Das Nachtleben darf nicht sterben!
Bruneck ist in den vergangenen Jahren zum absoluten Zentrum des Nachtlebens im Pustertal geworden. Viele Jugendliche und Junggebliebene aus nah und fern genießen dieses wöchentlich. Obwohl es in den letzten Jahren kaum zu nennenswerten Zwischenfällen gekommen ist, ist die Lärmbelastung, die durch die vielen Menschen entsteht, an den letzten warmen Sommerwochenenden wieder zum Diskussionsthema geworden. Einige Anrainer haben deshalb ihren Missmut beim Bürgermeister und beim Landeshauptmann hinterlegt.
„Wir haben durchaus Verständnis, dass einige Bewohner der betroffenen Zonen keine große Freude mit den Feiernden haben“, erklärt Bezirksjugendreferent Martin Ausserdorfer, „allerdings muss es allen Jugendlichen erlaubt sein, mit Maß und Ziel zu feiern.“ Laut ihm könnte man den Jugendlichen nämlich nicht auch noch das Feiern nehmen. Ähnlicher Meinung ist auch Hannes Niederkofler von der JG Bruneck. Er findet es gut, dass die Jugend selbst deutlich Position für ein attraktives Nachtleben ergriffen hat und auf die Forderungen der Anrainer mit Gegenargumenten reagiert. Außerdem ist er nicht damit einverstanden, dass man die Lizenzen der Nachtlokale auf 2 Uhr beschränkt und damit einige Lokale de facto zum Schließen zwingt.
Die Thematik aufgegriffen hat auch Landesjugendreferent Manuel Raffin. Er ist der Meinung, dass durch ein früheres schließen der Lokale die Lärmbelastung auch nicht geringer wird. Wenn dann alle Lokale gleichzeitig um 2:00 Uhr schließen würden, dann wären halt alle Jugendlichen auf den Straßen und Plätzen. Welches Ausmaß das annehmen würde, habe man am Samstag, den 7. August gesehen, als das Pukanaka um 2:00 Uhr geschlossen hat.
In Kontakt getreten sind in der Zwischenzeit die JG Alexander Huber, Inhaber des Pukanaka in Bruneck. Er ist einer der Betroffenen, dem die Lizenz entzogen werden sollte. Die JG steht auf jeden Fall hinter dem Barbetreiber und wird sich demnächst mit Lösungsmöglichkeiten auseinandersetzen. Einerseits wird das Gespräch mit Landeshauptmann Luis Durnwalder gesucht, der für die Lizenzvergabe zuständig ist, und andererseits soll auch die Einführung eines privaten Sicherheitsdienstes in Betracht gezogen werden, damit für mehr Ruhe gesorgt werden kann.
„Für uns steht fest, dass wir uns bei diesem Thema massiv für die Interessen der Jugendlichen einsetzen werden“, schließt Martin Ausserdorfer ab. Er will auch das Gespräch mit den Jugendvertretern der anderen Bezirke suchen, um gemeinsam für die Lizenzen zu kämpfen und die Interessen der Jugendlichen besser vertreten zu können.



