"Derzeitiges Rentensystem untragbar"
SVP-ArbeitnehmerInnen kritisieren Rentensystem
„Derzeit tragen die lohnabhängigen Arbeitnehmer das gesamte Rentensystem, weil sie z.B. auch die Renten der Bauern und Handwerker mit bezahlen“. Mit dieser Feststellung schließt der Leiter der Rentenabteilung beim INPS/NISF, Helmuth Renzler, seinen am 19./20.12.2009 in der Tageszeitung „Dolomiten“ veröffentlichten Bericht zur Situation der Rentner in Südtirol und in Italien.
Darin verweist der anerkannte Rentenexperte anhand aktueller Zahlen auch auf die zunehmende Verarmung der Südtiroler Rentner hin. Die Lohnabhängigen zahlten 2008 neun Milliarden Euro mehr in die staatlichen Pensionskassen ein, als sie an Renten ausbezahlt erhielten. Gleichzeitig wies der Rentenfond der Bauern ein Minus von 5 Milliarden Euro, jener der Handwerker von 3,1 Milliarden Euro auf. Somit zahlen die lohnabhängigen Arbeitnehmer den anderen die Rente, stellt Renzler in der Dolomiten-Ausgabe fest.
Seit 1993 gibt es zudem keine nennenswerte Erhöhung der Renten mehr. Die Folge ist, dass immer mehr Südtiroler/innen im Alter die Armutsgrenze überschreiten. Die sprunghafte Zunahme von Pfändungen der Renten in den letzten Jahren ist ein klarer Hinweis darauf, dass viele Südtiroler Senioren von der Rente nicht mehr leben können.
Dieses völlig ungerechte System, welches die ArbeitnehmerInnen zugunsten wirtschaftlich besser gestellter und einkommensstärkerer Bevölkerungsgruppen bis aufs äußerste belastet, bedarf einer sofortigen Revision. Es kann nicht sein, dass diejenigen, welche von ihrem hart erarbeiteten bescheidenen Einkommen den Großteil der Steuern und Renteneinzahlungen aufbringen, am Ende ihres Lebens um Almosen betteln müssen.
Die ArbeitnehmerInnen in der SVP fordern deshalb die verantwortlichen Mandatare auf Staats-, Landes- und Gemeindeebene auf, sich mit allen Mitteln für eine längst überfällige gerechtere Verteilung der Steuer und Renten einzusetzen und durch geeignete Sofortmaßnahmen die Südtiroler RentnerInnen zu entlasten.
Laut Tageszeitung „Dolomiten“ vom 17.12.2009 wurden mit dem Krisenpaket der Landesregierung 250 Mio. Euro für die Wirtschaft und 42 Mio. Euro für die Familien bereitgestellt. Somit müsste es wohl angebracht sein, den Südtiroler Rentnern kurzfristig zu helfen indem u.a. auf die Einhebung des regionalen Einkommenssteuerzuschlages verzichtet wird. Dies erscheint umso mehr angebracht, als die Landesregierung auch den Südtiroler Unternehmen durch die IRAP-Senkung von insgesamt 0,92 Prozent 40 Mio. an Steuern erlassen hat.



