IT | EN | Ladin
Georg Pardeller
Georg Pardeller
20.07.10 - Georg Pardeller zu Keller-Tunnels im Überetsch
Kein Geld für Phantasieprojekte

Der Vorschlag, eine Reihe von Weinkellern im Überetsch unterirdisch zu verbinden und damit eine Art Katakomben-Parcours zu schaffen ist nach Meinung des Arbeitnehmer-Landtagsabgeordneten Georg Pardeller zwar sehr phantasiereich und aus dieser Sicht auch verlockend, aber unter den gegebenen Umständen, und sofern nicht eine Reihe von Bedingungen eingehalten werden, nicht akzeptabel. Dies müsse auch von der Politik klar gemacht werden. Die Bedingungen seien einleuchtend, meint Pardeller:
„Die öffentliche Hand soll der privaten Initiative, sofern diese keine raumordnerischen und anderweitigen gesetzlichen Bestimmungen verletzt, durchaus freien Lauf lassen, unter einer Voraussetzung: Es dürfen dafür keine öffentlichen Mittel ausgegeben werden. Nicht von Seiten des Landes. Wenn die einschlägige Gemeinde der Auffassung ist, dass mit diesem Wein-Tunnelbau ihrem Erscheinungsbild und ihrer Wirtschaft gedient ist, dann soll sie darüber befinden, aber auch dafür bezahlen. Nicht aber das Land. Angesichts der schwierigen finanziellen und vor allem sozialen Situation kann es sich eine verantwortliche Politik einfach nicht leisten, Steuermittel in private Phantasieprojekte zu stecken. Es gibt derzeit so viele Bereiche, in denen mit weniger Phantasie, aber mit mehr sozialem Einfühlungsvermögen wirksame Maßnahmen getroffen werden können, mit denen Mitbürgerinnen und Mitbürgern in schwieriger Lage geholfen werden kann.“
Wenn dieses Vorhaben aus privaten Mitteln finanziert werde, dann sei nichts dagegen einzuwenden, obwohl man seine Zweifel haben könne, ob in unserem Land solche Walt Disney-Projekte viel bringen und damit der Südtiroler Weinwirtschaft entscheidend gedient sei. „Die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Südtirols spielt sich nicht in unterirdischen Verbindungen zwischen Weinkellern ab, sondern an der harten Oberfläche des täglichen Lebens“, meint Pardeller. Trotzdem: Der menschlichen Phantasie solle ruhig freier Lauf gelassen werden, so lange nicht die Allgemeinheit mit ihren schwer verdienten Steuermitteln gezwungen werde, für das Millionen-Hobby einzelner Gruppen mitzuzahlen.

2012 - Südtiroler Volkspartei
YouTUBEFaceBook