Niederlage für SVP schmerzhaft
Die Leitung der Südtiroler Volkspartei hat sich am Dienstagmorgen intensiv mit dem Ergebnis der Landtagswahl befasst und eine erste Bilanz gezogen. Die SVP bedauert den herben Stimmenverlust von 7,5 Prozent, wenn auch die absolute Mehrheit an Mandaten gehalten werden konnte. Vor allem in den Landgemeinden erlitt die Volkspartei große Einbußen, bei jungen Wählern und bei Arbeitnehmern. 48,1 Prozent der Südtirolerinnen und Südtiroler schenkten der SVP ihr Vertrauen. Hauptmotive, die SVP zu wählen, waren die gute Leistungsbilanz der Regierungsarbeit sowie die Zuversicht, dass die Partei Südtirol in eine sichere Zukunft führen kann. Dies ergab eine Wahltagsbefragung, die die SVP in Auftrag gegeben hatte. Die SVP will nun die entsprechenden Schlüsse aus dem Wahlergebnis ziehen. Parteiobmann Elmar Pichler Rolle hat seinen Rücktritt angeboten.
Der Verlust von über 20.000 Stimmen und drei Mandaten ist für die Südtiroler Volkspartei sehr schmerzhaft. „Während wir bei den Bauern sehr gut und bei den Arbeitern und Selbständigen relativ gut punkteten, haben wir vor allem bei den Angestellten in der Privatwirtschaft größere Verluste zu verzeichnen“, erklärt Elmar Pichler Rolle. „Es ist uns nicht gelungen, einen Rechtsruck zu verhindern und die Menschen für die Sozialpartnerschaft zu begeistern“, bedauert der Parteiobmann in seinem Resümee. Die Junge Generation habe zwar einen sehr engagierten Wahlkampf geführt und seriöse Arbeit geleistet, doch leider sei diese bei den Jungwählern zu wenig angekommen. „Viele wollten einfach ein Zeichen gegen das Establishment setzen“, ist Pichler Rolle überzeugt.
Laut einer Wahltagsbefragung, aufgrund derer die Parteileitung die Defizite definierte, hätten SVP-Wähler das Kreuzchen beim Edelweiß gemacht, weil sie vorwiegend überzeugt sind, dass die Partei bisher gute Arbeit für Südtirol geleistet hat, weil die Partei Südtirol in die richtige Zukunft führen kann und auch, weil sie sich vom Spitzenkandidaten besonders angesprochen fühlten. Den Oppositionsparteien wurde dabei vor allem zugesprochen, frischen Wind in die Südtiroler Politik zu bringen. Als schwierig erweist sich die Wählerstromanalyse, da laut Obmann Pichler Rolle bei der jüngsten Landtagswahl sehr viel in Bewegung gesetzt worden sei. Tatsache ist, dass die SVP Stimmen an die Freiheitlichen, an die Südtiroler Freiheit sowie an die Union für Südtirol abgeben musste.
In der SVP will man die Verantwortung für die Wahlniederlage gemeinsam tragen und darüber befinden, wie ein Ausweg aus der schwierigen Situation gefunden werden kann. Nach ausführlicher Debatte hat Parteiobmann Elmar Pichler Rolle am Dienstag seinen Rücktritt angeboten. Die Diskussion wird am kommenden Montag im Parteiausschuss fortgeführt.



