Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen
Beim diesjährigen Sommergespräch der SVP-Senioren im Gasthof Tschöggelbergerhof in Jenesien wurde neben parteiinterner Politik auch ausgiebig über die in aller Munde heftig diskutiert klinische Reform gesprochen. Obmann Richard Theiner versicherte: „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Ich werde mit Fachleuten die Thematik ausdiskutieren und wenn mir andere gute Lösungsvorschläge unterbreitet werden, so kann allemal ein neuer Weg eingeschlagen werden.“
Seniorenvorsitzender Otto von Dellemann berichtete über die Arbeit in den letzten Monaten. Mit berechtigtem Stolz konnte er Positives über die im Juli stattgefundenen Informationstreffen der gewählten Gemeindevertreter berichten. „Nicht nur die Teilnehmeranzahl war mehr als erfreulich, sondern auch die rege Mitarbeit aller Anwesenden muss ich lobend hervorheben. Im Herbst werden wir weitere Treffen organisieren, bei denen wir dann spezielle Themen behandeln werden.“
Innerhalb der Seniorenbewegung finden im Herbst die Neuwahlen der Bezirksseniorenleitungen statt und im Frühjahr wird dann im Rahmen der Landesseniorenversammlung die Landesseniorenspitze neu gewählt. „Neu ist, dass das erste Mal neben dem Vorsitzenden zwei Stellvertreter gewählt werden. Dies sieht unsere überarbeitete Geschäftsordnung vor“, erklärt von Dellemann.
Zum heurigen Internationalen Tag der älteren Menschen organisieren die Senioren eine Veranstaltung am 30. September am Nachmittag im Kolpinghaus Bozen. Aus medizinischer, politischer und praktischer Sicht wird dabei über die Wichtigkeit der Bewegung im Alter hingewiesen.
Lobende Worte fand der Seniorenchef auch bezüglich der Umsetzung der Pflegesicherung. „Ein Altern in Würde ist dadurch gewährleistet und ich danke dem Gesundheitslandesrat im Namen aller Pflegebedürftigen dafür“.
Thema war auch der der unlängst entfachte Schilderstreit, wobei die Senioren dieselbe Meinung wie der Parteiobmann und Landesrat Hans Berger vertreten. „Die Gemeindenamen sollen zweisprachig sein, aber die Eigennamen sollen so wie bisher beibehalten werden – sprich in deutscher Sprache.“
Mit Besorgnis verfolgen die Senioren die derzeitige Diskussion der klinischen Reform. Keinesfalls dürften die peripheren Krankenhäuser geschlossen werden und die indirekte Rückvergütung bei Aufenthalten in Privatkliniken - wie die Bozner Marienklinik - abgeschafft werden. „Die Geburtenabteilung der Marienklinik – um ein Beispiel zu nennen - hat Tradition und unsere Mitbürger sind auch gerne bereit, einen Teil der Kosten aus der eigenen Tasche zu zahlen“, war die einhellige Meinung der Anwesenden. Man müsse auch weiterhin über frei entscheiden können, bei welchem Arzt und in welcher Struktur man sich einer Behandlung unterziehen wolle. Zudem falle bei einem so großen Finanzhaushalt, welcher Südtirol jährlich zugesprochen bekommt, die 6 Millionen Rückvergütung an die Marienklinik nicht so sehr ins Gewicht.
Richard Theiner versichert den Fortbestand der Krankenhäuser von Schlanders, Sterzing und Innichen. Er verteidigt seine Kontrolle bei den Ausgaben in der Sanität, denn „der Gesundheitsbereich bekommt jährlich ein großes Stück vom Haushaltskuchen und ein größeres Stück ist langfristig gesehen nicht mehr finanzierbar.“ Er versicherte, in den Gremien der Seniorenbewegung über die klinische Reform nicht nur Rede und Antwort zu stehen, sondern auch gemeinsame Lösungsvorschläge auszuarbeiten, die bei der Umsetzung der Reform – wenn Fachleute diese positiv begutachten - berücksichtigt werden könnten..



