SVP – Tiroler Volkspartei: Gemeinsame Sitzung - Ein Besuch mit hoher Symbolkraft
Ein „Zusammentreffen von großer Symbolkraft“ ist für SVP-Obmann Siegfried Brugger die gemeinsame Sitzung der Parteivorstände der Tiroler und Südtiroler Volkspartei, die heute Nachmittag am Sitz der SVP in Bozen stattfand. Zur Sprache kam eine Vielzahl von gemeinsamen Anliegen und Problemen, die durchaus auch detailliert diskutiert wurden. Derartige Treffen sollen künftig regelmäßig stattfinden.
„Die Tatsache, dass die Tiroler Freunde in so hochkarätiger Besetzung am Tag nach den Landtagswahlen in Tirol zu uns kommen, sagt sehr viel aus“, freute sich Brugger, der daraus eine neue Bedeutung für Gesamttiroler Anliegen schlussfolgerte. Er gratulierte Parteiobmann Landeshauptmann Herwig van Staa zum Wahlerfolg, der „ein sehr positives Ergebnis und zweifellos die Antwort der Wählerinnen und Wähler auf solide Arbeit für den Bürger ist“. Größter Wermutstropfen – ähnlich wie in der Woche zuvor – auch in Nordtirol: „Die steigende Nichtbeteiligung an Wahlen ist ein Problem, mit dem wir uns auch in Südtirol gerade im Hinblick auf die Landtagswahlen auseinandersetzen müssen“, so Brugger, denn: „Wir müssen den Wählerinnen und Wählern bewusst machen, dass Stabilität in der Politik und das Erfolgsmodell Südtirol keine Selbstverständlichkeit sind. Ein Minimum an Mitarbeit durch die Bürger in Form der Wahlbeteiligung ist unbedingt erforderlich.“ Van Staa zeigte sich mit dem Abschneiden der Tiroler Volkspartei „zufrieden, weil es das beste Wahlergebnis seit Wallnöfer ist, wenn es auch unter den Erwartungen liegt“.
Wie Brugger und van Staa unterstrichen, handelte es sich beim heutigen Treffen um ein einen „ersten, lockeren Gedankenaustausch in der Tradition des früheren Kontaktkomitees, dem regelmäßige weitere Arbeitssitzungen folgen sollen“. Der angereiste Tiroler Parteivorstand war hochkarätig besetzt: Parteiobmann Landeshauptmann van Staa waren zahlreiche Landesräte – darunter VP-Geschäftsführerin Anna Hosp, Elisabeth Zanon, Ferdinand Eberle, Konrad Streiter –, Klubobmann Klaus Madritsch, Landtagspräsident Helmut Mader, Bundesminister Günter Platter, die Nationalratsabgeordneten Georg Keuschnigg und Helga Machné sowie zahlreiche Vertreter der Tiroler Volkspartei aus Land und Bezirken gefolgt.
Auf die einzelnen Sachthemen gingen van Staa und der Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder ein. Angeschnitten wurden gemeinsame kulturelle Initiativen ebenso wie die Zusammenarbeit im Gesundheits-, Kommunikations-, im Verkehrs- und Energiesektor: „Gerade die Zusammenarbeit im Gas- und Strombereich gewinnt angesichts der jüngsten Stromausfälle in Italien neue Aktualität – die Selbstversorgung im Tiroler Raum wird immer wichtiger“, so Durnwalder. Ausführlich erörtert wurden auch die Möglichkeiten noch stärkerer Zusammenarbeit zwischen dem Pustertal und Osttirol, was die frühere Lienzer Bürgermeisterin Helga Machné besonders freute. Sie regte einen operativen Unterausschuss an, der sich ganz konkret mit Fragen der Betriebsansiedelungen von Südtiroler Unternehmen in Osttirol, dem Lehrlingsaustausch und den Studienmöglichkeiten von Osttiroler Studenten in Bruneck befassen sollten. Durnwalder sprach auch das Problem der Korridorzüge von Lienz nach Innsbruck an, das dringend gelöst werden müsse und das er demnächst auch in Wien erneut vorbringen werde.
Ein klares gemeinsames Nein gab es indes zur Alemagna-Autobahn oder möglichen anderen Transitrouten durch den Tiroler Raum, bekräftigten van Staa und Durnwalder einhellig. Zu lösen sei indes auch die Problematik der Rollenden Landstraße, die für Gütertransporte aus dem Norden am Brenner endet: „Es wird doch möglich sein, über eine Konvention oder eine anderweitige Übereinkunft diese Transporte bis Verona weiterzuführen, anstatt sie vom Brenner Richtung Süden auf der Straße abzuwickeln“, so Durnwalder.
Diese und weitere Themen sollen schon bald konkretisiert werden – bei einem nächsten Treffen, das in Innsbruck stattfinden wird. Brugger: „Wir sind zuversichtlich, dass wir auf diese Weise erfolgreich arbeiten können – und insgesamt als europäische Region Tirol mehr Gewicht bekommen.“
29.09.03 -
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