Keine Euphorie für Schulreform
Peterlini: "Einzige große Errungenschaft ist für Südtirol die Berufsmatura, die für alle Fachschulen des Landes gilt"
Der Südtiroler Senator Oskar Peterlini warnt vor einer Euphorie über die neue Reform der Oberschule von Ministerin Gelmini. Die einzige große Errungenschaft für Südtirol sei die Möglichkeit, die Berufs- und Fachschulen des Landes mit einer staatlichen Reifeprüfung abschließen zu können. Diese sogenannte Berufsmatura, die weit mehr als die Berufsschulen umfaßt, sollte deshalb Matura für Landesschulen heißen. Sie öffnet die bisherige Sackgasse und ermöglicht den Schülern den Bildungsweg auch auf universitärer Ebene fortzusetzen. "Autonomiepolitisch bedeutet sie weit mehr", betont Senator Peterlini. Das Land könne nun all seine Berufs- und Fachschulen mit einer staatlich anerkannten Matura krönen, was ganz neue Möglichkeiten und neue Bildungswege öffnet. "Eine wahre Revolution", so Peterlini wörtlich. "Auf diesem Erfolg sollten wir aufbauen und stolz sein weil - von Landesrat Saurer angefangen bis zur Landerätin Kasslatter Mur - Südtirol jahrelang daraufhin gearbeitet hat", unterstreicht der Südtiroler Senator. Nach vielen Rückschlägen sei der Durchbruch in Rom gelungen, nicht zuletzt wegen eines Antrages im Senat mit dem sich die Regierung bereits im November dazu verpflichtet hatte. "Während sich die Sozial- und Wirtschaftsverbände zu Recht darüber freuen, scheint dieser Erfolg in der Öffentlichkeit von einer Euphorie über die neue Oberschulreform überdeckt zu werden. Aber - so warnt Peterlini - davon haben wir nichts zu erwarten." Die Reform wurde unter dem Zwang der deutlichen Kürzungen der Finanzmitten verabschiedet. Das Haushaltsgesetz habe dem Bildungswesen über 8 Milliarden Euro entzogen. Unter dem Deckmantel der Vereinfachungen werden nun Lehrfächer und Unterrichtsstunden gestrichen und Lehrstellen abgebaut. "Die Vereinfachung der Oberschulen mag durchwegs interessant sein, was sich dahinter verbirgt allerdings weniger", warnt Senator Peterlini. "Die Verantwortlichen Südtirols im Schulbereich tun deshalb gut daran, die Umsetzung in Südtirol zu verschieben. Die Autonomie und ihre Finanzierung geben uns die Möglichkeit, den Stellenabbau und die Reduzierung der Schulstunden so weit als möglich zu vermeiden und einen autonomen Weg einzuschlagen." Italiens Bildungssystem gehöre zu den schlechtesten Europas. Die vielen Reformen die bei jedem Regierungswechsel erfolgten, hätten bisher weinig daran geändert. "Zum Unterschied vom Staat, hat Südtirols Schul- und Bildungsmodell Vorbildcharakter und zeichnet sich durch hohe Qualität und entsprechende Ergebnisse bei den Pisastudien aus, wofür - so Peterlini abschließend - allen Verantwortlichen und den Lehrern volle Anerkennung gebührt."



