Am 22. November 2004 jährt sich die entscheidende Paketabstimmung im Meraner Kurhaus zum 35. Mal. An jenem Tag des Jahres 1969 stimmte die Landesversammlung der Südtiroler Volkspartei über die Annahme des Pakets und damit über die Zukunft unseres Landes ab. Ein knapper Sieg der Paketbefürworter um Silvius Magnago brachte Südtirol auf den Weg zu einer erfolgreichen und selbstbewussten Autonomie.
Nach schier endlosen Verhandlungen mit ständig wechselnden italienischen Regierungen lag im Herbst 1969 ein Paket von „137 Maßnahmen für die Bevölkerung Südtirols“ vor. Am 22. November 1969 musste eine außerordentliche SVP-Landesversammlung über die Annahme des römischen Vorschlags entscheiden. Nach einer hart geführten Debatte, die insgesamt 18 Stunden dauerte, war das Ergebnis der Abstimmung denkbar knapp: 52,4 Prozent stimmten für die Annahme des Pakets, 44,6 Prozent dagegen. Es war, rückwirkend betrachtet, eine historisch bedeutende Entscheidung für unser Land. An jenem Tag wurden die Weichen für eine gute Zukunft in einem Europa ohne Grenzen gelegt, für eine Zukunft in Wohlstand und Frieden.
Noch entscheidender war für Südtirol, war für die Südtiroler Volkspartei, der legendäre Händedruck zwischen Silvius Magnago und Peter Brugger unmittelbar nach der Abstimmung. „Damit wurde die Einigkeit und Versöhnung nach der teilweise erbittert geführten Paketschlacht allen Delegierten deutlich gemacht. An die Umsetzung des Pakets ging die SVP so wieder geeint und schlagkräftig wie vor der Debatte. Durch diese Geschlossenheit konnte in der Folge mehr aus dem Paket herausgeholt werden, als sich 1969 sogar deren Befürworter erwartet hatten“, stellt SVP-Obmann Elmar Pichler Rolle fest. Die Südtirol-Autonomie auf Basis des „Pakets“ gilt inzwischen international als beispielhaft für die Bewältigung von Minderheitenkonflikten.
Pichler Rolle weiter: „Konflikte über Sachthemen waren und sind die Triebfeder jeder Partei, dies gilt um so mehr für eine Sammelpartei wie die SVP. Die Paketschlacht ist hierfür das beste Beispiel. Nach heftigen Diskussionen und konträren Meinungen quer durch die Partei, ging man nachher daran, das einmal Beschlossene mit vereinten Kräften in die Tat umzusetzen. Am heutigen Ergebnis kann man die Vorteile einer um die Sache hart geführten Diskussion und des nachher geschlossenen Handelns ablesen.“
Diese Vorgangsweise gelte besonders auch heute, bei den vielen auch innerhalb der Partei kontrovers geführten Sachdebatten. „Am Ende sollte aber immer eine klare demokratische Entscheidung und der gemeinsame Einsatz für die Sache stehen. So werden wir auch weiterhin als Sammelpartei der Südtirolerinnen und Südtiroler für das Wohlergehen und für eine gute Zukunft unseres Landes erfolgreich arbeiten“, so Pichler Rolle abschließend.
22.11.04 -
SVP zu 35 Jahren „Paketschlacht“ / „Konflikte als Triebfeder der Partei“
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