Arbeitsplätzemangel für ArbeitnehmerInnen
Seit Beginn der Krise vor zwei Jahren hat sich die Situation am Südtiroler Arbeitsmarkt deutlich verschlechtert. Dies zeigt sich in einer verstärkten Inanspruchnahme der Lohnausgleichkasse und in der steigenden Zahl der Eingetragenen in den Mobilitätslisten ebenso, wie in der Zunahme der Arbeitssuchenden um 50 Prozent. Von diesem negativen Trend betroffen sind vor allem ArbeitnehmerInnen, welche mit Zeitverträgen beschäftigt sind. Die ArbeitnehmerInnen in der SVP fordern deshalb eine Abkehr von atypischen Arbeitsverhältnissen und neue Wege in der Arbeitsvermittlung.
Die jüngsten von der Abteilung Arbeit veröffentlichten Zahlen sprechen eine klare Sprache: Zum letzten Mal war es vor zwanzig Jahren, dass so viele SüdtirolerInnen die Lohnausgleichkasse in Anspruch nehmen und sich in die Mobilitätslisten eintragen lassen mussten, die Anzahl der Arbeitssuchenden ist in den letzten zwei Jahren seid Ausbruch der Krise um 50 Prozent angestiegen!
5000 SüdtirolerInnen die arbeiten wollen, finden zurzeit keinen Arbeitsplatz. Dabei sollte man sich nicht damit beruhigen, dass anderswo die Beschäftigungssituation noch schlechter ist: 5000 Frauen und Männer entspricht der Einwohnerzahl einer größeren Südtiroler Gemeinde. Besonders gravierend ist der Beschäftigungsrückgang im Bauwesen, wo seit 2007 über 6 % der Arbeitsplätze verloren gegangen sind, und im verarbeitenden Gewerbe. Insgesamt gingen in diesen beiden Sektoren seit 2008 über 2000 Arbeitsplätzte verloren. Einen leichten Beschäftigungsrückgang verzeichnen auch Handel und Dienstleistung. Selbst im ansonsten stabilen Gastgewerbe erfolgte im Gegensatz zu früheren Jahren ein Beschäftigungswachstum nur mehr mit Hilfe von Arbeit auf Abruf.
Darin spiegelt sich die größte Problematik des Südtiroler Arbeitsmarktes wieder, nämlich die rasante Zunahme von sogenannten atypischen Arbeitsverhältnissen mit Zeitverträgen oder Arbeit auf Abruf. Die in dieser Form beschäftigten ArbeitnehmerInnen, darunter viele junge Menschen, verlieren nicht nur als erste ihre Arbeit. Sie können damit auch nicht wirklich im Arbeits- und Berufsleben Fuß fassen, was schwerwiegende Auswirkungen für sie selbst aber auch für die Südtiroler Gesellschaft insgesamt hat.
"Wenn wir wollen, dass junge Menschen sich eine Existenz aufbauen und eine Familie gründen können, dann müssen wir dafür sorgen, dass sie nicht alle paar Wochen um ihren Arbeitsplatz bangen müssen. Dies ist weder der Zukunft unseres Landes noch der Stabilität unserer Wirtschaft zuträglich", stellt der Vorsitzende der SVP-ArbeitnehmerInnen Christoph Gufler dazu fest. Deshalb fordern die Arbeitnehmer, in Zukunft von solchen atypischen Arbeitsverhältnissen Abstand zu nehmen. Die Landesregierung soll bei ihren Förderungen die Art des Angestelltenverhältnisses berücksichtigen. Auch bei der Arbeitsvermittlung erfordern besondere Zeiten besondere Maßnahmen. Gemeinsam mit den Sozialpartnern sind wirksamere Maßnahmen zu ergreifen um arbeitswillige Menschen wieder ins Berufsleben einzugliedern.



