"Duce-Boom muss Behörden zu denken geben"
"Angesichts des italienischen Medien zufolge großen Verkaufserfolgs von Andenken an den Duce Benito Mussolini wie T-Shirts, CDs oder Weinflaschen sollten sich Italiens Politik und Justiz ernsthaft Gedanken darüber machen, ob ihre bisherige Passivität in dem Zusammenhang weiterhin die geeignete Antwort ist." Dies erklärt Elmar Pichler Rolle, Vorsitzender der SVP-Fraktion im Landtag.
Wenn das geflügelte Wort "wer seine Geschichte nicht kennt, wird die Zukunft nicht meistern" zutreffe, sei der Grund zur Sorge noch größer, so Pichler Rolle: "Selbst im öffentlich-rechtlichen italienischen Fernsehen prägt seichte Unterhaltung das Programm, die Aufarbeitung der Geschichte ist ein Randthema, das eigenen Kanälen anvertraut und somit der breiten Öffentlichkeit entzogen wird." Südtirol sei vom fahrlässig-oberflächlichen Umgang Italiens mit seiner faschistischen Vergangenheit besonders betroffen, so der SVP-Fraktionschef, weil der Duce und dessen Regime in Südtirol eine menschenverachtende Italianisierungspolitik betrieben hätten. Die richtige Antwort Südtirols sei eine breit angelegte Aufklärung vor allem junger Menschen aller drei Volksgruppen über die jüngere Geschichte des Landes, so Pichler Rolle, der auch Vorsitzender der Silvius-Magnago-Akademie für politische Weiterbildung ist.
Dabei dürfe jedoch auf keinen Fall Revanchismus betrieben werden, wie dies manchmal von Südtiroler Seite leider der Fall sei. Die Verharmlosung von Mussolini-Andenken sei daher nicht hinnehmbar und zunehmend gefährlich, so Pichler Rolle. Zu demokratischen Werten und Gepflogenheiten zähle unabdingbar auch die klare Ablehnung und Distanzierung von allen Diktaturen. Es bleibe daher zu hoffen, dass die zuständigen italienischen Stellen auf die Medienberichte, wonach die Duce-Verherrlichung in Italien ständig zunehme, endlich reagieren, erklärt Pichler Rolle abschließend.



