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Bildungsarbeit ausbauen
Bildungsarbeit ausbauen
18.06.10 - SVP-ArbeitnehmerInnen
Kindergärten leisten wertvolle Erziehungsarbeit

Südtirol-Modell fortführen und ausbauen. Einheitliche Kleinkinderbetreuung.

In den vergangenen Jahrzehnten konnte in Südtirol ein landesweites Netz an Kindergärten aufgebaut werden. Die 1.292 erzieherischen Fachkräfte leisten nicht nur Bildungs- sondern vor allem auch Erziehungsarbeit. Gerade diese ist für die Entwicklung unserer Gesellschaft und damit für die Zukunft unseres Landes von grundlegender Bedeutung. Deshalb sprechen sich die ArbeitnehmerInnen in der SVP mit großem Nachdruck dafür aus, das erfolgreiche Südtirol-Modell fortzusetzen und auszubauen. Unser Nachbarland Tirol geht beispielhaft voran und will künftig ein ganzjähriges, ganztägiges Kindergartenangebot mit kleineren Gruppen realisieren.

Die Wissenschaft ist sich schon lange klar darüber: Die entscheidenden Jahre für die Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen sind die ersten fünf Lebensjahre. Danach gibt es nur mehr sehr begrenzte Entwicklungsmöglichkeiten(s.u.a. Gerhard Roth:Fühlen,denken,handeln,Suhrkamp 2003). Bedenkt man die Bedeutung dieser Aussage in der ganzen Tragweite, so muss man sich wundern, dass die Politik dem bis heute nur teilweise Rechnung getragen hat.

Immer noch ist das Gelingen von „Erziehung“ weitgehend dem Zufall pädagogischer und emphatischer Talentiertheit der Eltern überlassen. Hier gilt es den Eltern baldmöglichst praktische Erziehungshilfen zur Verfügung zu stellen. Diese könnten von der Landesuniversität in Brixen gemeinsam mit ErzieherInnen erarbeitet und über die Kindergärten, Schulen und den Sozial- und Gesundheitsdiensten den Eltern angeboten werden. Die bereits gestarteten Elternbriefe sind ein erster wichtiger Schritt. Dies gilt vor allem für die ersten Lebensjahre des Kleinkindes. Danach bieten die Kindergärten in Südtirol ein gutes und allen zugängliches Betreuungs- und Erziehungsprogramm.

Dieses Angebot in den Südtiroler Kindergärten gilt es unbedingt zu erhalten und auszubauen. Gemeinsam mit den verantwortlichen Fachkräften sind die heutigen und anstehenden Bedürfnisse der Kindergärten zu analysieren und geeignete Maßnahmen zu treffen. Wenn erforderlich müssen auch zusätzliche Fachkräfte eingestellt werden. Die Tatsache, dass in unserem Land 1.292 Erzieherinnen 11.795 Kleinkinder in den Kindergärten betreuen, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass in allen größeren Orten die Gruppen aus 25 und mehr Kindern bestehen. Da ist es nicht leicht, pädagogisch wertvolle Erziehungsarbeit zu leisten. Jeder Euro, der in diese Entwicklungsstufe unserer Kinder investiert wird, trägt ohnehin tausendfache Früchte.

Wichtig erscheint uns ArbeitnehmerInnen in der SVP auch, dass die derzeit parallel nebeneinander laufenden Angebote für die Kleinkinder harmonisiert werden. Tagesmütter, Kindertagesstätten, Kinderhorte, Nachmittagsbetreuung, Sommerkindergarten usw. sind wertvolle Tätigkeiten, die abzusichern und in ein einheitliches pädagogisches Konzept einzugliedern sind. Derzeit garantieren die Organisationsformen nicht, dass das Angebot auch nächsten Jahr stattfindet. So kann keine Nachhaltigkeit und die unabdingbare Qualität der Erziehungsarbeit nicht gewährleistet werden.

Anstelle von unsicheren Parallelstrukturen sollten alle Angebote einheitlich von den Kindergärten aus verwaltet werden. Die ArbeitnehmerInnen in der SVP haben diese Inhalte in verschiedenen Arbeitsgruppen erarbeitet und mit der zuständigen Landesrätin Sabina Kasslatter Mur ausführlich diskutiert. Es muss gerade in schwierigen Zeiten das Ziel aller politischen und gesellschaftlichen Kräfte sein, die Erziehungs- und Bildungsarbeit weiter auszubauen. Unsere Kinder zu selbstbestimmmten, starken Persönlichkeiten zu entwickeln ist die beste Zukunftsinvestition die wir tätigen können. Konkret heißt dies noch mehr Augenmerk, und wenn nötig, auch noch mehr Geld für die Südtiroler Kindergärten.
2012 - Südtiroler Volkspartei
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