so reich, wie die Schweiz. Österreich hingegen ein armes, vom Krieg zerstörtes und vierfach besetztes Land. Seit dem Staatsvertrag 1955 ging es aber mit dem Vaterland der Süd-Tiroler rasant bergauf und diese Erfolgsgeschichte hält immer noch an. Österreich hat bereits bei den Wirtschaftsdaten, BIP, Lebenserwartung und bei Lebensqualität bereits Deutschland überholt und ist auf seine Art eine wohlhabende "zweite Schweiz" geworden. Noch Ende der 60er Jahre zahlte man für eine Schwedenkrone 6 bis 7 österreichische Schillige, später kurz vor der Einführung des Euro 2004 kostete eine Krone 1, 4 Schillinge oder 200 Lire. Früher gingen die Österreicher ins Ausland, um dort gute Arbeit zu suchen, heute kann sich dieses Land des Ansturms auch aus dem westlichen Teil der EU, vor allem aus Deutschland nicht erwehren. Schweden hat vor, durch den I. und II. Weltkrieg und danach als neutrales Land mit seiner Kapital- und Lieferwirtschaft die grosse Kassa gemacht. Österreich musste alles wieder aufbauen, was der damals aus dem III. Reich mit Annexion, Gewalt und Agression in dieses Land getragene Krieg zerstört hat. heute ist Österreich eines der wohlhabendsten und lebenswürdigsten Länder der ganzenWelt und in diversen Statistiken weit vorne vor Schweden und Italien. Die neuen EU-Länder, wie Slowenien, Tschechien, Slowakei befinden sich auf Überholspur und werden wohl früher oder später den Stiefelstaat wirtschaftlich überholen und zu den Netto-Zahlern der EU gehören. Italien hingegen wird sich hingegen auf immer und ewig der Verwaltung seiner permanenten Krise widmen und immer mehr nach hinten in allen Statistiken abrutschen. Daher müsste man sich gerade in Süd-Tirol dringend überlegen, was das für die weitere Zukunft des Landes bedeutet! Heute kann Italien gerade mit Mühe die Zinsen der Staatsverschuldung zahlen. Wer sollte dann diese fast 1000.700 Milliarden Euro vorhandene Statsschulden bezahlen? Ich galaube, die Supermacht der 80er Jahren Russland, war vor der Auflösung des Ostblocks mit cirka 100 Milliarden USD. im Westen verschuldet, die übrigen Trabantstaaten mit weiteren 200 Milliarden Dollar. Wertbereinigt würde das auf den heutigen Tag umgerechtet einer Verschuldung vieleicht von 500 Milliarden Dollar des gesamten Ostblocks ausmachen mit damals cirka 400 Millionen Menschen. Die Verschuldung Italiens mit nur 57 Millionen Menschen ist über 3 mal so hoch!!! Bitte zu überlegen, was das für die Zukunftschansen von allen Menschen in diesem Staat bedeutet, egal Italiener oder Süd-Tiroler. Nach der letzten Wahl bekam Italien eine der letzten Chancen mit einem sehr fähigen und kompetenten Regierungschef, nämlich Romano Prodi. Diesen Rettungsanker weiss aber Italien nicht zu schätzen und es wird schon an seinem Sturz gearbeitet. Manche Politiker in Italien erinnern mich daher eher an spielsüchtige Menschen, die gerade dabei sind alles im Casino zu verspielen, vor allem aber die Zukunft der breiten Bevölkerung. Wer dann die Zeche zahlen wird, darf man drei mal raten, nämlich nicht die Politiker, nicht der Kapitalmarkt, sondern die ganze Bevölkerung mit geraubten Möglichkeiten der eigenen Entwicklung. Seinerzeit , im Falle des morschen Sowjetreiches in den 80er Jahren wusste das der Westen und der damalige US-Präsident Ronald Reagan konnte daher rechtzeitig mir dem russischen Staatschef Michail Gorbatschow die Modalitäten eines stillen Bankrotts der Sozialismus ausverhandeln. Was später folgte, war die so lang ersehnte Freiheit und Demokratie für die fernbestimmten Völker Mittel- und Osteuropas, von Ost-Berlin bis Tallin und Sofia und als spätes Echo dieser Entwicklung die Selbstbestimmungen in Montenegro 2006 und gerade jetzt in Kosovo 2007. Italien liegt aber woanders in Europa und Dank dem ununterbrochenen Geldstrom aus Brüssel seit der Gründung der EU vor 50 Jahren ist dieser Staat gerade noch zahlungsfähig. Die Verpflichtungen am internationalen Kapitalmarkt sind aber etwas anderes und ausser Kontrolle geraten. Ich halte es eher für sehr unwahrscheinlich, dass es talien jemals gelingen wird, diese exorbitante Staatsschuld abzutragen. Die Autonomie Süd-Tirols war bisher ein Schutz vor diesen unfähigen Politikerkaste in Rom. Langsam sieht man aber, dass das nicht mehr langen wird, wenn das Land Süd-Tirol weiterhin seine Spitzenposition bei den wohlhabendsten europäischen Regionen noch halten will. Es ist daher höchste Brenner-Eisenbahn darüber nachzudenken, wie es mit dem Land Tirol zwischen Salurn und Brenner politisch weitergehen sollte. Solche Entwicklungen müsste man nicht nur rechtzeitig erkennen, sondern auch rechtzeitig die Weichen für die Zukunft stellen und das bedeutet für mich die Selbstbestimmung des Landes ohne wenn und aber. Die Süd-Tiroler Landesregierung mit der SVP ist meiner Meinung nach zuerst vor der eigenen Bevölkerung und nicht vor Rom in der Pflicht politisch nach besten Wissen und Gewissen zum Wohle des Landes zu handeln. Dazu können wir uns ganz sicher auf die politische Unterstützung aus dem Vaterland Österreich verlassen. Eine solide Strategie der Erlangung der eigenen Selbstbestimmung für Süd-Tirol würde dem Land heute und hier dem Land aus diesem italienischen Dilema heraushelfen. Daher, seid alle einig einig und noch einmal einig und handelt auch endlich einmal politisch lokal und international für alle wahrnehmbar im Sinne der Selbstbestimmung Süd-Tirols! Nicht Italien kann dann auf uns alle sauer sein, wenn wir die Selbstbestimmung wollen, sondern wir könnten langsam Rom fragen, was sie uns allen noch zumuten wollen?Die Süd-Tiroler haben hier nach diesem Staat nie gerufen, daher haben sie das Recht sich aus diesem ungebetenen Staat friedlich und demokratisch zu verabschieden, je früher umso besser für das Land! Das Recht auf Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht, man muss es nur klar und deutlich aussprechen, so dass es alle in Italien und in Europa hören und vor allem danach zum Wohle des Landes und der Menschen politisch handeln. Europa hat sich schon seit vielen Jahrzehnten an immer mehr neue und notwendige Selbstbestimmungen gewöhnt und wird auch die Süd-Tiroler Selbstbestimmung zuerst begutachten, beraten und zum Schluss aber erlauben, wenn diese Selbstbestimmung friedlich und demokratisch legitimiert sein wird.

22.11.2007
E.Ekat, München
Nun geht ja die Bedeutung, die Zustimmung zu diesem Machtzentrums zurück. Damit wird der Platz geschaffen für neue Visionen. Aber auch neuen Visionen werden nur dann Bedeutung erlangen, wenn sie von jemandem getragen werden, der sie umsetzt.
21.11.2007
Karl, Meran
..mit der italienischen Wirtschaft geht es mehr und mehr den Bach runter. Der Schuldenberg ist nicht mehr zu tilgen. Eine Selbstbestimmung ist unsere einzige Chance dem Chaos zu entfliehen.
Selbtsbesimmung Jetzt.
20.11.2007
Sie schreiben :" Der Rückgang der Zustimmung in der Bevölkerung für die SVP ist dabei eine schlechte Voraussetzung, weil ich kein neues Machtzentrum sehe, keine neuen Visionen. "
Ich aber glaube: Und genau diese Beibehaltung des "Machtzentrum" verhindert neue Visionen,eigene Gedanken und die Freiheit zum Handeln.
Hoffen wir also,dass es sobald keine Machtzentrum mehr geben wird,um den notwendigen Visionen ihre Freiheit zurück zu geben.
20.11.2007
E.Ekat, München

Proklamationen sind sicher wichtig. Sie selber merken offenbar - so jedenfalls verstehe ich den Schlußteil Ihres Textes - daß man irgendwann antreten, diese Proklamationen einlösen muß. Der Kosovo hat gewählt, ich sehe aber nicht, daß die EU sich mit einer Separierung anfreunden wird. Spanien, Griechenland usw sind dagegen. Italien bemerkenswerterweise nicht. Berlusconi kommt mit einer neuen Partei, auch dies ist u.U. von Interesse für Südtirol, für die dort ansässigen Italiener. Ich bleibe dabei: die Frage Südtirols wird durch die Entscheidung der südtiroler Italiener mitentschieden. Damit ist für mich klar: ein freies Südtirol kann nur ein unabhängiges Südtirol sein. Der Rückgang der Zustimmung in der Bevölkerung für die SVP ist dabei eine schlechte Voraussetzung, weil ich kein neues Machtzentrum sehe, keine neuen Visionen. Es ist eine Errosion. Eine Zersplitterung. Dies sind keine guten Voraussetzungen, wenn man proklamierte Ziele anstrebt. Vielleicht simmt mit dem Ziel etwas nicht. Vielleicht ist dies auch der Grund für die Errosion.

19.11.2007
Anton, St. Jakob

Eine Schlagzeile von heute aus der Dolomiten-Zeitung: "Zusammenstehen oder untergehen ! Gusenbauer, Khol und Innerhofer: Einheit im Edelweiß ein Muss - 80 Prozent für Obmann - Meran (bv) - Was in Deutschland der 3. Oktober, sollte in Südtirol der 17. November sein: Ein Tag der Einheit - im Edelweiß". Am vergangenen Wochenende ist über ganz Süd-Tirol ein echtes patriotisches Gewitter sondergleichen niedergegangen. Diesen Eindruck bekommt man unwillkürlich, wenn man einige Schlagzeilen und Nachrichen zum Thema 50 Jahre der Kundgebung auf der Burg Sigmundskron am 17. November 2007 und zu 54. Landesversammlung der SVP im Meraner Kursaal ebenfalls am 17. November verfolgt. Aus diesem Anlass kamen auf Einladung der Edelweisspartei einige der wichtigsten Politiker der Republik Österreich nach Meran und Bozen, unter anderem der amtierende Bundeskanzler Alfred Gusenbauer von der SPÖ, der an die Anresse der in Meran versammelten Landespolitik meinte; "Ihr könnt euch auf Österreich weiterhin verlassen! (...) Südtirol ist in Österreich keine parteipolitische Frage. Unabhängig davon, wer in Wien an der Macht ist: Südtirol ist ein wichtiger Teil der österreichischen Aussenpolitik." Der 17. November 1957 in Sigmundskron hat die Entschlossenheit der Südtiroler Bevölkerung eindrucksvoll unter Beweis gestellt, so Gusenbauer und weiter, "Silvius Magnago war die überragende Gestalt in dieser schmerzhaften und heroischen Zeit " in der Geschichte des Landes. Diese Geschlossenheit der Südtiroler sei der Schlüssel zum Erfolg (!!!) "auf dem langen und schwierigen Weg" zu einer vollständigen und lebendigen Autonomie gewesen. "Die Einheit der Südtiroler war aber auch für die Ausübung der Schutzmachtfunktion Österreichs von entscheidender Bedeutung", meinte der Bundeskanzler Gusenbauer. Der Nord- und Ost-Tiroler Landeshauptman Herwig van Staa meinte in seiner Ansprache in Meran, dass "Wir Tiroler einerseits mit Dankbarkeit auf die Gegenwart blicken, andererseits vorsichtig in die Zukunft schauen sollen, vor allem in Hinblick auf die neue europäische Politik. (...) Wir alle müssen uns weiterhin für unsere Identität einsetzen, damit der tiroler Adler auch in den kommenden 50 Jahren unser aussagekräftiges Symbol bleibt. (...) Südtirol bedeutet dem Bundesland Tirol, ganz Österreich, viel. Deshalb ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, dass Südtirol in der neuen Präambel der österreichischen Verfassung verankert wird", so van Staa. Der Landeshauptmann Luis Drnwalder meinte bei dieser Landesversammlung: "Wir sind keine sterbende Volksgruppe, sondern eine die wächst. " Dies habe man zahlreichen Frauen und Männern zu verdanken, die der Autonomie den Weg geebnet haben "Ihnen gilt unser Dankeschön. Danke möchte ich aber vor allem Österreich sagen." Nur mit Österreich habe das Erreichte verwirklicht werden können. Österreich habe sich immer freiwillig für die Anliegen Südtirols eingesetzt, die österreichische Regierung habe sofort nach dem Staatsvertrag 1955 die Südtirol-Problematik in das politische Programm aufgenommen. Gleichzeitig habe sich die österrreichische Bevölkerung in schweren Zeiten der Südtiroler Optanten angenommen, sie aufgenommen und mit ihnen ihr Brot geteilt, so der Landeshauptmann von Südtirol in seiner Rede an die Versammelten. Der ehemalige SVP-Parteiobmann und Senator, Siegfried Brugger dankte in seiner Rede einem grossen Süd-Tiroler aus der österreichischen Bundespolitik Professor Dr. Andreas Khol, der in der österreichischen Bundeshauptstadt Wien und in ganz Österreich die Anliegen Südtirols mit seinem unermüdlichen Einsatz und Elan bis heute unterstüzt, indem er meine "Du bist Tiroler, Österreicher, Europäer und vor allem Südtiroler. (...) Du bist schon als junger Mann für Südtirol aufgestanden. Mit 16 Jahren bist du zur Kundgebung nach Sigmundskron gegangen. Unser Schicksal hat dich bereits damals beschäftigt und tut es noch heute - wie es nur wenige andere Politiker tun." Der ehemalige österreichische Nationalratpräsident Prof. Dr. Anreas Khol meine in seiner Rede in Meran vor der gesamten SVP-Parteispitze: "Seid einig, einig, einig - dies mein Appell an Tirol. Nutzen wir die Chance des vereinten Europa. Die Grenzbalken sind heute mehr in unseren Köpfen, als in der Landschaft. Nutzen wir die Chance gemeinsam zu arbeiten, zu leben, zu feiern und gemeinsam zu leben." Sepp innerhofer, der ehemalige Südtirol-Aktivist erinnerte in seiner Rede nochmals an die Kundgebung "Los von Trient" vor 50 Jahren und an die Verdienste der SVP auf dem Weg zur Autonomie. "Wir müssen weiter zsamenhalten und auf unser Land schauen", rief der Süd-Tiroler Freiheitskämpfer von damals in den Saal. Nach seiner Rede gab es lange Standing Ovations für Innerhofer, wohl auch für seine Verdienste um die Wiedererlangung der Landeseinheit in Tirol in seinem deutschsprachigen Teil. In Hinblick auf die nächste Landtagswahl 2008 zeigt sich aber der SVP-Bezirksobmann von Bozen Stadt und Land besorgt. "Die Stimmung in der Bevölkerung gegenüber der SVP ist sehr sehr kritisch.", Stichwort soziale Verarmung von immer mehr Menschen in Südtirol, Themen Grossprojekte wie BBT, Flughafen Bozen wurden von der Partei nicht mit entsprechender Sorgfalt behandelt, so Christoph Perathoner. Laut einer aktuellenUmfrage des Markets-Instituts würde die SVP bei einer Landtagswahl am nächsten Sonntag 38% der Stimmen erhalten, 8% der Wähler seien noch unentschlossen, welche Partei sie wählen werden. Das bedeutet für die SVP heute eindeutig den Verlust der absoluten Mehrheit und die Suche nach einem möglichen Koalitionspartner. Bis zu dieser Wahl ist noch genug Zeit, um die Menschen, die die SVP seit der letzten LW verloren hat, wieder für die Edelweisspartei zu gewinnen. Es genügt nicht nur ständig zu betonen, wie gut man ist als Partei und was man nicht alles für das Land schon erreicht hätte. Die heute brennenden Themen sind die soziale Sicherheit, Wohlstand und wirtschaftlicher Erfolg des Landes, der ohne politische Fortschritte auf dem Wege der Selbstbestimmung Süd-Tirols immer mehr verloren geht. Bis jetzt konnte noch die Autonomie das Land Süd-Tirol vor dem Sog der permantenten politischen und wirtschaftlichen Krise in Italien schützen. Im Zeitalter der Europäischen Einheit, der wirtschaftlichen Globalisierung in Mittel-Europa und in der Welt und mit den zunehmenden chaotischen Zuständen in Italien geht aber auch dieser Vorsprung der AP Bozen gegenüber dem Rest des Stiefelstaates heute immer mehr verloren. Mögen alle Politiker in der Brennerstrasse diese klaren Botschaften und Signale von der Landesversammlung, aus der Basis der Partei und aus der Bevölkerung rechtzeitig hören und danach handeln und sie zusammen mit dieser klaren tirol-patriotischen Botschaft der 54. Landesversammlung der SVP von 17. November 2007 in Meran zum Wohle der Menschen in Süd-Tirol auch politisch auf der Landesebene und international, auch oder vor allem mit dem Vaterland Österreich umsetzten! In diesem Sinne wird vieleicht später einmal der 17. November 2007 eine ähnliche Rolle in der Geschichte des Landes einnehmen, wie seinerzeit vor 50 Jahren die Grosskundgebung der Süd-Tiroler auf ihrer "Rüttli-Wiese" auf der Burg Sigmundskron, der man heute den relativen Wohlstand und Autonomie verdankt. damals konnte man auf vielen Transparenten lesen "Selbstbestimmung für Sütirol", "Los von Trient", oder "Los von Rom". Heute muss die SVP als die Sammalpartei der Menschen in diesem Land die Zeichen der Zeit erkennen und eine Antwort auf die Frage finden: Quo vadis Süd-tirol? - In welche Richtung sollte sich das Land politisch weiterentwickeln? Die heute existierende Autonomie kann doch nicht auf immer und ewig der Wahrheit letzter Schluss sein, heute stellt sich die Frage der Selbstbestimmung immer mehr für uns alle. Man muss nur die Zeichen der Zeit erkennen, richtig deuten und danach auch politisch glaubwürdig zum Wohle von uns allen handeln.

15.11.2007
E.Ekat, München

"Die Schotten glauben also, dass ihre Selbstbestimmung nicht nur aus ethnischen, kulturellen und historischen Gründen eine Berechtigung hätte, sondern vor allem die Wirtschaft und der Wohlstand der Menschen in diesem Land würden sehr stark von einer geplanten Schottischen Eigenstaatlichkeit stark profitieren"._____Ja, das glaube ich auch_____ Nur: Eigenstaatlichkeit, das steht ja bisher nicht auf dem Programm, nicht wahr? Auch ich bin bekanntlich der Meinung, daß die Anstrebung der Eigenstaatlichkeit der richtige Weg wäre,____ Natürlich unter der Patronage von Österreich. Selbst in Österreich könnte wirklich niemand darüber traurig sein, wenn Südtirol auf diese Weise selbstbestimmt an Tirol heranrückt. Eine Verbesserung gegenüber dem jetzigen Zustand wäre dies allemal. UInd dies wäre zudem leichter erreichbar. Südtirol würde zudem seine jetzige Autonomie auch gegenüber Österreich behalten können. Was u.a. für die südtiroler Italiener wichtig sein dürfte. Das wäre aber noch nicht einmal der vorrangigste Aspekt. Ich sehe einfach die größeren Schwierigkeiten für Österreich dann entstehen, wenn diese nicht lediglich für eine Erlangung der Selbstständigkeit für Südtirol einstehen würden, sondern Südtirol in ihr eigenes Bundesssystem integrieren müßten. Auch für Italien wäre es leichter, Südtirol in die Selbstständigkeit zu entlassen, als es gewissermaßen zurückgeben zu müssen. Schwierigkeiten kann man vermeiden auch dadurch, daß man sie nicht größer macht als unbedingt notwendig. In dem Augenblick, wo die zur Verfügung stehenden Optionen tatsächlich auf dem Tisch kommen würden, wird eine neue Situation entstehen sowohl für die Südtiroler, als auch für die österreichischen Tiroler. Dann erst wird die Bevölkerung eintauchen in die damit akut notwendig werdende Befassung mit der Frage, wie sie zukünftig organisiert werden möchte, und wo sie die Schwerpunkte einer eigenen Identität sieht.

15.11.2007
Anton , St. Jakob

Anderswo in der Europäischen Union macht die praktische Umsetzung der Selbstbestimmung grosse Fortschritte. Schottland zum Beispiel ist eine von der Zentralmacht in London Autonome Region und seitdem dort die Schottische Volkspartei - Scottisch National Party mit Landeshauptman Alex Salmond an der Macht ist, bewegt sich dieses Land langsam aber sicher in Richtung der vollen Ausübung des Rechtes auf die eigene Selbstbestimmung als eben diese Autonome Region Schottland in Grossbritanien. Für die SNP und die meistem Schotten stellt sich heute nicht die Frage, ob man die Selbstbestimmung des eigenen Landes irgendwann will, sondern wie schnell wird das gehen und auf welchen politischen Wegen soll das geschehen, bis man bei der vollen Erlangung der Souveränität angekommen ist. Die Schottische Landesregierung in Ediburgh hat daher schon längst einen Fahrplan für diese Sezession von Grossbritanien penibelst ausgearbeitet und sie setzt die Selbstbestimmung des Landes unter der Führung des Schottischen LH Alex Salmond Tag für Tag auch in die politische Tat um. Die Schottische Selbstbestimmung ist schon längst keine akademische Diskussion mehr, sondern sie wird von der Landespolitik in der politischen Praxis von Schottland und United Kongdom im Einklang mit Britischen und Europäischen Recht auch umgesetzt. Die Schotten scheinen daher als ein grosses Volk und Land in der EU auf diesem Weg der Selbstbestimmung das Ziel und die Wege dorthin bereits gut zu kennen. Diese Debatte verläuft in Schottland selbst und in Grossbritanien nach den Regeln des fair-play und jede Seite kann ihre Argumente dafür und dagegen vorbringen. Auch der breiten englichen Öffentlichkeit ist das mehr oder weniger gleich, ob die Schotten im gemeinsamen Staat verbleiben wollen oder nicht und die Engländer scheinen eher in dieser Frage so zu denken, die Reisenden sollte man nicht aufhalten. Die Fauls mit unerlaubten Mitteln sind unter den Schotten verpönt und die ganze Debatte befindet sich auf einem sehr hohen demokratiepolitischen Niveau. Nieman droht mit Gewalt im Falle der Abspaltung, oder fuchtelt mit Waffen bei Militäraufmärschen und provoziert damit die Schotten mit einem brittischen Machogehabe. Für das Jahr 2011 ist ein Selbstbestimmungreferendum in Schottland geplant und sollten die Schotten die Loslösung von London in dieser demokratischen Wahl auch bejahen, so wird die Schottische Regionalregierung dies auch in die politische Wirklichkeit umsetzten, bis Schottland als eine neue Nation in der Europäischen Union begrüsst werden kann, wahrscheinlich als ein Teil von Commonwealth aber nicht mehr von Grossbritanien. Ähnliche Diskussionen und nationale Debatten um die Frage der eigenen Selbstbestimmung finden auch anderswo in Europa statt und abgesehen von Land Kosovo am Balkan, wo diese Selbstbestimmung in den nächsten Wochen und Monaten auf Antreiben der EU und der UNO in die Form gegossen wird, planen auch die Basken für die eigene Autonome Region ein Referendum zu Selbstbestimmung für das Jahr 2009, die Katalanen für das jahr 2014. Die Zeitung "The Scotsman" ist in Schottland das, was in Süd-Tirol die "Dolomiten"-Zeitung ist. Heute am 15.11.2007 konnte man dort eine klare Botschaft zu Selbstbestimmung unter der Überschrift lesen: "Salmond: Scotland independent in 10 years. Alex Salmond has, for the first time, named a date by which he believs Scotland will be an independen country - 2017. The First Minister made the dramatic assertion on the eve of the SNP´s first budget in government, a day in which the party will set out its spending priorities over the next three years. In a remarkable departure from his previous reluctance to set a timetable for achieving sovereignty, Mr Salmond yesterday said he anticipated Scotland would break away from the United Kingdom in a decade. (...) The 42-page document includes targets for Scotland to achieve by 2017, including mattching the economic growth-rate of small independent European Union countries. In the shorter term, the strategy has a target of matching the UK´s economic growth rate by 2011. Mr Salmond told a press conference in Glasgow the 2011 target could be achieved with the powers that Scotland had at present as part of tke UK. However, he set his sighs higher for the six years beyond that, making the SNP´s case that Scotland needed the full powers of independence to achieve all of the targets in the document. Expanding on his view, Mr Salmond said: ´It would be much easier if we had the full powers of an independent country. Therefore, I was anticipating being in that position by 2017.`" Die Schotten glauben also, dass ihre Selbstbestimmung nicht nur aus ethnischen, kulturellen und historischen Gründen eine Berechtigung hätte, sondern vor allem die Wirtschaft und der Wohlstand der Menschen in diesem Land würden sehr stark von einer geplanten Schottischen Eigenstaatlichkeit stark profitieren. Das alles und viel mehr zu diesem Thema kann man unter folgender Adresse nachlesem: http://news.scotsman.com/index.cfm?id=1800842007

23.10.2007
Anton, St. Jakob

In wenigen Tagen werden die Bürger in einigen Gemeinden in Belluno über ihre eigene Selbstbestimmung abstimmen. Das ladinische Siedlungsgebiet ist bekanntlich nach dem Ersten Weltkrieg von der neuen Staatsmacht gezielt auf drei Provinzen aufgeteilt worden, um gerade die tiroler Ladiner leichter zu italianisieren, was auch weitgehends gelungen ist, wenn man an die Talschaften um Madonna d.C., Cles, Malé aber auch Cortina d´A. denkt. Die Bürger der Gemeinden Cortina d.A., La Plié/Buchenstein und Colle S.Lucia wurden dazu aufgerufen in einer freien Wahl für einen Provinzwechsel von Belluno zu Süd-Tirol-Trentino zu stimmen. Sollten sich diese überwiegend ladinischen Gemeinden dafür ausprechen, wird es dennoch lange dauern, bis sie wirklich ein integraler Teil der AP Bozen Südtirol sein werden. Die ethnische tiroler Minderheit der Ladiner geniesst Dank Autonomiestatus einen ausgezeichneten Schutz innerhalb der heutigen Grenzen Süd-Tirols, was in Belluno so gut wie nie der Fall gewesen ist . Die topografische Abgeschiedenheit der ladinischen Sprachgruppe in einigen sehr abgelegenen und nur schwer zugänglichen Alpentälern rettete diese kleinste und schönste aller Edelweissblumen lange Zeit und gerade noch vor einer reslosen Assimilation und Aufgehen in der jeweiligen Mehrheitsbevölkerung. Das ladinische Promotorenkomitee der Abstimmung zur Frage des Provinzwechels zu Süd-Tirol begründete dieses Vorhaben eben mit dem ausgezeichneten Schutz und Pflege der ladinischen Sprache und Kultur in der AP Bozen und darüber hinaus wörtlich: "Eine Wiedervereinigung Ladiniens innerhalb der historischen Grenzen Tirols nach der mehr als 80-jährigen, von den Faschisten gewollten Dreiteilung, ist für das Weiterbestehen unserer Minderheit von entscheidender Bedeutung". Der Landeshauptmann Luis Durnwalder erklärte bereits bei mehreren Gelegenheiten, die drei Gemeinden seien in Südtirol herzlich willkommen, sie müssten aber zuerst selbst in einer demokratischen Wahl sich für den Provinzwechsel deutlich aussprechen. Der LH hegt dennoch Zweifel, ob diese Volksabstimmung am kommenden Sonntag wirklich ein "Ja" zu Landeseinheit mit Süd-Tirol bringen würde, da gerade in der von altersher grössten ladinischen Stadt Ladiniens in Cortina d´Ampeszzo die absolute Bevölkerungsmehrheit durch den permanenten Zuzug der nicht ladinischen Bevölkerung aus anderen Regionen bereits nicht ladinischer Herkunft ist. Darüber hinaus ist es von ausserordentlicher Bedeutung, dass gerade in der grössten ladinischen Stadt Cortina diese Abstimmung im Sinne des Promotorenkomitees ausgeht. Ohne ein klares "Ja" in Cortina wird es vermutlich auch keinen Provinzwechsel für die anderen von dieser ladinischen Selbstbestimmung betroffenen Gemeinden geben. Wie auch immer die Bevölkerung in einigen Tagen in diesen ladinischen Gemeinden abstimmen sollte, dieser Tag wird ein äussertst wichtiger Tag für weitere Entwicklung von Selbstbestimmungen auch und vor allem in der drösseren Region zwischen Brenner und Trentino werden. Das was heute in Italien schon politisch an kleineren Selbstbestimmungen möglich ist, wird vieleicht in nicht allzu ferner Zukunft auch auf der nationalen und europäischen Ebene politisch möglich sein, nämlich dass auch die Menschen in Süd-Tirol sich nach dem Beispiel der Ladiner heute in Belluno die Frage nach ihrer Tiroler Einheit einmal ganz konkret stellen werden und diese auch in einer freien und demokratischen Wahl, wie gerade bald in Ladinien in einer Volksabstimmung beantworten werden, Leider sind beide Läder, Ladinien wie Tirol heute nur kulturelle und sprachliche, sowie ethnische Land-Schaften und dürfen noch keine politische Einheit bilden. Diese Frage nach der Landeseinheit in ganz Tirol, in dieser Zeit in der wir leben, könnte man daher auch einmal in der AP Bozen Südtirol in einer Volksabstimmung mit einem "Ja" beantworten oder vieleicht auch verneinen. Viele Menschen meinen, Italien aber auch Europa ist noch nicht reif genug für solche Abstimmungen. Anderswo werden ähnliche Abstimmungen gerade in diesen Jahren und Monaten von Europa munter unterstüzt. Wie gerade aus dem Bundeskanzleramt in Berlin verlautbar worden ist, wird die deutsche Bundesregierung die Unabhängigkeit Kosovos in einigen Wochen, falls diese um 10.12.2007 einseitig von Pristina ausgerufen wird, auch anerkennen, ohne Rücksicht auf weitere diplomatische und politische Aktivitäten der UNO-Kosovo-Kontaktgruppe, die eben von dieser Organisation mit der Ausarbeitung einer politischen Lösung der Kosovo-Selbstbestimmung beaftragt worden ist. Jeder aufmerksame Mensch weiss, dass solche Äusserungen aus dem deutschen BK-Amt nur in Absprache mit anderen EU Partnern und natürlich mit den USA möglich sind. Die BRD wird also dem Anschein nach wohl als erstes Land der EU die Unabhängigkeit Kosovos von Serbien schon bald anerkennen. Sollte es der Fall sein, wird das nur die Frage der Zeit sein, bis auch andere Länder diesem Beispiel folgen werden, auch wenn z.B. aus Spanien promt ein Widerspruch kommt, da gerade dieser Staat darin eine fatale Beispielwirkung für seine staatliche Integrität sieht. Das Spanische Königreich hat bekanntlich ähnlich gelagerte Probleme mit der baskischen und katalanischen Selbstbestimmung. Die Selbstbestimmung Kosovos ist eine andere als die von Montenegro 2006 z.B., da der Staat zu dem heute dieses kleine albanische Protektorat der UNO immer noch gehört, den Menschen vorort die Selbstbestimmung immer verweigert hat. Sollte aber Kosovo nach dem 10. Dezember 2007 einseitig die Unabhängigkeit erkären, rechnet die NATO dennoch mit keinen gewalsamen Auseinandersetzungen zwischen den Serben und Albanern. Die grössten Promotoren dieser Selbstbestimmung am Balkan sind naturgemäss die politischen Eliten in Albanien selbst, die in Zukunft auf eine Wiedervereinigung zwischen diesen beiden albanischen Gebieten hoffen, auch wenn der albanische Präsident Berischa vor der einseitigen Ausrufung der Selbstständigkeit die Albaner in Kosovo warnt. In diesen Tagen hoffen auch anderswo in Europa die Ladiner, dass unter ganz anderen Bedingungen auch sie eine Chance auf ein Leben in einer vereinten Region Ladinien in Süd-Tirol bekommen werden und gerade durch eine freie und demokratische Abstimmung am kommenden Sonntag diesem Wunsch den entsprechenden Nachdruck verleihen wollen. Man kann ihnen dabei nur Glück und Gottessegen wünschen, egal wie das Ergebnis dieser Volksabstimmung aussehen könnte. Den konsekquenten Weg der Selbstbestimmung darf eine Minderheit niemals verlassen, wenn sie sich selbst nicht aufgeben will, die ladinischen Tiroler nicht und die Süd-Tiroler selbstredend auch nicht. Selbstbestimmung ist heute in Europa ein selbstverständliches Menschenrecht geworden, auch wenn das noch nicht alle in Alto Adige zu wissen scheinen. Ich bin davon überzeugt, dass die SVP aus für das Land von Europa heute vorgegebenen politischen Rahmenbediengungen in enger Absprache mit der Schutzmacht und Vaterland Österreich das politisch mögliche und das beste macht, damit nicht nur die Süd-Tiroler deutscher und ladinischer Muttersprache, sonder nauch die grosse italienische Minderheit in der AP Bozen, alle zusammen politisch nach der Klärung der Selbstbestimmungfrage endlich in einem von Disagio und Sprachgruppentrennung befreiten Land Süd-Tirol ankommen werden.

01.10.2007
E.Ekat, München

Anton, St. Jakob, das ist ein ausgezeichneter Beitrag! Zu diesem Beitrag möchte ich Ihnen gratulieren. Tatsächlich ist die Heranführung der italienischsprechenden Südtiroler an ein „gemeinsames Südtirol“ der Schlüssel für einen Abschluß der Südtirol-Frage. Ich teile alle Ihre Beobachtungen hierzu, wie beispielsweise den bedauerlichen Mangel eines geeigneten Ansprechpartners auf der Seite der italienischen Südtiroler. Darin liegt jedoch ist auch eine Chance. Ich verspreche mir von der Ergreifung dieser Chance mehr als lediglich eine Duldung, oder Wohlwollen auf der Seite der italienischen Südtiroler. Es gibt Gemeinsamkeiten, deren Herausstellung zum Bewußtsein einer eigenständigen Südtiroler Identität führen würden. Es gibt weiterhin gemeinsame Interessen, die man födern muß, um diese südtiroler Gemeinsamkeiten anzureichern. Man erhält dann wertvolle Mitbewohner, wenn sich alle hinter einer gemeinsamen Identität versammeln können. Das bdeutet ja nicht, daß nicht jeder auch seine Eigenständigkeiten bewahren soll. Dennoch: die Gemeinsamkeiten müssen die alle umfassende Bindung darstellen. Die muß man nun identifizieren, pflegen, heraustellen. Dies ist der Weg, welcher den Südtirolern den Weg freimacht, eine Wahl zur Selbstbestimmung durchzuführen, um anschließend das Selbstbestimmungsrecht vollständig in die eigenen Hände nehmen zu können. Die Nähe zu Österreich wird dadurch nicht größer, sondern geringer. Ihr selber seid es, der dann bestimmt. Die Nähe zu Italien wird sicherlich größer, aber sie wird sicher nicht unerträglich für diejenigen, die sich ja ebenfalls selber am nächten bleiben werden. Ich sagte schon einmal, daß ich italienischsprechende Südtiroler, die einiges von Italien gerne hinter sich lassen würden. Das ist - welch glückliche Fügung - zufällig das, was ihnen nach erreichter Selbstbestimmung womöglich verloren geht. Das ist der Punkt, der - unausgesprochen - dennoch ein wichtiges Argument darstellen dürfte, sich selbst als italienischsprechender Südtiroler in eine andere Konstellation zu wünschen. Es gibt Gemeinsamkeiten, welche man in wirksamer Weise bündeln sollte, wobei dies von vornherein als eine gemeinsame Aufgabe, als die Verwirklichung eines gemeinsamen Anliegens kommuniziert werden muß. denn auch italienischsprechende Südtiroler könnten sich eine optimierende Weiterentwicklung ihres Daseins vorstellen. @ Anton, das war ein guter Artikel von Ihnen.

01.10.2007
Anton, St. Jakob

Die Süd-Tiroler brauchten viele Jahrzehnte mühsamster politischer Arbeit, um endlich da anzukommen, wo man sich bei der Autonomie der AP Bozen Südtirol im Jahre 2007 gerade befindet. Auch hier gilt der Grundatz, einen guten Ruf, oder eine gute gesellschaftliche Stellung kann man leicht und schnell verlieren, wenn man alles nur auf eine Karte setzt, hingegen sich das wieder zu erarbeiten, was man u.U. verlieren kann, dafür musste man gerade in Süd-Tirol seh sehr lange Zeit viel Geduld, Überredungskunst und Schweiss verwenden und seinerzeit vor 40-50 Jahren sogar Blut und Tränen vergiessen. Man kann daher als Süd-Tiroler nur sehr froh darüber sein, dass es hier erstens eine starke Sammelpartei der süd-tiroler Interessen die SVP gibt, und dass zweitens diese Partei fortwährend die Autonomie ausbaut, und dass drittens diese Partei mit der Zukunft dieses Landes keine Hasardspiele veranstaltet. Ein gutes Klima zwischen den Sprachgruppen und ein ethnischer Ausgleich sind nur zwei von mehreren Voraussetzungen für das Gelingen der Selbstbestimmung in Süd-Tirol. Europa sei Dank wird diese langersehnte Selbstbestimmung auch für die AP Bozen immer mehr praktikabler und mit der Zeit auch wahrscheinlicher. Sollte diese Selbstbestimmung einmal in die Reichweite der Landespolitik kommen, ich erinnere dabei z.B. an den Abstimmungsvorschlag von Altpräsident Francesco Cossiga vor einem Jahr, dann müsste man alles daran setzten, dass gerade die italienischen Mitbürger hier im europäischen Geiste diese friedliche und demokratische Selbstbestimmung nicht hintertreiben, sondern den eigenen Standpunkt darlegen und mit ihren Mitteln demokratisch auch dafür werben. Unter heutigen Voraussetzungen in Europa müsste man gerade den Italienern hier bei der Selbstbestimmung "goldene Brücken" bauen, sie "auf Händen tragen" und ihnen nach der Selbstbestimmung einen "roten Teppich" ausrollen, damit sie überhaupt sich dafür einigermassen begeistern würden, oder sich zumindest in dieser Frage neutral verhalten. Die Süd-Tiroler würden das auch zu schätzen wissen, wenn man hier auf der Seite der Italiener in dieser politischen Auseinandersetzung der Zukunft mit keinen politischen Fauls agieren würde. Die deutschsprachigen Süd-Tiroler können sich auf die eine Sammelpartei ihrer Interessen verlassen, die italienische Minderheit hier eben nicht und das erschwert den Dialog sehr, da man politisch in diesem Fall mit mehr als fünf verschiedenen Gruppierungen reden muss, die aus Italien fernbestimmt werden. Nachdem bereits Tausende von italienischen Mitbürgern die SVP auch wählen, ist diese Partei dazu verpflichtet im Einklang mit eigenen Programmen auch auf die Interessen dieser Wählergruppe Rücksicht zu nehmen. Im Programm der Edelweisspartei steht eben die Selbstbestimmung als politisches Ziel ganz weit oben und das wird auch in Zukunft wohl so bleiben. Diese Tatsache ist allen Menschen hier, die die SVP wählen bekannt, würde ich meinen. Wenn man schon die politischen Erfolge der SVP auf diesem Wege beurteilen will, dann reicht es zu vergleichen, wo sich dieses Land politisch sagen wir seit 1946 alle zehn Jahre befunden hat. Heute bestimmt die Landespolitik bereits über 90% dessen, was hier in allen Bereichen der Gesellschaft passiert. Zwei wichtige Bereiche der Autonomie sind noch nicht zufriedenstellend geregelt, das ist zum ersten die Frage der Zweisprachigkeit der Polizeikräfte und mancher Ämter und die Frage der Reform der seinerzeit aufgezwungenen neuen italienischen Ortsnamen. Die erste Frage könnte man leicht lösen, wenn in jeder Wachstube und bei jedem Streifendienst der Carabinieri und der Polizei, der Zollwache zumindest einer, bzw. zwei wirklich deutschsprachige Polizisten dabei sind und das darf nicht nur ein frommer Wunsch bleiben, sondern das müsste man von der Landespolitik auch kompromisslos verlangen und auch durchsetzen. Bei der zweiten Frage der Reform der Ortsnamen darf man nur eine Lösung anpeilen. die auch die Interessen der Italiener in Süd-Tirol berücksichtigt. Das hat sehr viel mit der politischen Glaubwürdigkeit dieser Partei für alle Sprachguppen zu tun und ich bin mir sicher, dass die SVP mit konstruktiven Vorschlägen und Lösungen nicht geizen wird. Wenn man schon auf die deutschen Ortsnamen hier so viel Wert legt und dieses Recht einfordert, dann darf man doch nicht vergessen, dass in Süd-Tirol auch die Menschen nicht deutscher Muttersprache Zuhause sind und gerade dort in diesen Gemeinden, wo sie eine signifikante Minderheit darstellen, oder sogar Mehrheit bilden, gerade dort müsste man sehr viel Rücksichten darauf nehmen. Welche Ortsnamen gerade verschiedene Ethnien verwenden wollen, dass kann man einer anderen Sprachgruppe gegen ihren Willen nicht von oben verodnen, wie man das aus Erfahrung gerade der Süd-Tiroler weiss. Ein gutes Klima zwischen den Sprachgruppen ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Ausübung des Selbstbestimmungrechtes der AP Bozen Südtirol. Der Ausgleich der Interessen, so wie er heute hier praktiziert wird, tut diesem Land sehr gut. Die Süd-Tiroler sind schon seit langer Zeit wieder die Herren im eigenen Haus, auch wenn die Frage der Tiroler Einheit noch nicht restlos geklärt worden ist. Sollte es in der EU in den nächsten Jahren neue Selbstbestimmungen geben, wie z.B. in Schottland, Belgien, Katalanien oder Baskenland, dann bin ich mir sicher, dass das auch die Selbstbestimmung der AP Bozen Südtirol beschleunigt, wenn man diese Frage Europa und damit Italien, dem Vaterland Österreich und anderen Ländern in der EU einmal bei entsprechender Gelegenheit laut, klar und deutlich stellen würde. Ich persönlich würde so eine Entwicklung begrüssen, genauso wie das Bewahren der Mehrsprachigkeit des Landes und das gilt natürlich in erster Linie für die italienische Kultur, die das Leben der Süd-Tiroler sehr bereichert hat. Das ist auch kein Widerspruch zu Selbstbestimmung als solche und kein argumentativer Spagat, sondern es ist eine natürliche Entwicklung, die sich aus einer zivilisatorischen Begegnung von verschiedenen Sprachgruppen unter von der Geschichte vorgegebenen Rahmenbedingungen ganz einfach ergibt und wenn man das versteht und akzeptiert, dann können auch alle davon einen praktischen Nutzen haben. Hoffentlich bleibt das so auch nach der Klärung der Selbstbestimmungsfrage der AP Bozen in Europa freier gleichberechtigter Völker der Zukunft, die bekanntlich uns allen gehört, man muss nur das richtige draus machen, da auch wir sind ein Volk und zwar auf beiden Seiten der Grenze in Tirol.
