Vorstoß von Biancofiore zum „Schutz“ des Alpini-Denkmals in Bruneck vorerst gestoppt
Bekanntlich wird im Verteidigungsausschuss der Abgeordnetenkammer derzeit ein von Michaela Biancofiore eingebrachter Gesetzentwurf diskutiert, mit dem diese die Gleichstellung des Alpinidenkmals als sog. „Sakrarium“ mit den Soldatenfriedhöfen verlangt.
In der heutigen Sitzung des Verteidigungsausschusses ist Karl Zeller interveniert und hat sich vehement gegen dieses Ansinnen gewendet:
„Diese Initiative von Biancofiore ist unnütz und politisch schädlich. Unnütz deswegen, weil das Denkmal schon seit vielen Jahren unter Denkmalschutz steht. Es stimmt in keiner Weise, dass dies erst seit 2004 auf Initiative von Biancofiore geschehen sei wie diese fälschlicherweise behauptet. Auch besteht kein wie immer gearteter Restaurierungsbedarf. Es ist völliger Unsinn, dass Biancofiore zum Schutz des Monuments für Sicherheitsanlagen € 50.000,00 ausgeben will, was einen unzumutbaren Eingriff in das Brunecker Stadtbild darstellen würde“, kritisiert Karl Zeller.
Es handle sich hier auch um eine politisch schädliche Aktion, meint Zeller: „Das Alpinidenkmal wurde von den Faschisten errichtet, um einen den grausamsten Eroberungskriege in Abessinien zu „feiern“, wo mit Giftgas gegen die mit oft nur Speeren bewaffneten Einheimischen vorgegangen und vom italienischen Heer schreckliche Kriegsverbrechen begangen wurden. Außerdem hat dieses Denkmal nichts mit einem Gefallenenfriedhof zu tun. Es ist der denkbar schlechteste Ort, um gemeinsam die Gefallenen zu ehren. Auch stört diese politische Provokation das friedliche Zusammenleben. Selbst der PDL-Vizebürgermeister hat sich von dieser „Aktion“ distanziert“.
Nach der Intervention von Karl Zeller haben diverse Exponenten anderer Parteien das Wort ergriffen und ebenfalls Bedenken geäußert. Insbesondere die Vertreter der Lega Nord und des PD haben sich klar gegen die Genehmigung des Gesetzes ausgesprochen. Berichterstatter Riccardo Mazzoni (PDL), der Fraktionssprecher des PDL Salvatore Cicu, Kommissionspräsident Edmondo Cirielli und Unterstaatssekretär Giuseppe Cossiga haben daraufhin erklärt, dass weiterer Klärungsbedarf bestehe. Daher wurde die Bildung eines „engeren Komitees“ beschlossen, das die Angelegenheit „vertiefen“ soll.
„Damit wurde die weitere Behandlung des Gesetzesentwurfs Biancofiore in der Kommission vorerst gestoppt. Ich bin zuversichtlich, dass die Initiative auch aufgrund des Widerstands der Lega Nord und angesichts der leeren Staatskassen endgültig vom Tisch ist", erklärt Karl Zeller.



