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Kompromissvorschlag
Kompromissvorschlag
09.09.10 - SVP-Frauen
Kompromiss zur Rettung der Marienklinik

Treffen der SVP-Frauen und der Frauen- und Familienorganisationen mit Fachleuten und Ärzten der Marienklinik. Lange Diskussion in Kompromissvorschlag zusammengefasst. 

Landesfrauenreferentin Martha Stocker hat sich mit Ärzten der Marienklinik, Pater Willibald Hopfgartner und Ressortdirektor Florian Zerzer und Amtsdirektor Ulrich Seitz zu einer Aussprache zur Marienklinik getroffen. Mit dabei waren auch die Präsidentin der Kommission für Chancengleichheit, die Frauen im Handwerk, die KVW-Frauen und der Katholischen Familienverband.

Lebhaft wurde diskutiert: aus verschiedensten Perspektiven wurde die klinische Reform beleuchtet. Auf die Perspektive kommt es auch an: Ist es bereits heute eine Zwei-Klassen-Medizin, wenn manche PatientInnen sich es leisten können, Geld für eine Privatbehandlung auszulegen und dann einen Teil rückvergütet bekommen? Oder kommt es erst zur Zwei-Klassen- Medizin, wenn unter Umständen die gesamten Kosten bei den PatientInnen (oder deren Privatversicherungen) bleiben würden?

Ressortdirektor Zerzer erklärte kurz das System der Rückvergütungen: Indirekte Rückvergütungen sind jene Beträge, die PatientInnen vom Sanitätssystem zurückerhalten, wenn sie eine private Behandlung in Anspruch nehmen. Berechnet wird diese Rückvergütung prozentuell aufgrund einer staatlich festgelegten Fallkostenpauschale, also einer nicht zwangsläufig kostendeckenden Pauschale für verschiedene medizinische Leistungen. Detail am Rande: Diese indirekten Rückvergütungen wurden in Italien abgeschafft und existieren nur mehr in Südtirol, so Zerzer. Die Kommission zur klinischen Reform hat einstimmig vorgeschlagen, die indirekten Rückvergütungen abzuschaffen.

Die Ärzte der Marienklinik, Thomas Oberhofer, Franz Oberkofler, Uwe Gebert, David Espen und Dieter Peer plädieren für eine Beibehaltung der indirekten Rückvergütung, bzw. zeigen sich mit einer Senkung einverstanden. Sie stellten aus ihrer Sicht die Bedeutung der Privatmedizin für die Patienten und Patientinnen dar und warnten davor, Privatmedizin nur mehr Bestverdienenden oder Privatversicherten zugänglich zu machen.

Zerzer begründete den Änderungsbedarf für das Sanitätssystem mit der momentan fehlenden Programmierbarkeit: das Sanitätssystem hat die Pflicht, für alle möglichen PatientInnen die Dienste anzubieten und zu planen.

Im Laufe der intensiven Diskussion zeichnete sich als möglicher Kompromissvorschlag ab, wie Martha Stocker zusammenfasst: „Eine Lösung sein könnte ein Abkommen zwischen Marienklinik und Sanitätssystem, das dem Bedürfnis nach Programmierbarkeit der öffentlichen Sanität und andererseits auch der Flexibilität der privaten Struktur Marienklinik Rechnung trägt. Damit könnten auch die gut funktionierenden Prozesse und Strukturen in diesem Betrieb beibehalten werden, der den Menschen nicht nur in Bozen so sehr am Herzen liegt.“
2012 - Südtiroler Volkspartei
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