Kampagne gegen Privatisierungsbestrebungen
Wasser ist das Lebenselixier schlechthin. Und gerade deshalb komme ihm laut dem Landtagsabgeordneten Seppl Lamprecht eine große strategische Bedeutung zu. „Was die Privatisierungsbestrebungen im Bereich der Wassernutzung anbelangt, muss mit Nachdruck wiederholt werden, dass Wasser unbedingt Allgemeingut bleiben muss.“ Der Weltwassertag der UNESCO müsse deshalb zumindest in Europa im Lichte der Privatisierungsgegnerschaft begangen werden.
Insbesondere die Verteilung von Trinkwasser dürfe nicht dem Prinzip der privaten Gewinnmaximierung unterworfen werden. Die Ressource Wasser und die damit verbundenen Interessen seien zu komplex, als dass ein privates Unternehmen die Verteilungsmechanismen beeinflussen dürfe. „Integriertes Wasserressourcenmanagement ist nur im Rahmen öffentlich-rechtlicher Verteilungsmechanismen effektiv machbar“, stellt der bäuerliche Abgeordnete klar.
Wenn Länder wie Italien ihr Wasser an Private übergeben, beraube man damit die Bevölkerung ihres größten Reichtums: „Das ist dann so, wie wenn in Arabien die einzige Ressource Erdöl geschürft wird, der Einheimische aber nichts davon hat.“
Es sei erfreulich, dass der Landtag erst kürzlich mit großer Mehrheit einen Beschlussantrag zum Thema Wasser als Allgemeingut gefasst hat: „Parteienübergreifend besteht der Konsens, dass Wasserwirtschaft nicht in gewinnorientierte Hände gehört. Wir müssen wachsam sein und jede Initiative kraftvoll unterstützen, die sich für das Wasser als Allgemeingut stark macht.“
Was den Wassernutzungsplan des Landes betrifft, betont Lamprecht, dass die Reihung - Trinkwasser, Landwirtschaft, Energiewirtschaft – eine vernünftige Lösung ist. „Es muss so bleiben, dass die Produktion von Grundnahrungsmitteln über die Energiewirtschaft gestellt werden muss. Egal, ob eigentlich mehr Geld mit Wasser als Stromproduktionsmittel rausgeholt werden könnte.“
Besonders erfreulich sei, dass der Wassernutzungsplan Sonderzonen in trockenen Gebieten aufweise, in denen die allgemein gültigen Restwassermengen nicht so rigide gehandhabt werden: „In manchen Bächen erreicht der Bach schon unter normalen Bedingungen nicht die gesetzliche Restwassermenge“, erklärt Lamprecht.
Jene Gebiete - wie etwa im Vinschgau - müssten deshalb von der Politik verstärkt in ihren Bestrebungen unterstützt werden, sich Klimaanpassungsstrategien anzueignen: „Laut Prognosen wird das Wasser weniger werden. Wir sollten uns jetzt schon überlegen, was zu tun ist, um die Versorgung auch im Landwirtschaftssektor zu sichern. Dabei sollten alle Denkoptionen offen bleiben.“



