Mehr Freiraum für die Universität Bozen erreicht
"Die Freie Universität Bozen wird in ihrer internationalen Ausrichtung einen noch stärkeren Freiraum bekommen". Das betonte der Südtiroler Senator Oskar Peterlini in seiner Stimmabgabeerklärung zur Universitätsreform, die er im Plenum des Senates im Auftrag der Autonomiefraktion gehalten hat. Peterlini, der die Behandlung der Universitätsreform im Schulausschuss des Senates mitverfolgt und mitgestaltet hatte, begründete in seiner Rede die Ja-Stimme auch seiner Kollegen Thaler Ausserhofer und Pinzger sowie des Aostaner Kollegen Antonio Fosson.
In der Aula wurde auch ein Antrag zur Tagesordnung zur Stärkung der internationalen Ausrichtung der Universitäten - den Peterlini mitunterstützt hat - angenommen. Demzufolge soll eine stärkere Mobilität der Lehrpersonen und Studenten und eine stärkere Kooperation unter den Universitäten für Forschung und Studium gefördert werden. Bereits im Schulausschuss konnte Peterlini sicherstellen, dass in Zukunft die Fakultäten mit mehrsprachiger Ausrichtung neben der wissenschaftlichen Qualifikation auch die Kenntnisse der Sprachen bei der Beauftragung von Lehrpersonal prüfen können. Erheblich gestärkt wurde weiters die Autonomie der Universitäten bei der Ausschreibung und Berufung von Lehrpersonal. "Die Auswahl des Lehrpersonals wird in Zukunft direkt durch die Universitäten im Rahmen ihrer Autonomie erfolgen. Die Universitäten können die Kriterien in einem eigenen Reglement autonom festlegen", erklärt Peterlini. Auch das Bassanini-Gesetz, das eine Berufung des Lehrpersonals vom Ausland bis zu 70 Prozent vorsieht, bleibt aufrecht. Nicht im Gesetz sondern mittels Dekret sollen hingegen die Laureatsklassen neu geregelt werden. Staatssekretär Pizza bestätigte erneut, das entsprechende Dekret in die Wege zu leiten, damit die mehrsprachigen Universitäten im Trentino-Südtirol, Aosta und Friaul die lokalen Sprachen und Englisch als Grundfächer in den Laureatsklassen vorsehen können. Im Gesetz vorgesehen ist weiters die Anerkennung von Vorzugstiteln, die im Ausland erworben werden.
"Um den internationalen Anschluss nicht zu verlieren, war es höchst an der Zeit in Italien eine Reform der Universitäten auszuarbeiten", betonte Peterlini. "Insgesamt betrachtet handelt es sich um eine gute Reform, die eine bessere Qualität der Bildung garantiert, vor allem weil die Mittelvergabe endlich nach klaren Leistungs- und Qualitätskriterien erfolgt." Mit dieser Begründung stimmten Thaler, Pinzger und Peterlini für das Gesetz. "Bitterer Wehrmutstropfen - so der Südtiroler Senator abschließend - bleiben die Kürzungen der Finanzmittel, die von der Regierung - nicht in diesem Gesetz sondern mittels Haushaltsgesetz - bereits vorgenommen worden waren." Ministerin Mariastella Gelmini zeigte sich im Gespräch mit Senator Peterlini am Südtiroler Universitätsmodell interessiert und kündigte an, sie werde gerne einer Einladung im nächsten Wintersemester Folge leisten.



