SVP–Parteiobmannstv. Kurt Jakomet: "Extremes Gedankengut gemeinsam bekämpfen"
Zum 75. Jahrestag der Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten am morgigen Samstag unterstreicht SVP-Parteiobmann Stellvertreter Kurt Jakomet die Notwendigkeit nach Vermittlung von Werten wie Freiheit, Demokratie, Rechtstaatlichkeit, Humanität und Toleranz.
Am 10. Mai 1933 verbrannten Anhänger der Nationalsozialisten auf Initiative des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda deutschlandweit zehntausende Bücher und Schriften. In aller Öffentlichkeit gingen Werke von Autoren wie Bertolt Brecht, Ernest Hemingway, Jack London, Alfred Döblin, Sigmund Freud, Heinrich Heine, Erich Kästner, Alfred Kerr, Egon Erwin Kisch, Heinrich und Klaus Mann, Carl von Ossietzky, Erich Maria Remarque, Arthur Schnitzler, Kurt Tucholsky, Leo Trotzki in Flammen auf.
Im Zuge der Bücherverbrennungen ergingen Berufsverbote für zahllose Schriftsteller, Wissenschaftler und Künstler. Zeitungen und Zeitschriften mussten ihr Erscheinen einstellen, Verlage wurden aufgelöst. In diesen barbarischen Taten zeigte sich bereits kurz nach der Machtübernahme die menschenverachtende Ideologie der Nationalsozialisten.
Auch der Faschismus hat in Südtirol dieselbe Ideologie verfolgt und seine Menschen verachtenden Spuren hinterlassen. Auch in unserem Land hat das rechte Regime nicht gescheut, Literatur zu verbieten, den Gebrauch der Muttersprache zu unterbinden und mit voller Härte gegen jene vorzugehen, die diese Verbote umgehen wollten. „Die Südtirolerinnen und Südtiroler der damaligen Zeit spürten allzu oft, dass die kulturelle aber auch sprachliche Vielfalt den totalitären Machthabern nichts wert war!“, so Jakomet.
Leider erfahren wir auch heute immer wieder – wie uns unter anderem auch die jüngsten Geschehnisse im Tibet aufzeigen - dass es immer noch Publikationsverbote in zahlreichen Ländern der Welt gibt, sowie Denk- und Schreibverbote für Journalisten und Autoren. „Noch heute werden mancherorts Menschen, die sich für die Meinungsfreiheit stark machen, verfolgt und sogar ermordet!“, stellt Jakomet fest.
In diesem Zusammenhang unterstreicht Kurt Jakomet, dass es auch Aufgabe der Südtiroler Volkspartei ist, die Erinnerung an die nationalsozialistischen und faschistischen Exzesse wach zu halten. „Denn die Erinnerung lehrt uns, dass sich solches nicht wiederholen darf!“, so Jakomet.
Es muss laut dem Parteiobmann Stellvertreter auch eine Selbstverständlichkeit sein, dass sich die Südtirolerinnen und Südtiroler mit unterdrückten Völkern und Minderheiten solidarisch erklären. Es ist eine Verpflichtung der Politik, gerade jungen Menschen die Bedeutung von Werten wie Freiheit, Demokratie, Rechtstaatlichkeit, Humanität und Toleranz zu vermitteln. „Auch wenn die politische Einstellung von Politikern und Vertretern des gesellschaftlichen Lebens unterschiedlich sein mag, unser aller Einsatz muss der Bewahrung der Meinungs-, Glaubens- und Gewissensfreiheit sowie der Verteidigung der Menschenwürde gelten. „Wir alle sind gefordert extremes Gedankengut, durch vorbildhaftes Verhalten und Aufklärung zu bekämpfen,“ so Jakomet abschließend.