Sen. Oskar Peterlini: „Zersplitterung hilft der italienischen Rechten"
„Die Vielfalt der Kandidatenlisten im Senatswahlkreis Bozen-Unterland darf nicht die eigentliche Herausforderung verwischen", erklärt der Südtiroler Senator Oskar Peterlini in einer Stellungnahme. „Diese spielt sich ausschließlich zwischen der nationalen Rechten der Liste Berlusconi–Fini einerseits und der SVP mit dem Autonomiebündnis andrerseits ab. Das Rennen zwischen diesen beiden Listen wird äußerst knapp werden", betont Peterlini.
Die Zersplitterung der deutschen Stimmen aufgrund der Kandidaturen von Union und Freiheitliche und jener der autonomiefreundlichen Parteien gefährde diesmal ernsthaft die Wahl eines Südtiroler Senators der SVP. Peterlini beklagt besonders, dass die Arcobaleno-Liste der Grünen und Kommunisten de facto den Rechtsparteien in die Hände arbeitet, indem sie circa 15.000 bis 20.000 Stimmen dem Autonomiebündinis mit der SVP entzieht. Das gleiche tun Freiheitliche und Union. Peterlini appelliert deshalb an die Wählerinnen und Wähler, sich über die Entscheidungen der Parteizentralen zu stellen, und ihre Stimme für Südtirol und die Autonomie abzugeben und keine Zersplitterung zu fördern.
Die Kandidatur von Michaela Biancofiore in Kampanien statt in Südtirol, ist für Peterlini nur eine Augenauswischerei. Die Mentalität bei den Rechtsparteien in Südtirol habe sich deshalb um keinen Millimeter geändert. Peterlini wörtlich: „Wir erinnern uns noch lebendig daran – so Peterlini weiter – wie Vertreter dieser Kräfte unsere Schützen auf einer friedlichen Demonstration angespuckt haben und wie jährlich vor dem Siegesdenkmal gegen unsere Kultur Kränze deponiert werden. Auch der Stinkefinger gegen unsere Volksgruppe und die Ablehnung des Friedensplatzes sind noch in lebendiger Erinnerung."
„Von taktischen Versetzungen der Kandidaten und Lippenbekenntnissen lassen sich die Südtiroler nicht so leicht täuschen." Ein Rechtsruck der SVP aufgrund dieser Sirenenklänge würde kein Südtiroler verstehen und akzeptieren, betont Peterlini abschließend. „Der Faschismus und die jüngste Geschichte sind noch lange nicht vergessen."