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FORUM
25.01.2006
Selbstbestimmungsrecht

Die Schutzfunktion Österreichs für Südtirol soll in der neuen österreichischen Verfassung verankert werden. In den italienischen Medien hat dies eine Diskussion über das Selbstbestimmungsrecht für Südtirol ausgelöst.
01.10.2007
E.Ekat, München
Peter, Lana (Zitat): Südtirol hat in der "repubblica italiana" nichts verloren(Zitatende). ____Mag schon sein. Was tun Sie persönlch ganz konkret dafür, daß Ihr Ziel erreicht wird? Wenn ich Ihren vorvergangenen Beitrag lese, (Zitat): Ich bin entsetzt (Zitatende): da sehe ich Diffamierungen. Meinen Sie, das würde langen?
30.09.2007
Peter, Lana
Folgende Realität zeigt, dass diese Autonomie keine Lösung auf Dauer sein kann und wir ein Vaterland (Österreich) brauchen. Südtirol hat in der "repubblica italiana" nichts verloren. BOZEN - Dem Südtiroler Schützenbund wurde dieser Tage eine Tonbandaufzeichnung zugespielt, die im Zuge einer Verkehrskontrolle in Vintl im Pustertal gemacht worden war. Bei dieser Kontrolle bestand der angehaltene Verkehrsteilnehmer auf sein Recht, in seiner (deutschen) Muttersprache mit den Beamten zu kommunizieren. Ein Recht, das sich - wie sich alsbald herausstellen sollte - auch nach endlosen Diskussionen nicht durchsetzen lässt. Doch damit nicht genug: Die Beamten führten mit den Worten "Siamo in Italia", "Se ne va a Innsbruck e torna residente in Austria", "Perché non fa ricorso che qui c´é scritto repubblica italiana e restituisce la patente e si prende una patente sudtirolese?"
30.09.2007
Peter, Lana
Ich bin entsetzt! Sind hier die meisten Beiträge eigentlich gekauft? Solche Unwahrheiten und Behauptungen fern von der Realität kann man doch nicht schreiben. Seit Jahren befasst sich die SVP lieber mit der Erhöhung der Italianischunterrichts und der faschistischen Ortsnamenerfindungen, als mit einer Diskussion über Selbstbestimmung. Ich habe von der SVP noch nie einen ernsthaften Versuch gesehen, irgendetwas in Richtung Selbstbestimmung unternommen zu haben.
28.09.2007
Anton, St. Jakob
Das heutige Italien ist ein Produkt von Risorgimento des 19. Jahrhundert von 1815-1870 und der Irredenta. Das, was die Italiener miteinander verbindet, das ist in ester Linie die Sprache und früher die Religion und heute natürlich der gemeinsame Nationalstaat. Vor 1870 war Italien eine Landschaft, wie auch damals die Länder des deutschsprachigenen Raumes. Die Süd-Tiroler sind nun mal keine Italiener und sie haben ihre kulturellen Wurzeln in erster Linie in Tirol von Salurn bis Kufstein. Ich bedauere es sehr, dass man in den letzten 80, 90 Jahren dei der Tiroler Einheit so wenig auch an die Welsch-Tiroler in Trentino gedacht hat und sie dem eigenen Schicksal überlassen hat. Dieses Land Tirol war schon immer seit über 700 Jahren zwei, oder sogar dreisprachig. Als Italien früher bis 1861, 1870 aus vielen verschiedenen voneinander unabhängigegen Ländern bestanden hat und im Zeitalter der Grossmacht des Papstums eine kulturelle Supermacht in Europa war. da war es gerade dieses Passland Tirol in Österreich südlich und nördlich des Brenners, das all die neuen revolutionären zivilisatorischen Einflüsse und Neuerungen aus dem italienischen Süden zuerst übernommen hat, um sie weiter nach Norden Europas zu transportieren, bis in die entferntesten Winkeln des deutschsprachigen Raumes und darüber hinaus. Diese Periode hat bis cirka ins späte 18. Jahrhundert angedauert, bis Italien als Schrittmacher der abendlädischen Zivilisation dann durch zuerst Frankreich unter Napoleon, später durch die Länder der Reformation und der Aufklärung ersetzt wurde, wie z.B. Deutschland, oder England. Seit Garibaldi Mitte des 19. Jhdts. ist Italien aber als Kulturnation nur mit sich selbst beschäftigt und dieser Trend wurde später noch durch die Irredenta beschleunigt. Daran hat sich eigentlich bis heute nicht viel geändert, auch wenn Italien zu den Gründungsländern der EU gehört, ist das Interesse an Europa nicht gerade gross in diesem Land. Das Land Süd-Tirol ist bekanntlich unfreiwillig zu diesem Staat Italien nach dem I. Weltkrieg gekommen und wartet immer noch auf die Klärung dieser so wichtigen Frage der eigenen Selbstbestimmung. Seit 1918 ist natürlich sehr viel passiert und auch hier ist dieses kleine Land Süd-Tirol in erster Linie mit sich selbst beschäftigt, wen wundert es. Die süd-tiroler Identität ist aber heute immer noch eindeutig mehrheitlich tirolerisch, was von aktuellen Umfragen belegt wird, da max. 5-8% der Menschen sich ausdrücklich nur als Südtiroler mit diesem Land, fern von Tirolertum und Italien definieren. Die Süd-Tiroler sind immer noch Tiroler, so wie die Süd-Steirer eben Steirer, oder Süd-Kärntner Kärntner sind und das alles zusammen ergibt eben die Österreicher als eigeständiges Volk, nicht anders als in der Schweiz, nur mit dem Unterschied der Mehrsprachigkeit der Eidgenossen. Das Land Süd-Tirol ist auch mehrsprachig, nur gibt es hier leider einen ewigen Streit, wer eigentlich das Sagen hat, oder letztenendes haben sollte. Die letzten 30 Jahre waren eine sehr gute Zeit für den Ausbau der Autonomie und für weitere Fortschritte auf dem Wege der Erlangung der Handlungsfreiheit in der so wichtigen Selbstbestimmungsfrage. Es stimmt mich persönlich traurig, wenn italienische Bürger das oft als Bedrohung ihrer Zukunftschancen sehen. Auch sie sind ein Bestandteil dieses Landes und das, was für die Mehrheitsbevölkerung gut ist, das bestimmt in einer Demokratie die Mehrheit. Ich freue mich, wenn immer mehr Menschen nicht deutscher Muttersprache jetzt immer öfter zu Alto Adige Sudtirolo sagen, das ist immerhin ein Fortschritt. Der Streit um die Ortsnamen geht aber immer noch weiter, wie man sieht. Ich hoffe, dass wenn in einem Jahr auch diese Frage einigermassen gelöst werden wird, dass man sich in der Landespolitik den wichtigeren Dingen widmet, nämlich der Klärung der Frage, ob man als Autonome Provinz Bozen in der EU einen ähnlichen politischen Weg gehen will, wie Schottland, oder vieleicht bald Belgien, nämlich direkt in Richtung der restlosen Klärung der Frage der Selbstbestimmung. Meine Symphatie für diese Sache liegt darin begründet, dass nach so einer geklärten Selbstbestimmung das deutschsprachige Land Tirol vieleicht zusammen mit Trentino die alte Rolle eines zivilisatorischen Links zwischen dem Süden und dem Norden Europas zum Vorteil von allen Beteiligten wieder übernehmen würde. Eine Lösung der Selbstbestimmungsfrage, wie seinerzeit in Süd-Kärnten, wo zwar 1920 in Süd-Kärnten auch die Slowenen für die Landeseinheit und für Österreich gestimmt haben, aber danach lange Zeit sehr miserabel, was ihre Minderheitenrecht betrifft, behandelt wurden, so eine Lösung darf es für Süd-Tirol niemals geben. Einen bedeutenden Teil seiner Atraktivität als Standort in der Welt bezieht Süd-Tirol eben auch aus der erzwungenen aber eben vorhandenen tagtäglichen Begegnung mit der italienischen Zivilisation und die Süd-Tiroler verstehen daras das Beste zu machen und zwar nach dem Motto, aus der Not eine Tugend zu machen. Die Italiener hier tun das leider nicht, sie verstehen immer noch nicht, oder zu wenig aus der anderen Kultur für sich Vorteile zu ziehen. Die Gründe warum es so ist, die sind weitgehend bekannt, man sollte daher vieleicht über die Lösungen dieses Dilemas nachdenken. Ich bin kein Italiener und daher kann ich nicht für die italienische Minderheit in Süd-Tirol sprechen. Trotzdem, ich glaube sie brauchen nicht bei jeder Wahl zehn verschiedene Parteien zu wählen, sondern etweder eine eigene Partei mit Mittelpunkt ausschliesslich in Süd-Tirol und nicht anderswo in Italien, oder die SVP, da diese Partei meiner Meinung nach stests um ein gutes Klima zwischen allen Sprachgruppen bemüht ist und alle fair behandelt. Darüber hinaus sollte jede Sprachgruppe alles vermeiden, was die anderen reizt, irritiert oder sogar provoziert. Für die deutschsprachigen Süd-Tiroler gehört in erster Linie dazu die politische Huldigung den faschistischen Relikten am Rande der Gesellschaft und umgekehrt die Betonung des Nationalen bei den Süd-Tirolern. Darüber hinaus ist Italien eine Konflikt- und keine Konsensdemokratie, daher auch wenn manche Debatte hitzig verläuft, findet man zum Schluss einen Kompromiss. Es ist natürlich eine paradoxe Situation, wenn man sich gerade als italienische Sprachgruppe in Süd-Tirol in einer klaren Minderheitenstellung befindet, aber das muss doch kein Nachteil sein. Daduch wird man gezwungen andere Sprache zu sprechen und lernt eine andere, als die eigene Kultur kennen. Dazu müsste jede Sprachgruppe der anderen eine echte Chance geben, im Vertrauen, das man nicht enttäuscht wird. Die Süd-Tiroler müssten endlich einmal alle Menschen nicht deutscher Muttersprache, die das wollen als Süd-Tiroler akzeptieren und die Italiener müssten den Süd-Tirolen im Gegenzug erlauben über die Frage der Selbstbestimmung laut nachzudenken und nicht von vorne es ablehnen, nach dem Motto "siamo in Italia". Wir leben heute nicht nur in Italien, sondern in Europa und wir sind alle dazu verpflichtet in diesem Geiste dort wo wir leben über alle Grenzen zusammenzuarbeiten. Daher eine gut vorbereitete und klug durchgeführte Selbstbestimmung hat meiner Meinung nach für alle einen grossen positiven Mehrwert. Das zeigen eindeutig all die gelungenen Selbstbestimmungen der letzten fast 20 Jahren in Europa. Wie das gerade in Süd-Tirol gehen könnte oder sollte, darüber müssten sich die Politiker den Kopf zerbrechen, in der AP Bozen, in Innsbruck in Tirol, in Italien und in Österreich. Irgendwann wird der richtige Zeitpunkt schon kommen, wo man auch in der Landespolitik diese Frage nach der Selbstbestimmung politisch stellen wird. Andere Länder in Europa und jetzt sogar in der EU selbst machen es den Befürwortern der Selbstbestimmung in Süd-Tirol vor, wie das geht und wie man auf diesem Weg Erfolg haben kann.
27.09.2007
E.Ekat, München
Anton, da ist viel Programmatik enthalten, die ich unterstützen kann. Das Recht auf Selbstbestimmung muß und wird erhalten bleiben solange, bis es eine Abstimmung gegeben haben wird. Punkt. Ich sehe allerdings nicht, daß Italien dies bereits jetzt noch verhindern würde, das Wehklagen ist nach dem Cossiga- Vorstoß nicht mehr angebracht. Gut gefallen haben mir die Gedanken, die italinischsprechenden Südtiroler näher an ein gemeinsames Südtirol heranzuführen. Ich unterstreiche hier nochmals, daß Südtirol so viele Einzelstellungsmerkmale hat sowohl gegenüber Italien, aber auch gegenüber Österreich und Tirol, daß dies zu einer eigenständigen Südtiroler Identität ohne weiteres ausreicht ! Südtirol ist weitgehend eigenständig, und wird auch so wahrgenommen.. Man wird sich entscheiden müssen, ob man die Volksgruppen nun sich aufeinanderzubewegen läßt bevor es zur Ausübung der Wahl zur Selbstbestimmung kommt. Oder aber ob man dieses Aufeinanderzugehen verschieben wird auf die Zeit, nachdem eine Wahl zur Selbstbestimmung abgehalten wurde. Das bleibt also die große Frage. Ich sehe jedoch keine Möglichkeit, in der bisherigen erstarrten Gruppenbildung zu einer Lösung, zu einer erfolgversprechenden Wahl kommen zu können. Das ist der Grund, warum ich sage: dann sollte Südtirol den anderen Weg einschlagen, den europäischen Weg, und eine vollständigere Integration der in Südtirol lebenden ins Auge fassen. Die dabei sich bietenden verschiedenen kulturellen und mentalen Kräfte als einen Vorteil begreifen, von der alle Beteiligten profitieren, udn dies so kommunizieren und unterstützen. Kurz: die gemeinsame Südtiroler Identität in den Vordergrund stellen selbst auf die Gefahr hin, (die ja von einigen sehr gefürchtet ist), daß am Ende ein selbstständiges Südtirol dabei herauskäme. Was wäre dadurch tatsächlich verloren gegenüber dem derzeitigen Status? Nichts. Die Abgrenzung zu Österreich wäre nicht vertieft. Auf jeden Fall jedoch wäre man nicht mehr an Rom gebunden, sondern frei. Das ist doch der große, momentan vorzuweisende gemeinsaem Nenner der Südtiroler, wofür ich sogar Sympathie unter den süditalienischen Südtirolern erwarten würde. Sofern diese nicht als Österreicher untergehen, sondern dann Teil eines eigenständigen Südtirols sein dürften__________Die Integrationsarbeit, der dazu notwendig ist, liegt immer bei der größeren Gruppe, also hauptsächlich bei den deutschsprachigen Sdtirolern. Diese müssen ihr Interesse an einer gemeinsamen Identität aller Südtiroler kenntlich machen. Eine gute Planung, d.h. zunächst die Identifizierung gemeinsamer Interessenfelder, dann die Herausstellung dieser Felder, die dazugehörigen Mittel bereitstellen, und dann dieses Konzept konsequent verfolgen. Dazu Zeit, 10 bis 15 Jahre vielleicht, das ist es, was Südtirol eine gemeinsame Ausrichtung, mit dem Ziel einer gemeinsame Identität geben würde. Es gibt dazu unendlich viele Betätigungsfelder im kulturellen Raum, im Bereich des Sports, im kulinarischen bereich, im Bereich der Industrie, wo sich die einzigartige Lage Südtirols zwischen 2 Sprachgebieten auch hierzu nutzbar machen ließe. Aber auch im Bereich der Bildung, also Schule, als auch im Bereich der Fortbildung. Auch da geschieht ja einiges. Weitere Beispiele wären die industriellen Ansätze zur Wasserstoff-Wirtschaft, also erneuerbare Energien, die im Moment in Südtirol aufgelegt werden, und die zu einer gemeinsamen Identität als Südtiroler beitragen könnten unter dem Stichwort: Innovation in Südtirol. Den Stolz zu einer gemeinsamen Sache der Südtiroler machen. Ich nenne weiterhin die Universität usw usf. _______Die Alternative lautet: weitere Zeit verstreichen zu lassen. Warten worauf ? Daß vielleicht Italien mal auseinanderfällt. Eine mehr als ungewisse Hoffnung mit vielen Unbekannten. Denn auch hierbei wäre nicht zwingend, daß daraus ein Anschluß als österreichisches Bundesland folgen müsse.
26.09.2007
Anton, St. Anton
Meiner Meinung nach es wird früher oder später auch einmal für das Land Süd-Tirol der richtige Zeitpunkt für die Ausübung des Rechtes auf die eigene Selbstbestimmung kommen. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass man daran festhält und auf dieses Ziel in der Gesellschaft politisch hinarbeitet. Die Selbstbestimmung der Süd-Tiroler betrifft natürlich in erster Linie die Menschen aller Sprachen, die hier leben. Die deutschsprachigen Süd-Tiroler und Alt-Östereicher und ihre Nachfahren zu denen auch ich gehöre, sind aber sicher keine kleine Minderheit in diesem Land, sondern ein halbsouveränes Staatsvolk. Die Autonome Provinz Bozen ist Dank dem zwischen Italien und dem Vaterland Österreich 1946 ausgehandelten Pariser Autonomie Vertrag auch keine rein inneritalienische Angelegenheit, sondern die AP Bozen ist ein Subjekt des Völkerrechts, mit der Schutzmacht der eigenen Interessen, nämlich Österreich an der Seite. In diesem Pariser Vertrag wurde festgehalten, dass die oberste Schiedinstanz in allen Streitfragen die UNO ist und das wäre von Italien auch in der Selbstbestimmungfrage Süd-Tirols in der Gegenwart und in der Zukunft zu respektieren. Ich glaube fast, die Frage der Tiroler Einheit ist in unserer Zeit mehr eine Frage der verschiedenen Sichtweisen der Generationen. als eine Frage, die zwei Länder und Völker entzweien würde. Wir leben heute in einem vereinten Europa und sollten laut EU so bald als möglich zusammenwachsen, natürlich vor allem die Länder, die benachbart sind. Für mich persönlich und für die jüngeren Generationen ist nicht einmal die Staatsgrenze am Brenner so wichtig, wenn man unter den entsprechenden Umständen in allen tiroler Landesteilen diese Einheit der Tiroler in Süd Nord und Ost und vieleicht auch einmal in Trentino leben könnte. Das ist aber so lange nicht der Fall, solange die Generation der sog. Eroberer des Alto Adige, oder die noch in diesen Kategorien noch denkt, den Menschen in Süd-Tirol das Recht auf die Ausübung der Selbstbestimmung verweigert und mit sich über die Frage der Eineit in Tirol nicht reden lässt. Sogar die eigene italienische Minderheit wird hier als Geisel dieser Politik von den heutigen Machteliten in Italien behandelt. Die Süd-Tiroler werden sich nicht so bald freiwillig italianisieren lassen und die Teilung der Heimat so einfach mit der Zeit vergessen. Eine kluge und behutsame Selbstbestimmung, von mir aus auch eine langsame würde endlich einmal die Sprachgruppentrennung zu überwinden helfen. Für die Italiener in Südtirol ist es nich lustig in Ghetto zu leben und von der Mehrheitsbevölkerung in diesem Land so oft nur als "Zaungäste" behandelt zu werden, daher sie kapseln sich ab, lehnen die deutsche Sprache und die süd-tiroler Lebensweise meistens ab und leben in ihrer kleinen Welt, die sie Alto Adige nennen. Sie verdienen ganz sicher eine bessere Zukunft, die meiner Meinung nach nur nach der Selbstbestimmung möglich sein wird, bzw. nach der Klärung dieser Frage. Das Disagio würde endlich verschwinden und es würden nach der Selbstbestimmung nicht weniger sondern sogar mehr Italiener nach Süd-Tirol kommen und hier willkommen sein , um hier und anderswo in Tirol mit den Süd-, Nord- und Ost-Tirolern Europa zu leben. Die jungen Menschen in beiden Ländern verstehen das sehr gut, die alten leider nicht, da kann man leider nicht viel machen. Eine gefügsame Süd-Tiroler Volksgruppe wollte man schon immer in Italien haben. Zuerst versuchte man es mit Assimilierung zu erreichen, dann mit Italianisierung und später nach 1946 mit Majorisierung. Diese Bemühungen der italienischen Fremdherrschaft haben kein Erfolg gehabt und stattdessen schlitterte Süd-Tirol seinerzeit in den 60er Jahren beinahe in eine Entwicklung, wie wir sie aus Nordirland, oder aus baskenland kennen. Erst als man die Notwendigkeit des Dialogs mit den Süd-Tirolern in Rom eingesehen hat, hat es eine Entwicklung zum Besseren gegeben, die Gott sei Dank bis heute anhält. Solange aber die Menschen hier letztenendes das Gefühl haben, dass nur sie und ausschliesslich sie allein über die eigene Zukunft nicht aus freien Stücken in allen Fragen entscheiden werden können, so lange wird dieses Thema der Selbstbestimmung aktuell bleiben und Italien wie ein Tantragebet begleiten. Aufgrund der traurigen Erfahrung mit der italienischen Staatsmacht hier ist diese Stimmung in breiten Massen der Bevölkerung so wie sie ist und das wird sich nicht so bald ändern. Eine reslose Entkrampfung im gegenseitigen Verhältnis und eine gemeinsame Zukunft von Süd-Tirolern und Ladinern und Italienern, vieleicht einmal auch in einem Land Tirol in zwei EU Staaten Italien und Österreich ohne Disagio, ohne Sprachgruppentrennung und ohne das Gefühl der gegenseitigen Benachteiligung wird es auch in Süd-Tirol zu Nulltarif ganz einfach nicht geben. Jede Seite müsste etwas wirklich substantielles dazu beitragen und da sehe ich auf der Staatsebene in erster Linie Italien in der Pflicht und auf der lokalen Ebene die Landespolitik in Bozen in ihrer Politik gegenüber der italienischen Sprachgruppe. Ich kann meine Meinung zu dieser Frage der Selbstbestimmung kundtun, wenn es mir nachher vieleicht besser geht, aber ich werde genauso wenig italienische Machtkreise dazu bewegen den Süd-Tirolern bald die Selbstbestimmung zu erlauben, wie manche Forumteilnehmer durch ihre Beiträge die paradisischen Zustände ohne Disagio in Süd-Tirol herbeiführen werden. Die Tiroler sind gute Handelsleut, auch im Süden dieses Landes, sie geben nix für nix, daher wenn man endlich einmal diese Frage der Selbstbestimmung klären würde, so oder so, dann würde man wissen als Orientierungshilfe woran man politisch ist und entweder in Richtung der Vertiefung der insitutioneller Landeseinheit der AP Bozen Südtirol mit dem Bundesland Tirol politisch arbeiten, oder beim status quo eben bleiben und sich auf die Aufgaben der Autonomie konzentrieren. Mein letzter Exkurs in die Geschichte diente dazu, um es zu veranschaulichen, dass man mit Italien als Staat in der Selbstbestimmungfrage der Österreicher im Jahre 1921 in Ödenburg in Westungarn eine tragische Erfahrung gemacht hat, und ob man jetzt gerade Italien in der Frage der Selbstbestimmung in Süd-Tirol über den Weg trauen kann, das weiss ich nicht, ausserdem diese Frage stellt sich für Italien nicht, für sehr viele Süd-Tiroler eben schon. Die Stadt Ödenburg in Westungarn hat dennoch bis heute eine bedeutende alt-österreichische Minderheit behalten können und diese Stadt ist meines Wissens auch eine Partnerstadt der Landeshauptstadt Bozen, daher allein aus diesem Grund war es mir wichtig einige Paralellen in der tragischen Geschichte der durch Italien verhinderten Selbstbestimmung zwischen diesen beiden alt-österreichischen Städten aufzuzeigen. Ich wollte, bzw, ich will nicht durch meine Beiträge niemand die Arbeit des Lesens und des Antwortens anschaffen, sondern im Interesse dieses Forumthemas, das nämlich ist, die Selbstbestimmung im Hinblick auf die geplante Verankerung der Schutzmachtfunktion in der neuen österreichischen Bundesverfassung als Staatsziel der Republik , gerade diese aus verschiedenen Blickwinkeln der Politik, der Gesellschaft und der Geschichte beleuchten, die für das Verständnis der gesamten Problematik von Bedeutung sind. Ich hoffe sehr, dass mir das in Ansätzen gelungen ist. Ein bekannter französischer Historiker Jacques Bainville hat einmal in seinem Buch "Die Geschichte zweier Völker" gemeint; "Indem wir der Kette der Zeit folgen, folgen wir der Kette der Verantwortlichkeiten und der Ursachen. Wie sind die einen mit den anderen verflochten?... Wir entkommen dieser Abhängigkeit nicht. Verstehen wir wenigstens, wie sie wirksam sind." Ich glaube persönlich nicht, dass man die italienische Seite in dieser Debatte in diesem Forum damit überfordern würde. Ganz im Gegenteil, man darf endlich auch in dieser Frage der Selbstbestimmung Süd-Tirols ohne wenn und aber und ohne Scheuklappen im gegenseitigen Respekt nicht nur in der hohen Politik, sondern auch hier inhaltlich diskutieren. Sollte das jemand lesen wollen und sich darüber eigene Gedanken machen und sogar antworten wollen, umso besser. Ich bin gerne bereit auch meinen bescheidenen Beitrag zur Selbstbestimmung Süd-Tirols zu leisten, indem ich bestimmte Themen anspreche, die für diese Selbstbestimmung aus meiner Sicht ausserordentlich wichtig sind. Ich hoffe in diesem Sinne der Tiroler Heimat in allen Teilen dieses geteilten Landes, sowie unserem gemeinsamen rot-weiss-roten Vaterland damit etwas gutes getan zu haben.
25.09.2007
E.Ekat, München
@Anton: Ihr Artikel ist ausgedruckt 4 Seiten lang. Auch wenn man aus der Geschichte lernen muß, so soll man sich nicht zum Gefangenen der Geschichte machen lassen. Die Mehrheit der Südtiroler würde sich gerne von Italien lossagen. Sorgen sie dafür, daß diese Mehrheit sich Österreich anzuschließen wünscht. Dann sind alle Ihre Probleme beseitigt. Sie können sicher sein: sobald eine der drei möglichen Varianten sich einer Mehrheit gewiß ist, wird es Wahlen geben. Die Forderungen nach Wahlen ohne diese Sicherstellung, wie wir dies derzeit erleben, ist aufgrund der möglichen und dann endgültigen Konsequenzen nicht zu verantworten. Keine Lösung ist es, eine nicht ausreichende Mehrheit für den Anschluß an Österreich durch Verfahrenstricks ersetzen zu wollen. Beispielsweise durch zwei aufeinanderfolgende Abstimmungen. Dazu erhalten Sie weder die notwendige italienische Zustimmung, die sich nicht über die Interessen ihrer eigenen italienischstämmigen Bürger hinwegsetzen darf. Das beurteilt die EU, deren Zustimmung Sie ebenfalls benötigen, ganz gewiß genauso. Auch Österreich dürfte kein Interesse daran haben, sich ein Bundesland einzuverleiben, in welchem unruhige Bürger sich durch ein undemokratisches Verfahren übervorteilt fühlen würden. Nur ein Wahlvorgang, in der jeder Stimme gleiches Gewicht zukommt, beinhaltet die Chance der allgemeinen Akzeptanz, und nebenbei der rechtlichen Durchsetzbarkeit des Ergebnisses jedes Wahlausganges. Ein Wahlverfahren, welches mehrere Wahlgänge vorsieht, um ein gewünschtes, durch einfache Wahl aber nicht erbringbares Ergebnis herbeizuführen, hätte wiederum vor dem Europäischen Gerichtshof unter dem Aspekt der Gleichbehandlung meines Erachtens nach keine Chance. In dieser Weise darf man villeicht in parteiinternen Abstimmungen vorgehen, oder im Parlament. Nicht jedoch gegenüber dem Bürger. Der fühlt sich ausgetrickst. Schon garnicht kann man so vorgehen bei völkerrechts-basierten Grundsatzwahlen. Anton, das ist völlig unrealistisch. Das Dilemma Südtirols besteht darin, daß die vorhandene klare Mehrheit der Bevölkerung sich bezieht auf etwas, was die Südtiroler nicht haben wollen: eine Bindung an Italien. Hingegen keine ausreichende Mehrheit ist vorhanden dafür, was sie stattdessen haben wollen. Diese Mehrheit ist jedoch notwendig, sonst können Sie die derzeit vorhandene Bindung an Italien nicht ablösen. Sie kommen um den Nachweis einer Mehrheit(!) durch eine(!) Wahl nicht herum. Da helfen auch keine Rückblicke auf die Vergangenheit.
25.09.2007
Anton, St. Jakob
Zum Thema Selbstbestimmung Süd-Tirols passt auch ein kleiner Ausflug in die neuere österreichische Geschichte um 1918-21, wo auch dabei die italienische Diplomatie eine verhängissvolle Rolle gespielt hat. Wie man sich noch so gut in Süd-Tirol daran erinnern kann, versuchten die italienischen Militärverwalter kurz nach Besetzung Süd-Tirols im November 1918 bei der Bevölkerung den Eindruck zu erwecken, dass man sich hier nur als "Gast im fremden Haus auf Zeit befindet" und dieser Satz fand sich im November 1918 überall in öffentlich angegrachten Bekanntmachungen der italienischen Militärbehörden an die deutschsprachigen und die ladinischen Süd-Tiroler. Der Gedanke, Italien würde ein Drittel des rein deutschsprachigen Tirol, auch im südlichen Teil bis nach Bozen und Salurn so gut wie ohne Italiener bei Vergewaltigung des Selbstbestimmungsrechtes der 99% der davon betroffenen Bevölkerung für sich reklamieren, schien damals den Menschen dermassen absurd und abwegig, dass man eher an eine kurze und vorübergehende Periode unter dieser plötzlichen neuen italienischen Herrschaft hier glaubte. Das ist auch das einmalige in der neueren Geschichte Europas, dass ein Land wie Italien sich in der Völkergemeinschaft damit nach 1918 und 1946 auch durchsetzen konnte. Am anderen Ende Österreichs im Nordosten spielte sich damals fast genauso, wie in Süd-Tirol die Geschichte einer anderen durch den direkten Einfluss Italiens gescheiterten Selbstbestimmung der Österreicher ab, nämlich in sog. Deutsch-Westungarn in einem Teil des historischen Burgenland um die Städte Ödenburg, Wieselburg, Güns, Eisenburg usw. Die alte k.u.k. Österreichische Doppelmonarchie war gerade zerfallen und in den Friedensverträgen von St. Germain und Trianon verhandelten die Sieger mit den Besiegten die neuen Grenzen in Europa aus. Auf der Grundlage der Selbstbestimmung der Völker forderten damals in Österreich und international die Alt-Österreicher in Westungarn das Recht über die Frage der endgültigen Staatzugehörigkeit frei und unbehindert abstimmen zu dürfen. Damals lebten in diesem Land fast 300 Tausend deutschsprachige Österreicher = 69%, ca 80 Tausend Ungarn = 18%, 42 Tausend Kroaten = 10% und 14 Tausend Slowenen = 3%. Die gerade gegründete Republik Östereich forderte von der Welt in einer Staatserklärung vom 22. Nov 1918 das Selbstbestimmungsrecht für die ausserhalb der Grenzen der Republik verbliebenen Alt-Österreicher, auch in diesem Gebiet in Westungarn und nicht nur in Süd-Tirol, oder Süd-Böhmen und Mähren. Dieses Land ist auch unter dem Namen "Vierburgenland" bekannt und von den vielen Burgen bei den Ortsnamen leitet sich auch der heutige Name des Burgenlandes ab. In diesen westungarischen Komitaten gab es nach ofiziellen ung. Angaben, Volkszählung von 1910 fast eine 2/3 starke deutschsprachige und nicht ungarische Mehrheit. Seit dem österr.-ung. Ausgleich im Jahre 1867 hatten in diesem Gebiet allein nur die Madjaren das Sagen gehabt und sie bedienten sich vielfältig der Assimilierungspolitik. Die Ungarische Hälfte der Monarchie stellte für die eigenen Länder auch den Anspruch der ofizielle Sprachgebrauch hättedamals nur auf Ungarisch zu erfolgen, Deutsch nur eine zweite Behelfssprache, so ähnlich wie heute in Süd-Tirol. Bei der Beamtenauswahl bevorzugte man nur Ungarn, die geographischen Bezeichnungen, d.h. alle Orts-, Flur- und Strassennamen wurden durch entsprechendes Gesetz (seit 1898) im ofiziellen Sprachgebrauch in Ungarn nur auf ungarisch zugelassen, in den Schulen hatte man die Sprachen der Minderheiten bestenfals als Freifach erlaubt. Sogar die Gottesdienste in der jeweiligen Muttersprache und die Tätigkeit der Vereine und die Presse der Minderheiten wurden sehr stark eingeschränkt. Die politische Tätigkeit wurde nur im Rahmen von rein ungarischen politischen Parteien erlaubt, wobei die Auswahl und die Zulassung von Kandidaten den Parteizentralen in Budapest vorbehalten war. Diese schamlose Beschneidung der Minderheitenrechte in Ungarn war damals weltweit unter dem Begriff "Ungarische Wahlen" bekannt, wenn man manipulierte Wahlen damit treffend bezeichnen wollte. Nach dem Ausgleich mit Ungarn wurden die Minderheiten der Willkür einer ungarischen machtrunkenen Beamten- und Gendarmenklasse, sowie der Herrschaft der ung. Aristokraten preisgegeben. Nach dem I. Weltkrieg bestimmte u.a. der Vetrag von Trianon 1920, dass Ungarn die deutschsprachigen westungarischen Gebiete an Österreich abtreten sollte. Dieser Vetrag ist am 27. Juli 1921 nach der Ratifizierung in Kraft getreten. In der zwischenzeit war die ungarische Regierung international fieberhaft tätig, um in der Welt den Eindruck zu erwecken, dass die deutschsprachigen Alt-Österreicher den Anschluss an Österreich nicht wünschen würden, da sie seit langer Zeit die Vorzüge des Madjarentum zu schätzen gelernt hätten und die ungarischen Diplomaten haben auch gute Zuhörer in dieser Sache für diese eigenartige Argumentation gerade in Italien gefunden. Die Lösung der Selbstbestimmungfrage sah man in diesem Fall in Budapest nur in der Gewährung der Autonomie für das heutige österreichische Bundesland Burgenland. Die Siegermächte haben für Ende August 1921 dennoch einen Machtübergabetag an Österreich festgesetzt. Am Morgen des 29.Aug 1921 marschierten mehrere Tausend Gendarmen, später das österr. Militär in einem grossen Teil des Burgenlandes ein. Ein anderer Teil des Landes wurde weiterhin von ungarischen Truppen besetzt gehalten, sowie aus den Reihen der "Freiwilligen" rekrutiert, die aus ung. Kerkerinsassen "zur Bewährung und Rehabilitierung im Dienste der Verteidigung der ungarischen Heimat" stammten. In dieser Phase der Selbstbestimmung der Alt-Österreicher in Westungarn übte international gerade Italien, vor allem in der Botschaftskonferenz der Siegermächte Druck zugunsten Ungarns aus. Im Oktober 1921 richteten daher Frankreich und England eine Aufforderung an Österreich, der "gutgemeinten" Einladung Italiens zu Verhandlungen mit Ungarn über die endgültige Lösung der Frage der Selbstbestimmung der Alt-Österreicher in Westungarn in Venedig zu folgen. Das führte zur Unterzeichnung des berüchtigten "Protokolls von Venedig" zwischen diesen beiden Staaten unter der "gutgemeinten Schirmherrschaft" vor allem Italiens. Das Protokoll regelte die übergabe des Burgenlandes an Österreich und die Modalitäten der Volksabstimmung zur Frage der künftigen staatlichen Zugehörigkeit der angestammten alt-österreichischen Bevölkerung, vor allem um die damalige Hauptstadt des Burgenlandes Ödenburg, heute ung. Sopron (althochdeutsch Suprun = Sauerbrunn), also das Gebiet, das sich noch unter ungarischer Kontrolle befunden hat und wo auf Drängen der Italiener ein Referendum unter der "Aufsicht" auch der italienischen Wahlbeobachter stattfinden sollte. Österreich drängte auf eine korrekte Durchführung der Volksabstimmung und war sich in Kenntnis der pro-österreichischen Stimmung der betroffenen Menschen sicher, dass diese Entscheidung eindeutig zugunsten von Österreich ausgehen würde. Die Kontrolle über die Erstellung der Stimmlisten und über den Verlauf der Abstimmung hat man der ungarischen Staatsmacht überlassen, die ja bekanntlich von den noch so neutralen italienischen "Wahlbeobachtern" beaufsichtigt wurde. Manche Historiker meinen, Ungarn hat sich diese "Unterstützung" ganz einfach erkauft. Die Liste der Manipulationen und der historisch nachgewiesenen Fälschungen unter der Aufsicht der allierten Generalskommission bei dieser Abstimmung im Dezember 1921 ist bekanntlich meterlang, wie Streichung von der Wählerliste von unzähligen Alt-Österreichern, wie z. B. Kriegsflüchtlinge und die sich vorübergehend, oder kurz gerade nicht im Lande aufhielten, doppelte und dreifache Namensführung von Ungarn, Ausstellen von Wahlunterlagen für bereits verstorbene Menschen ung. Nationalität für Strohmänner, Aufnahme in die Wählerlisten der gerade frisch zur Wahl angereisten Menschen aus dem ung. Hinterland, die nur einen entfernten Heimatbezug "nachweisen" mussten. Die ethnische Zusammensetzung war zu diesem Zeitpunkt in diesem Abstimmungsgebiet zu cirka 3/4 deutschsprachig und alt-österreichisch, der Rest war ungarisch oder kroatisch, dennoch am 16. Dez 1921 stand das Ergebnis fest, 65,1% für Ungarn und 34,9% für Österreich! Hätte man auch unter den Bediengungen des Krieges geflohene Menschen und andere Wählergruppen, wie z.B. aus wahltaktischen Gründen nicht zugelassene deutschsprachige Bürger auch abstimmen lassen, so wäre dieses Referendum sicher zu über 70-75% zugunsten Österreichs damals ausgegangen. Es war eine glatte Wahlmanipulation und eine klare Wahlfälschung, also wie in früheren Zeiten eine echte "ungarische Wahl". Der Welt wurde so vorgetäuscht, dass man in Ungarn mit "Unterstützung" aus Italien dem Gebot der Selbstbestimmung in diesem Teil des damaligen Europa und Burgenlands Genüge getan hätte. Trotz Wahlmanipulationen auf Biegen und Brechen waren die Ungarn dennoch von dem Ergebnis enttäuscht, aber man hat sich getröstet, dass man mit Hilfe vor allem aus Italien "gesiegt" hätte und die Stadt Ödenburg/Sopron dürfte sich ab diesem Zeitpunkt mit dem verliehenen Prädikat "Die treueste aller Städte Ungarns" schmücken. Es war wieder einmal einer dieser "italienischen Siege" während und nach dem I. Weltkrieg, wo man mit militärischer und diplomatischer Gewalt, Verrat und Betrug ganze Landstriche mit einer einheitlichen ethnischen Zusammensetzung in der angestammten Bevölkerung, der Fremdherrschaft einer Staatsmacht ausgesetzt hat, die man bis dahin nur aus der Beschreibung und aus der Ferne kannte. In Süd-Tirol war damals Italien so fremd, wie vieleicht Frankreich. Was die weitere Geschichte des Ödenburger Landes betrifft, so hat man gleich nach diesem Referendum von Dez. 1921, trotz versprochener Autonomierechte für die noch vorort verbliebene alt-österreichische 2/3 Bevölkerungsmehrheit, mit einer Turbo-Madjarisierungspolitik dieses kleinen Landes begonnen, Die vorgangsweise war haargenau die gleiche, wie unter Mussoliniterror in Süd-Tirol und auch später, d.h. Industrialisierung und damit verbundene Ansiedlung von Zehntausenden aus ganz Ungarn, Verlegung und Verstärkung zahlreicher Streitkräfte an der neuen Grenze, auch der Polizei, der Zollwache sammt Familienanhang, Ausbau der eigenen Infrastruktur, wie Postwesen, Eisenbahn mit entsprechender rein ungarischer Postenbesetzung, Ausbau des ung. Schulwesens und Gründung von neuen rein ung. Schulen und Internate, Förderung der Abwanderung der Alt-Österreicher über die Grenze nach Burgenland. Die verbliebenen Alt-Österreicher waren die sog. Wirtschaftsbürger, Weinbauer, Landwirte, Handwerker, Ladeninhaber, Wirtsleute, Fabriksbesitzer, Pension- und Hotelinhaber, da dieses kleine Land schon immer Aufgrund seiner gemütlichen Heurigenschänken und der schönen pannonischen Landschaft, sowie der ausgezeichneten burgenländischen Küche von den Gästen aus dem Umland bis nach Wien sehr geschätzt worden ist. Die wirtschaftliche und auch kulturell von den Ungarn damals so empfundene Überlegenheit der Ödenburger "Deutschen" führte in der Zwischenkriegszeit bald zur Bildung eines ungarischen antideutschen Chauvinismus, wo der Neid und die erfolglosen Assimilierungsversuche der Alt-Österreicher einen Boden für die spätere Hetze und die Vertreibung 1945-1946 und Absiedlung von den meisten deutschsprachigen Ödenburger Burgenländern vorbereitete. Auch hier "schenkte" 1933 und nach 1938 der Führer des Grossdeutschen Reiches dieses kleine Land, das ihm niemals gehörte, dem damaligen ungarischen faschistischen Diktator Horthy, da Ungarn diese Frage bereits 1933 mit Erfolg zur Vorbedingung einer politischen Zusammenarbeit mit dem Dt. Reich machte, was wiederum eine Paralelle zur Geschichte Süd-Tirols 1939 darstellt... Die alt-östereichische Stadt Ödenburg wird oft als das verlorene Herz Burgenlands genannt und genauso wie im Falle von Süd-Tirol war es gerade Italien, das die entscheidenste Rolle bei der Verhinderung der Verwirklichung der Selbstbestimmung für die Alt-Österreicher spielte. Die Gegend um Meran könnte man vieleicht auch das verlorene Herz Tirols nennen, aber im Gegensatz zu dieser Geschichte des Verlustes der über Jahrhunderte angestammten Heimat in Ödenburg haben sich die Alt-Österreicher und damit meine ich die Süd-Tiroler, in ihrem eigenen Land bis heute als die "Staatsbevölkerung" der AP Bozen-Südtirol erhalten können und die Autonomie wird noch dazu fortwährend ausgebaut. Wer würde nicht dabei an die Geschichte um Landesvater Andreas Hofer um 1809 und seine "Herz-Jesu Widmung" des ganzen Landes Tirol denken. In zwei Jahren wird man den 200. Jahrestag dieser in der ganzen tiroler Geschichte zuerst gescheiterten, aber doch einmaligen Tiroler Volkserhebung gegen die Fremdherrschaft der Bayern, Napoleons und des Kgr. Italien, für ein Land Tirol und für das Vaterland Österreich feiern können. Es wäre daher eine gute Gelegenheit gerade für die Traditionsverbände, wie die Tiroler Schützen in allen Teilen der geteilten Heimat daran zu denken und diese einmalige "Herz jesu Widmung" von Andreas Hofer diesmal 2009 zu erneuern. Gerade die Religion bringt sehr vielen Menschen Zuversicht , Kraft und Hoffnung, dass die Teilung Tirols nicht ewig anhalten wird. Manche mögen es vieleicht Zufall nennen, dass gerade die Süd-Tiroler damals zwischen 1939-43 bei der sog. "Option für das Reich" die Heimat letztenendes nicht aufgegeben und nicht verloren haben und heute ist diese Heimat schöner denn je, auch wenn die Selbstbestimmungsfrage hier noch nicht restlos geklärt worden ist, daher brauchen wir alle, die diese Selbstbestimmung in Süd-Tirol unterstützen und befürworten auch ein wenig Hilfe von oben und Gottes Segen, damit dieser langgehegter und gerechter Wunsch der meisten Menschen hier und in Vaterland selbst einmal in Erfüllung geht.
24.09.2007
E.Ekat, München
schrittweise Abstimmung: eine Verfahrensweise, welche die mittlerweile in Südtirol ansässigen Italiener, sowie die Verfechter einer Selbstsändigkeit durch Verfahrenstricks aushebelt. Dafür solle es dann nicht eine, sondern gleich zwei, jedoch dann zeitlich getrennte Abstimmungen geben, um die dann jeweils anfallenden Mehrheiten zugunsten der Anschlußlösung zur Wirkung zu bringen. Ein höchst anrüchiges Verfahren, welches ein demokratisch herbeigeführtes Ergebnis von vornherein unmöglich macht. Meinen Segen habt ihr. Ob die EU dergleichen mitmachen kann, oder Italien, oder die SVP, das ist eine andere Frage. Der fast heilige Akt zur Ergreifung der Selbstbestimmung, der würde zu einer gefinkelten Angelegenheit, bei der es von vornherein erboste Minderheiten geben würde. Von einer fairen, dem Anlaß angemessenen Abstimmung würde niemand mehr ausgehen. Das scheint einigen aber herzlich egal zu sein. Es wird so nicht kommen, @ Anton, St.Jakob.
22.09.2007
silvia, montan
wann kommen die italienischen namen endlich weg. weiss jemand mehr?
22.09.2007
Anton, St. Jakob
Das Landesamt für Europäische Integration der EU in Bozen Gerbergasse 69 hat die Aufgabe das kulturelle, soziale und wirtschaftliche Zusammenwachsen der geteilten tiroler Landesteile und die politische, wirtschaftliche, sowie kulterelle Integration zwischen Österreich und Italien im Alpenraum zu fördern. Vor wenigen Tagen wurde bekanntgegeben, dass die Europäische Kommission cirka 80 Millionen Euro für operationelle Programme und Projekte zu Interreg IV für die Republiken Italien und Österreich genehmigt hat. Die Partner in diesen Programmen sind auch unter anderem das Bundesland Tirol und die Autonome Provinz Bozen-Südtirol. Mehr zu diesem Thema kann man unter der folgenden Adresse erfahren: www.interreg.net/ Die eingesetzten Arbeitsgruppen haben die Aufgabe in Innsbruck und in Bozen die Deteils der Umsetzung dieser grenzübergreifenden operationellen Progamme zu klären und deren oberstes Ziel ist das Zusammenwachsen der historisch gewachsenen Regionen in der Europäischen Union der Gegenwart zu fördern. Darunter versteht man auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den österreichischen Bundesländern Salzburg und Kärnten und Venezia Giulia, sprich die Provinzen Triest, Gorizia, und Udine. Die Vertragspartner bei Interreg IV sind also die EU, Österreich und Italien, sowie auf der lokalen Ebene die oben genannten Bundeländer und Provinzen. In diesen Monaten wird gerade ein Begleitausschuss eingerichtet, in dem alle Partnerländer auf der zwischenstaatlichen und lokalen Ebene versammelt sind. Dieser Ausschuss hat die Aufgabe die Kriterien festzulegen, nach denen die grenzüberschreitenden Projekte ausgewählt und finanziell auch vom Landesamt für Europäische Integration in Bozen unterstützt werden. Gegen Jahresende werden wahrscheinlich die geltenden Kriterien bekanntgegeben, nach denen die Projektvorschläge aus allen Bereichen der Gesellschaft und aus allen Teilen Tirols, sei es Süd, Nord oder Ost eingereicht werden können, auch eine neue Homepage dieses Interreg-Programmes ist in Planung, die alte ist ein wenig veraltet. Das oberste Ziel dieses EU-Programmes ist wie bereits erwähnt wurde, die Förderung der Integration und des Zusammenwachsens der historisch und kulturell und wirtschaftlich gewachsenen Regionen, in diesem Fall auf beiden Seiten der heute existierenden Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien, d.h. von Trient bis Innsbruck und von Salzburg bis Triest. Die EU erfindet aber in diesem Fall ganz sicher nicht das Rad neu.In diesem Raum hat es schon einmal eine sehr lange Zeit gegeben, wo all diese Länder eine ungeteilte kulturelle und politische Einheit in der Monarchie gebildet haben und das ununterbrochen über 5-6 Jahrhunderte von ca 1360 bis 1918 nach dem I. Weltkrieg, als vor allem das Land Tirol gegen den ausdrücklichen Willen der Bevölkerung auf beiden Seiten des Brenners geteilt worden ist. Die EU ist vor allem eine Wirtschaftsunion, aber sie zählt zu ihren wichtigsten Aufgaben auch die Förderung der Völkerverständigung und Versöhnung als Voraussetzungen für das politische Gelingen dieser Union. Die Erfolge dieser Politik der EU liegen auf der Hand und man kann die Vorteile der bis jetzt erfolgten Integration gerade in Tirol zwischen Salurn und Kufstein tagtäglich sehen und spüren. Nicht nur Europa wächst zusammen, sondern auf der lokalen Ebene auch die noch geteilten Teile eines Landes, dass eine Grenze quer durch das Land Tirol am Brenner nie in seiner Geschichte gekannt hat. Gerade diese Grenze wird noch von sehr vielen Menschen in Tirol mit der Last einer Dornenkrone verglichen und auch von dieser tragischen Geschichte der Teilung von sehr vielen betroffenen Menschen auch so empfunden, vor allem wenn man an die Folgen der gewaltsamen Ereignisse im Widerstand der 50er und 60er Jahre gegen Verweigerung der im Pariser Vertrag 1946 versprochenen Autonomie und weitere zügellose Italianisierung in "Ober-Etsch" denkt. Seit mehr als 30 Jahren gibt es endlich eine gute und über Jahrzehnte anhaltende positive Entwicklung in Süd-Tirol, und Dank dem unermüdlichen politischen Kampf der Sammelpartei der Süd-Tiroler, der SVP für die Umsetzung der zwischen Italien und Österreich vereinbarten Autonomie auf Punkt und Beistrich ist langsam aber doch aus der einst mit roher Gewalt unterdrückten und "verkauften Heimat" ein Vorzeigeprojekt der Konfliktlösung in Europa geworden. Diese Süd-Tiroler Autonomie darf aber nie stehenbleiben, sie sollte fortwährend weiter entwickelt und der neuen Zeit angepasst werden und am Ende müsste meiner Meinung nach endlich die Freiheit der Selbstbestimmung für alle Süd-Tiroler aller Sprachen stehen. Würde man bald, d.h. in einem halben Jahr die Menschen hier zu dieser Frage frei und unbehindert abstimmen lassen, dann bin ich mir sicher, dass die überwiegende Mehrheit der Wahlberechtigten so um 67-70% die Selbstbestimmung Süd-Tirols, d.h. eine Zukunft des Landes ohne Italien als Staatsmacht bejahen würde. In einem zweiten Referendum, in dem es um die Frage der von der Bevölkerung gewünschten völkerrechtlichen Form würden sich sehr wahrscheinlich immer noch die meisten Menschen für die Landeseinheit zwischen Süd, Nord und Ost-Tirol entscheiden, da die Befürworter der Eigenstaatlichkeit eine geradezu vernachlässigende Grösse heute sind und die Zukunftsfrage für Südtirol als ein eigenes neues zehtes Bundesland in Österreich mangelns der Gelegenheiten sich momentan nicht stellt. Was aber heute schon ganz sicher möglich ist, das ist die Integration und das kulturelle und wirtschaftliche Zusammenwachsen der tiroler Landesteile. Die EU mit allen ihren Institutionen beschwört alle Tiroler geradezu diese Prozesse zu vertiefen und zu fördern und sie ist auch bereit seit langer Zeit entsprechende Integrationsprojekte finanziell grosszügig zu unterstützen, da 80 Millionen Euro für Interreg IV Italien-Österreich meines Erachtens eine ganz hohe Summe ist. Für die praktische Umsetzung dieses Projekts der Einheit zwischen dem Bundesland Tirol und der Autonomen Provinz Bozen müssten aber in diesem speziellen Fall die betroffenen Menschen in der Politik, Wirtschaft und Kultur zwischen Bozen und Innsbruck schon selbst sorgen. Ich halte es daher für sinnvoll auch im Zusammenhang des Interreg IV der EU für alle tiroler Landesteile an die Möglichkeiten der Förderung für ausgewählte Projekte zu erinnern. ein
21.09.2007
E.Ekat, München
Andi, Mals, Ich gebe hier keine Ratschläge. Ich schildere das Umfeld, in dem sich Südtirol aus meiner Sicht befindet. Ich schildere dies aus der Sicht eines Betroffenen, die genauso wertvoll wie die ihre. Mindestens.
20.09.2007
Andi, Mals
Selbstbestimmung für Südtirol, JETZT!!!Herr Ekat aus Deutschland kümmern Sie sich nicht um uns, Wir verzichten sehr gerne auf RatSchläge von Ihnen. Sie sind sicher kein Freund von uns Südtiroler. Wir brauchen Ihren Unitaliasenf hier nicht!
20.09.2007
Kristof Heitmann, Sankt Peter-Ording (Nordfriesland/D)
Es geht um die Selbstbestimmung an sich, ganz egal ob dabei am Ende dann Selbstständigkeit, Italien oder Österreich herauskommt. Die Selbsbestimmung an sich ist das, womit man mit allen politischen Möglichkeiten kämpfen muss.
20.09.2007
E.Ekat, München
Ah. Ich sehe gerade, daß Anton, St. Jakob, umschwengt in das Lager derjenigen, die eine Selbstständigkeit anstreben? Daher auch der von ihm gewählte Vergleich zu Schottland, Belgien, Tschechoslowakei ? Weiter lese ich bei Ihnen von einem Bericht in der schottischen Zeitung: "The Scotsman", hier zitiert mit: "Independent Scotland would have to apply to join EU", also: Schottland will sich als eigenes Land nach der Scheidung von Grossbritanien um eine EU-Mitgliedschaft bewerben. Ich frage mich, Anton, St. Jakob, ob Ihnen dabei nicht der Unterschied zu Südtirol auffällt. Sie argumentierten bisher für einen Anschluß Südtirols an das "Vaterland Österreich". Sollte ein derartiger Wunsch in Erfüllung gehen, dann hat Südtirol Sie auf der internationalen Bühne nicht mehr, sondern weniger verloren, als dies jetzt der Fall ist. Dann wäre Südtirol vermutlich ein Teil des österreichischen Bundeslandes Tirols, die bisher unter der Autonomie erreichten Freiheiten von Südtirol gehen verloren. Oder wollen Sie später als Teil eines österreichisches Bundesland einen Mitgliedsantrag in der EU stellen? Was machen eigentlich die Abstimmungen im Kosovo ? Sie führen die Basken auf, ich lese hier von Korsika. Gibt es irgendwo ein Beispiel, das auf Südtirol passen würde? Diese Länder streben alle die Selbständigkeit an. Das ist eindeutig nicht das, wofür Sie bisher eintraten. Die Einforderung des Selbstbestimmungsrechts zielt normalerweise auf eine sich anschließende Selbstständigkeit. Das ist bei Südtirol anders. Im schlimmsten Falle wäre das Ergebnis einer derzeit durchgeführten Wahl der Verbleib bei Italien. Obwohl genau dies von der Mehrheit der Südtiroler abgelehnt wird. Wenn es jemals eine Mehrheit in der südtiroler Bevölkerung für Selbständigkeit geben sollte, dann wird der Zeitpunkt für eine Wahl im Rahmen der Ausübung des Selbstbestimmungsrechtes gekommen sein. Ein langwieriger Prozeß, aber auch Sie scheinen nun Gefallen zu finden an den Beispielen, die tatsächlich auf eine Selbstständigkeit abzielen.
20.09.2007
Anton, St. Jakob
In einem anderen Land der EU findet gerade jetzt in diesen Monaten und Jahren direkt vor den Augen der äusserst verwunderten Zuschauer des politischen Geschehens eine neue Selbstbestimmung eines ganzen Volkes und Landes statt. Eine zweite in Belgien zeichnet sich gerade ab, wo man schon seit mehreren Monaten keine gemeinsame Regierung hat oder nicht mehr haben will und wo sich momentan beide Landesteile Belgiens Flandern und Wallonien nichts mehr zu sagen scheinen und eher in Richtung einer politischen Scheidung nach dem Muster der ehemaligen Tschehoslowakei ( 1993) sich bewegen. Bei der ersten von mir angeführten Selbstbestimmung ist von Schottland die Rede, das Land am Rande Europas, das nach Jahrhunderten der Fremdbestimmung und Bevormundung aus London einen eigenen, selbstbestimmten politischen Weg mit Mut und Zuversicht und Neuanfang ohne Grossbritanien gerade wählt und diesen auch konsequent verfolgt. Wenn man die Schlagzeilen und die Debatten zu diesem Thema in den Medien in der breiten schottischen Öffentlichkeit sich anschaut oder anhört, da wird es einem fast schwindlich bei diesem rapiden Tempo der Schottischen Volkspartei SNP, die dieses Land gerade regiert, auf dem von der schottischen Regierung gewählten Weg zur Unabhängigkeit mit den Mitteln der gelebten demokratischen Selbstbestimmung. Gerade diese Selbstbestimmung der Schotten ist eine andere, als die der Süd-Tiroler, auch wenn es beiden Völkern dabei um das gleiche geht, nämlich nach langer Zeit der erzwungenen und historisch gewachsenen Fremdherrschaft im eigenen Land bei entsprechender Gelegenheit einen Neuanfang zu wagen. Die Menschen in unserer Zeit sind weder hier noch dort eine entmündigte Verwaltungsmasse, die man mit entsprechenden Mitteln der absoluten Macht eines ihnen fremden Staates für alle Zeiten zwangsbeglücken kann, sondern die Bürger in Europa machen aus ihrem Recht auf Selbstbestimmung der Völker immer mehr Gebrauch und wählen neue Wege der eigenen politischen Zukunft und zwar ohne die alte Staatsmacht an ihrer Seite. Es scheint also jetzt in Europa das eingetreten zu sein, was viele Politologen vor Jahren in dieser Frage prognostiziert haben, nämlich nach den gelungenen Selbstbestimmungen ohne Zahl in Osteuropa wird sich diese Entwicklung auch im Westen unseres Kontinents fortsetzen, die Kandidatenländer auf dieser Liste waren und sind: Schottland Südtirol, Katalanien, Baskenland, Korsika, Belgien usw. Ich kann mich auch entsinnen, dass der Landeshauptmann von ST vor mehr als einem halben Jahr in einer Grundsatzdebatte zum Thema "Südtiroler Landtag gegen einen endgültigen Verbleib Südtirols bei Italien" (dieser Antrag wurde glaube ich zu 2/3 der Stimmen auch angenommen) eben in diesem Landtag so eine Entwicklung erwähnt hat, nämlich dass die weitere politische Entwicklung in Europa einiges an vollkommen neuen politischen Entwicklungen und Lösungen in der Frage der noch offenen Selbstbestimmungen uns allen noch bringen wird, auch oder vor allem im Hinblick auf die geplante Verankerung der Schutzmachtfunktion des Vaterlandes Österreich für das Land Südtirol in der neuen österreichischen Bundesverfassung. Das Rad der Geschichte dreht sich also gerade jetzt auch in dieser Frage der Selbstbestimmung nicht nur in Schottland weiter. Es würde sich aber auch bestimmt lohnen in Bozen in der Brennerstrasse und anderswo bei den Befürwortern der Selbstbestimmung in diesem Land Süd-Tirol in Richtung Schottland zu schauen, was gerade dort an neuen inovativen Wegen der gelebten Selbstbestimmung in der Europäischen Union im Jahre 2007 gerade jetzt politisch möglich wird und auch auf der Landesebene praktiziert wird. Das ist bestimmt erst der Anfang dieses langen Weges der Schotten, aber er ist von der SNP, der Schottischen Volkspartei gewagt und gemacht worden und keine Macht der Welt kann das ungeschehen machen und wenn die Menschen in diesem Land , die die Selbstbestimmung ihrer Heimat befürworten Glück haben, dann würde die EU in einigen Jahren ein neues unabhängiges Land in eigenen Reihen begrüssen, das aber schon immer ein Teil der EU gewesen ist, so ähnlich, wie bei der Deutschen Einheit 1989, als die Ex-DDR auch de jure als ein Teil des geteilten Deutschland von Anfang an "dabei" gewesen ist. In Süd-Tirol geht es nach meinem Empfinden eher um die Süd-Tiroler Selbstbestimmung als ein Bestandteil der Tiroler Einheit, aber den Menschen hier wäre das wohl gleich, ob man dieses Ziel auch auf dem Umweg der Unabhängigkeit der Autonomen Provinz Bozen von Italien erreichen würde oder könnte, oder ob das der einzige Weg der Selbstbestimmung unter heutigen politischen Voraussetzungen sein könnte. Aus heutiger Sicht ist eines klar, wenn der starke politische Arm der SVP es in Zukunft einmal will, dann kann sich sehr bald und schnell etwas in dieser Frage auch in Tirol südlich des Brenners bewegen und wenn nicht, dann wird es ein echtes Minderheitenprogramm eben von kleineren Parteien bleiben. Ich frage mich aber, wo werden sich Schottland und wo das Land Süd-Tirol in zwei, drei Jahren politisch auf dem mühsamen Wege der Selbstbestimmung befinden ? Auch die Selbstbestimmung der AP Bozen tritt sicher nicht auf der Stelle, sondern sie bewegt sich in Richtung noch mehr Autonomie für Bozen von Rom, bis wohl einmal in der Zukunft in der EU freier Völker diese zwei ungleichen Partner Italien und Süd-Tirol so gut wie nichts mehr politisch verbinden wird ? Auch die Schotten haben ihre "Dolomiten"-Zeitung, sie heisst "The Scotsman" und heute habe ich da gelesen, "Independent Scotland would have to applay to join EU", also Schottland will sich als eigenes Land nach der Scheidung von Grossbritanien, falls diese nach 2010 kommen wird, um eine EU-Mitgliedschaft bewerben. Das und vieles mehr nachzulesen unter: http://news.scotsman.com/topics.cfm?tid=324&id=1497442007 oder auch zwölf andere hochinteressante verschiedene Beiträge zu diesem Thema der gerade praktizierten Schottischen Selbstbestimmung der letzten Monate, nachzulesen unter: http://news.scotsman.com/topics.cfm?tid=51
18.09.2007
seffe, klobenstein
wann beginnt die svp mit der ortsnamenregelung und entfernung ortsnamen? mfg
07.09.2007
Anton, St. Jakob
Wenn man über die Selbstbestimmung für Süd-Tirol spricht oder schreibt, müsste man immer dabei den eigentlichen Souverän, das Volk berücksichtigen. Der Staat Italien verfügt Heute über die absolute Macht in diesem kleinen Alpenland, aber die meisten Menschen hier können sich mit diesem ihren Grosseltern 1918/1919 mit Gewalt, Verrat und Betrug aufgezwungenen fremden Staat immer noch am wenigsten identifizieren. Die Kinder in der Schule lernen in unserer Zeit, unsere Heimat ist das Land Südtirol. Die meisten politischen Parteien in der AP Bozen fügen dem hinzu, wir sind Süd-Tiroler und damit Tiroler, daher eine österreichische Minderheit in Italien. Im Bezug auf das Land selbst stimmt das wiederum nicht, da die Süd-Tiroler cirka 75% der Bevölkerung ausmachen. In Europa unserer Jahre werden die Staatsgrenzen immer weniger wichtig. Eine Selbstbestimmung Süd-Tirols ist daher für alle Tiroler in allen Teilen der geteilten Heimat möglich, wenn man jeden Tag tatkräftig dieses friedliche Zusammenwachsen aller tiroler Landesteile in allen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens mit geeigneten Mitteln fördert. Vor kurzem hat ein Parteiobmann einer Partei hier vorgeschlagen, Fussballklub "FC Südtirol" möge in der österreichischen Liga ab sofort spielen und das gleiche gilt auch für andere Sportarten und kulturelle Vereine hier. Nur eine tiroler Tageszeitung, die aus allen Landesteilen berichten würde und andere Medien, z.B. ein gemeinsamer TV-Sender für alle Tiroler in deutscher, ladinischer und italienischer Sprache würde die politische Teilung Tirols zu überwinden helfen und diese Selbstbestimmung der Süd-Tiroler viel schneller ermöglichen. Es gibt eine ganze Menge, die man bei der praktischen Umsetzung der Selbstbestimmung in Süd-Tirol auch mit Unterstützung aus dem Bundesland Tirol machen könnte. Durch solche Massnahmen würde die ohnehin geringe Bedeutung der italienischen Staatsgrenze am Brenner mit der Zeit noch mehr abnehmen, wenn sich alle tiroler Landesteile aufeinander abgestimmt in allen Berreichen des öffentlichen Lebens im Rahmen des politisch möglichen aufeinander ausrichten würden. Man muss dann kein Prophet sein, um festzustellen, dass nach so einer schrittweise erfolgten Selbstbestimmung in der EU der Zukunft auch einmal eine administrative Einheit für die deutschsprachigen Tiroler zwischen Salurn und Kufstein, zwischen Reschen und Lienz mit Segen aus Brüssel möglich sein wird. Dieses Land braucht Politiker mit Visionen der Selbstbestimmung und weniger nur die Verwalter des Erreichten. Wer aufhört ständig besser zu sein, der hat den Wettbewerb mit anderen politischen Parteien schon verloren. Bis zur nächsten Landtagswahl ist noch genug Zeit vorhanden, um auch in der Frage der seit so langer Zeit angestrebten Selbstbestimmung des Landes Süd-Tirol nachzudenken und die politischen Weichen in Bozen und anderswo dafür zu stellen. Ich glaube, dass keines der gängigen politischen Themen in diesem Land so eine Zugkraft besitzt, wie gerade das Thema der Selbstbestimmung des Landes. Ich persönlich kann nicht verhehlen, dass ich die Süd-Tiroler für Tiroler und damit für Österreicher halte. Nach so langer Zeit der gewaltsamen Trennung vom Vaterland nach dem I. Weltkrieg und Zerschlagung der Landeseinheit in Tirol durch Italien sind bereits viele neue Generationen gross geworden, die das Vaterland Österreich nur aus der Ferne kennen. Ich habe auch die Geschichte studiert, daher seine Sie alle versichert, das Vaterland hat zu jeder Zeit wie ein Löwe für seine "entführten Kinder" in Süd-Tirol mit ihm verfügbaren Mitteln gekämpft und weiterhin dies auch zum Wohle Süd-Tirols tut. Es ist ein kleines Land und hat daher international gesehen nicht so viel politisches Realgewicht, wie andere Länder, aber die Frage der Selbstbestimmung war und bleibt auch in der Zukunft ein Herzensanliegen für jede österreichische Regierung in Wien. Allein Aufgrund dieser Tatsache darf man hier die Bindung aus einem ethnischen Selbsterhaltungstrieb heraus an den Rest der Österreicher in Tirol und im Rest des Vaterlandes nicht verlieren. Der beste Garant dafür ist die langsichtige und kluge Politik der grössten Partei des Landes, die sich selbst klar als die Sammelpartei der österreichischen Minderheit in Italien bezeichnet, die aber in letzter Zeit von anderen politischen Mitbewerbern in der Selbstbestimmungsfrage in manchen Themenbereichen überholt wird. Es ist daher wichtig in der Vorwahlzeit daran zu denken und rechtzeitig politisch glaubwürdig zum Wohle dieses Landes zu handeln. Der beste Garant der Sicherung der Interessen der Bevölkerung hier ist meiner Meinung nach die Edelweisspartei, ich würde mir aber von der Politik in der landesregierung mehr politischen Mut in der Vertretung der Selbstbestimmungsfrage überall dort, wo das möglich ist wünschen. Das kulturelle, sportliche, wirtschaftliche und andere Arten des Zusammenwachsens der geteilten tiroler Landesteile in Süd Nord und Osttirol passiert schon Heute und könnte noch mehr ohne viel Lärm und politischen Gegenwind aus Rom ausgebaut werden. Das Staatsvolk in Süd-Tirol hat das Recht aus der Selbstbestimmung im europäischen Geiste einen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Nutzen zu ziehen, zuerst aber muss man all die Chancen erkennen, die sich dank Europa überall bieten und die noch meiner Meinung nach viel zu wenig von den Tirolern selbst in allen Teilen der geteilten Heimat genutzt werden.
05.09.2007
quintino, lusern (zimbern)
hallo zusammen, freue mich für die baldige ortsnamenregelung für südtirol. für eine gerechtere zukunft, und linderung des noch aktiven - banalen unrechts.
04.09.2007
E.Ekat, München
ZU Anton, St.Jakob, Zitat: "Eine demokratisch legitimierte und vor allem gewaltfreie Selbstbestimmung würde in Europa den Süd-Tirolern niemand verweigern wollen"(Zitatende). Richtig muß es zunächst heißen: Den demokratischen Wahlakt zur Selbstbestimmung würde man den Südtirolern nicht verweigern können. Das bedeutet jedoch auf keinen Fall, daß bei dieser Wahl zur Selbstbestimmung am Ende das herauskommt, was sich Anton aus St Jakob einzig darunter vorstellen kann: den Anschluß Süd-Tirols an Österreich. Es gibt genügend Italiener in Südtirol, die Italiener bleiben wollen, und die ebenfalls auf das Wahlrecht der Selbstbestimmung zurückgreifen dürften. Die wären also an einer Wahl zu beteiligen. Dann gibt es noch jene Südtiroler, die durchaus Vorteile sehen, Teil sowohl der österreicher, aber auch der italienischen Kultur und Identität zu sein. Die werden nicht Österreicher werden wollen, sondern ggfs eher eine Selbstständigkeit Südtirols bevorzugen. Bisher gibt es in der Bevölkerung eine Mehrheit nur dafür, sich von Italien loszulösen. Es existiert keine Mehrheit für den Anschluß an Österreich. Eine Wahl würde also sofort eine Spaltung sichtbar machen, und nennenswerte Bevölkerungsanteile in eine fremde Staatsbürgerschaft hineinführen. Was wäre dadurch gewonnen? Für Südtirol? Für Europa? Nicht einmal für Österreich wäre dies eine willkommene Entwicklung. Das übergehen einige der südtiroler Freunde des österreichischen Vaterlandes. Dabei wären die möglichen wirtschaftlichen Folgen noch nicht einmal berücksichtigt. Es ist kein wirklicher Vorteil erkennbar, den man aus dieser Zerreißprobe gewinnen würde, Nachteile hingegen schon. Das eigentliche Problem wird verniedlicht, wenn man es so darstellt, eine offenbar von allen südtiroler Seiten herbeigesehnte Lösung scheitere lediglich an einer Verweigerung der Italiener. Wir haben es hier mit einer äußerst komplexen Problematik zu tun, was aber aus eigentlich ärgerlichen Gründen immer wieder unter den teppich gekehrt wird. Wie geht es weiter? Durnwalder, Zitat: "Ich kann nicht das Selbstbestimmungsrecht ausrufen und gleichzeitig mit Rom verhandeln, um die Autonomie auszubauen. Das schließt sich aus. ........... Wenn wir keine glaubhafte Politik mehr machen, bricht die SVP auseinander" Zitatende. Ich füge hinzu: Nicht nur die SVP bricht dann auseinander. Die Zeit ist noch nicht reif. Am Ende der Autonomie steht für mich die Selbstsändigkeit. Auf dem Wege dahin muß sich das Selbstverständnis des Südtirolers weiterentwickeln, eine eigene Identität nicht nur festigen, denn die ist ja durchaus bereits vorhanden, sondern auch in das Bewußtsein heben.. Die Sicht darauf wird verstellt durch die Sehnsucht einiger nach Österreich, eine Sehnsucht, die jedoch jeder Weltenbürger jederzeit einlösen könnte. Die Südtiroler sind doch nicht eingeschlossen, an ihrer freien Bewegung gehindert, wenn auch die umstehenden Berge ihnen dieses Gefühl vielleicht auferlegen. Die Südtiroler sind heute freier denn je. Und sie haben die Option, diese Freiheit weiter auszubauen. Was sie auch fleißig nutzen. Mir wird schlecht, wenn ich sehe und lese, was der Durnwalder da aus allen Richtungen für Südtirol abschleppt. Auf der anderen Seite freue ich mich natürlich unbändig darüber.
04.09.2007
Anton, St. Jakob
@ Conny, Sulden. Falls ich Anton aus St. Jakob mit deiner Frage gemeint worden bin, so kann ich folgendes antworten. ...die Süd-Tiroler haben das im Völkerrecht verbriefte Menschenrecht auf Selbstbestimmung, das man den Menschen hier seit 1918 kein einziges Mal von Italien oder Europa gewährt hat, warum wohl? Gerade auf dieses Recht haben sich bis Heute 2007 unzählige Völker in Europa berufen und es auch zum Schluss bekommen, wenn sie konsequent und lang genug danach gestrebt haben. Die Zeiten auch in Süd-Tirol ändern sich und die Selbstbestimmung ist Heute hier nicht mehr so utopisch, wenn sogar Expräsident Cossiga sie vor einem Jahr vorgeschlagen hat. Das alles passiert natürlich in einem grösseren europäischen politischen Umfeld und auch Rom muss dem Rechnung tragen. Eine demokratisch legitimierte und vor allem gewaltfreie Selbstbestimmung würde in Europa den Süd-Tirolern niemand verweigern wollen. Bis jetzt gilt aber auch bei diesem Thema die Devise, wo kein Kläger, da kein Richter. Wir sind heute in Südtirol, Italien, oder im Vaterland Österreich auch Bürger nur der einen Europäischen Union. Diese kann nicht Menschenrechte und Selbstbestimmungen ohne Zahl überall in der Welt prädigen, aber dieses Recht im eigenen Machtbereich den Menschen vorenthalten. Das haben bereits viele Politiker in Europa erkannt, gerade in diesen Monaten in Schottland, Nord-Irland, aber auch in Katalanien, also gerade dort, wo die "Eingeborenen" den Staatsvolk stellen, genauso wie auch in der AP Bozen-Südtirol dies der Fall ist. Was würden sich gerade diese Völker oder Länder von ihrer eigenen Selbstbestimmung versprechen? Ich würde meinen, man würde sich für die nächsten Jahrzehnte die Klarheit verschaffen, wohin die Reise im eigenen Land bei dieser Frage politisch gehen sollte. Zuerst einmal müsste man den politischen Mut haben und in Bozen diese Frage der Selbstbestimmung offensiver im eigenen Land und in Italien politisch vorantreiben. Was mich persönlich betrifft, verspreche ich mir von der Süd-Tiroler Selbstbestimmung, dass endlich einmal nach fast 90 Jahren zum ersten Mal die Menschen in diesem Süd-Tiroler Land nicht wie eine Kriegsbeute von Italien behandelt werden, sondern frei über ihre eigene Zukunft entscheiden werden. Das Menschenrecht auf die Selbstbestimmung der eigenen Person und der eigenen Volksgruppe ist das erste und eines der wichtigsten Menschenrechte. Man darf damit klarerweise den Staat Italien damit nicht überfordern, aber gerade diesem Themenkomplex müsste sich einmal der Stiefelstaat stellen und das wird erst dann möglich sein, wenn die Menschen in Süd-Tirol diese eigene Selbstbestimmung mutig, entschlossen und vor allem klug und für die Aussenwelt sichtbar, sowie glaubwürdig betreiben werden, Eine schlecht vorbereitete oder durchgeführte Selbstbestimmung könnte klar womöglich dem Land mehr schaden als nutzen. Zuerst redet man aber über die Frage, ob diese Selbstbestimmung schon Heute oder in den nächsten Jahren politisch möglich wäre, die Frage, wie diese aussehen könnte, kann man glaube ich erst später erörtern. Die meisten Süd-Tiroler, genauso wie ich, sind sicher keine "Walschenhasser", sondern in erster Linie Süd-Tiroler Patrioten und wissen vieles an italienischer Kultur zu schätzen, genauso wie auch die Österreicher nördlich des Brenners. Daher auch umgekehrt brauchen die Italiener hier keine Angst davor zu haben. Für mich bedeutet Selbstbestimmung eine symbolische, aber sicher immer noch eine notwendige Verneinung oder eine Bejahung der Annexion Süd-Tirols durch Italien 1918 durch die davon bis Heute betroffenen Menschen und das gleiche gilt auch für die Zukunft für die Idee der Tiroler Einheit. Die Süd-Tiroler müssten sich im Klaren sein, dass sie auch dem Vaterland Österreich die Gewissheit verschaffen müssten, ob sie immer noch in ihrer absoluten Mehrheit an den edlen und gerechten Zielsetzungen der Selbstbestimmung ohne wenn und aber noch halten wollen, oder vieleicht auch nicht. In allen Programmen der politischen Parteien hier, SVP, FP, Union, SF finden sich entsprechende Passagen, die dieses Recht einfordern, aber darüber lässt Italien mit sich noch nicht verhandeln. Europa und damit alle geteilten Tiroler Landesteile wachsen ohnehin rasant zusammen, egal ob dies Rom passt oder nicht, da bekanntlich seit Willy Brandt 1989 alles zusammenwächst, was zusammengehört, wenn man es nur nicht behindeert und das kann man Europa sei Dank nicht, da dies eines der wichtigsten Ziele der EU ist. In einem grösseren politischen Zusammenhang ist daher nach meinem Verständnis früher oder später auch eine administrative Landeseinheit Tirols zwischen Salurn und Kufstein möglich, wenn alle Tiroler und damit alle Österreicher danach streben und dieses edle und gerechte Ziel der Selbstbestimmung für Süd-Tirol niemals aufgeben und sich mit der Teilung Tirols abfinden. Die Teilung kann einmal überwunden werden, daran zu glauben und danach zu streben kann den Tirolern in allen Landesteilen niemand verbieten. Das ist ein gutes Menschenrecht in Europa freier Völker, zu dem auch der Staat Italien gehören möchte.
31.08.2007
conny, sulden
Hallo Jakob Was würdest du dir dann von einer "Selbstbestimmung" versprechen? Könnte womöglich voll ins Auge gehen.
31.08.2007
Kristof Heitmann, St. Peter-Ording (Nordfriesland/D)
Die SVP wird in einigen Jahren sicher nur noch eine allseits belächelte Kleinpartei sein, wenn ihr politische Mitarbeit in Rom und ein gutes Image wichtiger sind als als die Selbstbestimmung und das daran gebundene Völkerrecht der Südtiroler Bevölkerung.
24.08.2007
Anton, St. Jakob
Ich habe vor nicht zu langer Zeit an einem alten Gemäer in Brunnen in der Schweiz einen Spruch im Zusammenhang mit der kurzen Fremdbestimmung in der Napoleonischen Zeit in diesem Teil der Eidgenossenschaft von Goethe gelesen, der zum Thema Selbstbestimmung Süd-Tirols gut passt "Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen!" Oder: Per vitam fortes sub uniqua morte fidelis ! An einer anderen Stelle unweit davon bei der Rütli-Wiese steht es geschrieben "Hier standen die Väter zusammen Für Freiheit und heimisches Gut, und schwuren beim heiligsten Namen Zu stürzen die Zwingererbrut. Der Schimmer der Sterne erhellte Nur düster die nächtliche Flur. Als Rächer zum Himmelgezelte Entschwebte der heilige Schwur. Und Gott der Allmächtige sandte, Gedeihen zum heiligen Schwur. Sein Arm die Tyrannen verbannte, Und frei war die heimische Flur. Drum Rütli sei freundlich gegrüsset Dein Name wird nimmer vergeh´n So lange der Rhein uns noch fliesset, So lange die Alpen besteh´n." Das Land Süd-Tirol hat nicht nur das Schloss Tirol, sondern auch seine Tiroler "Rütli-Wiese" auf der Burg Sigmundskron bei Bozen, die bei vielen Gelegenheiten, vor allem 1957 für dieSüd-Tiroler Selbstbestimmung ein Symbol für den unbändigen Freiheitswillen der Süd-Tiroler geworden ist, wenn auch unter anderen Vorzeichen. Unweit davon im Vaterland Österreich fliesst an der Grenze zur Schweiz der Rhein und die Heimat der Tiroler in Süd Nord und Ost liegt überall dort, wo Tirolerisch gesprochen wird. Wir leben Heute alle in einem freien und demokratischen Europa, aber die Selbstbestimmung in der AP Bozen wartet immer noch auf eine restlose Klärung. Möge auch diese Selbstbestimmung im Land Tirol zwischen Salurn, Brenner und Kufstein einmal mit göttlichen Segen gelingen! Die Schweizer Eidgenossen sind das beste Beispiel dafür, dass der Glauben an das eigene Recht auf die Selbstbestimmung und die Opferbereitschaft für die Heimat Früchte trägt, wenn auch Heute dies nur in friedlicher und demokratischer Form in allen Teilen Tirols möglich sein wird.
23.08.2007
E.Ekat, München
Zu Schottland: es ist vielleicht einfacher, ein Land in eine Selbständigkeit führen zu wollen. Die Schotten bewegt nicht, sich an ein Vaterland anschließen zu wollen. Sie wollen sich eher auf eigene Füße stellen. Die Gefühlslage in Schottland ist mit der von Südtirol nicht vergleichbar, zusätzlich auch noch deswegen, weil es in Südtirol mehrere Optionen gibt, die Option der Selbständigkeit spielt dabei eine Minderheits--Rolle.
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