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Martha Stocker
Martha Stocker
19.02.10 - Internationaler Tag der Muttersprache
Gefährdete Minderheitensprachen gezielt fördern!

Von den 7.000 Sprachen auf der Welt gilt rund die Hälfte als gefährdet. Gerade auf diese Gefährdung will der internationale Tag der Muttersprache aufmerksam machen. In der Europäischen Union sprechen rund 40 Mio. Menschen eine Regional- oder Minderheitensprache, neben den offiziellen 23 Sprachen werden 53 „staatenlose“ Sprachen (ladinisch, gälisch, sorbisch, friesisch u.a.) gesprochen. Die Vizepräsidentin der Föderalistischen Union Europäischer Minderheiten (FUEV) Martha Stocker ist die Muttersprache nicht nur die erste und wichtigste Sprache, die wir lernen, „sie ist die Basis für unsere Identität, die in jedem Fall geschützt werden muss“.

In der Muttersprache beginnen wir zu denken, uns auszudrücken, sie prägt uns und unsere Entwicklung, ist das Fundament unserer Identität. Was so selbstredend und natürlich klingt, ist im Kontext von Mehrsprachigkeit und vor allem als Angehörige einer sprachlichen Minderheit alles andere als selbstverständlich und man darf die Folgen des Verlustes nicht unterschätzen. Der Schutz von gefährdeten, regionalen Minderheitensprachen hat sich die FUEV auf die Fahnen geschrieben. Was die Gefährdung der Muttersprache bedeutet – das hat Südtirol selbst erfahren. Gerade hier, so Stocker, haben die Katakombenschulen einen immens wichtigen Beitrag während der Zeit des Faschismus geleistet und ein großer Dank gebührt den Katakombenlehrerinnen, die im Untergrund SchülerInnen in ihrer Muttersprache unterwiesen haben. Südtirol gilt heute als positives Beispiel für ein Minderheitenmodell mit umfassender Absicherung.

Positiv ist in den Augen der FUEV-Vizepräsidentin auch die feststellbare Tendenz, dass einige der Minderheitensprachen, v.a. auch der staatenlosen, eine durchaus positive Entwicklung nehmen, auch weil das Eigenbewusstsein der Minderheiten selbst wächst. Als positives Bespiel sind hier sicherlich das Gälische und bei uns auch das Ladinische anzuführen.


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