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FORUM
25.01.2006
Selbstbestimmungsrecht

Die Schutzfunktion Österreichs für Südtirol soll in der neuen österreichischen Verfassung verankert werden. In den italienischen Medien hat dies eine Diskussion über das Selbstbestimmungsrecht für Südtirol ausgelöst.
05.06.2007
Kristof Heitmann (DIE LINKE), Eutin (Schleswig-Holstein/Deutschland)
Die Begriffe "faschistisch" und "extremistisch" treffen meiner Meinung nach nicht nur auf italienischen Parteien wie die "Alleanza Nationale" zu. Die Freiheitlichen beispielsweisesetzen sich gegen Moscheen und für die sofortige Ausweisung einiger Gruppen von Ausländern ein (http://www.die-freiheitlichen.com/index.php?id=15), was der in Italien garantierten Religionsfreiheit und dem Völkerrecht widerspricht. @Anton Ich habe nie angezweifelt, dass sich die Ladiner in Südtirol zu 100% als Tiroler bezeichnen. Ich habe sie in einem anderen Zusammehang erwähnt, was in meinem Beitrag eigentlich sehr leicht ersichtlich ist.
05.06.2007
Kristof Heitmann (DIE LINKE), Eutin (Schleswig-Holstein/Deutschland)
Ich muss zugeben, was die Lage Vorarlbergs betrifft, habe ich mich leider geirrt. Ich möchte mich aufgrund dieser Tatsache bei allen Voralbergern und Tirolern, die sich durch diesen Teil meines Beitrags beileidigt gefühlt haben, entschuldigen.
05.06.2007
E.Ekat, München
Las ich nicht gestern in Bozen, daß im EU- Parlament der Antrag eingebracht worden sei, in Südtirol eine Abstimmung über die Selbstbestimmung in Gang zu setzen ? Der EU-Abgeordnete handelte, so die Meldung, in Übereinstimmung mit seinem Parteivorsitzenden ? Die Meldung war freilich versehen mit einem Kommentar, daß diese Partei damit den Südtirolern keinen wirklichen Gefallen erwiesen haben dürfte. Was ich ebenso einschätze. Was mich betrifft, so sähe ich dies jedoch durchaus auch mit einem lachenden Auge.
04.06.2007
Anton, St. Jakob
@Bürger Österreich. Die Tiroler Einheit ist nicht die Frage des Wollens, sondern des Könnens. Die Tiroler in allen Teilen der geteilten Heimat betrachten die Zerschlagung der Landeseinheit von 1918 als grosse, in diesem Ausmass noch nie dagewesene geschichtliche Katastrophe. Das was mit Süd-Tirol nach dem I.Weltkrieg passierte, also von Italien über ein damals wehrloses Land herzufallen und es in Stücke zu teilen und angeblich aus strategischen Gründen (Wasserscheide, die Südseite der Alpen) an den italienischen Staat anzuschliessen, stellt eindeutig eine Vergewaltigung des Rechtes auf Selbstbestimmung der Völker dar, vor allem in Europa von 1918 -1919, als man die Friedensvertäge für die Zeit danach ausarbeitete. Es hat schon damals die erste Petition der Süd-Tiroler Gemeinden an den damaligen US-Präsidenten Wilson gegeben, und zwar mit dem klaren Wunsch nach Selbsbstbestimmung und Volksabstimmung über die Zugehörigkeit Süd-Tirols zu Österreich. Die Siegermächte haben zum damaligen Zeitpunk in Europa unzählige Selbstbestimmung über die Bühne gebracht, nur bei Italien klappte das nicht, da man diesem Staat Italien den "Lohn" für Betrug und Verrat von 1915 an Bündnispartener Österreich "auszahlen" musste. So nahm diese grösste Katastrophe in der ganzen Tiroler Geschichte ihren Lauf, übrigens damals hat Italien grosse nicht von Italienern besiedelte Gebiete im damaligen Königreich Jugoslawien in Istrien und Dalmatien besetzt und im Friedensvertrag von St. Germain zugesprochen bekommen, mit der Folge, dass man bei der nächsten Gelegenheit, im II. Weltkrieg die Tito-Partisanen diese Gebiete mit Waffengewalt für ihren Staat militärisch wiedergewonnen haben. Der Preis für die Ziehung einer ethnisch nicht korrekten Grenze von 1918 war, dass man die italienische Bevölkerung von dort 1945 grausam vertrieben hat, auch von dort, wo sie eine absolute Mehrheit darstellte, d.h. entlang der Adria Küste. Die Tito Armee ist bis nach Triest vorgedrungen und nur Dank dem militärischen Druck der Allierten konnten damals klare Grenzen gezogen werden und die Provinzen Triest und Gorizzia gehören heute zu Italien. Was ich damit ausdrücken will ist das, dass der faschistische Wahn und Machtrausch, die Herrschaft über andere Völker und Länder zu gewinnen, "Lubiana, citta italiana", früher oder später in Italien zu einer Katastrophe geführt hat. Der Faschismus ist bezwingbar, wenn man sich ihm entschlossen in den Weg stellt. Italien war sogar 1944 in eine militärische Auseinandersetzung mit Frankreich verwickelt, als man eine Schwächeperiode des Nachbar in Rom ausgenutzt hat und die französischen Gebiete an der Mittelmeerküste um die Stadt Menton von Italien mit Waffengewalt besetzte. Die Begründung wird vielen bekannt vorkommen, da wollten angeblich die so vielen Italiener in Frankreich zurück nach Italien, dann waren noch strategische Lage und die Wasserscheide als Gründe der Annexion angegeben worden. Das hat man sich in Frankreich natürlich nicht gefallen lassen und die italienischen Faschisten sind von dort nach einem kurzen Kampf zurück bis zu ihrer Staatsgrenze verdrängt worden. Als Folge dieser Episode forderte dann Frankreich die Selbstbestimmung für seine französische Minderheit in der benachbarten italienischen Gegend um Cuneo, mit dem Resultat, dass man in diesm Siedlungsgebiet eine Volksabstimmung durchgeführt hat und das Ergebnis war eindeutig, weg von Italien. So wurde aus der italienischen Provinz Tenda die heutige französische Verwaltungsstadt Tende. 1946 wollte man schnell einen Friedensvertrag mit Italien in Paris erreichen, daher opferten die Österreich freundlichen Franzosen ihre Bedenken im Hinblick der Befürwortung der Selbstbestimmung für Süd-Tirol diesem Ziel, und so wurde wieder einmal eine geschichtliche Chance verpasst, Gerechtigkeit für Süd-Tirol international einzufordern. Aus dieser Zeit bleibt nur die Petition der Süd-Tiroler Bürger an den österr. BK Leopold Figl von 1946 in Erinnerung, fast von allen Menschen in diesem Land unterschrieben und mit einer Forderung, zurück zum Vaterland Österreich, Wiederherstellung der Landeseinheit Tirols. Heute ist es wenig bekannt, dass damanls sogar der Vatikan und die damalige Regierung in London, wie die Sitzungsprotokolle aus dieser Zeit beweisen, sich beide für Selbstbestimmung Süd-Tirols augesprochen haben. Österreich ist von Grossbritanien, in Absprache mit den Allierten, als Schutzmacht Süd-Tirols zu den Verhandlungen in Paris 1946 eingeladen worden. Der Staat Italien wurde damals als Agressor und schuldig am Krieg von der Welt eingestuft wurden, Die Briten waren damals die entschiedenen Befürworter der Selbstbestimmung in Süd-Tirol, genauso wie der päpstliche Nuntius Angelo Roncali in Paris und spätere Papst Johannes XXIII. Die damalige politische und diplomatische Linie Londons hat den Süd-Tirolern ermöglicht, wenigstens die Autonomie in jetziger Form für das Land auszuverhandeln. Originalzitat des damaligen britischen Premiers Winston Churchill: "Warum dürfen die Einheimischen in diesem wunderschönen Gebirgsland, der Heimat des Volkshelden Hofer, nicht ein Wort zu ihrem Schicksal sagen? Warum kann dort nicht eine freie Volksabstimmung unter Aufsicht der Grossmächte stattfinden?" (....) "Ist es nicht unlogisch, einen ethnischen Gesichtspunkt für Triest und Julisch-venetien einzunehmen und einen anderen für Südtirol?...", so Churchill damals. In dieser breiten Debatte meldete sich auch der Abgeordnete im brit. Unterhaus, Professor Douglas Savory zu Wort als er feststellte: "....Ich bedauere, feststellen zu müssen, dass ein sehr unheiliges Geschäft im Geheimvertrag von London am 26.April 1915 abgeschlossen wurde..., mit welchem Italien das ganze Südtirol zugesprochen wurde. Ich habe ein Zitat des US-Präsidenten Thomas W. Wilson zur Verfügung, das bezeugt, dass der Präsident gesagt hat, die Zuweisung Südtirols an Italien sei ein grober Fehler gewesen, der aufgrund von Unwissenheit gemacht worden ist. Weiters ist der ehemalige Premierminister David Lloyd George zu nennen, der diesen Fehler offen zugegeben hat, als er sagte: ´Das Zerreissen Tirols, des Geburtslandes Andreas Hofers, muss endlose Unruhen und Verstimmungungen zur Folge haben´. Ich flehe daher den ehrenwerten Gentleman, den Aussneminister (von G.B.) an, keine Entscheidung zu treffen, die ein Unrecht verewigen wird, das - wie von Wilson bestätigt - durch unkenntnis mit dem Friedensvertrag von Saint Germain herbeigeführt worden ist. Ich bitte ihn Südtirol an Österreich zurückzugeben...", Ende des Zitats von Professor Douglas Savory aus einer Parlamentsdebatte. Schliesslich wurde damals im Juni 1946 im brit. Parlament folgende Resolution eingebracht: "Das Parlament ist der Ansicht, dass der Vorschlag, Südtirol Italien zu überlassen, ohne die Bevölkerung zu konsultieren, eine Verletzung der Grundsätze der Atlantikcharta darstellt." Diese Resolution ist fast einstimmig vom britischen Parlament am 26. Juni 1946 angenommen worden. Die Süd-Tirol-Frage wurde so in einen direkten Bezug zur Atlantikcharta gesetzt. Diese Vereinbarung zwischen USA und England von 1941 enthält Regelungen für die Zeit nach dem Krieg, die u.a. festlegte, dass keine territorialen Änderungen in Nachkriegseuropa zustandekommen dürfen, die nicht mit den frei geäusserten Wünschen der betreffenden Völker übereinstimmen. In dieser für die Geschicke Süd-Tirols so wichtigen Parlamentsdebatte in London im Juni 1946 fanden sich im eingebrachten Beschlussantrag folgende Worte: die Tiroler, und damit die Süd-Tiroler "haben eine eigene gute Kultur und Tradition. (...) Der ursprüngliche Tiroler Landtag war eine der frühesten demokratischen Einrichtungen in Kontinentaleuropa. Von 1363 bis 1918, also fast 600 Jahre, war das ganze Tirol Teil des österreichischen Kaiserreiches. Innerhalb dieses Kaiserreichs hatte Tirol eine weitreichende Autonomie, und es konnte seine internen Angelegenheiten ziemlich frei regeln. (...) Die Abtretung Südtirols an Italien durch den Vertrag von St. Germain stellt die erste und gröbste Verletzung des Prinzips der Selbstbestimmung dar, wie es von Präsident Wilson auf der Freidenskonferenz dargelegt worden ist." Weiters steht es in diesem Beschlussantrag, dass die erbarmungslose Italianisierungspolitik in Süd-Tirol beendet werden müsste und dem klaren Selbstbestimmungsw illen der Bevölkerung in diesem Teil Tirols endlich Rechnung getragen werden müsste, zumal, die von den Diktatoren Mussolini und Hitler fixierte Brenner-Prestige-Grenze in Europa freier Völker nach 1945 keinen weiteren Bestand haben darf, und diese auch jede strategische Bedeutung für Italien nach 1945 verloren hat. Der internationale diplomatische Druck von London, der Einsatz für Süd-Tirol von engl. Aussenminister Bevin, die Fürsprache von Nuntius Roncali, trugen wesentlich dazu bei, dass am 22. August 1946 Gespräche über eine Lösung der Süd-Tirolfrage zwischen italien und Österreich überhaupt aufgenommen worden sind. So trafen die beiden Verhandler Karl Gruber für Österreich und der italienische Aussenminister und Alt-Österreicher aus dem Trentino, Alcide de Gasperi aufeinander. Wenige Wochen später wurde der Pariser Autonomie-Vertrag für die Autonome Provinz Bozen ausverhandelt, aber ohne Rücksichtnahme auf das im Völkerrecht fussende Selbstbestimmungsrecht der Völker. In diesem Vertrag wurde aber die UNO als letzte Schiedsinstanz zwischen dem Vaterland der Süd-Tiroler, Österreich und dem Signatarstaat und heutigen Verwalter Süd-Tirols, Italien in allen Süd-Tirol betreffenden Streitfragen für alle Zukunft vereinbart .Die weitere Geschichte der Verweigerung der Einführung der Autonomie in der AP Bozen durch Italien mit allen Folgen, bis zum Bürgerkrieg ähnlichen Zuständen in den 50-er und 60-er Jahren ist hinlänglich bekannt. Die ganze Geschichte der Süd-Tiroler Selbstbestimmung ist vor allem die Geschichte der Verweigerung und des Hinausschiebens auf den St. Nimmerleinstag dieser Frage. Daran erinnerte 2006 die Petition der Süd-Tiroler Gemeinden, fast von allen Bürgermeistern unterschrieben, an den österreichischen Nationalrat in Wien, die man auch im Sinne der unmissverständlichen und klaren Forderung der eigenen Selbstbestimmung der AP Bozen Heute und in der Zukunft so interpretieren kann. Gerade in diesen Jahren, von 2007 bis 2009, gibt es mehrere Anlässe an dieses Recht zu erinnern und es unmissverständlich wiederholt einzufordern und danach politisch zu handeln. Ein vereintes Land Tirol ist in der EU von heute möglich, wenn man daran glaubt und politisch danach in Bozen und in Innsbruck handelt. Das Recht auf die Erlangung der Selbstbestimmung betrifft nach meinem dafürhalten alle Tiroler in allen Teilen der geteilten Tiroler Heimat. Auch die Menschen im Bundesland Tirol haben ein Anrecht auf ein Leben, zusammen mit den Tirolern aus der AP Bozen, in einer ungeteilten Landeseinheit, die hoffentlich Dank politischen Segnungen und allen Einigungsprozessen der EU auch nach Tirol südlich und nördlich des Brenners einmal kommen wird und diese langersehnte Tiroler Einheit europapolitisch möglich machen wird.
02.06.2007
Andreas, Vorarlberg
Vorarlberg bleibt wie jedes andere österreichische Bundesland das was es ist. Mit EINEM Tirol wollen wir das erreichen, was uns Österreicher historisch verbindet und auch in der schwierigen Nachkriegszeit schon in den ersten Tagen unserer neu erstandenen Republik beschäftigte. Wir dürfen hoffen.
01.06.2007
bürger, österreich
Anton, Ihre Kommentare gefallen mir. Ich habe im Vorjahr einmal die Gelegenheit gehabt, Südtirol für einen Tag zu besuchen. Dabei war ich auch für 2 Tage in Osttirol, Auch die Osttiroler betrauern heute noch, dass es keine gemeinsame Grenze mit Tirol gibt. Das Tiroler Verlangen ist ja wirklich, dass man wieder ein gemeinsames Tirol wird. Wenn auch manche in diesem Forum meinen, einen eigenen Staat Tirol schaffen zu müssen, so kann ich nur sagen, dass mir nicht bekannt ist, dass es in Österreich Tendenzen gibt, das sich Nord und Osttriol im Falle einer Wiedervereinigung mit Südtirol von Österreich abspaltet. Ich bin aus der Steiermark und ich denke, wir sind gut aufgehoben in Österreich. Was die Südtiroler aus Ihrem Land machen, muss die Bevölkerung von Südtirol selbst bestimmen dürfen. Dies muß in der heutigen EU möglich sein.
01.06.2007
Anton, St. Jakob
@ K. Heitman aus Deutschland. Sie haben wenig Ahnung über die wirkliche Lage in Süd-Tirol, klopfen aber grosse Sprüche. Wenn Sie mich ansprechen, dann möchte ich nochmals betonen, dass ich für Ein Tirol als Überwindung der Teilung des Landes von 1918 eintrete, wie auch immer diese Einheit heute oder in der Zukunft aussehen könnte oder würde. Zweitens: Die von Ihnen angesprochenen Ladiner in Süd-Tirol betrachten sich zu 100% als Tiroler, oder heute als Süd-Tiroler, und das war in der ganzen Geschichte schon immer so. Nicht die Tiroler, sondern die Italiener haben das Land der Tiroler Ladiner nach 1918 im eigenen Machtbereich auf drei Provinzen und drei Bistümer aufgeteilt, um sie wohl leichter zu italianisieren, was zum Teil geschehen ist, bis zum Erlöschen des Ladinertums in grossen Teilen des Trentino und in Belluno, ganz im Gegensatz zu Süd-Tirol, wo die ladinische Kultur blüht und gedeiht. Drittens: Die Süd-Tiroler sind im eigenen Land eine 2/3 Bevölkerungsmehrheit und keine Minderheit, in ganz Italien trifft das zu, sie leben in der Autonomen Provinz Bozen, die ein Subjekt des Völkerrechts ist und keine ausschliesslich inner-italienische Angelegenheit darstellt und daher können sie jede Zeit die Selbstbestimmung ausüben, wenn sie die Zeit dafür als gekommen erachten. Viertens.: Wo haben sie gelesen, dass jemand eine Vertreibung oder Verjagung der Italiener aus Süd-Tirol propagieren würde, in diesem Forum sicherlich nicht. Das allein in den Raum zu stellen grenzt schon an Provokation. Fünftens: Was hat das Land Vorarlberg mit der Tiroler Einheit zu tun? Es war nie ein Teil Tirols, ausser der Zeit des 1000-jährigen grossdeutschen Reiches 1938 - 45, als man das mit Nazi Gewalt erzungen hat und das Land Vorarlberg ausgelöscht hat. Sechstens: Das Land Trentino, auch unter dem Namen Welschtirol bekannt, ist heute ein Teil der historischen Landschaft von Tirol, aber weder die Bevölkerung noch die politischen Parteien, von Ausnahmen abgesehen, in der Autonomen Provinz Trento haben einen klaren Wunsch oder Willen nach einem Zusammenleben in einer Gemeinschaft aller Tiroler. Dies trifft nur auf die Süd, Ost und Nord-Tirol zu, also auf die deutschsprachigen und die ladinischen Tiroler, bzw. auf die ladinischen Gemeinden in Trentino und Belluno, die per Abstimmung sich klar für die Zugehörigkeit zu Süd-tirol ausgesprochen haben, im kommenden Herbst wird es nächste Abstimmung zu dieser Frage auch in Cortina d.A. geben. Die Ladiner wollten und wollen daher nicht zu Italien, sondern zu Tirol, heute zu Süd-Tirol gehören, wenn man sie nur frei und unbehindert abstimmen lässt. Nicht anders verhält es sich beim Wunsch und politischen Willen der Süd-Tiroler in einem vereinten Land Tirol zu leben und sie würden sich höchstwahrscheinlich auch zu 60 -70% dafür in einer Volksabstimmung für die Selbstbestimmung des Landes aussprechen, wenn man sie nur einmal abstimmen lassen würde. Ich betrachte das als ein Menschenrecht der Menschen, die hier leben und glaube , dass Italien und die EU einmal politisch reif genug dazu sein werden, um eine Selbstbestimmung des Landes Süd-Tirol ohne wenn und aber zuzulassen. Wir gönnen Ihnen Herr aus Nord-Deutschland die Deutsche Einheit, also erlauben Sie uns bitte, dass auch wir in einem vereinten Land Tirol leben wollen. Was die Teilung der Heimat bedeutet, muss ich Ihnen wohl nicht erklären, falls Sie ein Deutscher sind. Wir nehmen niemand was weg, sondern holen uns nur das zurück, was man uns einmal mit Gewalt entrissen hat. Tirol isch lei oans, a Landl kloans! Zu Deutsch: Es gibt nur ein Land Tirol !
01.06.2007
Kristof Heitmann (DIE LINKE), Eutin (Schleswig-Holstein/Deutschland)
Die Südtiroler Politiker sollten wirklich einmal ernsthaft über die Vorschläge von Herrn Cossiga nachdenken,weil über ihn endlich einmal ein versöhnliches Signal aus Rom kommt. Wenn bei drei Wahlmöglichkeiten nach dem 1. Wahlgang keine absolute Mehrheit bestände, könnte man ein Stichvotum durchführen.
31.05.2007
Kristof Heitmann (DIE LINKE), Eutin (Schleswig-Holstein/Deutschland)
20.04.2007 Kristof Heitmann (DIE LINKE), Eutin (Schleswig-Holstein/Deutschland) An E. Ekat, Anton Gründe für die Unabhängigkeit Südtirols: 1.Eine mögliche Zugehörgkeit Südtirols zu Österreich betrachte ich ebenso kritisch wie den Verbleib bei Italien, beides vor allem aus historischen Günden. Jedoch würde ich die Zugehörigkeit zu Österreich favorisieren. 2.Einen unabhängigen Staat würde deswegen favorisieren, weil es in Südtirol eine starke italienische Minderheit gibt. Diese aus Südtirol zu verjagen, wäre ebenso faschistisch, wie einst die Unterdrückung der deutschsprachigen Südtiroler unter Mussolini und Tolomei. Die Italiener würden, ebenso wie die Ladiner, bei einer Zugehörigkeitzu Österreich nur noch eine kleine Minderheit bilden (ebenso wie heute die deutschsprachigen Südtiroler in Italien), in einer Republik würde sie es nicht. 3.Die Möglichkeit einer Zugehörigkeit des Trentinos, Vorarlbergs und Nordirols habe ich im Konjunktiv angegeben, da sie bei einem dortigen Votum sicherlich überhaupt nicht mehrheitsfähig wäre.
24.05.2007
Anton, St. Jakob
Am Freitag, den 08. Juni 2007 findet in Vahrn, Haus Voitsberg, 20 Uhr, eine Podiumsdiskussion mit dem Thema "Süd-Tirol wohin?" der Arbeitsgruppe für Selbstbestimmung mit prominenten Teilnehmern aus der Landespolitik statt. Seit mehr als einem Jahr wissen wir bereits in welche Richtung sich diese Süd-Tiroler Selbstbestimmung bewegt. Anfang des Jahres 2006 wurde in Süd-Tirol eine Petition, "1946 - 2006, 60 Jahre Pariser Vertrag, 60 Jahre verwehrter Selbstbestimmung für Südtirol" an den österreichischen Nationalrat in Wien verfasst, und von fast allen Bürgermeistern der Süd-Tiroler Gemeinden unterschrieben, im Mai desselben Jahres dem Präsidenten des Österreichischen Nationalrates in Wien feierlich übergeben. Dieses Faktum hat die italienische Politik nicht verschlafen, sondern man hat darauf im Mai 2006 mit dem Referendumvorschlag "...über die endgültige staatliche Zugehörigkeit der AP Bozen" des ehemaligen italienischen Staatspräsidenten Francesco Cossiga reagiert. Dieser Vorschlag einer Volksabstimmung, bis ins letzte Detail ausgearbeitet und im Senat als Gesetzesentwurf Nr. 487, am 23. Mai 2006 eingebracht ("Riconoscimento del diritto di aotodeterminazione al Land Südtirol - Provincia Autonoma di Bolzano"), ist von der Landesregierung in Bozen bis heute politisch nicht aufgegriffen worden, da er zu unklar gewesen ist und zu viele mögliche Wahl-Alternativen beinhaltete, bzw. aufgrund der mangelnden Erfolgsaussichen im Römischen Senat zum damaligen Zeitpunkt der Selbstbestimmung als nicht zuträglich eingestuft wurde. Dieser Gesetztesvorschlag hätte aber verdient, dass man an diesem "Cossiga-Faden" weiter gestrickt hätte. Allein das Faktum, dass die Petition der Süd-Tiroler Bürgermeister von 2006 an das Vaterland Österreich so ein Echo in den höchsten politischen Kreisen in Italien erzeugt hat, deutet eher auf die Tatsache hin, dass man die Wahrscheinlichkeit einer baldigen (in den nächsten Jahren) Ausübung der Selbstbestimmung der Süd-Tiroler in der AP Bozen bei den politischen Eliten in Rom sehr ernst nimmt. Auf diese Petition der Süd-Tiroler Gemeinden hat der Nationalrat in Wien am 21.09.2006 mit einer fast einstimmigen Grundsatzerklärung zur Verankerung der Schutzmachtfunktion der Republik Österreich in der Bundesverfassung für die Landsleute in Süd-Tirol geantwortet. In einigen Wochen, also wahrscheinlich noch in diesem Sommer wird dieser Grundsatzbeschluss durch den Nationalrat in Wien in den Verfassungsrang der Republik Österreich erhoben. Somit wird also schon bald das Vaterland Kraft seiner Verfassung dazu verpflichtet sein, die Interessen, und dazu gehört eindeutig die Selbstbestimmung, der AP Bozen zu wahren, ernst zu nehmen und dafür zu sorgen, dass der klare und unmissverständliche politische Wille der Süd-Tiroler von Österreich und in der EU respektiert wird. Ab diesem Zeitpunkt wird es dann nur an der Süd-Tiroler Landespolitik liegen, om man die Selbstbestimmung des Landes will, und wenn ja, in welcher Form soll dies geschehen und welche politische Unterstützung würde man sich in so einem Fall aus dem Vaterland erwarten. Ich finde es fast traurig, dass darüber so wenig in den Medien berichtet wird. Es finden zwar seit fast zwei Jahren überall im Lande Podiumsdiskussionen und andere Veranstaltungen zum Thema der Selbstbestimmung der Tiroler Bevölkerungsmehrheit in der AP Bozen statt, aber die wirklich wichtigen politischen Entscheidungen, die diese so lang ersehnte Selbstbestimmung vorbereiten könnten, die finden wenig mediale Beachtung. Nicht einmal der Gesetzesentwurf von Senator Cossiga, der aus 5 Artikeln besteht, ist im Land selbst ausreichend diskutiert worden. Zur Erinnerung: In diesem Gesetzesentwurf steht es im Artikel 1: "Dem Volk des Landes Südtirol - Autonome Provinz Bozen wird das Recht auf Selbstbestimmung zuerkannt." Artikel 2: "Die entsprechenden Normen werden vom Südtiroler Landtag erlassen und unterliegen nicht der Kontrolle des Staates, auch nicht dem Verfassungsgerichtshof." Artikel 3: Am Referendum können teilnehmen: die Wahlberechtigten für den Südtiroler Landtag, die deutschsprachigen und ladinischen Bürger, die in der Provinz Bozen geboren sind, die Kinder der Wahlberechtigten für den Südtiroler Landtag." (Warum da im Art. 3 das Wahlrecht für die hier lebenden, oder geborenen italienischen Mitbürger nicht ausdrücklich erwähnt wird, ist mir unverständlich) Artikel 4: Die vier Fragen des Referendums sind: a) Wollt ihr, das das Land Südtirol weiterhin bei Italien verbleibt? b) Wollt ihr, dass das Land Südtirol einen eigenen, unabhängigen Staatskörper bildet? c) Wollt ihr, dass das Land Südtirol um den Anschluss an Österreich ansucht? d) andere Alternativen wurden zum späteren Zeitpunkt aus diesem Entwurf von Cossiga selbst gestrichen. Artikel 5 besteht aus Übergangsregelungen für den Fall, dass sich die Süd-Tiroler für die Selbstbestimmung und gegen den Verbleib ihrer AP Bozen bei Italien entscheiden. In diesem Fall sieht Artikel 5 dieses Gesetzesentwurfes Nr. 487 vom 23. Mai 2006, dass die Streitkräfte der Republik Italien und Finanzbehörden innerhalb von 48 Stunden das Land Süd-Tirol verlassen, während die Carabinieri und die Polizei weiterhin ihren Aufgaben im Auftrag der Südtiroler Landesregierung und nicht mehr im Auftrag der Republik Italien nachgehen können. Dieser Referendumvorschlag von Senator Cossiga ist von der Landesregierung nicht aufgegriffen worden aber "die italienische Büchse der Pandora der Süd-Tiroler Selbstbestimmung" ist damit von Italien selbst geöffnet worden, und sie lässt sich der griechischen Sage nach nicht mehr schliessen. Die Landespolitik wird sich wohl etwas damit überlegt haben, indem man diesen Gesetzesentwurf 2006 verworfen hat. Vieleicht war das aus strategischer Sicht eine kluge Entscheidung. Die Frage der Selbstbestimmung des Landes muss gründlichst vorbereitet und in den Medien sowie in der Bevölkerung ausreichend erörtert werden. Die Süd-Tiroler sind auf der ganzen Welt als mutige und treue Menschen bekannt, daher wird dieses Thema der Selbstbestimmung das Land weiterhin politisch begleiten und die Menschen in Süd-Tirol und in Österreich emotional bewegen. Heute habe ich gelesen, dass die Süd-Tiroler Extrembergsteiger Hans Kammerlander und Karl Unterkircher den Himalaya-Gipfel "Jasemba" in Nepal erstbestiegen haben. Dieser 7.350 Meter hohe Berg galt bis jetzt als unbezwingbar. Genauso verhält sich das auch mit der von der Landespolitik langfristig angestrebten Selbstbestimmung. Bis noch vor einem Jahr schien sie vorläufig noch ausser Reichweite. Dieses Jahr 2007, und die nächsten Jahre werden zeigen, wie weit man bei diesem Gipfelsturm der Selbstbestimmung kommen wird. In der Alpinistik, genauso wie in der Politik gilt der gleiche Grundsatz, sich beim Aufstieg absichern, auf die Bergkameraden verlassen, das Ziel nicht aus den Augen verlieren, Mut und Kraft beweisen, möge der Weg dorthin noch so lang und mühsam sein. Dieses Beispiel der Gipfelerstbesteigung durch die Süd-Tiroler Extrembergsteiger Hans Kammerlander und Karl Unterkircher möge in diesem Sinne auf dem Weg dorthin allen Befürwortern der Selbstbestimmung Süd-Tirols Mut machen und Zuversicht verbreiten, dass auch dieser "Gipfel der Selbstbestimmung" einmal von den Menschen in diesem Land und von der Landespolitik erreicht werden kann!
23.05.2007
E.Ekat, München
Eine Abstimmung darüber, ob man die Selbstbestimmung befürwortet, das würde ich nicht empfehlen. Ein Recht auf Selbstbestimmung kann (und darf) man nicht zur Wahl stellen. Der Auftrag, dieses Recht auf Selbstbestimmung zu verwirklichen ist Bestandteil des Grundsatzprogramms der SVP. O-Ton daraus: "Die SVP bekräftigt die Unverzichtbarkeit des Selbstbestimmungsrechtes der Südtiroler".>>>> Es geht nach meiner Meinung nach nun darum, dieses Selbstbestimmungsrecht seiner endgültigen Konkretisierung zuzuführen. Dazu dürfte es mehrere Möglichkeiten geben, die jedoch alle, nachdem sie in Gang gesetzt werden, eine Eigendynamik entwickeln. Diese Eigendynamik sollte man in Bahnen zu halten versuchen. Man wird also abzuschätzen versuchen, in welche Richtung der dann losgetretene Anlauf zur Überwindung der letzten Hürde, die vor der Selbstbestimmung zu überwinden ist, sich bewegen sollte, und bewegen könnte. Dabei würde ich bevorzugen, ein Verfahren in Gang zu setzen, welches möglichst viele Südtiroler auf diesen Weg mitnimmt. Das bedeutet u.a. die Vorsorge, daß die in einer Abstimmung Unterlegenen sich anschließend dennoch mit ihrer Niederlage abfinden können. Dies ist meiner Meinung nach nur möglich, indem man die auch heute schon deutlich vorhandenen Einzelstellungemerkmale Südtirols herausstellt. Sodaß die in einer Wahl Unterlegenen sich damit trösten können, Südtiroler zu sein, egal zu welchem Ergebnis eine Abstimmung letztendlich geführt haben wird. Daß sie akzeptieren können, in einem demokratisch abgelaufenen prozeß unterlegen zu sein. Und daß sie dennoch etwas in der hand haben, was sie diese Niederlage verschmerzen läßt. Die Herausarbeitung derartiger Merkmale wäre die Aufgabe einer zu etablierenden überparteilich angesiedelten Kommission, welche die Historie, sowie die Gemeinsamkeiten, und die zukünftigen Optionen ausarbeiten, und der Diskussion zuzuführen. Das bedeutet: die Herausarbeitung, das Bewußtmachen der besonderen Merkmale Südtirols. Wichtig dabei scheint mir zu sein, daß solch eine Kommission überparteilich angesiedelt werden muß. Sie muß hohe Kompetenz und breites Ansehen genießen. Es ist nicht notwendig, daß die Mitglieder allesamt aus Südtirol stammen müßten, wichtiger wäre, daß die Mitglieder von der Öffentlichkeit allgemein als faire Sachwalter angesehen und wahrgenommen werden. Aus dieser Kommission kommen dann die Stellungnahmen zu allen möglichen Belangen, die für die eigentliche Abstimmung, die persönliche Positionierung bei der individuellen Beurteilung der Selbstbestimmung Relevanz erhalten. Das Signal zum Start für diesen letzten Abschnitt auf dem Wege zur Selbstbestimmung bestünde meiner Meinung nach in der Aufstellung einer derartigen Kommission. Die Veröffentlichung von Zielsetzung, Zeitrahmen sowie Kriterien, die durch die Kommissionsmitglieder erfüllt werden, die Zielsetzung, der diese Kommission dienen soll: also die Vorbereitung der Abstimmung über Südtirol. Dies könnte das Startsignal für den letzten Abschnitt darstellen.
22.05.2007
Anton, St. Jakob
Alle Parteien der südtiroler Mehrheit der AP Bozen streben nach eigenen Aussagen die Selbstbestimmung des Landes an, sollte diese einmal in der Zukunft möglich, oder praktikabel sein. Die Frage der Süd-Tiroler Selbstbestimmung könnte man z.B. dem Wahlvolk bei der Landtagswahl 2008 stellen. Dazu bedarf es zuerst, meiner Meinung nach, eine klare Antwort auf die Frage, die so lauten könnte: Befürworten Sie die Selbstbestimmung der Autonomen Provinz Bozen und sollte die Landesregierung in diesem Sinne ein Modell für die Ausübung dieser Selbstbestimmung ausarbeiten und neuerlich zu einem späteren Zeitpunkt dem Wahlvolk in der AP Bozen zur Abstimmung vorlegen?"; darauf könnte man dann bei der LW 2008 so antworten, indem man entweder ein "Ja" oder ein "Nein" zu diesen drei Fragen in einem Fragesatz ankreuzt. Diese Fragen kann nur die Landesregierung politisch angehen und nach entsprechender politischer Auseinandersetzung, Vorbereitung und Diskussion in allen Medien des Landes dem eigentlichen Souverän, dem Wähler und der Wählerin zur Abstimmung vorlegen. Ich vermute, dass die meisten Menschen in diesem Land bei dieser Volksabstimmung der Zukunft so abstimmen würden, wie es ihrem Gewissen entspricht und der Empfehlung der Partei, die sie sonnst bei allen Wahlen in Süd-Tirol wählen. Daher, wenn die SVP, Union, STF, FP oder auch Teile der Grünen sich dafür aussprechen würden, wird dann auch die Antwort auf diese für die Zukunft des Landes so wichtige Frage nur "Ja" lauten können, wenn man damit eine 50-55% dafür - Stimmen - Schwelle, bei Wahlbeteiligung über 50% meint. Dieses "Ja" zur Selbstbestimmung würde dann bei einem "Ja" in aller Zukunft die Landespolitik in die Pflicht nehmen, die Selbstbestimmung des Landes mit demokratischen Mitteln bis zu deren Verwirklichung nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch in der Landespolitik und auf der internationalen Ebene voranzutreiben. Die Frage der Tiroler Einheit tangiert naturgemäss auch das österreichische Bundesland Tirol, daher müsste es auch eine entsprechende Vorgangsweise in diesem Teil Tirols geben, aber erst in der Endphase der Süd-Tiroler Selbstbestimmung, würde ich meinen, damit man sich international nicht dem Vorwurf der Abwerbung der AP Bozen aussetzt, aber auch das ist ein Menschenrecht der Tiroler nördlich des Brenners in einem Land und in einer Gemeinschaft aller Tiroler, zusammen mit Süd-Tirolern zu leben. Die Geschichte des Landes Tirol ist 1000 Jahre lang, die der Trennung und Teilung erst 89 Jahre her, es liegt daher an den Tirolern selbst, ob sie wieder vereint in einem Bundes-Land leben wollen. Europa hilft uns nur dabei diese Landeseinheit über Selbstbestimmung zu erlangen. Solche Selbstbestimmungen hat es in Europa schon immer gegeben und sie wird es auch in der Zukunft auch immer geben. Dieses Europa, unsere gemeinsame Heimat, muss sich auf diese Art und Weise neu erfinden, neu konstituieren und neu konstruieren. In diesen Tagen feiert gerade das jüngste Beispiel der Selbstbestimmung, ein neues Land und Volk in Europa, die Republik Montenegro am 26.Mai den ersten Jahrestag seiner gelungenen Selbstbestimmung und seiner Unabhängigkeit von Serbien. Das Unheit der Tiroler Teilung hat dort in der Gegend, in Sarajevo 1914 den Anfang genommen und in unserer Zeit macht gerade dieses kleine Land Montenegro dem Land Süd-Tirol vor, wie man sich aus einer Fremdherrschaft befreien kann, übrigens, Montenegro ist 1918 dem Königreich Jugoslawien nicht freiwillig, sondern mit Zwang und Gewalt einverleibt worden. Wer hat noch vor einigen Jaheren in Europa davon etwas gewusst, dass es dieses Land und Volk überhaupt gibt und dass es nach Selbstbestimmung und Unabhängigkeit von Serbien strebt? Dazu sind die Unterschiede sprachlicher und kultureller Art zwischen Serbien und Montenegro solcher Natur, wie zwischen Bayern und Preussen, oder zwischen Trentino und Lombardei. Serbien musste mir sauerer Miene nolens volens diese Selbstbestimmung zulassen, widerwillig gewähren und über die politische Bühne in Europa ergehen lassen. Die Zeit der gewaltsamen Niederwerfung-en des Selbstbestimmungswillen eines ganzen Volkes, wie in Süd-Tirol in den 1960-er Jahren geschehen, ist seit Kosovo-Krise, und EU- und NATO-Intervention 1999 in diesem kleinen Land Kosovo, in ganz Europa spätestens seit diesem Zeitpunkt endgültig vorbei! Vieleicht mit Ausnahme der Russischen Föderation und der Türkei, aber das ist eher eine Streitfrage, ob diese Länder zivilisatorisch noch zu Europa gehören oder nicht. Heutzutage darf und kann keine Staatsmacht in Europa, zumal in der EU, den eigenen demokratischen und friedlichen Selbstbestimmungsweg einer sprachlichen Bevölkerungsmehrheit in einer Autonomen Provinz nicht behindern oder versperren, wenn diese Mehrheit im eigenen Land auf diesen eigenen demokratisch legitimierten Selbstbestimmungsweg besteht. Abgesehen davon ist Silvio nicht Milo und die EU ist zwar eine bürokratische, aber eine demokratische und faire überstaatliche Institution. Dank der EU gibt es heute so gut wie keine Grenze am Brenner mehr, aber die Tiroler Einheit ist immer noch nicht passiert, sie befindet sich aber in der Reichweite der Landespolitik-en. Für mich persönlich ist diese Landeseinheit Tirols auch unter Schirmherrschaft von Österreich und Italien politisch machbar und rasch (in mehreren Jahren) möglich. Diese kann relativ rasch auf dem direkten Weg der Selbstbestimmung der Tiroler in der AP Bozen und im Bundesland Tirol erreicht werden, oder langsam über Jahrzehnte im Prozess des Zusammenwachsen, dessen was in ganz Tirol zusammen gehört, oder zusammen gehören will. Die Frage ist nur die, ob man einer Tiroler Minderheit in Italien gerade diesen längeren Um- Weg der eigenen Selbstbestimmung empfehlen sollte. Ich bin für den direkten Weg bei einem Referendum. Eine Volksgruppe braucht meiner Meinung nach in der eigenen Geschichte immer wieder solche Auseinandersetzungen über den künftigen politischen Weg des Landes als Orientierungshilfe für die eigene Zukunft und die nachkommenden Generationen. An so einem Wendepunkt seiner Geschichte und Gegenwart befindet sich gerade jetzt, um die Jahrhundertwende in den Jahren 2006 - 2010 das Land Tirol südlich des Brenners, 89 Jahre nach der Teilung von 1918 und fast 200 Jahre nach dem Tiroler Freiheitskampf um Landeseinheit und Zugehörigkeit zum Vaterland Österreich von 1809. Heute werden alle Meinungsdifferenzen, auch Dank der Segnungen der politischen Kultur in der EU, frei und demokratisch, auf zivilisierte Art und Weise ausgetragen. Dazu gehört eindeutig für mich, auch die unendliche Geschichte der Süd-Tiroler Selbstbestimmung, die meiner Meinung nach noch nie so nah an einer endgültigen Lösung stand, wie gerade in diesen Jahren. Ich vertraue auf den politischen Instinkt der grössten Partei in diesem Land, ich hoffe sehr, dass sie die Zeichen der Zeit erkennt und auch diese Alternative der Selbstbestimmung in einem Referendum in der AP Bozen politisch zulässt. Die ganze Erfolgsgeschichte Süd-Tirols, die Autonomie, der wirtschaftliche Aufstieg, der holde Klang des Landesnamen in der Welt, wäre ohne die Edelweiss-Partei undenkbar gewesen, daher liegt es gerade jetzt in den Händen dieser Partei die richtigen Weichen der Selbstbestimmung des Landes zu stellen, damit wir alle einmal in einem nicht nur freien, sondern auch in einem vereinten Land Tirol leben dürfen. Die SVP war und ist die Partei von Kanonikus M. Gamper, E. Amons, S. Magnagos und von vielen anderen Persönlichkeiten, die diesem Land die Menschenrechte und seine Würde wieder zurückgegeben haben. In unserer Zeit wird dieser erfolgreiche Weg des Landes von anderen Politikern fortgesetzt, heute stellt sich langsam im europäischen Zusammengang und EU - Kontext die Frage der endgültigen Lösung der Selbstbestimmungsfrage für Süd-Tirol. Ich hoffe sehr, dass die Landespolitik der AP Bozen, gemeinsam mit der Tiroler Politik aus dem Vaterland, rechtzeitig die richtigen politischen Antworten darauf findet.
22.05.2007
E.Ekat, München
Gutes statement, Anton. Was bleibt ist, die Gründe aufzuzeigen, die nun für eine Beschleunigung des Vorganges, der Herbeiführung einer Abstimmung sprechen, Es gibt diese Gründe tatsächlich. Cossiga hat indirekt auf einige hingewiesen. Hat Europa so viel Freizügigkeit auch nach Südtirol gebracht, daß der letzte Schritt nun nicht mehr so brennt ? Da werden Autonomie-Rechte auf ihre Notwendigkeit hin hinterfragt werden, falls es zu einem Stillstand kommt. Dann steht ein politischer Generationenwechsel ins Haus. Wird dies dämpfend wiken, werden sich die Nachfolgenden mit dem Erreichten arrangieren, um nicht zu sagen: es sich bequem zu machen versuchen? Oder wird es jemanden geben, der die Kraft besitzt, den bisherigen Wege bis zum Ende zu beschreiten ? Auch hier die Gefahr, daß das Erreichte, sowie das Zugeflogene die offene Frage Südtirol unter sich begräbt. Wird man damit den Autonomiestatus sichern können ? Für alle Zeiten, ohne jemals die Abstimmung glaubhaft eingefordert, angegangen zu sein ? Das öffnet sofort die von mir gestellten Fragen nach den herrschenden Mehrheitsverhältnissen in der Bevölkerung. Und damit sind wir bei meinem eigentlichen Anliegen. Egal in welche Richtung: es müssen Mehrheitsverhältnisse herbeigeführt werden, die zu einem eindeutigenBVotum im Rahmen einer zukünftig vorgesehenen Abstimmung führen. Vorher braucht, und darf man nicht abstimmen lassen. Dazu ist zunächst des Anstoßes einer allgemeinen Diskussion notwendig. Es muß das signal kommen: wir gehen es an. Vielleicht zunächst durch die Einbindung eine Kommission, sofern es genügend Persönlichkeiten gibt, die von allen Seiten akzeptiert werden .Die sich dann zu Fragen äußert, ohne daß dabei die Meinung einzelner Kommissionsmitglieder bekannt wird. Die Kommission äußert sich zu jedem Themenkreis, nachdem Konsens hergestellt wurde. Dort werden dann Antworten zur Geschichte, auch zur gemeinsamen Geschichte erarbeitet, dann natürlich die derzeitigen, und zukünftigen Perspektiven. Es muß eine Möglickeit geben, in der Bevölkerung eine Mehrheit - egal für welche Option - herbeizuführen, damit es zu einer Abstimmung kommen kann. Auch die dabei von der EU erwarteten Anforderungen - sowie weitere zu beachtenden Anforderungen, so sie bestehen sollten - könnten durch diese Kommission offengelegt werden, damit der Weg klar wird. Nach und nach entsteht so ein Bündel von sachlichen Informationen, auf der erst man als Südtiroler - egal welcher Zugehörigkeit - überhaupt eine persönliche Entscheidung herbeiführen, und sich dann entsprechend positionieren kann. Ich sehe keine andere Möglichkeit, die Erstarrung aufzuweichen, und zwar in der Weise, daß alle - also auch die in der Abstimmung Unterlegenen- hinterher damit werden leben können. So etwas muß vorbereitet werden.
21.05.2007
Anton, St. Jakob
In seiner viel beachteten Rede vom 18. Feber 2007 zum Thema der Tiroler Landeseinheit hat der österreichische Nationaratpräsident ein Schiller-Zitat aus der "Ode an die Freude" verwendet. Ich möchte gerne in diesem Zusammenhang auch ein Schiller-Zitat aus "Wilhelm Tell" anbringen und ich glaube, es werden sich alle Tiroler in Süd, Nord und Ost, sowie alle Österreicher dabei angesprochen fühlen: "Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Not uns trennen und Gefahr. Wir wollen frei sein, wie die Väter waren. Eher den Tod, als in der Knechtschaft leben. Wir wollen trauen auf den höchsten Gott und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen." Ende des Zitats. Das, was Friedrich von Schiller der Dramatiker des Idealismus über den Freiheitswillen der Schweizer Eidgenossen damals schrieb, könnte man auch heute auf den Selbstbestimmungswillen der Tiroler in allen Teilen der geteilten Heimat übertragen. Die Tiroler nördlich und südlich des Brenners wissen woher sie kommen, wo sie heute sich befinden und welchen Platz sie in Europa freier Völker, als ein wiedervereintes Bundes-Volk in der Zukunft einmal einnehmen wollen und werden. Die Tiroler haben vor 700 Jahren ihre Heimat in Österreich gefunden und sie sind bis Heute ihrem Vaterland Österreich treu geblieben, auch oder vor allem in Süd-Tirol. Nicht anders war es vor fast 200 Jahren, als das Land Tirol unter der Führung von Andreas Hofer um seine Freiheit im Kampf gegen die Fremdbestimmung Bayerns, Napoleons und Königreichs Italien 1809 ringte, oder an der Tiroler Front im I. Weltkrieg, oder in den 1950-60-er Jahren im Widerstand und Kampf für die Umsetzung der Autonomie für Tiroler in der AP Bozen. Das Blut- und Leidopfer der treuen Tiroler in allen diesen geschichtlichen Epochen hat dieses kleine Volk in den Alpen für den Rest der Welt klar und eindeutig positioniert. Alle Tiroler sind Heute ein Teil der österreichischen Nation. Die Österreicher in unserer Zeit sind keine "Schönwetternation", die bei einem geschichtlichen Sturm umfällt. Sie müssen sich alle gerade hier bei der Tiroler Einheit als Nation bewähren. Das bedeutet für mich, dass man einen integralen Teil des Ganzen, nämlich die Süd-Tiroler nicht vergisst und sie in unserem gemeinsamen politischen Bemühen um die Erlangung der Selbstbestimmung nach Kräften unterstützt. Daher möchte ich nochmals den Satz Schillers unterstreichen; "Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Not uns trennen und Gefahr." Wenn wir einmal dieses einige Volk sein möchten, dann dürfen wir auch nicht vergessen, dass in diesem Land über 100 Tausend Italiener leben, für die eben Süd-Tirol zu ihrer Heimat geworden ist. Sie mögen verstehen, dass nach einer erfolgten Selbstbestimmung, sollten sich die Menschen in einem demokratischen Prozess für die Landeseinheit der geteilten Landesteile Tirols ausprechen, auch sie als italienische Süd-Tiroler. oder als Italiener in einem vereinten Land Tirol willkommen sind. Sollten sie die Enscheidung im Sinne der Selbstbestimmung, oder den politischen Willen dazu der Mehrheit der Bevölkerung in Alto Adige akzeptieren, dann haben sie eine gute Wahl getroffen. Nicht anders war das damals in der Schweiz, im Kampf des sagenumwobenen Wilhelm Tell, der um die Freiheit und die Landeseinheit seiner Heimat mit den damaligen Mitteln kämpfte. Die Schweiz ist damit so zur Heimat von Italienern in Ticino/Tessin geworden, und sie ist ihnen bis heute eine gute Heimat geblieben, da fährt die Eisenbahn drüber. Daher sollte man meiner Meinung nach die italienischen Mitbürger um Vertrauen ersuchen, und sie sollen sicher sein, dass dieses so kleine Volk und Land Tirol in seinem Bestreben in der Zukunft die Landeseinheit wiederzuerlangen, den italienischen Mitbürgern in einem Europa freier Völker alle Rechte einräumt, die diese italienische Minderheit in Süd-Tirol selbst rechtzeitig politisch moniert. Wenn man sich dieser Debatte entzieht, sich verweigert und tut so, als ob die Selbstbestimmung der Tiroler sie nicht betreffen würde, dann verpasst man wieder einmal eine Möglichkeit, sich in diesem Prozess im ureigenen Interesse einzubringen. Diese Selbstbestimmungdebatte betrifft alle Menschen in diesem Land und alle müssen gehört werden. Ich persönlich habe keine Angst und keine Furcht vor demokratischen Mehrheitsentscheidungen, egal wie sie ausfallen würden. Ich trete für die Tiroler Einheit von Süd-, Ost- und Nord-Tirol in einem Land Tirol ein, aber ich würde auch eine politische Neuorientierung und Neugründung eines Bundes-Landes Süd-Tirol begrüssen, vorausgesetzt der Idee der Selbstbestimmung wäre damit Genüge getan. Ich würde aber auch ein "Nein" in einer Volksabstimmung zu dieser Frage akzeptieren, wenn diese Wahl frei, unbehindert und mit der Akzeptanz der EU-Partner, Österreich und Italien verlaufen würde. Die Option eines neuen EU-Staates Südtirol halte ich für völlig unrealistisch, es ist aber im Leben nichts unmöglich. Für mich persönlich ist eine Selbstbestimmung Süd-Tirols unvorstellbar, die sich gegen den Geist der Tiroler Einheit richtet, da kann man gleich beim jetzigen Status der Autonomen Provinz Bozen bleiben. Völkerrechtlich ist diese AP Bozen bekanntlich ein Subjekt des Völkerrechtes, festgeschrieben 1946 im Pariser Autonomie-Vertrag, abgeschlossen zwischen Italien und Österreich. Als Schiedsinstanz ist in diesem Vertag in allen Streitfragen a u s d r ü c k l i c h die UNO vorgesehen. Alle Mitgliedstaaten der UNO, d.h. auch Italien müssen sich an die politisch bindenden Entscheidungen dieser Organisation halten und die EU muss dafür sorgen, dass diese Entscheidungen in ihrem eigenen Machtbereich unverzüglich umgesetzt werden. Mit der EU gibt es keine Ausrede mehr, über Rom steht heute die EU in Brüssel und anderswo. Sollte es einmal eine Volksabstimmung zur Frage der eigenen Selbstbestimmung in Süd-Tirol geben und sollte das Ergebnis ein klares "Ja" lauten und sollte Rom diese Entscheidung nicht ernst nehmen, dann ist es nur die Frage der Zeit, bis die entsprechenden politischen Institutionen, wie die UNO oder die EU damit befasst werden und ihre völkerrechtlich verbindlichen Entscheidungen fällen. Damit steht die Süd-Tiroler Selbstbestimmung und niemand in Italien wird sie mehr aufhalten können. Dazu ist aber nicht nur der klare Wille zur Selbstbestimmung der süd-tiroler Bevölkerung notwendig, sondern auch ein klarer politischer Weg und Selbstbestimmungskurs der Landespolitik. Erst dann wird man sich in allen zuständigen europäischen politischen Gremien überhaupt damit beschäftigen wollen. In der EU gilt bekanntlich ein Grundsatz, wo kein Kläger, da kein Richter. Eine Selbstbestimmung, aufgeschoben auf Sankt Nimmerleinstag wir es daher eher nicht so bald geben, es sei denn die Landespolitik und die Landesführung mit der SVP zeigen Mut zu klaren politischen Entscheidungen in Richtung der Selbstbestimmung des Landes Süd-Tirol. Jede Reise beginnt bekanntlich mit dem ersten Schritt. Diese Reise hat schon längst begonnen, das Tempo ist aber so langsam, dass man die Geschwindigkeit nicht so sehr merkt. Die Ungeduld ist das Laster der Jugend, die Geduld aber die Tugend des Alters, mögen alle Menschen, die Tiroler Einheit wollen, jung und alt ihren Beitrag leisten, damit sie uns allen gelingt. Diese Selbstbestimmung der AP Bozen bewegt sich ohnehin in die richtige Richung. aber hoffentlich warten wir nicht noch eine Genaration oder länger damit zu!
19.05.2007
E.Ekat, München
KarlK. Wenn die Abstimmung zur Selbstbestimmung nur darüber stattfinden darf, ob es zu einem Anschluß Südtirols an Österreich kommt, dann wird man wohl auch in Zukunft auf diese Abstimmung verzichten müssen. Mit allen negativen Konsequenzen daraus. Ich kann mir keinen Umstand vorstellen, unter dem die EU eine Abstimmung mittragen, oder gar anerkennen würde, in der ein Teil der Bevölkerung - die Befürworter einer Selbstständigkeit - ignoriert werden muß, um den anderen Bevölkerungsteil - den italienisch-stämmigen - überstimmen zu können. Ohne EU jedoch geht garnichts. Über diese Problematik nicht einmal diskutieren zu können, wie Sie nun vorschlagen ist kennzeichnend für eine Verhärtung bei dem Bestreben, der eigenen Präferenz ohne eine eigene Mehrheit zum Durchbruch zu verhelfen. Sowas ist mit den Prinzipien von Demokratie nicht vereinbar, vor allem setzt sich dabei ein Teil der Bevölkerung hinweg über einen anderen Teil, was das Hauptziel einer Abstimmung zur Selbstbestimmung, nämlich über einen demokratischen Akt zu einem Zustand der Aussöhnung und Befriedung kommen zu können, verfehlt. Aus diesem letzten Grunde kann ich mir nicht einmal vorstellen, daß Österreich sich mit einer derartigen Vorgehensweise einverstanden erklären kann. Österreich hätte dann nicht nur unzufriedene Italiener in ihren Grenzen, die zu Recht darauf verweisen könnten, daß die Abstimmungsbedingungen eine Alternative unterschlagen hätten, in der diese sich hätten einbinden lassen können. Ich glaube z.B. nicht, daß die italienische Regierung, die hier ins Spiel käme, ihre eigenen Staatsbürger auf diese Weise im Stich lassen, preisgeben könnte. Die Italiener müssen die Option haben, zwischen dem Verbleib bei Italien und der Selbständigkeit wählen zu können. Österreich hingegen hätte dann zusätzlich auch noch deutschsprachige Südtiroler in seinen Grenzen, die nicht Österreicher werden wollten, aber bei der Abstimmung ausgebootet wurden, weil die Option der Selbstständigkeit Südtirols nicht vorgesehen wurde. Da sind dann welche zu Österreichern gemacht worden, die dies nicht wollten. Keiner holt sich freiwillig solche Staatsbürger ins Haus. @KarlK ich kann sehr gut verstehen, daß Sie diese Erwägungen - wie Sie schreiben - einfach „ignorieren“ wollen. Oder als „Einmischung“ aus München abtun wollen. An den Faktum, daß Sie sich damit auseinandersetzen müssen, sofern es jemals zu einer Abstimmung kommen soll, kommen Sie jedoch nicht vorbei.
18.05.2007
Karlk, Oetztal
@ Anton, ich möchte gerne Ihre Feststellungen vom 14.05 und 16.05 unterstützen. Wir, Freunde Südtirols, sollten uns aber nicht vom Thema ablenken lassen und bei unserem Thema bleiben. Ablenkungsmanöver usw. ignorieren wir einfach. Es lebe die südtiroler Freiheit !
18.05.2007
E.Ekat, München
KarlK, ich bedaure immer wieder, daß die Option einer zukünftigen staatlichen Eigenständigkeit Südtirols so sehr ausgeschlagen wird, daß sie nicht einmal mehr der Erwähnung wert zu sein scheint. Die Gegenfrage zu Ihrer abschließenden Frage also: Worüber sollte man dann hier noch diskutieren wollen ? Ich glaube, man wäre heute weiter, wenn eine Diskussion (eine geistige Auseinandersetzung also) bereits im Gange wäre. Anders ausgedrückt: man wird auch in Zukunft nicht viel weiter kommen, wenn die Diskussion über alle verfügbaren Optionen weiterhin begrenzt bleiben soll.
18.05.2007
Karlk, Oetztal
Die italienischen Rechten wollen eigentlich das ganze Autonomiestatut wieder abschaffen. Wer meint dass alles bleibt wie es heute ist, irrt sich. Unter Berlusconi hat man dies schon gesehen. Die Zukunft Südtirols ist nur dann gesichert, wenn: 1) die italienischen Rechten ihre Meinung ändern, 2) die italienischen Rechten nicht mehr regieren werden, 3) Südtirol wieder zu Österreich kommt. Die ersten zwei Lösungen sind nicht sehr wahrscheinlich. Die dritte Lösung braucht Zeit in der eine sichere Mehrheit für diese Lösung entstehen kann. Die Bevölkerung Südtirols darf dies aber nicht nur den Politikern überlassen. Dr. Andreas Khol sprach am 18 februari 2007: „Die Grenzen verschwinden. Eine gemeinsame Währung, eine gemeinsame Wirtschaft und eine enge soziale und kulturelle Zusammenarbeit haben die Einheit des alten Tirol geschaffen. Die Landeseinheit ist in der Europäischen Union wieder hergestellt, wir müssen das erkennen und entsprechend handeln. Die Grenzen laufen heute manchmal quer durch unsere Köpfe und Herzen. Diese Grenzen müssen wir überwinden. Die staatlichen gibt es nicht mehr. Wir haben keine Ausrede mehr. Wir dürfen die Fehler nur mehr bei uns suchen. Unsere Aufgabe: die Landeseinheit schaffen, die Grenzen in unseren Köpfen und Herzen niederreissen!“ Wir könnten hier diskutieren wie man dies machen kann. Wer macht mit!
16.05.2007
egon, leifers
ich bin mir ganz sicher, es wird nicht mehr lange dauern, dann wird die regierung eine lösung finden müssen. die rufe nach selbstbestimmung und gerechtigkeit werden immer lauter. die beleidigenden denkmäler sind ausschließlich bei uns erhalten, die erfundenen ortsnamen und italianitá bringt verwirrung im turismussektor. eine ausgeglichene, gerechte lösung muss her, um den faschistischen grössenwahn endlich zu begraben. schluss mit den geschichtslügen, es lebe die südtiroler freiheit
16.05.2007
Anton, St. Jakob
@ Bürger Österreich. Ich würde manche Beiträge mit Vorsicht betrachten. Ich will niemand was unterstellen, aber in Italien treiben hier und anderswo so genannte "Postkämpfer" ihr Unwesen, die in ihren Beiträgen, mit wechselnden Identitäten vorgeben, die angeblich in diesem Land herrschende öffentliche Meinung zu repräsentieren. Daher sind manche Beiträge in allen Foren aus Süd-Tirol mit Vorsicht zu geniessen. Ich meine damit nicht die Beiträge des E. Ekat aus München, da ich sie berreits kenne und für sachlich und seriös halte, es ist aber eine Meinung von vielen, die ich aber persönlich nicht teile. Die Deutschen aus der BRD sind in diesem politischen Prozess der Süd-Tiroler Selbstbestimmung keine direkt betroffene Partei, sondern Zaungäste. Vor allem die Bayern, zusammen mit der deutschen Politik, könnten bei Bedarf wertvolle aussenpolitische Unterstützung für diese Süd-Tiroler Selbstbestimmung leisten. Das erwartet man von Freunden und ist auch selber bereit zu helfen, wenn es einmal dem Nachbarland, oder dem deutschen Brudervolk einmal schlecht gehen solltte. Die Tiroler als Österreicher sind eben Nachbarn der Deutschen und es verbindet uns die gemeinsame Schriftsprache und Kultur. Viel wichtiger ist heute aber, nach meinem dafürhalten, was die Süd-tiroler selbst zu ihrer eigenen politischen Selbstbestimmung meinen, und die Stimmen aus dem Vaterland Österreich zum Thema der Tiroler Einheit südlich des Brenners. Wir haben jetzt von Europa ein Zeitfenster der Selbstbestimmung bekommen, das es zu nutzen gilt, von 2006 bis vieleicht nach 2010 -2020. Diese Chance bekommt man einmal in 100 Jahren und die kommt wahrscheinlich in der Form nie mehr wieder. Alle Menschen in ganz Tirol, südlich, nördlich und östlich des Brenners und im Vaterland sollten das bestmögliche daraus machen. Ich persönlich glaube, dass auch als eine absolute Kompromisslösung und Minimalforderung, eine Landeseinheit Tirols unter der Schirmherrschaft von Österreich und Italien in unserer Zeit denkbar wäre. Die Tiroler Einheit ist machbar und politisch möglich, wenn wir alle daran glauben, zielstrebig und lang genug für sie arbeiten und an diesem Traum festhalten ! Den dazu notwendigen Willen in der Bevölkerung, kann niemand auf der Welt den Österreichern südlich und nördlich des Brenners, Gestern, Heute und Morgen absprechen. Nicht anders war es bei der Deutschen Einheit 1989-1990, als Europa und die Welt haben einsehen müssen, dass ein Volk das Recht hat, in einem Staatswesen und in einer Gemeinschaft zu leben. Die Frage der Tiroler Einheit ist natürlich anders, eine Lösung kann man auch innerhalb von europäischen Integrationsprozessen anstreben, das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die 2/3 süd-tiroler Bevölkerungsmehrheit das Recht auf eigene Selbstbestimmung erhalten sollte, indem man selbst als Bürger/In, oder als Sprachgruppe über diese so wichtige Frage mitentscheidet. Tirol isch lei oans!
15.05.2007
E.Ekat, München
@Kristof Heitmann. Gute Sache, keine Einwände. Mein ursprünglicher Beweggrund hier zu schreiben war, die Gründe zusammenzutragen, die einer abzuhaltenden Volksabstimmung im Moment noch entgegenstehen. Für Südtirols liegt eine Schwierigkeit darin, daß 3 mindestens Alternativen zur Wahl stehen: Anschluß an Österreich, im Rahmen einer Wiedervereinigung mit Tirol, der größte teil der Südtiroler scheint dieser Möglichkeit zuzuneigen. 2. Selbstständigkeit Südtirols, 3. Verbleib bei Italien. Im Moment verfügt keine der Gruppen über eine qualifizierte Mehrheit. Die große Mehrheit der Südtiroler sind sich aber einig, nicht bei Italien verbleiben zu wollen. Als qualifizierte Mehrheit bezeichne ich, was die EU beispielsweise im Falle Montenegro verlangte, wonach mindestens 55 % Zustimmung vorliegen müssen. Keine der 3 Lösungen erreicht im Moment eine Mehrheit, geschweige denn eine qualifizierte Mehrheit. Eine Abstimmung unter den derzeitigen Mehrheitsverältnissen kommt demnach nicht in Frage, auch deswegen, weil man ansonsten die im Rahmen der Autonomie erlangten Rechte gefährden würde. Meine Überlegung: welche Voraussetzungen bestehen, oder müssen egschaffen werden, um die Mehrheitsverhältnisse zu verändern mit dem Ziel, überhaupt jemals zu einer Abstimmung zum Vollzug der Selbstbestimmung schreiten zu können, die "Südtirol- Frage" zu einem Abschluß bringen zu können. Der Vorwurf Cossigas an die Südtiroler lautete, garnicht an einer Abstimmung interessiert zu sein, um ungestört die Vorteile aus der Autonomieregelung einstreichen zu können. Meine Frage also; was muß geschehen, daß man Mehrheitsverhältnisse herbeiführen kann, die eine Abstimmung zu einem Erfolg führen können. Warum ich es für notwendig halte, diese offenbar sehr schwierige und emotional geladene Frage anzugehen, sie nicht auf sich beruhen zu lassen, habe ich an anderer Stelle dargelegt.Werde ich hier aber ggfs nochmals präzisieren.
15.05.2007
bürger, österreich
Möchte wissen, was die beiden hier bezwecken wollen.
15.05.2007
Kristof Heitmann (DIE LINKE), Eutin (Schleswig-Holstein/Deutschland)
an E.Ekat, Anton Ich spreche mich weiterhin für eine Volksabstimmung mit 3 Möglichkeiten aus, wobei ich die Unabhängigkeit Südtirols mit der Möglichkeit einer anschließenden Vereinigung mit dem österreichischen Bundesland Tirolzu einer Republik Tirol bevorzugen würde (nähere Begründung unter 'Offene Themen'; 'Zukunft Autonomie')
14.05.2007
E.Ekat, München
Anton, ich zitiere Sie:>>>"E. Ekat aus München z.B., spricht sich für eine Selbstbestimmung Süd-Tirols aus, die sich nur auf das Land selbst bezieht," Zitatende. Genau so ist es. Frage: was heißt hier. „nur“ ? Aber schön, daß sie dies klarstellen: Ich bin für die Selbstbestimmung Südtirols. Weiter Zitat von Ihnen:>>>> aber sicherlich nicht im Sinne der Einheit aller Tiroler. Seine Selbstbestimmung ist nicht die von mir gewünschte.>> Mein Kommentar: Das ist falsch. Mein Punkt ist: es gibt dafür keine Mehrheit. Udn seit wann nennt man etwas Selbstbestimmung, wenn vorgegeben wird, wie das Ergebnis einer Volksabstimmung zur Selbstbestimmung auszusehen hat ? Eine Wiedervereinigung mit Tirol ist nur eine von mindestens 3 Möglichkeiten, die als Ergebnis denkbar ist. Egal wie ich persönlich dazu stehe: dafür sehe ich keine Mehrheit. Genau dies habe ich vorgetragen. Genau dies wollen Sie offenbar unterdrücken, um ihre eigene Präferenz möglichst ungestört in den Vordergrund zu stellen. Nicht nur aus demokratischen Überlegungen eine nicht zu rechtfertigende Vorgehensweise. Dazu bin ich der Überzeugung, daß in dem Maße, wie man sich tatsächlich einer Volksabstimmung nähern würde, die Anhänger eines zu vereinigenden Südtirols weitere Zustimmung verlieren würden. Aus einer ganzen reihe von Gründen. Nur einer davon: Schon alleine die Vorstellung, daß die Hauptstadt eines vereinten Südtirols dann nicht Bozen, sondern eher Innsbruck sein dürfte, würde Südtiroler nachdenklich machen. Subsidarität steht zu Recht im Grundsatzprogramm der SVP. Ein gutes Prinzip. Was immer man vor Ort erledigen kann, sollte vor Ort erledigt werden können. Für die Südtiroler ist der Ort dafür Bozen. Im übrigen lehne ich die Art der Auseinandersetzung ab, die Sie hier mit Mitbürgern führen, die nicht Ihre Ansicht teilen. Nicht die Auseinandersetzung mit einer Meinung, sondern eine wilde Spekulation über dessen Motive, dessen Herkunft etc, gewürzt mit plazierten Diffamierungen steht bei Ihnen im Vordergrund. Was soll dies für eine Diskussionkultur sein? Was soll dabei herauskommen ? Wenn Sie keine Argumente auffahren können, stattdessen mit den Mitteln der Verächtlichmachung arbeiten müssen, dann würde schon alleine aus diesem Grunde im Falle eines Schwurs, also im Falle einer Volksabstimmung, die Mehrheit der Südtiroler zu Entscheidungen greifen, die sich mit der von Ihnen vertretenen Sichtweise nicht decken kann. aber sicherlich nicht im Sinne der Einheit aller Tiroler. Seine Selbstbestimmung ist nicht die von mir gewünschte.
13.05.2007
Anton, St. Jakob
@ Bürger, Österreich. Sie haben recht, manche in diesem Forum können mit der Kritik nicht konstruktiv umgehen. E. Ekat aus München z.B., spricht sich für eine Selbstbestimmung Süd-Tirols aus, die sich nur auf das Land selbst bezieht, aber sicherlich nicht im Sinne der Einheit aller Tiroler. Seine Selbstbestimmung ist nicht die von mir gewünschte. Vor allem das Land Österreich scheint für diesen Forumteilnehmer ein rotes Tuch zu sein. Das zieht sich, wie ein roter Faden durch alle Beiträge von E. Ekat aus München, seit cirka einem Jahr zu diesem Thema in diesem Forum. Ich habe seine Beiträge so verstanden, und ich lasse mir das nicht nehmen. und ich lasse mich nicht durch verbal agressive und fast vulgäre an mich gerichtete Antworten dieses Forumteilnehmers einschüchtern. Wenn er meine Beiträge missversteht, oder an manchen Stellen sich persönlich angesprochen fühlt, dann ist das seine Sache und nicht mein Problem. Ich habe oft genug etwas anderes gemeint, als er es vorgibt verstanden zu haben. Ich habe u.a. Motiv- und Meinungsforschung und Sozialpsychologie fertig studiert, daher tue ich mich leicht mit der Motiv- und Sinndeutung. Einige Stichwörter zur "negativ campaigning": Persönlich ansprechen, in Diskussionen verwickeln, die Selbstbestimmung selbst in Frage stellen, die Mehrheitsfähigkeit der Meinung absprechen, sofort den Befürwortern ins Wort fallen, vom Thema ableiten, mit Worthülsen überhäufen und zuschütten, die Argumente des Gegners ins lächerliche, oder unseriöse ziehen, immer das letzte Wort haben und die Vorzüge des status quo hervorheben. Das war ein kleiner Auszug aus diesem Handbuch, das auch in der BRD, kurz vorm dem Fall der Berliner Mauer auf der Ostseite verwendet worden ist. Ich meine damit nicht jetzt die Beiträge E.Ekats, damit er nicht schon wieder antwortet. Er schreibt in meinen Augen auch positiv und konstruktiv, aber das ist ein anderes Thema. Er ist sicherlich ein ehrenwerter Bürger, aber ich will einfach mit ihm nicht diskutieren, da er aus allem schnell ein Eklat macht. Meine Zeit, die ich am PC verbringe ist eben aus Zeitdruckgründen limitiert. Ich kann Ihnen versichern, dass nach allen mir verfügbaren Daten und Statistiken, es immer in diesem Land Süd-Tirol einen klaren Willen der Bevölkerung zur Selbstbestimmung der AP Bozen gegeben hat und gibt. Wie Sie wissen, ist diese von Italien seit der Annexion, 1918 bis heute in diesem Teil Tirols südlich des Brenners nicht zugelassen, oder verhindert worden. Wenn eine Volksabstimmung über die völkerrechtliche Zugehörigkeit des Landes Süd-Tirol für Italien so vorteihaft wäre, nur her damit, dann haben wir es endlich schwarz auf weiss, ob es eine Mehrheit gegen den Verbleib beim Stiefelstaat gibt, oder alles bleibt, wie es heute ist, nämlich ein Status als Autonome Privinz Bozen in Italien. Gerade in diesen Jahren und in unserer Zeit, in einem zusammenwachsenden Europa, nach dem Fall der Berliner Mauer, nach unzähligen Selbstbestimmungen zwischen 1989 und 2007 auf unserem Kontinent, eröffnen sich auch für das Land Süd-Tirol endlich neue, bisher ungeahnte politische Spielräume der eigenen Selbstbestimmung. Für mich ist dieser Weg gegen den Geist der Tiroler Einheit unvorstellbar. In Süd-Tirol gibt es sowohl rechte, als auch linke Befürworter der Selbstbestimmung des Landes. Keine Seite kann ein Monopol daraus machen. Die Selbstbestimmung betrifft alle Menschen aller Sprachen, alle Tiroler, die in einem gemeinsamen Land leben wollen, aber auch die Staaten Österreich und Italien. Auf der italienischen Seite gibt es manche Menschen, die leider immernoch einer ewiggestrigen, faschistischen Weltanschauung anhängen und diese Selbstbestimmung Süd-Tirols zu torpedieren versuchen, sei es durch politische Aktionen, aber auch via gesteuerte Meinungsbildung, im Sinne "es geht uns allen so gut, wir brauchen keine Selbstbestimmung, wir sind mit Italien restlos glücklich". Ich will das nicht in Frage stellen, dass es auch solche Menschen hier gibt, sie sind aber eine kleine Minderheit. Man findet fast keinen Süd-tiroler, der auf die Frage, wer er sei, die Antwort gibt, ich bin Italiener, sonder ich bin ein/e Süd-Tiroler/In. Auf der anderen Seite des Brenners gibt es hingegen rechte Politiker und Parteien, die in dieser Frage der Selbstbestimmung für die Allgemeinheit nicht glaubwürdig genug sind und zwar deswegen nicht, weil sie den Minderheiten in Österreich ihre Rechte einschränken wollen, nach dem Motto, sie sollen Ruhe geben und glücklich sein, dass sie bei uns leben dürfen. Wer in Österreich für das Land Süd-Tirol das Wort ergreifen will, der muss auch reines Gewissen puncto eigene Minderheiten aufweisen. Es entwickelt sich alles in eine positive Richtung, aber die Misstöne sind unüberhörbar. Umsomehr vertraue ich persönlich der Landespolitik in Bozen und Innsbruck, dass sie das richtige in der politischen Gestaltung der Tiroler Einheit machen wollen, oder machen werden, und zwar in der Frage der Selbstbestimmung, aus den sich jetzt anbahnenden Möglichkeiten in Europa unserer Zeit und im Prozess des Zusammenwachsens der geteilten tiroler Landesteile. Heute habe ich auf der nord-tiroler Tirol.com-Seite gelesen; "Politik befürchtet Provokation am Tag der Tiroler Einheit." Nachzulesen unter: http://www.tirol.com/politik/innsbruck/61940/index.do Da sollte ersmals in der Landesgeschichte, am 02.Juni ein Tag der Tiroler Einheit landesweit begangen werden und die Landespolitik in Innsbruck und Bozen fühlt sich von Rechten hintergangen und getäuscht. Die offizielle Landespolitik aus beiden Teilen Tirols sollte bekanntlich den Aufputz bei einer rechten Veranstaltung in IBK an diesem Tag hergeben. Ich würde mir von der Landespolitik wünschen, dass sie selbst die Tiroler Einheit mit substantiellen Inhalten füllt und das Tempo der Selbstbestimmung vorgibt und es nicht dem rechten Rand überlässt. Dann wird sie nicht getäuscht, oder hintergangen werden. Die Tiroler Einheit ist zu wertvoll, um sie in eine rechte Ecke zu drängen und bei Frühshoppen in Linz und anderswo, die Selbstbestimmung als eine rechte, für das Land selbst unbedeutende, nostalgische politische Folklore darzustellen. Ich möchte in diesem Zusammenhang die Worte des österreichischen Nationalratpräsidenten Dr. Andreas Khol zitieren, und zwar das, war er in seiner vielbeachteten Rede beim Sandwirt in Passeier, in St. Leonhard i.P. in Süd-Tirol, am 18.Feber 2007 vor den dort versammelten Tiroler Schützen aus allen Teilen des Landes zum Ausdruck gebracht hat: "Wer uns in die Nähe der Rechtsradikalen bringt schadet unserem Ansehen in der Welt und vergisst, wer uns zu Fremden in der eigenen Heimat gemacht hat, wer uns zur Aussiedlung freigab und unendliches Leid über so viele Familien, auch die meine brachte." ...und weiter: "Was uns stärkt ist die Überparteilichkeit, das Vertreten von vernünftigen Grundsätzen und Zielen in der Mitte unseres Landes und unserer Bevölkerung, weit weg von den rechten und linken Rändern. Und nocheinmal: wer die Schützen an den rechten Rand führt und sie dort in den Dienst einer Partei stellen will, ganz gleich welcher, der schadet der Heimat. GSCHEID SEIN! NIT EINITAPPEN!". In dieser Rede spricht Dr.Andreas Khol auch davon, dass ein Recht auf Selbstbestimmung ein unveräusserliches im Völkerrecht grundgelegtes Recht aller Völker ist, so hat das auch der österreichische Nationalrat in Wien am 21.September 2007 in seinem Süd-Tirol Beschluss bekräftigt. Andreas Khol: "Die Grenzen laufen heute manchmal quer durch unsere Köpfe und Herzen. Diese Grenzen müssen wir überwienden. Die staatlichen gibt es nicht mehr. Wir haben keine Ausrede mehr. (...) Unsere Aufgabe: die Landeseinheit schaffen, die Grenzen in unseren Köpfen und Herzen niederreissen!". Dem kann sich nur jeder, jede patriotisch denkender/de Tiroler/In anschliessen. Dazu ist aber zuerst einmal die Vorbildwirkung in der politischen Arbeit an den Themen der Tiroler Einheit der beiden Landespolitiken in Bozen und Inssbruck notwendig, damit sich alle Menschen im Bundesland Tirol in Österreich, und in Süd-Tirol auskennen, wohin dieser Weg der Selbstbestimmung gehen soll. Die Landespolitik-en sollten meiner Meinung nach gemeinsam einen passenden Tag der Tiroler Einheit finden und abhalten, im Monat Juni gibt es dazu einen besonderen Anlass, der in der direkten Verbindung zur Landesgeschichte um Landesvater Andreas Hofer steht. Das Land Tirol hätte sich das verdient!
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