Frauen bildungsmäßig in Führung
55% Frauen in den Oberschulen, 60% Frauen an den Universitäten. Allerdings halten sich Stereotypen hartnäckig: Frauen in geisteswissenschaftlichen Studien, Männer an technischen Fakultäten. Und im Arbeitsalltag gibt es in Führungspositionen europäischer Unternehmen nur 7-10% Frauen.
SVP-Landesfrauenreferentin nimmt den Weltbildungstag zum Anlass auf die Bedeutung der Bildung für Frauen hinzuweisen. Immer mehr Frauen und Mädchen nutzen die Bildungschancen, von der Oberschule bis zum Studium. In der Grundschule noch mit 49% untervertreten, finden sich an den Oberschulen bereits 56% Mädchen, an den Universitäten bereits 60%. Nach wie vor halten sich aber die Geschlechterstereotypen bei den Studienrichtungen: Frauen im Geistes- und Naturwissenschaftlichen, Männer in Technik und Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Stark aufgeholt haben die Südtirolerinnen im Bereich Medizin, wo sie an italienischen Universitäten 74% der Studierenden stellen, an österreichischen Universitäten 54%. Auch im Bereich der Rechtswissenschaften stellen Frauen inzwischen mehr als die Hälfte der Studierenden.
Die gute Ausbildung hat sich als bester Start in ein erfolgreiches Berufsleben erwiesen. Eine US-Studie hat aufgezeigt, dass bei der Teilgruppe der jungen kinderlosen Frauen unter 30 Jahren sich die Lage in den großen Städten sogar umgedreht hat: sie verdienen im Schnitt 8% mehr als ihre männlichen Altersgenossen. Die Autoren der Studie begründen dies vor allem mit dem Vorsprung bei der Bildung, den Frauen hätten. Im italienischen Durchschnitt verdienen Frauen hingegen 17% weniger als Männer.
Frauenchefin Stocker weist in dem Zusammenhang auf eines hin: „Eine gute Ausbildung ist wesentlich für die Berufschancen von Frauen und Männern. Wichtig ist zudem, dass die Rahmenbedingungen bestehen, um die gute Ausbildung auch beruflich umzusetzen. Und das bedeutet, dass umfassende, vernünftige und leistbare Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf zum Standard werden müssen. Sonst werden gerade die Frauen immer wieder gezwungen sein oder sich gezwungen fühlen, von ihren beruflichen Möglichkeiten zurückzustehen.“ Flexible Arbeitszeiten, Teilzeitlösungen (auch für Väter), weitere Verbesserungen in der Kinderbetreuung seien nur einige beispielhafte Maßnahmen.



