K.-Abg. Siegfried Brugger zu Äußerungen Ciarrapico: „Ein schwerer politischer Fehler“
Mit Befremden reagiert Siegfried Brugger, SVP-Fraktionssprecher in der römischen Abgeordnetenkammer, auf die Diskussionen in der Mitte-Rechts-Partei „Popolo della Libertà“ nach den Äußerungen des Kandidaten Giuseppe Ciarrapico zum Faschismus: „Wir Südtiroler wissen allzu gut, welch Unheil der Faschismus gebracht hat. Eine Verherrlichung dieses Regimes ist untragbar.“
So haben die Aussagen Ciarrapicos auch in der Mitte-Rechtsallianz selbst für Diskussionen gesorgt: „Wenn sogar Gianfranco Fini, Vorsitzender von Alleanza Nazionale, mit Kritik gegen diese Äußerungen auftritt, ist das mehr als bezeichnend. Umso unverständlicher ist es, dass Silvio Berlusconi sich nicht distanziert hat“, stellt Brugger fest, und weiter: „So etwas ist ein Faux-pas, wie er auch in Wahlkampfzeiten einem Demokraten nicht passieren darf. Solche Dinge prangern wir an, unabhängig davon in welcher Gruppierung sie entstehen“, betont Brugger. SVP-Obmann Elmar Pichler Rolle ergänzt: „Solche Vorkommnisse werden wir immer kritisieren, egal von welcher Seite sie kommen.“
„Der Faschismus hat gerade in Südtirol gezeigt, mit welchen menschenverachtenden Methoden er vorging. Diese Zeit und dieses Regime auch heute noch zu verherrlichen heißt, einer modernen Demokratie unwürdig zu sein“, so Brugger und Pichler Rolle. Es sei „mehr als verwunderlich“, wenn sich hier nicht auch Berlusconi klar abgrenze und die Äußerung verurteile. Brugger: „Ein Kandidat mit so einer Geisteshaltung ist eigentlich untragbar – ihn auch noch zu unterstützen, ist zweifellos ein schwerer politischer Fehler.“ Damit bewege sich die ganze Allianz in eine Ecke, die in ganz Europa keine Akzeptanz findet.