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52. ordentliche SVP-Landes-versammlung "Werte erhalten, Vielfalt gestalten"

Rund 1.000 Delegierte nahmen am Samstag, 2. April, an der 52. Landesversammlung der Südtiroler Volkspartei in Meran teil. Sie stand unter dem Motto "Werte erhalten, Vielfalt gestalten". Unter Eindruck des Gesundheitszustandes des Papstes wurde das 60-Jahre-SVP-Fest am Abend abgesagt.


Das Motto „Werte erhalten, Vielfalt gestalten“ der 52. ordentlichen Landesversammlung am Samstag, 2. April, im Kursaal von Meran, stand für die wichtigen politischen Aufgaben der Südtiroler Volkspartei für eine gute Zukunft des Landes: der Erhalt und die Erneuerung von Werten sowie die Gestaltung einer konsequenten, aber auch aufgeschlossenen und vor allem glaubwürdigen Politik.

Den Vorsitz der SVP-Landesversammlung führte der Bürgermeisterkandidat der Stadt Meran und Obmann des SVP-Stadtkomitees, Günther Januth. Weitere Präsidiumsmitglieder sind Obmannstellvertreter Pepi Dejaco, Bürgermeisterin Annelies Aichner Schenk von Olang, Gemeindereferentin Monika Holzner Wunderer von Schlanders, der Brixner Bezirksjugendreferent Philipp Achammer, die Bezirksobmannstellvertreterin des Unterlandes und Landtagsabgeordnete Rosa Thaler sowie Landessekretär Alexander Mittermair.

Eröffnet wurde die 52. Landesversammlung der Südtiroler Volkspartei um 9 Uhr von Parteiobmann Elmar Pichler Rolle. Die Begrüßung der rund 1.000 Delegierten und Ehrengäste nahm Alexander Mittermair vor.
Die Versammlung war in zwei Abschnitte gegliedert: Im Mittelpunkt des Vormittags stand die Rede von Parteiobmann Elmar Pichler Rolle zum Tagungsmotto, gefolgt vom Referat von Altlandeshauptmann Wendelin Weingartner unter dem Titel „Gedanken über Tirol“, der Verabschiedung der Resolution und der allgemeinen Diskussion.

Der Nachmittag wurde das 60. Gründungsjubiläum der Südtiroler Volkspartei begangen. Zum Jubiläum sprachen Landeshauptmann Luis Durnwalder und Obmann-Stellvertreterin Waltraud Kofler. Gratulanten aus nah und fern – und aus dem Vaterland Nationalratspräsident Andreas Khol – überbrachten Glückwünsche. 

Das Geburtstagsfest, das nach dem offiziellen Teil geplant war, entfiel unter dem Eindruck des Gesundheitszustandes des Papstes. 

Eine Nachlese zur 52. Landesversammlung der Südtiroler Volkspartei finden sie hier.

Resolution
der 52. ordentlichen Landesversammlung
der Südtiroler Volkspartei



„Werte erhalten, Vielfalt gestalten“


Am 8. Mai 1945 verabschiedete die Südtiroler Volkspartei auf ihrer Gründungsversammlung das erste Parteiprogramm. Es bestand aus drei Punkten. Nach der Abtrennung vom Vaterland Österreich und gut einem Vierteljahrhundert Unterdrückung durch Faschismus und Nationalsozialismus setzte sich die Südtiroler Volkspartei zum Ziel, den kulturellen, sprachlichen und wirtschaftlichen Rechten der Südtirolerinnen und Südtiroler Geltung zu verschaffen. Man wollte ein Land mit geordneten Verhältnissen und verlangte das Selbstbestimmungsrecht.

Ausgehend von diesem ersten Programm und mit dem Beistand und der Hilfe Österreichs hat die Volkspartei Südtirol aus einer schier ausweglosen Situation herausgeführt und zu dem gemacht was es heute ist: ein blühendes Land im Herzen Europas!

Gegenwart und Zukunft bergen weitere Herausforderungen, denen die Südtiroler Volkspartei ebenso mutig begegnen wird, wie sie es vor 60 Jahren getan hat. Die 52. Landesversammlung beschließt deshalb auf der Grundlage des ersten Programms:

1. Die SVP wird alles tun, um die Autonomie Südtirols zu festigen und die Selbstverwaltung auszubauen ohne auf das Selbstbestimmungsrecht zu verzichten. Die europäische Einigung hat die Bedeutung der Nationalstaaten deutlich abgeschwächt. Die innereuropäischen Grenzen sind verschwunden, der Euro hat die Wirtschaftsräume noch enger zusammenrücken lassen. Die Südtiroler Volkspartei tritt entschieden für ein Europa der Regionen ein, deren Zuständigkeiten ausgebaut werden müssen. Als Vertretung der deutsch- und ladinischsprachigen Minderheit tritt die SVP für die stärkere Anerkennung der ethnischen Vielfalt auf EU-Ebene ein. Das historische Tirol muss als echte Chance für eine Vorbildregion im Zuge des europäischen Einigungsprozesses genutzt werden. Unserem Land kommt dabei die natürliche Brückenfunktion zwischen zwei großen europäischen Sprach- und Kulturräumen zu. Südtirol soll ein europäisches Vorbild in politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Hinsicht werden.

2. Die SVP will das Verhältnis zwischen Bürgerinnen und Bürgern und Partei, zwischen Bevölkerung und Verwaltung stärken. Grundlagen dafür sind ein ehrlicher und offener Dialog und eine gute und enge Zusammenarbeit mit der Bevölkerung. Über diese gemeinsame Diskussion soll die enge Bindung der Südtirolerinnen und Südtiroler mit der Südtiroler Volkspartei gefestigt werden.

3. Die SVP vertritt nach 60 Jahren erfolgreicher Arbeit für Südtirol selbstbewusst, entschlossen und in europäischem Geiste handelnd die kulturellen, sprachlichen, wirtschaftlichen und sozialen Rechte der Südtirolerinnen und Südtiroler. Die SVP wird weiter alles daran setzen, diesen Grundrechten auf demokratischem Wege Geltung zu verschaffen. Vor allem im Zeitalter der nicht nur wirtschaftlich fortschreitenden Globalisierung, sondern der eindeutig steigenden Tendenz zu kultureller und sprachlicher Vereinheitlichung, sieht es die Südtiroler Volkspartei als ihre grundlegende Aufgabe an, die Besonderheiten unserer Kultur, unserer Sprache, unserer Natur und unseres Landes allgemein zu pflegen und zu bewahren. Die Politik der Südtiroler Volkspartei hat dieses Land geprägt und es zu Sicherheit und Wohlstand geführt. Es gilt, die Lebensqualität für alle Südtirolerinnen und Südtiroler weiter zu sichern und den Wohlstand gerecht zu verteilen. Alle Vertreterinnen und Vertreter der Südtiroler Volkspartei sind im Rahmen einer sich dynamisch entwickelnden Autonomie aufgerufen, die positive Entwicklung unseres Landes nach Kräften zu fördern.
 
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