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Martha Stocker
Martha Stocker
21.04.10 - SVP-Frauenbewegung
Lohngefälle zwischen Männern und Frauen weiterhin hoch

Martha Stocker zum EQUAL-PAY-DAY IN SÜDTIROL

Das Lohngefälle kann auf lange Sicht nur durch eine tatsächliche Gleichstellung der Chancen von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt verringert und im Idealfall aufgehoben werden, ist SVP-Landesfrauenreferentin Dr. Martha Stocker überzeugt. Anlässlich des EQUAL-PAY-DAYS, der heuer erstmals auch in Südtirol begangen wird, ist ihr wichtig anzumerken, dass es gerade in der Privatwirtschaft diese Lohnunterschiede gibt und dass alles daran gesetzt werden muss, dagegen anzukämpfen. Weniger an Lohn für Frauen bedeutet nicht nur weniger Geld zum Leben, sondern ein ungleich größeres Risiko in die Armutsfalle zu tappen, sowohl während des Erwerbslebens aber auch später im Rentenalter, wo doch im geltenden beitragsbezogenen System nur effektiv getätigte Beitragszahlungen zu Buche schlagen.

Das „geschlechtsspezifische Lohngefälle“ bezeichnet den Unterschied zwischen dem durchschnittlichen Bruttostundenverdienst für Frauen und Männer vor Steuern in der gesamten Volkswirtschaft. Es ist ein Indiz in Zahlen für die anhaltende Diskriminierung und Ungleichbehandlung auf dem Arbeitsmarkt, von der de facto hauptsächlich Frauen betroffen sind. Aber die unterschiedliche Entlohnung zwischen Frauen und Männer darauf zu reduzieren, dass gleiche Arbeit ungleich entlohnt wird, ist zu einfach und nicht das grundlegende Problem, so Stocker. Bei öffentlichen Stellen kommt diese Art der Ungleichbehandlung aufgrund des Entlohnungssystems ohnehin nicht direkt vor. Und kommt es in der Privatwirtschaft vor, dass eine Frau mit derselben Berufserfahrung, Ausbildung etc. dieselbe Tätigkeit ausübt wie ein Mann und weniger verdient, gibt es verschiedene Handhabungen, auch rechtlicher Natur, um sich zu wehren.

Das Dilemma beginnt, wenn es um Bewertungskriterien geht, wo Frauen aufgrund von sog. Familienpausen, aufgrund von festgeschriebenen Rollenbildern, usw. … ins Nachtreffen geraten: So können sie beispielsweise nie auf dieselbe Anzahl von Jahren an Berufserfahrung kommen wie Männer. Frauen sind es, die aufgrund von Erziehungszeiten vorübergehend aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden und vielfach neu einsteigen – mit Einstiegsgehältern oder mit Teilzeit.

Noch komplexer und noch schwieriger beizukommen ist den Fällen der indirekten Diskriminierung, die selbst von Frauen nicht wahrgenommen werden: zum Beispiel wenn es um die unterschiedliche Bewertung von zwei gleichwertigen Funktionen

in einem Unternehmen handelt, von denen die eine überwiegend von Frauen und die andere überwiegend von Männern wahrgenommen wird. Was, wenn Frauen in Berufsfeldern tätig sind, die minder bewertet und entsprechend geringer entlohnt werden? Nur weil sie von der Gesellschaft als weniger wert eingestuft werden.

Im Zusammenhang mit dem von Stocker eingebrachten Gleichstellungsgesetz wurde auch ein Beschlussantrag angenommen, um „stichhaltige Daten über die Gründe für das Lohngefälle in Südtirol“ zu erhalten. Ein Schritt in die richtige Richtung. Aber die flankierenden Gleichstellungs- und Gleichbehandlungsmaßnahmen – wie auch im Gleichstellungsgesetz festgeschrieben - müssen noch massiver umgesetzt werden, so Stocker.
2012 - Südtiroler Volkspartei
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