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FORUM
27.02.2007
Cossiga-Aussagen

Mit seinen unqualifizierten Aussagen zur Geschichte Südtirols hat Senator Francesco Cossiga wieder einmal viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. „Es lebe die SS Südtirols“: Mit diesen Worten unterbrach Senator Cossiga, Oskar Peterlini während seiner Plenum-Rede zur italienischen Außenpolitik. Später legte er in einer Pressemitteilung nach: "In Südtirol haben sich mehr Freiwillige zur Waffen-SS als zur Wehrmacht gemeldet."
03.09.2007
vienna, vienna
Die Nationalisten mit ihrem rechten latenten Nationalismus (Lega Nord, FN, FPÖ etc.) predigen nur Intoleranz, Hass gegenüber Minderheiten/oder sozial Schwachen, und sollten in der Versenkung verschwinden. Paradox die rechtsextreme EU Parlamentsfraktion, wo die rechtspopulistischen österr. und ital. EU Abgeordneten über "Südtirol" streiten. Aufgrund einer saftigen EU Klubförderung hält das GELD diesen xenophoben Klub zusammen, trotz interner Streitigkeiten. vienna
29.08.2007
NoName, immer unterwegs
"Ob es stimmt, was Herr Cossiga sagt, weiß ich nicht. Nach allem, was ich weiß, waren es Herr Mussolini und Herr Hitler, die die Südtiroler in die neuen sog. Gaue im Osten umsiedeln wollten und viele von denen, die sich dem widersetzt haben, ins KZ geschickt haben. - Italiener haben somit keinen Grund, hochmütig zu sein" naja, auch die Deutschen hätten keinen Grund hochmütig zu sein und sind es. Ins KZ geschickt wurden die Südtiroler von den Nazi-Nachbarn, also von Südtirolern (mit deutscher Hilfe) und nicht von den Italienern. Es ist eine Frechheit, dies den Italienern anzulasten.
11.07.2007
Anton, St. Jakob
Der verehrte italienische Altpräsident und Senator auf Lebenszeit Francesco Cossiga will stets als grosser Freund Süd-Tirols in der weiten Welt verstanden werden. Das muss man ihm schon abnehmen, ich vermute aber dass er Alto Adige in Oberitalien meint und nicht ein selbstbestimmtes Land Süd-Tirol. Sein Vorschlag eines Referendums über die endgültige staatliche Zugehörigkeit Süd-Tirols ist von der Landespolitik in Bozen vor einem Jahr vor allem deswegen abgelehnt worden, da man nicht über mehrere Alternativen dieses neuen Status abstimmen will oder kann, sondern nur über ein "ja" und ein "nein" zur Frage der Selbstbestimmung als solche. Was danach an politischen Lösungen für die Selbstbestimmung kommen würde, das müsste dann die Landespolitik ausarbeiten und politisch im Land selbst und international umsetzen. Dieser Vorschlag Cossigas und seine Aussagen sind natürlich nicht ohne Grund gewesen. Im Zeitalter der unzähligen Selbstbestimmungen in Europa der letzten Jahre und Jahrzehnte wird es ohnehin immer schwieriger diesem italienischen Staat fallen, den Menschen in Süd-Tirol diese geforderte Selbstbestimmung vorzuenthalten oder weiterhin abzulehnen, zumal auch im westlichen Teil Europas in der EU sich neue Selbstbestimmungen und neue demokratisch legitimierte Lösungen dieser Fragen abzeichnen, wie z.B. in Schottlald und Katalanien in den nächsten Jahren. Den wahren Grund für den Vorschlag des Referendums und die Aussagen Cossigas im Hinblick auf die Vergangenheit des Landes sehe ich persönlich in der Tatsache begründet, dass es im Jahr 2006 eine sehr erfolgreiche Petition der süd-tiroler Gemeinden ( von fast 100% unterschrieben) an den österreichischen Nationalrat in Wien gegeben hat ("1946-2006, 60 Jahre Friedensvertrag, 60 Jahre der Verweigerung der Selbstbestimmung für Südtirol"), sowie als Reaktion Wiens darauf die geplante Verankerung der Schutzmacht des Vaterlades Österreich für Süd-Tirol in der neuen österreichischen Bundesverfassung. Jede schlaue Politik in Italien kann sich leich ausrechnen, was das für die Beziehungen zwischen Italien und der Autonomen Provinz Bozen in Zukunft bedeuten würde oder könnte. Sollte die Schutzmachtfunktion Österreichs für Süd-Tirol vieleicht im Herbat 2007 beschlossen werden, dann bedarf es nur eines Anlassfalles in Süd-Tirol, und den kann es in diesem politisch und wirtschaftlich instabilen Land Italien sehr schnell geben, und die Selbstbestimmung Süd-Tirols steht nicht mehr nur in Parteiprogrammen der süd-tiroler Parteien, sondern der österreichische Nationalrat in Wien wird in aller Zukunft im Auftrag der österr. Bundesverfassung dies als Staatsaufgabe der Republik Österreich verfolgen. Ich nehme an, dass auch die AP Bozen-Südtirol von sich aus im Alleingang in diesem Sinne in Wien vorstellig werden darf und kann, wenn diese neue Verfassungsbestimmung in Österreich in Kraft treten wird. Dazu kommt noch die völkerrechtliche Verankerung der Autonomie Süd-Tirols ins diplomatische Spiel zwischen Rom und Wien, auch wenn man davon in Italien nichts wissen will, aber das Völkerrecht ist unbestechlich und die EU hat ein direktes Durchgriffrecht auch in diesen Fragen, d.h. Italien muss sich an das Völkerrecht halten oder aus der EU austreten. Die Selbstbestimmung Süd-Tirols wäre das Italien sicherlich nicht wert, da man von der EU unheimlich viel profitiert, von Süd-Tirol so gut wie gar nicht, da dieses Land sich selbst verwaltet. Der Gruber - de Gasperi Autonomievertrag von 1946 definiert die Autonomie nicht mehr als inneritalienische Angelegenheit ( wie zwischen 1918 -46), sondern macht das Land Süd-Tirol zum Subjekt des Völkerrechts, da in diesem Vertrag die UNO eindeutig als letzte Schiedsinstanz in allen Streitfragen bez. der staatlichen Zugehörigkeit der AP Bozen zwischen Italien und der Schutzmacht Österreich genannt wird. Davon hat das Vaterland in den 50er und 60er Jahren reichlich Gebrauch gemacht. Damit hat auch Italien Österreich vor seinem Beitritt zur EU 1995 unter Druck gesetzt (diplomatisch ausgedrückt), dieses Land möge eine Streitbeilegungerklärung in der Süd-Tirol Frage ablegen, sonnst stünde eine Veto-Drohung Italiens im Raume. Die EU mit allen ihren Integration- und Einigungsprozessen gibt der Süd-Tiroler Selbstbestimmung einen neuen zusätzlichen Impetus und Antriebskraft. Alldem versucht jetzt die italienische Politik und Diplomatie vorzubeugen, sei es durch Cossiga Vorschläge, durch Förderung der italofilen politischen Parteien und Medien oder durch "Meinungsumfragen" in Süd-Tirol, die angeblich ergeben würden, dass die Menschen hier Heute in Alto Adige wunschlos glücklich wären. Nur so verstehe ich persönlich die Rolle des Senatore Cossiga in diesem politischen Prozess der weiteren Entwicklung der Süd-Tiroler Eigenständigkeit. Sollte diese Selbstbestimmung weitere sichtbare und inhaltliche Erfolge erzielen, dann wird man wieder versuchen diese in Italien um jeden Preis behindern, z.B. die Selbstbestimmung auf die Irrwege der süd-tiroler Eigenstaatlichkeit zu lenken, da man ganz genau in Rom weiss, dass dies nur mit einer 100%. Zustimmung Italiens möglich sein könnte, was man in den nächsten Jahrzehnten sicherlich nicht erwarten kann. Ich kann daher verstehen, dass manche Kreise in Alto Adige ( AN, Unitalia, FI usw.) und in Italien histerisch auf diese noch neue politische Annäherung zwischen Süd-Tirol und seinem Vaterland Österreich reagieren. Die Geschichte, bzw. die Zukunft ist aber immer zu jeder Zeit für eine gute oder böse Überraschung gut und kann allen Beteiligten noch einen Strich durch die Rechnung ziehen. Eine neuerliche militärische Niederwerfung vor allem der friedlichen Selbstbestimmung Süd-Tirols, wie in den 1960er Jahren, wird es höchstwahrscheinlich in einem Europa wie wir es Heute verstehen, nie mehr geben können (siehe Balkan), d.h. sollte die Selbstbestimmung wieder einmal in Süd-Tirol aktuell werden und davon gehe ich persönlich aus, dann wirn man in Italien versuchen, koste was es wolle diese zu torpedieren und bis zum letzten Augenblick zu stören und behindern. Daher, "I bravi ragazzi della valle aurina" (Puschtra Buibm) werden wohl eher wenn schon, dann aus einem anderen Tal kommen und sicherlich nicht aus den Reihen der deutschsprachigen Süd-Tiroler, denen die Selbstbestimmung etwas bedeutet, um mit Provokationen die Selbstbestimmung international zu diskreditieren. Alles andere von dieser Seite wäre eine positive Neuorientirung und an Wunder im Verhältnis Italien - Süd-Tirol glaube ich eigentlich nicht mehr. Dazu ist diese ganze Geschichte einseitig von der Staatsmacht Italien zu sehr vorbelastet. Die Autonomie und ihre Erfolge werden meistens in weiten Kreisen der italienischen Öffentlichkeit immer noch als ein "Betriebsunfall" der italienischen Politik angesehen und man bedauere es immer noch so sehr, dass es diesem Staat immer noch nicht gelungen ist, den Selbstbestimmungswillen der Süd-Tiroler endgültig zu brechen. Sollte die Schutzmachfunktion für Süd-Tirol in der künftigen österreichischen Verfassung als Staatsaufgabe Österreichs festgeschrieben werden, dann darf man sich schon jetzt warm anziehen und auf vieles gefasst sein, was noch aus Italien an Aussagen kommen wird. Aus diesem Grund wird die Gabe eines klaren politischen Urteils der SVP und der Landesregierung gefragter denn je sein und diese Partei muss auch aus den gegebenen neuen politischen Möglichkeiten richtige politische Schlüsse ziehen und das Land Süd-Tirol vor neuen Begehrlichkeiten Roms zu schützen. Eines bleibt aber in dieser Frage immer gleich. Dieses Land Tirol südlich des Brenners hatte schon immer und wird immer einen sicheren rot-weiss-roten Hafen haben, auch wenn das die heutigen "Besitzter" des Alto Adige immens ärgert und stört. Die Vorschäge und Aussagen Cossigas sind meines Erachtens nur in diesem oben genannten Zusammenhang dieser neuen politischen Entwicklung der Selbstbestimmung für das Land Süd-Tirol und im Vaterland Österreich selbst zu verstehen.
10.07.2007
Lukas, Ibk
Südtirols Zukunft ist nur in einem selbstständigen Staat oder in Österreich gesichert. Andernfalls wird unsere Kultur und Tradition immer weniger werden - wir müssen den Gesetzentwurf von Senator Cossiga also nutzen wenn uns Südtirol noch wichtig ist. Denn keine Minderheit besteht auf Dauer in einem fremden Staat, so auch die Südtiroler.
15.05.2007
Wilke, Reinhard, D 24837 Schleswig
Ob es stimmt, was Herr Cossiga sagt, weiß ich nicht. Nach allem, was ich weiß, waren es Herr Mussolini und Herr Hitler, die die Südtiroler in die neuen sog. Gaue im Osten umsiedeln wollten und viele von denen, die sich dem widersetzt haben, ins KZ geschickt haben. - Italiener haben somit keinen Grund, hochmütig zu sein.
12.05.2007
chrissi, Bozen
@Anton, St. Jakob. Danke für die Antwort. Erstaunlich, es gibt tatsächlich in der weltbesten Heimat, wo sich jeder selbst genügt, noch Menschen, die über den Tellerrand blicken können (gerade Wiborg ist ein interessantes Thema - auch hinsichtlich der Ortsnamen in Karelien, dorthin sollten sich unsere Grünen mal zur Weiterbildung begeben). Und die Freunde aus Meran? Keine Unterstreichung der eigenen fundierten Sachkenntnis mehr möglich?
11.05.2007
Anton, St .Jakob
@ Chrissi, Bozen. Sehr treffend formuliert. Es gibt viele Paralellen zwischen Estland und Süd-Tirol. Die Sowjetmacht kam im Zuge Hitler-Stalin Paktes 1939 in dieses kleine baltische Land und behielt es nach 1945 als Kriegsbeute. Wie hätte sich damals dieses kleine Land mit 1,5 Millionen Menschen im Baltikum gegen diese Übermacht Stalins wehren sollen oder können? Auch die Bolschewiken haben behauptet, sie hätten den Esten "Kultur, Zivilisation, Fortschritt und Klassengerechtigkeit" gebracht, zuerst aber haben sie gleich nach dem Einmarsch die ganze Elite des Landes zu Hundertausenden nach Sibirien abtransportiert, nur wenige gaben das überlebt. Der Führer "schenkte" grosszügig auch Finnland seinem Busenfreund Stalin. Die Finnen haben sich in dem berühmten Winterkrieg 1940 - 43 dagen gewehrt, mit Erfolg aber Millionen Menschen mussten damals in diesem Abwehrkampf an der karelischen Front ihr Leben lassen. In Finnland hat es nach dem II. WK. so gut wie in jeder Famillie einen Gefallenen aus diesm Krieg gegeben. In ihrer aussenpolitischen Bedrängnis haben sich die Finnen die falschen Verbündeten ausgesucht, nämlich die Achsenmächte Berlin-Rom-Tokio-Balkanstaaten. Diese "Option" hat man ihnen bei den Siegermächten nach 1945 nicht verziehen. Als Strafe haben sie laut Friedensvertrag den Russen exorbitante Kriegsentschädigungen zahlen müssen, sowie das Land Ostkarelien mit der Hauptstadt Viipuri, heute Viborg an die SU abgetreten. Also, das wäre so als ob eine vergewaltigte Frau ihrem Vergewaltiger noch ein Schmerzensgeld zahlen müsste, dass sie fürchterliche Qualen erlebt hat. Die Allierten Mächte haben das so nach 1945 abgesegnet, Die USA haben aber schon immer hinter den politischen Kullisen die schützende Hand über Finnland gehalten und gemeinsam mit den Scandinaviern dieses Land finanziell massivst unterstüzt und haben es nicht zugelassen, dass es hinter den "Eisernen Vorgang" von den Russen mit sanfter Gewalt gezogen wird. Übrigens heute existiert eine Autonome Republik Karelien in Russland, nördlich von St. Petersburg, so gross wie das Land Portugal. Die meisten Karelier und Finnen sind von dort von den zu erwartenden Segnungen der Bolschewiken noch vor 1945 nach Finnland geflohen, aber es leben in dieser russischen Republik Karelien immer noch an die 250 - 300 Tausend Menschen karelischer Herkunft. Eine unsagbar schöne, zivilisatorisch verspätete scandinavische Landschaft, vor allem in der Gegend um Sortavaala oder Petroskoi. Was Estland betrifft, so hat man dort seitens der Sowjetmacht versucht, nach 1945 die Esten aber auch die Letten (die Stadt Riga ist heute zu 50% russischsprachig) in eine Minderheitenposition zu bringen und zwar durch massive Förderung der Einwanderung von Russen in diese Länder. Das Politbüro der SU hat in den 80-ern geglaubt, dass bis zum Jahre 2000 eine russische Bevölkerungsmehrheit in Estland zu bekommen wäre. Heute sind 2/3 der Bevölkerung in Estland Esten, der Rest meistens Russen. Im Jahr 1989 war die estnische oder baltische Selbstbestimmung noch so unrealistisch und unerreichbar, wie die süd-tiroler Selbstbestimmung, sagen wir auch im gleichen Jahr 1989. Für die politischen Beobachter und Analytiker war das nur die Frage der Zeit, bis dieses morsche auf Widersprüchen aufgebaute, Politbonzentum und Nomenklatura, auf wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Utopien und historischen Lügen fussende Sowjetreich kollabierte. Der Jubel der befreiten Völker war von 1989 bis 1995 unübersehbar und überhörbar, von Ost-Berlin bis Tallin oder Sofia. Die Balten haben im richtigen geschichtlichen Augenblick nicht gezögert und die Selbstbestimmung gewählt, aber heute noch will man bei den ehemaligen "Herren und Besitzern" in Moskau immer noch nicht akzeptieren, dass man die Kontrolle und die Macht über diese Länder verloren hat. Keine Spur von Entschuldigung, Reue oder Bedauern, dass man diese so kleinen Völker im Zuge des Molotov-Ribentropp, oder Hitler-Stalin Paktes von 1939 überfallen hat und fast 50 Jahre besetzt hielt. Mit den Folgen dieser Gewaltherrschaft und der gezielten Russifizierungspolitik muss sich Estland heute immer noch herumschlagen und weil die Esten keinen Kommunistentempel mit dem sowjetischen Soldatendenkmal, Mitten im Zentrum ihrer Hauptstadt mehr dulden wollten und dieses "Andenken" an die kommunistischen Agressoren an den Stadtrand verlegt haben, hat es jetzt diese aus der Patria der Russen gesteuerte Unruhen gegeben, um wohl dieses kleine Land zu destabilisieren. Wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt, kann der friedlichste Mensch nicht in Frieden leben. Man stelle sich vor, man würde in Süd-Tirol mit der Verarbeitung der faschistischen italienischen Vergangenheit ernst machen und man würde versuchen den Mussolini-Tempel aus dem Stadtkern von Bozen in einen Wald südlich der Salurner Klause zu verlegen. Ich möchte lieber nicht wissen, was dann los wäre. Die Vergangeheitsbewältigung des italienischen Faschismus war schon immer und ist auch heute ein Fremdwort im Stiefelstaat. Warum das so ist, darauf gehe ich lieber nicht näher ein. Mit den Folgen der Politik der Faschisten und der Kommunisten in Europa des 20. Jahrhunderts eines apokalyptischen Aussmasses müssen sich aber manche Völker in Europa auch in Jahrhunderten noch befassen, die Süd-Tiroler und die Esten gehören ganz sicher dazu.
10.05.2007
Chrissi, Bozen
"die Alliierten standen nicht im Dienst eines Terroregimes" - hervorragend, besser hätte es auch Ilja Ehrenburg nicht sagen können. Und was war mit Stalin? Im vergangenen Monat keine Zeitung gelesen? Estland, das sich partout nicht schon wieder "Befreien" lassen will? O Himmel, schicke Hirn und Durchblick, manche wissen es wirklich nimma.
09.05.2007
woassinimma, woassibennimma
Kritik an der Waffen-SS ist nicht "billige Antifa-Polemik". Das Lob für die Waffen-SS als "Elitetruppe schlechthin" ist Verharmlosung des NS-Terrors, der Vergleich mit den Allierten abwegig und typisch für die rechtsextremen Irren. Die Alliierten waren auch nicht Engel, sicher, aber sie standen nicht im Dienst eines Terrorregimes, das einen Teil der Bevölkerung der systematischen-industriellen Vernichtung zuführte. Erstaunt bin ich darüber, dass von der SVP sich niemand diese Position kritisiert. Völlig blind, wenn es um rechte Recken geht.
07.05.2007
Chrissi, Bozen
"Unterstreicht ihre fundierte Sachkenntnis" - in was denn? Im Steinewerfen? Im Häuserkampf? Im multikulturellen Vollrausch? Und womit unterstreicht ihr den eure fundierte Sachkenntnis? Mit ein bitzle Schwarzen Afghanen?
05.05.2007
Die Autonome Antifaschistische Aktion Meran weist die Vorwürfe der Gewalttätigkeit zurück und unterstreicht ihre fundierte Sachkenntnis.
02.05.2007
chrissi, bozen
@woasiundsoweiter: billige Antifa-Polemik (apropos: Grüße an die Irren in Meran - wann werden denn die Meraner Kaufleute mit den ersten Chaostagen verwöhnt?) und linksfaschistisches Geschwätz helfen bei mangelnden Argumenten mittlerweile nicht einmal in Ösiland noch weiter.
09.04.2007
woassinimma, Brixia
"Die Waffen-SS war die Elitetruppe schlechthin, das wird sogar von israelischen Militärhistorikern eingestanden. Ich verstehe das Geheule nicht, was daran schlecht sein soll. Und schwarze Schafe gab es überall, auch die Allierten sind nicht gerade engelsgleich vorgegangen, siehe die Gefangenenerschiessungen in der Normandie und die Geiselerschiessungen in Aachen (im März 1945!!). " und doch war die Waffen-SS ein williges Instrument des NS-Terrors. Ich finde die Verharmlosung fehl am Platz. Oder wird die SVP ein Revisionistenverein?
28.03.2007
Anton, St. Jakob
Ich persönlich bin Jahrzehnte nach dem II. Weltkrieg geboren. Ich kann es daher nicht wissen wie ich unter damaligen Umständen gehandelt hätte. Eines steht für mich fest, man darf die Süd-Tiroler von damals nicht pauschal als begeisterte Nazis diffamieren, genausowenig wie die sog. "Dableiber" unter Kanonikus Michael Gamper als Walschenfreunde zu bezeichnen. Der Zulauf zu den Nazis in Süd-Tirol ist vor allem als Reaktion auf 20 Jahre andauernden italienischen Faschistenterror zu verstehen. Der Duce und sein Statthalter in Bozen Mastromattei wollten die von Ettore Tolomei angestrebte Italianisierung des Landes so rasch als möglich verwirklichen. Das erklärte Ziel des italienischen Faschismus in Süd-Tirol war die restlose Ausrottung des Tirolertums südlich des Brenners. Dazu war ihnen jedes Mittel recht. Der Gebrauch ihrer Sprache war den Tirolern nur in eigenen vier Wänden gestattet. Sogar Geheim-Schulunterricht der tiroler Kinder in ihrer Muttersprache in den Katakombenschulen wurde mit Gefängnis, Sippenhaft, Verbannung nach Süditalien oder Ausweisung nach Nord-Tirol geahndet. Nachdem alle Bestrebungen der Faschisten die Süd-Tiroler für Italien zu assimilieren nichts fruchteten, versuchte man durch Majorisierung durch Zuwanderung die Süd-Tiroler in eine Minderheitenposition in ihrem eigen Land zu drängen. Dazu stampfte man ganze Industriezonen aus dem Boden nahe Meran und Bozen und holte massenweise Einwanderer aus Italien ins Land. Den dazu benötigten Baugrund für Fabriken und Wohnhäuser, meistens Wein- und Obstgärten enteignete man den Besitzern um ein Butterbrot. Das ganze Land wurde mit italienischen faschistischen Denkmälern und Bauten überzogen, alles was offenkundig an Österreich in Süd-Tirol noch erinnerte, wurde rigoros ausradiert. Man machte nicht einmal halt vor Friedhöfen der Gefallenen des I.Weltkrieges. Das Leben wurde für die Süd-Tiroler daher in ihrem Land zu einem für sie jeden Tag demütigenden Hürdenlauf mit der faschistischen Herrscherschicht. Die Antwort auf die Frage warum manche Süd-Tiroler damals in ihrer Verzweiflung sich von NS-Agitatoren verführen liessen liegt auf der Hand. Wie wurde es z.B. möglich, das sich dieses fast seit 1000 Jahren in seiner Bergwelt verwurzelte streng katholische Volk Süd-Tirols, von seiner Umwelt gleichermassen geprägt, wie die von ihm, in seiner überwiegenden Mehrheit zur Abwanderung nach 1939 -1943 in die alte Heimat nördlich des Brenners entschliessen konnte? Sicherlich nicht aus Jux und Tollerei. Über 76 Tausend Süd-Tiroler haben so das Land Richtung Norden verlassen, von denen nur 25 Tausend von Italien nach 1945 erlaubt worden ist in ihre süd-tiroler Heimat wieder zurückzukehren. Wenn auch viele Süd-Tiroler aus freien Stücken oder unter Zwang sich damals den Nazis angeschlossen haben, so ändert es nichts an der Tatsache, dass es in Süd-Tirol auch Widerstand um Kanonikus Gamper und in österreichtreuen Kreisen der Bevölkerung gegen italienischen und nationalsozialistischen deutschen Faschismus gegeben hat. Allein im NS-Polizeianhaltelager, sog. KZ Bozen seit 1943 gab es bis Mai 1945 cirka 11 Tausend politische Gefangene, mehrere Hundert Menschen wurden von dort in andere KZ ins Reich verschickt, weitere 140 Süd-Tiroler aus politischen Gründen in "normalen" Gefängnissen festgehalten, viele wurden vom NS-Regime hingerichtet. Wenn man bedenkt, dass die NS-Herrschaft in Süd-Tirol nur 20 Monate dauerte, dann sind das beindruckende Zahlen über den Süd-Tiroler Widerstand. Laut Statistik sind in dieser Zeit über 600 Süd-Tiroler zu verschiedenen Waffengattungen der deutschen Wehrmacht zwangsweise eingezogen worden, 260 Männer haben sich dem Einberufungsbefehl durch Desertion entzogen. Insgesamt sind im Krieg über 850 Soldaten süd-tiroler Herkunft im Krieg gefallen, die meisten aus den Reihen der 76 Tausend ins Reich ausgewanderten Optanten. Das Ende beider Diktaturen und Faschismen eröffnete nach 1945 neue Möglichkeiten für die Politik in Süd-Tirol. Es waren vor allem die Vertreter des Süd-Tiroler Widerstandes gegen Mussolini und Hitler und nicht die Italiener, die kurz nach dem Krieg den Allierten gegenüber glaubwürdig genug waren, um eine neue demokratische Ordnung für Süd-Tirol aufzubauen. Die Forderungen der Gründer der SVP um Erich Amon an die Allierten waren klar formuliert und für jederman, auch in Italien verständlich. Das waren: Die Wiederherstellung der Volksgruppenrechte, wie Gebrauch und Schulunterricht in der eigenen Muttersprache, Revision des Optionsabkommens zwischen Hitler und Mussolini, Recht auf Rückkehr der Optanten in die süd-tiroler Heimat, sowie der laute Ruf nach Selbstbestimmung, d.h. die Forderung der Volksabstimmung für Süd-Tirol über eine mögliche Rückkehr dieses Teiles Tirols zum Vaterland Österreich. Aus aussenpolitischen Überlegungen haben vor allem die Amerikaner diesem berechtigten Wunsch und Forderung nach Volksabstimmung der Süd-Tiroler und der Österreicher nicht entsprochen, ganz im Gegensatz zu Paris und London, wo beide Regierungen im Prinzip dafür waren. Zu diesem Zeitpunkt war Italien gerade dabei seine wie in Süd-Tirol "Terre irredente" in Istrien und Dalmatien an Jugoslawien zu verlieren. Die Allierten wollten daher die "Verluste" Italiens in Grenzen halten und die süd-tiroler Frage war daher damals zweitrangig. Das was Österreich für Süd-Tirol ausverhandeln konnte, das war die von Italien versprochene Autonomie für das Land im Gruber - de Gasperi Abkommen in Paris 1946. Nach dem Krieg blieben viele Wunden zurück aber sie vernarbten langsam. Die Gründer der SVP waren sich am 12.V.1945 über die Ziele ihrer politischen Arbeit einig und das waren eine bessere und humane Zukunft für die Süd-Tiroler und ihre Heimat und forderten in einer Denkschrift für alle Zukunft, nie wieder Faschismus und Nazismus sowie die Beseitigung von deren Resten und zwar gründlich, gänzlich und für immer. Letztenendes haben der Kanonikus Michael Gamper und SVP-Gründer Erich Amon in Süd-Tirol den ungleichen Kampf um die Zukunft des landes gewonnen, wenngleich ihre Forderung nach einer Volksabstimmung über eine mögliche Rückkehr Süd-Tirols zu Österreich bis heute nicht erfüllt werden konnte. Die EU eröffnet neue Wege des Zusammenwachsens der geteilten Tiroler Heimat. Das Aufreissen vernarbter Wunden aus dem Krieg, wie vom Senator Cossiga getan, ist daher nach meinem dafürhalten als ein Versuch zu werten, diesen europäischen Prozess des Zusammenwachsens von Süd-Nord- und Ost-Tirol zu stören, oder vieleicht als eine Aufforderung zu verstehen, der Auseinandersetzung mit dieser oft verdrängter Geschichte des Landes einen Anstoss zu geben. Die Umstände dieser umstrittenen Äusserung sind aber dieser vermeintlichen Absicht sicherlich nicht förderlich. Dennoch, die Schule in Süd-Tirol könnte mehr dazu beitragen, dass dieses Kapitel der Landesgeschichte mehr beachtet wird.
24.03.2007
ortler, hintertupfingen
Wir wollen mal die Arier aus dem Spiel lassen. Stamm oder nicht. Auch der Brockhaus weiß nicht alles. Kelten sind Kelten, egal wie der Clan nun hieß. Europäer ist Europäer, egal wie der Clan, der Staat oder wie immer wir die Klamotte neute nennen wollen, heißt. Im Endeffekt sind wir vielleicht alle Kalten? Nur Adolf nicht, der war Arisch, groß, blond und blauäugig, Er hat auch hier in meiner Gegend verzweifelt versucht, die Ringwälle der Kelten als die Bauten der germanischen Superrasse, die Germanen hat es in dem Sinne nun auch nicht gegeben, für sich von den im gehorchenden Archäologen als Bauten der superrasse auszugeben. Leider war man dabei so... schlau (oder besser blond und blauäugig) wie auch bei der gesamten Namensgebung, den Eingang der Wallanlage als die eigentliche Wallanlage auszugeben. Die eigentliche Wallanlage, in ihren Ausmßan kaum zu übersehen einige Meter weiter, hat man (gottseidank) nicht bemerkt. Also, ein Hoch auf die europäischen Kelten.
09.03.2007
Endlich mol a unfong ebbes gegen Faschismus zu tian, schaugs mol inni: www.antifa-meran.de.tc mfg
08.03.2007
Florian, Bozen
Die Waffen-SS war die Elitetruppe schlechthin, das wird sogar von israelischen Militärhistorikern eingestanden. Ich verstehe das Geheule nicht, was daran schlecht sein soll. Und schwarze Schafe gab es überall, auch die Allierten sind nicht gerade engelsgleich vorgegangen, siehe die Gefangenenerschiessungen in der Normandie und die Geiselerschiessungen in Aachen (im März 1945!!). Im übrigen rate ich Frau Menz, ein wenig Geschichte zu lernen, bevor sie uns mit ihren wehleidigen Gutmenschen-Phrasen belästigt. "Totenkopfverbände", "Waffen-SS" und "Brandenburger" sind drei völlig verschiedene paar Schuhe.
28.02.2007
Süd-Tiroler, Lailajen
...Ich denke es waren gar einige Süd-Tiroler in den italienischen Gefängnissen aus politischen Gründen inhaftiert, weil sie uneigennützig ihre Heimat gegen Übergriffe der italienischen Staatsmacht verteidigt haben und das bis in die 70-er Jahre hinein. Die Folgen dieser politischen "Kur" sind heute noch im ganzen Land gut bekannt. Ich denke die alten und die neuen italienischen Faschisten in Bozen sind sich heute alle einig und haben keinen Genierer und würden gerne wie seinerzeit unter Duce mit den Selbstbestimmungumtrieben der Süd-Tiroler so richtig aufräumen, nur wenn Europa nicht da wäre...
27.02.2007
Südtiroler, Lajen
ich denke, da hat der Cossiga wohl recht. Es waren gar einige Südtiroler bei der Waffen-SS.
 
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