"24.000 Euro für die Krebsforschung"
Die Primelaktion der SVP-Frauen rund um den Tag der Frau hat auch heuer wieder über 24.000 Euro eingebracht.
Landesfrauenreferentin Martha Stocker hat heute der Präsidentin der Südtiroler Krebshilfe Renate Daporta Jöchler und der Südtiroler Mikrobiologin am Tiroler Krebsforschungsinstitut Petra Obexer einen Scheck über 24.083,63 Euro überreicht. Martha Stocker bedankte sich besonders bei den vielen Frauen, die ihre Zeit investiert und in 74 Orten im ganzen Land die Primeln verteilt und für die Krebsforschung gesammelt haben. Sie dankte auch den Gärtnereien, die die Primeln zu günstigen Preisen abgaben und damit die Aktion unterstützen. „Und der größte Dank gilt natürlich all jenen Südtirolerinnen und Südtirolern, die auch heuer wieder ihre ersten Frühlingsprimeln bei uns erstanden haben“, so Martha Stocker. Die treuen UnterstützerInnen haben so im Laufe der letzten 9 Jahre insgesamt über 160.000 Euro für die Krebsforschung der Mikrobiologin Petra Obexer zur Verfügung gestellt. Dazu Obexer: „Aufgrund der Unterstützung durch die Primelaktion der SVP-Frauen und die Spenden der Südtiroler Bevölkerung konnten die Forschungsarbeiten schon sehr weit vorangetrieben werden, wofür ich allen herzlich danke.“ Weiter erklärt sie, das Ziel sei es Strategien zu entwickeln, mit denen Krebszellen spezifisch getötet werden, um damit innovative Möglichkeiten zur Tumortherapie zu schaffen, sodass einerseits die Heilungsrate der erkrankten Kinder noch weiterhin erhöht werde und die Chemotherapie-bedingten Nebenwirkungen reduziert werden.
Über die Arbeit von Petra Obexer:
Das Team von Petra Obexer beschäftigt sich mit der Erforschung von Krebserkrankungen bei Kindern wie der Leukämie. Die Leukämie, auch als Blutkrebs bekannt, ist die häufigste bösartige Erkrankung im Kindesalter. Leukämien sind lebensbedrohliche Erkrankungen, die unbehandelt in wenigen Wochen bis Monaten zum Tode führen. Heute ist die kindliche Leukämie dank intensiver Forschung bei ca. 70-80 % aller Kinder mit intensiver Chemotherapie heilbar. Die derzeit angewandte Chemotherapie zur Bekämpfung der Leukämie hat aber den großen Nachteil, dass sie zu schweren Schädigungen der Erbsubstanz führt, sodass die Kinder zwar von der ersten Krebserkrankung geheilt werden, jedoch später häufig an durch die Therapie hervorgerufenen Krebsformen erkranken und versterben. Daher ist es unbedingt notwendig, neue Therapien zu entwickeln, die den Tumor gezielt abtöten, ohne das restliche Gewebe zu schädigen.
Frau Petra Obexer hat sich zum Ziel gesetzt, neue therapeutische Strategien gegen diese kindliche Krebserkrankung zu entwickeln, die ohne die Schädigungen der Erbsubstanz zum Tod der Krebszellen führen. Zu diesem Zweck werden zurzeit Wirkstoffe aus heimischen und asiatischen Heilpflanzen, bei denen Hinweise auf eine anti-Krebs-Wirkung vorliegen, an Leukämiezellen getestet. Die Arbeitsgruppe von Frau Obexer konnte bereits erfolgreich zeigen, dass die Substanz Sanguinarin aus dem heimischen Schöllkraut Tumorzellen abtötet.
Tumorzellen entwickeln die Fähigkeit unkontrolliert zu wachsen und produzieren Eiweißstoffe, die sie gegen Chemotherapeutika schützen. Im Rahmen des neu gegründeten Exzellenzzentrums für Krebsforschung „ONCOTYROL“ identifiziert und erforscht das Team von Frau Obexer Substanzen aus Heilpflanzen, die spezifisch einen jener Eiweißstoffe außer Funktion setzen, der die Tumorzelle vor dem Tod schützt.
Dank der Unterstützung durch die Primelaktion der SVP-Frauen und die Spenden der Südtiroler Bevölkerung konnten die Forschungsarbeiten schon sehr weit vorangetrieben werden und die Ergebnisse in den sehr renommierten internationalen Zeitschriften „Cell Death and Differentiation“ und in „Molecular Biology of the Cell“ veröffentlicht werden. Für die in „Cell Death and Differentiation“ publizierte Arbeit wurde letztes Jahr Frau Obexer mit dem „Preis des Fürstentums Liechtenstein für wissenschaftliche Forschung“ ausgezeichnet.
Das Ziel ist es Strategien zu entwickeln, mit denen Krebszellen spezifisch getötet werden, um damit innovative Möglichkeiten zur Tumortherapie zu schaffen, sodass einerseits die Heilungsrate der erkrankten Kinder noch weiterhin erhöht wird und die Chemotherapie-bedingten Nebenwirkungen reduziert werden.
Für eventuelle Fragen/Interviews erreichenSie Frau Obexer unter +43-650-6805044
Im Bild (v.l.n.r.): Vera Malleier, Martha Stocker, Renate Daporta Jöchler, Petra Obexer




