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Georg Pardeller
Georg Pardeller
21.04.10 - Georg Pardeller
"Eine große Aufgabe der Gesellschaft"

Georg Pardeller zum Tag der gleichen Löhne am 22. April

Es bleibt eine große Ungerechtigkeit der Gesellschaft, dass Frauen bei gleicher beruflicher Qualifizierung und Leistung am Arbeitsplatz noch immer wesentlich weniger Einkommen aufweisen als Männer. Es ist eine große Aufgabe der Gesellschaft, diese Ungleichheit zu beseitigen und der Frau den Platz einzuräumen, der ihr nach allen Kriterien sozialer, politischer und wirtschaftlicher Einschätzung zusteht“, erklärt der Arbeitnehmer-Landtagsabgeordnete Georg Pardeller zum „Equal pay day“ (Tag der gleichen Bezahlung), der weltweit am 22. April begangen wird.

Zahlreiche Statistiken belegen laut Pardeller die unterschiedliche Behandlung der Frau am Arbeitsplatz. Vor allem macht sich das beim Einkommen bemerkbar. Die positiven Daten für Italien, wonach Frauen hierzulande nur um fünf Prozent weniger verdienen als Männer in derselben beruflichen Situation „ist im Grunde eine Augenauswischerei, wenn man bedenkt, dass in Italien nur jede zweite Frau normal in den Arbeitsprozess eingegliedert ist. Wenn man das Einkommen von Männern und Frauen insgesamt betrachtet, dann bringt es die Frau nur auf die Hälfte des männlichen Einkommens. Dabei behaupten die Statistiker, dass die Beseitigung der geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Beschäftigung zu einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zwischen 15 und 45 Prozent führen würde. Enormer wirtschaftlicher Reichtum wird also der gesellschaftspolitischen Rückständigkeit geopfert“, meint Pardeller.

Mehr wirtschaftliche Sicherheit und berufliche Anerkennung für die Frauen, die des übrigen insgesamt eine höhere Ausbildung ins Berufsleben mitbringen als die Männer würde der Gesellschaft in jeder Hinsicht dienen. „Wo die Frau eine höhere Wertschätzung mit allen Konsequenzen in der Gesellschaft genießt, ist erfahrungsgemäß auch die Familie stabiler und die Bereitschaft zum Kind größer, die Vereinbarung von Beruf und Familie wird dann leichter, die Gesellschaft erkennt den echten Wert der Frau besser.“ Südtirol hat in dieser Hinsicht in den letzten Jahrzehnten, gestützt auch auf eine frauenfreundlichere bewusste Politik, große Fortschritte gemacht, „aber es sollte noch etwas mehr getan werden“, meint Pardeller. Die Sozialpartner sollten sich zusammen mit den Gewerkschaften und der Politik dieser Thematik verstärkt annehmen im Wissen, „dass sie damit sich selbst und der gesamten Gesellschaft einen guten Dienst erweisen. Leider sieht es laut Statistiker so aus, dass die weltweite Angleichung der Gehälter von Männern und Frauen noch 150 Jahre auf sich warten lassen wird. Südtirol muss diese Tendenz durchbrechen und eine Vorreiterrolle übernehmen. Das sind wir den Frauen schuldig“, schließt Pardeller.
2012 - Südtiroler Volkspartei
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