"Neue Bahn bietet viele Chancen für die Zukunft"
Über 30 Abgeordnete von SVP, ÖVP und SPÖ treffen sich am Brenner
"Ein guter gemeinsamer Start ins Jahr 2010." Darin waren sich die über 30 Landtagsabgeordneten von SVP, ÖVP und SPÖ einig, die sich am Montag auf Südtiroler Seite des Brenners trafen, um von BBT-Vorstand Prof. Konrad Bergmeister viele aktuelle Informationen zu erhalten. In der Tat sind die ersten Monate des Neuen Jahres ausschlaggebend für das große Bauvorhaben, dank dessen Verwirklichung der Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlagert werden soll.
Ausgeheckt hatten das Neujahrs-Treffen am Brenner die beiden Chefs der Landtagsfraktionen von ÖVP und SVP, Josef Geisler und Elmar Pichler Rolle. Mit dabei waren auch Abgeordnete der SPÖ und dies aus gutem Grund. "Wir sind eine Sammelpartei und pflegen seit jeher beste Kontakte zu den beiden großen österreichischen Volksparteien, weil diese stets die gleiche Linie in der Südtirol-Politik vertreten und sich die Geschlossenheit bezahlt gemacht hat", so SVP-Fraktionsvorsitzender Elmar Pichler Rolle. Begrüßt wurden die Abgeordneten im Vereinshaus am Brenner von Bürgermeister Franz Kompatscher. Die Grußworte für die beiden Landesteile formulierten Landeshauptmann Luis Durnwalder und - in Vertretung von Landeshauptmann Günther Platter - Landtagspräsident Herwig van Staa.
Prof. Konrad Bergmeister verwies in seinem Referat über den Grünen Brenner-Korridor auf die sich durch das Großprojekt bietenden Chancen. "Es geht um saubere Luft, sauberes Wasser, saubere Erde, um Bildung und Forschung, um Energieproduktion dank Geothermie und um Energietransport", erklärte der BBT-Vorstand. Er nannte hierfür jeweils auch konkrete Beispiele wie verkehrsfreie Ortschaften, die Wasserstoffmeile München-Verona oder die Verlegung der Hochspannungsleitungen unter die Erde. Wichtig für das BBT-Projekt seien die Nominierung des neuen TEN-Koordinators seitens des neuen EU-Verkehrskommissars Siim Kallas Ende Februar, die Entscheidung für den Baubeginn seitens der Aktionärsversammlung der BBT-Gesellschaft innerhalb März sowie die Finanzierung der fünf prioritären Abschnitte der südlichen Zulaufstrecken, vor allem der unterirdischen Verbindung zwischen Franzensfeste und Waidbruck, so Bergmeister.
Nach einer regen Diskussion mit den Abgeordneten aller Parteien wurde vereinbart, dass künftig in regelmäßigen Abständen ein Informations- und Gedankenaustausch erfolgen solle. SVP-Fraktionsvorsitzender Elmar Pichler Rolle zog eine überaus positive Bilanz: "Die Europaregion Tirol kann nur von unten gebaut werden, sie wird sich nur entwickeln, wenn die Abgeordneten beider Landesteile sich regelmäßig treffen, wenn man die Unterschiede, die sich in Jahrzehnten der Trennung ergeben haben, versteht, wenn man Verständnis für die jeweiligen Anliegen entwickelt und dabei immer das Gemeinsame voranstellt."
Im Bild (v.l.n.r.): Der Tiroler ÖVP-Klubobmann Josef Geisler, die Tiroler Landtagsvizepräsidentin Gabi Schiessling (SPÖ) und SVP-Fraktionsvorsitzender im Landtag, Elmar Pichler Rolle
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