Brugger gegen Helmpflicht: „Schnapsidee“
Entschieden gegen die geplante Einführung einer Helmpflicht für alle Radfahrer spricht sich SVP-Kammerabgeordneter Siegfried Brugger aus: „Vor allem im Stadt- und Ortsgebiet ist so etwas völlig absurd. Man sieht einmal mehr, dass die Verfasser solcher Gesetze keinen Tau davon haben, was sie hier regeln wollen.“
Es geht um die neuen Sicherheitsbestimmungen für den Straßenverkehr, die derzeit im Senat zur Debatte und Beschlussfassung vorliegen: Mit einem Abänderungsantrag der Regierung soll versucht werden, eine generelle Helmpflicht für alle Radfahrer einzuführen. „Man sieht einmal mehr, dass hier Gesetze gemacht werden, die jenseits von jeder Realität stehen“, so Brugger, und weiter: „Stellen wir uns diese Situation in Bozen vor: Wir haben ein sehr gut ausgebautes und sehr gut genutztes Radwegenetz, das maßgeblich dazu beiträgt, Autos und Motorräder von der Straße wegzubekommen – Regentage zeigen mit ihren Endlos-Staus immer wieder, um welche Dimension es hier geht.“
Es gäbe zahlreiche Studien und empirische Forschungen, wonach Radfahrer auch bei geringfügigen Erschwernissen wieder aufs Auto oder Motorrad umsteigen würden, so Brugger weiter: „Und ein Helm im Stadtgebiet ist eine mehr als geringfügige Erschwernis – denn er ist vollkommen unpraktisch und bedarf zusätzlichen Stauraumes für die Ablage am Fahrrad – das ist mehr als ausreichend, um das Fahrrad als Verkehrsmittel unattraktiv zu machen“, so Brugger. Abgesehen davon stehe es bereits heute jedem Radfahrer frei, sich einen Helm aufzusetzen – „und das wird von vielen auch genutzt – vor allem im Freizeit- und Sportbereich“.
Eine „gewisse Sinnhaftigkeit“ könne er einer Helmpflicht für Kinder unter 14 Jahren abgewinnen – „dies hat sich auch auf den Skipisten bewährt“, so Brugger. „Ich hoffe aber sehr, dass diese Schnapsidee einer generellen Helmpflicht für alle Radfahrer sich nicht durchsetzen wird.“ Ersten Grund zur Hoffnung sieht er in jüngsten Stellungnahmen von Lega-Nord-Vertretern: „Auch die Lega Nord ist offensichtlich der Auffassung, dass das Fahrrad ein wichtiges Verkehrsmittel im gesamten oberitalienischen Raum ist, dessen Nutzung auf keinen Fall eingeschränkt werden darf“, so Brugger.



