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Siegfried Brugger
Siegfried Brugger
06.02.10 - Doppelte Staatsbürgerschaft
Unqualifizierte Attacke der FPÖ

„Es ist eine unerhörte Frechheit, wie die FPÖ gegen den früheren ÖVP-Nationalratspräsident und Südtirolfreund Andreas Khol zu Felde zieht“: Mit scharfen Worten reagiert SVP-Kammerabgeordneter Siegfried Brugger auf eine Stellungnahme des FPÖ-Südtirolsprechers Werner Neubauer, in welcher Khol als „falscher Patriot und Komplize der römischen Regierung“ bezeichnet wird – auch wenn er, Brugger, selbst „von der Haltung Khols in dieser Frage sehr enttäuscht“ sei.

Die FPÖ versuche in der Stellungnahme Neubauers vom Freitag zudem, die Urheberschaft für den Vorschlag zur Doppelstaatsbürgerschaft für sich zu beanspruchen – „auch das ist völlig unangebracht“, so Brugger, denn: „Den Vorschlag haben Kollege Karl Zeller und ich bereits im Zuge der italienischen Staatsbürgerschaftsreform 2005/06 vorgebracht und öffentlich kommentiert, zudem habe ich ihn auch im Frühsommer 2006 vorgebracht – nachweislich etwa im Rahmen der Buchvorstellung ,Die Dolomitenladiner, eine Minderheit in der Minderheit’ von Christoph Perathoner und Peter Hilpold“, so Brugger. Er betont: „Dies nur zur Feststellung der historischen Wahrheit – denn uns ist es nicht am wichtigsten, wer die Urheberschaft der Idee hat, sondern dass in der Sache konkret weitergearbeitet wird.“

In der Tat habe Andreas Khol „nicht zu einem konstruktiven Fortgang der Diskussion“ beigetragen, stellt Brugger fest: „Darin hat er auch mich sehr enttäuscht“. Dennoch sei es „absolut unqualifiziert und unzulässig, den früheren Nationalratspräsidenten als Verräter und Komplizen der römischen Regierung darzustellen“, so Brugger weiter. „Andreas Khol hat in den langen Jahren seiner aktiven Zeit als Politiker oft und in maßgeblicher Weise viel für Südtirol geleistet, und dafür werden wir ihm immer dankbar sein“, stellt Brugger klar. Gerade deshalb sei es auch nahe liegend gewesen, „Khol von Anfang an in das Vorhaben mit einzubeziehen, was in mehreren Gesprächen und auch in Form von Schriftverkehr geschehen ist“. Der Meinungsumschwung und die Aussagen Khols seien für Brugger daher „nicht nachvollziehbar“. Mit Genugtuung nimmt Brugger zur Kenntnis, dass die Angelegenheit in den letzten Tagen in einem Gespräch zwischen Khol und SVP-Obmann Richard Theiner geklärt worden ist.

Brugger unterstreicht die Wichtigkeit des Vorhabens für die Südtiroler: „Ohne irgendwelche Verträge zu ändern, ohne irgendwem irgendetwas zu nehmen oder bestehende Rechte zu berühren – eine österreichische Staatsbürgerschaft zusätzlich zur italienischen wäre für uns Südtiroler nicht nur ein sehr schönes Symbol, sondern ein überaus wichtiges Instrument zur zusätzlichen Absicherung der Minderheit.“
2012 - Südtiroler Volkspartei
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