Minister Fitto kein Gespür für Minderheitenfragen
Entrüstet zeigt sich die Parteiobmannstellvertreterin und Landesfrauenreferentin Martha Stocker über die römische Vorgehensweise in Sachen Toponomastik. Wenn Biancofiore, die sich darüber freut, dass „die Regierung endlich aktiv wird in Bozen“ zugibt, dass „jene, die die Gemüter auch erhitzen, die Verantwortung zu tragen haben“, muss sie sich bewusst sein, dass diese Verantwortung allein in Rom liegt. „Wir lassen uns von Rom sicher nicht aufdiktieren, was wir zu tun haben“, so Stocker.
Stocker weist Minister Raffaele Fitto darauf hin, dass es auch in den Reihen der italienischsprachigen Bevölkerung Stimmen gibt, die die ursprünglichen Orts- und Flurnamen als ein kulturelles und sprachliches Denkmal sehen und dass diese mit dem entsprechenden Feingefühl zu behandeln seien. Daher geht sie auch davon aus, dass der Gesetzentwurf von Landhauptmann Luis Durnwalder auch die Zustimmung der Verantwortungsträger aller politischen Parteien auf Landesebene findet. Dieser berücksichtigt nicht nur die gesetzliche Grundlage des Autonomiestatutes, sondern auch die fortentwickelten Richtlinien der UNO zur Ortsnamengebung.
Stocker kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Entscheidung des Ministerrates nur dazu diene, um den Südtirolerinnen und Südtirolern zu zeigen, wer das Sagen hat. Ein so sensibles Minderheitenthema wie die Ortsnamenfrage, sei mit Sensibilität anzugehen. Zudem sei ganz klar gesetzlich geregelt, in wessen Zuständigkeit die Regelung der Orts- und Flurnamen fällt. Brecheisen-Vorgangsweisen verhärten jedenfalls nur die Fronten, können zu Eskalationen führen und schaffen langfristig auch eine Kluft zwischen den Volksgruppen.



