Gleichgültigkeit ist größte Gefahr für SVP - Erstmals seit 1948 steht die Mehrheit auf dem Spiel
„Es gibt für Südtirol und die SVP eine große Gefahr und diese Gefahr heißt Gleichgültigkeit.“ Obmann Elmar Pichler Rolle forderte am Montag von der Parteileitung und den SVP-Bezirken eine „Mobilisierung aller Kraftreserven“. Wenn es der SVP nicht gelingt, alle Wählerinnen und Wähler zu bewegen, am 13. und 14. April zur Wahl zu gehen, drohe Südtirol ein böses Erwachen. Pichler Rolle: „Es gibt viele Gemeinden, in denen den Menschen nicht einmal ein Plakat aufgefallen ist, in denen es keine Initiativen gibt und in denen die Parlamentswahl nach wie vor kein Thema ist. Bei einem solch flauen Klima ist die Gefahr groß, dass sich alle zurücklehnen und in Sicherheit wiegen. Dabei geht es um jede Stimme, weil wir ansonsten erstmals seit 1948 die Legitimation verlieren, für die Mehrheit dieses Landes zu sprechen.“ Der mediale Wahlkampf benachteilige zudem in eklatanter Weise die kleinen und vor allem die regionalen Parteien.
Berlusconi, Veltroni und Casini würden Dutzende Millionen Euro in den Wahlkampf investieren, um die Macht in Rom zu gewinnen. Über TV-Kanäle erreichen sie Millionen Wählerinnen und Wähler. Pichler Rolle: „Die kleinen regionalen Parteien kommen erst gar nicht vor. Wir werden weder zu Diskussionssendungen eingeladen, noch kommen wir in den wichtigen Nachrichtensendungen vor.“ Listenführer Siegfried Brugger hat deshalb in den letzten Tagen mehrfach bei der zuständigen Kommission in Rom interveniert. „Wir haben erste ausweichende Antworten erhalten und man hat uns versichert, dass sich etwas zum Besseren wenden soll, aber konkret haben wir noch nichts in der Hand“, so Pichler Rolle.
Die SVP könne dagegen nur Begegnungen mit den Menschen vor Ort einsetzen. „Wir erreichen dabei zwar viele hundert Menschen, aber niemals die Anzahl Menschen, die abends politische Sendungen verfolgt. Wir können nur darauf setzen, dass unseren Wählerinnen und Wählern Südtirol ein Herzensanliegen und ausschlaggebend für ihre Wahlentscheidung ist. Sonst wird man von den Argumenten und Versprechungen der großen staatlichen Parteien geblendet und denkt gar nicht mehr ans eigene Land“, so Pichler Rolle.
Der SVP-Obmann forderte die gesamte Parteileitung und alle SVP-Bezirke auf, gegen die drohende Gleichgültigkeit anzukämpfen: „Es kann doch nicht soweit kommen, dass wir jetzt zwar alle demokratischen Mittel besitzen, um unsere Interessen im Parlament in Rom wahrzunehmen, aber die Menschen nicht zur Wahl hingehen.“ Pichler Rolle will, dass sich alle 292 Ortsgruppen in den letzten zwölf Tagen stark einbringen und die Bevölkerung auf die Bedeutung des Urnenganges hinweisen.